Glosse zum Gender-Neusprech: Von den „zu Fuß Gehenden“ auf der „Flaniermeile“

Von Hans Bernd Ulrich

Kein Aprilscherz– Zum 1.4.2013 wurde der Fußgänger abgeschafft!  – Zumindest laut →Straßenverkehrsordnung.

Dort heißt es  jetzt im →§25: Wer zu Fuß geht, muss die Gehwege benutzen. Früher stand da mal Fußgänger. Und im Paragraphen 23 wurde aus dem Fahrzeugführer der Fahrzeugführende. (…)

Letztens hatte ich mich an der Uni Köln als Gasthörer eingeschrieben. Das mir von früher vertraute Studentensekretariat suchte ich allerdings vergeblich. Das war zum Studierendensekretariat mutiert. 0022

Aber es soll noch weiter gehen. „Der Spiegel“ berichtet:

In Hannover ist man jetzt dabei, die “Fußgängerzone” abzuschaffen. Weil “Fußgänger” männlich ist und “Zone” militaristisch, wünscht sich die stellvertretende grüne Ratsfraktionsvorsitzende Ingrid Wagemann, dass dieses Wort aus dem Sprachgebrauch gestrichen wird. Frau Wagemann möchte, dass fortan nur noch von “Flaniermeile” die Rede ist – das sei atmosphärisch besser geeignet, wie sie “Bild” anvertraute. Hier der volle Wortlaut des →Spiegel.

Ich hätte da einen Vorschlag zur Güte: Schafft einfach die geschlechtsspezifischen Artikel in der deutschen Sprache ab! Benutzt nur noch das Neutrum! So ganz genau nehmen wir es ja jetzt eh schon nicht. „Das“ Weib, seiner Natur nach weiblich, trägt grammatikalisch einen sächlichen Artikel genauso wie „das“ Mannsbild. Unsere →Familienministerin hat ja unlängst „Das liebe Gott“ in den Sprachgebrauch eingeführt.  Gewöhnen wir uns doch an das Hebamm, das Person, das Polizist, das →Grünuch.

Das alles hätte seinen Charme: Pisa-gestresste Schülerinnen und Schülern werden von unnützen Grammatik-Gedöns befreit…Und es wäre ja nicht die erste Rechtschreibreform hierzulande.

Doch ich habe eine Befürchtung: Unsere sechzehn →Kultusministrierenden werden sich kaum so schnell einig werden. Aber wie wäre es mit der Idee: Lasst einfach die nächste Bundestagswahl ausfallen. Spart Euch Wahlkampf, Plakatkosten und sonstige kostenträchtigen Profilierungen. Geht in die nächste Klappsmühle und bestimmt die künftigen das Volk-zu-Vertretenden per Los! Natürlich unter  Beachtung der Quote. Mehr Blödsinn als unsere  jetzigen Gesetz Gebenden werden die auch nicht produzieren.

Quelle und vollständiger Artikel hier: http://hansberndulrich.wordpress.com/2013/04/12/zu-fus-gehende-auf-dem-burgerinnen-und-burgersteig/

 


One Comment on “Glosse zum Gender-Neusprech: Von den „zu Fuß Gehenden“ auf der „Flaniermeile“”

  1. Rosemarie sagt:

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