Kommunistisches Kuba: Vierzig Bürgerrechtler im Hungerstreik – Lebensgefahr nach gewaltsamer Verhaftung

Der Sprecher von Kubas bedeutendster Oppositionsbewegung UNPACU ist seit neun Tagen im Hungerstreik. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, will José Ferrer damit gegen die Zunahme willkürlicher und sehr gewaltsamer Verhaftungen von Aktivisten der kubanischen Demokratiebewegung demonstrieren.

Nach Angaben der IGFM sind allein in den vergangenen 12 Monaten über 6000 politisch motivierte Verhaftungen bekannt geworden. Auf der seit über 50 Jahren von den Brüdern Castro regierten Karibik-Insel sind außer der kommunistischen Regierungspartei alle Parteien verboten. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Wie die IGFM weiter berichtet, haben sich mittlerweile 39 Menschenrechtsaktivisten aus mehreren Teilen Kubas dem Hungerstreik angeschlossen. Sie protestierten damit auch gegen die systematisch eingesetzte rohe Gewalt.

Demokratie-Aktiver in Lebensgefahr

Schlägertrupps der Regierungspartei belästigen, misshandeln und verhaften gezielt Mitglieder der Demokratie- und Menschenrechtsbewegung, so die IGFM. Jüngstes Beispiel dafür sei Rubilandis González, Mitglied der UNPACU, der seit dem 22. April 2013 in akuter Lebensgefahr schwebt:

Polizisten schlugen den Menschenrechtler am vergangenen Montag in Mella, in der Provinz Santiago de Cuba, willkürlich zusammen und verhafteten ihn schließlich. Aufgrund seiner schweren Kopfverletzungen und seines hohen Blutverlustes musste er in ein Provinzkrankenhaus verlegt werden, ergänzte die IGFM.

Katholischer Erzbischof verspricht Einsatz

Den Hungerstreik begannen Ferrer und einige UNPACU-Mitstreiter in Santiago de Cubas im Cespedes-Park am 16. April. Um vor den Angriffen der Polizei und regimetreuer Schläger Schutz zu suchen, zogen sich die Protestierenden auf das Gelände einer nahegelegenen katholischen Kirche zurück.

Der Erzbischof von Santiago de Cuba, Dionisio G. Ibañez, bat sie, das Kirchengelände zu verlassen, versprach aber, sich bei den Behörden für die inhaftierten UNPACU-Mitglieder einzusetzen. Elf Bürgerrechtler wurden am selben Tag verhaftet, als sie sich den Protestierenden anschließen wollten. Sieben von ihnen wurden kurz darauf freigelassen, vier blieben in Haft.

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin äußert sich besorgt über die neue Zunahme der Gewalt gegen Regimekritiker. „Raúl Castro zeigt, wie ernst es ihm mit den Reformen ist: Mehr Gewalt gegen Bürgerrechtler, weniger Meinungs- und Versammlungsfreiheit“, kritisiert Lessenthin.

Die IGFM appelliert an den kommunistischen Diktator Castro, nicht mit dem Leben seiner Bürger zu spielen und die inhaftierten politischen Gefangenen unverzüglich freizulassen. Der Menschenrechtsverband erinnert an die 2010 bzw. 2012 nach Hungerstreiks verstorbenen Dissidenten Orlando Tamayo und Wilman Mendoza.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba:
http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html

Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:
https://www.facebook.com/igfmdeutschland



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