Zusage an Präsident Peres: Papst Franziskus möchte baldmöglichst das Heilige Land besuchen

Shimon Peres: „Der Papst verkörpert die spirituelle Kraft des Katholizismus“

Israels Staatspräsident, der Friedensnobelpreisträger Shimon Peres ist am gestrigen Dienstagvormittag im Vatikan von Papst Franziskus empfangen worden.

Bei dem Gespräch ging es um die Spannungen im Nahen Osten, die Aussichten auf Frieden und die Bedrohung durch den weltweiten Antisemitismus. Franziskus unterstrich, Antisemitismus widerspreche dem wahren Geist des Christentums. Auch die schwierige Situation Jerusalems sowie der Syrienkonflikt seien angesprochen worden. 1_0_684039

Shimon Peres hat das Oberhaupt der katholischen Kirche am Ende der halbstündigen Privataudienz eingeladen, das Heilige Land zu besuchen. Israelis aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern und Religionen würden den Papst begeistert empfangen, kündigte das israelische Staatsoberhaupt an.

Papst Franziskus sagte sofort zu. Er werde „so bald als möglich“ nach Israel kommen. Denkbar wäre z. B. eine Reise im kommenden Jahr in Erinnerung an den historischen Besuch von Papst Paul VI. (1963-1978) im Heiligen Land vor 50 Jahren.

Nach Medienberichten war der heutige Papst das erste und einzige Mal vor 40 Jahren nach Israel gereist. Damals sei Jorge Mario Bergoglio als junger Jesuitenpater im Oktober 1973 unmittelbar nach seiner Ankunft in Jerusalem in den Jom-Kippur-Krieg hineingeraten.

Der israelische Präsident selbst sieht den Papst auch als möglichen Vermittler im Nahost-Konflikt: In einem Interview mit dem italienischen Radiosender RaiUno sagte Peres im Vorfeld des Treffens:

„Der neue Papst ist eine besondere Person, er verkörpert die spirituelle Kraft des Katholizismus. Diese spirituelle Kraft könnte auch eine große Rolle spielen, um den Friedensprozess im Nahen Osten voranzubringen.“

Quellen: http://www.israelheute.com / Radio Vatikan

Lobpreis des Ewigen und Schöpfers aller Welten: „Gott, unser Vater!“

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Wenn ich, o Schöpfer, Deine Macht,
die Weisheit deiner Wege,
die Liebe, die für alle wacht,
anbetend überlege,
so weiß ich, von Bewund’rung voll,
nicht, wie ich Dich erheben soll,
mein Gott, mein HERR und Vater!

Mein Auge sieht, wohin es blickt,
die Wunder deiner Werke:
Der Himmel, prächtig ausgeschmückt,
preist Dich, du Gott der Stärke!
Wer hat die Sonn an ihm erhöht?
Wer kleidet sie mit Majestät?
Wer ruft dem Heer der Sterne?

Wer mißt dem Winde seinen Lauf?
Wer heißt die Himmel regnen?
Wer schließt den Schoß der Erde auf,
mit Vorrat uns zu segnen?
O Gott der Macht und Herrlichkeit,
Gott, deine Güte reicht so weit,
so weit die Wolken gehen!

Dich predigt Sonnenschein und Sturm,
Dich preist der Sand am Meere.
Bringt, ruft auch der geringste Wurm,
bringt meinem Schöpfer Ehre!
Mich, ruft der Baum in seiner Pracht,
mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht;
bringt unserm Schöpfer Ehre!

Der Mensch, ein Leib, den deine Hand
so wunderbar bereitet,
der Mensch, ein Geist, den sein Verstand
Dich zu erkennen leitet:
Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis,
ist sich ein täglicher Beweis
von Deiner Güt´ und Größe.

Erheb ihn ewig, o mein Geist,
erhebe seinen Namen!
Gott, unser Vater, sei gepreist,
und alle Welt sag Amen!
Und alle Welt fürcht´ ihren HERRN,
und hoff auf ihn und dien´ ihm gern:
Wer wollte Gott nicht dienen?

Christian Fürchtegott Gellert (1757)

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Berlin: erschreckende Zunahme von Gewaltdelikten und Einbrüchen, doch die Aufklärungsrate sinkt

Von Michael Leh

Gewalt und Wohnungseinbrüche haben in Berlin im Jahr 2012 weiter erheblich zugenommen. Das belegt die jetzt veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2012.

Jeden Monat gab es über 1000 Wohnungseinbrüche. Es gab noch mehr Tötungsdelikte, noch mehr Raubtaten und noch mehr Fälle von gefährlicher Körperverletzung. Gesunken ist aber die Aufklärungsrate. 0022

Mit 11006 Wohnungseinbrüchen war bereits im Jahr 2011 ein Rekordhoch erreicht. Prozentual zur Bevölkerungszahl waren dies bereits über 40 Prozent Wohnungseinbrüche mehr als in New York City.

Innensenator Frank Henkel (CDU) und die Berliner Polizei versprachen, verstärkt gegen die Einbrecher vorzugehen. Das Ergebnis: Im Jahr 2012 stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche noch einmal um 11,7 Prozent auf 12 291 Fälle. Das hatte sich bereits bei der Halbjahresbilanz im Sommer 2012 abgezeichnet.

Täglich 33 Einbrüche in Berlin

Doch auch im zweiten Halbjahr versagte die personell ausgedünnte Polizei kläglich. Die Aufklärungsquote sank weiter auf 6,5 Prozent. Die Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäuser stieg um 32 Prozent, diejenige bei Wohnungen um 7,4 Prozent. Pro Tag gab es rund 33 Einbrüche in Berlin.

Statistisch war 2012 jede 174. Wohnung bzw. jedes 76. Ein- oder Zweifamilienhaus von einem Einbruch oder Einbruchsversuch betroffen. Dabei gab es auch 343 Raubüberfälle in Wohnungen. 58 Männer und 65 Frauen im Alter von über 60 Jahren wurden in der Wohnung Opfer eines Raubüberfalls.

Die Zunahme bei Mord und Totschlag betrug 15,7 Prozent – 167 Fälle, darunter 43 vollendete Taten. Die erfaßten Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung (674) stiegen um rund sechs Prozent. Es wurden 4175 Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen registriert – eine Zunahme um rund sieben Prozent.

Die Rauschgiftdelikte stiegen um rund neun, die Taschendiebstähle um 18,8 Prozent.

Aufklärungsquote sank auf 33,2%

6419 Raubtaten wurden gezählt  –  eine Steigerung um 5,1 Prozent.  Die Aufklärungsquote bei Raub sank gegenüber dem Vorjahr  –  2011 war sie bereits mit 33,8 Prozent die niedrigste im Bundesgebiet  –  auf nur noch 33,2 Prozent.

Die große Mehrheit der Räuber wird in Berlin niemals gefasst. Auch deshalb ist ein Fragezeichen hinter die PKS-Aussage zu setzen, wonach es bei der Jugendgruppengewalt einen Rückgang um 13,5 Prozent auf 2768 Fälle gegeben habe.

Wenn man die Mehrheit der Räuber nicht fasst, weiß man auch wenig über ihr Alter. Das Gewaltdelikt Raub wird dabei häufig von Jugendlichen begangen, und häufig rauben sie auch in Gruppen. Zudem bewegt sich die Jugendgruppengewalt mit 2768 erfassten Fällen weiter auf hohem Niveau.

Die „ethnischen Kolonien“ Berlins sind von ihr besonders hart betroffen. Es gab 684 Fälle von Raub auf Geldinstitute, „sonstige Zahlstellen“, Postfilialen und Geschäfte. Raubüberfälle auf SB-Märkte und Lebensmitteldiscounter bildeten einen Schwerpunkt. Bei 372 Raubüberfällen wurde mit Schusswaffen gedroht.

Das „Tatmittel Messer“ wurde bei 985 Raubüberfällen, bei 709 Fällen von gefährlicher und schwerer Körperverletzung sowie bei 56 Fällen von Mord und Totschlag eingesetzt.

Um rund 30 Prozent stiegen die Raubüberfälle auf Spielhallen (134), dabei wurde in 34 Fällen mit einer Schußwaffe gedroht. Von den 41 ermittelten Tatverdächtigen waren 26 Nichtdeutsche (ein Migrationshintergrund von als „Deutsche“ gezählten Tatverdächtigen wird hier nicht genannt). In der Rubrik „Sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen und Plätzen“ weist die PKS mit 2427 Fällen eine Steigerung um 23,8 Prozent aus.

3183 Gewaltvorfälle gab es im Jahr 2012 allein in U-Bahnen (im Zug und auf dem Bahnsteig) sowie in Bussen und Straßenbahnen. Es gab 505 Fälle von Handtaschenraub; 208 Opfer waren 60 Jahre und älter. Über 90 Prozent der Opfer waren Frauen, die oft auch erhebliche Verletzungen erlitten. 53 Tankstellen wurden überfallen und 390 Fahrzeuge angezündet.

Intensivtäter: Ausländer-Anteil beträgt 45,4 %

Intensivtäter erfasst die PKS anders als die Intensivtäterabteilung der Staatsanwaltschaft. Von beiden wird zwar als Intensivtäter gezählt, wer pro Jahr mehr als zehn Straftaten begangen hat. Die PKS zählt aber auch zum Beispiel Betrugsdelikte oder Ladendiebstähle mit.

Von den insgesamt 2333 „PKS-Intensivtätern“ (sie verübten 42 720 Straftaten) hatten 1060 eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit (45,4 Prozent). Unter ihnen führen mit Abstand die Polen (sie verübten 4214 Straftaten), es folgen Rumänen und Türken.

Die Staatsanwaltschaft verzeichnet für das Jahr 2012 insgesamt 517 Intensivtäter sowie 105 Schwellentäter. Bei ihr gilt als Intensivtäter, wer in der Regel mindestens zehn Raubdelikte (Gewaltdelikte) verübt hat.

Wie die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage der Preußischen Allgemeinen Zeitung zur Herkunft „ihrer“ Intensivtäter mitteilte, hatten von ihnen 76 Prozent Migrationshintergrund, und von diesen wiederum waren 46 Prozent arabischer und 34 Prozent türkischer Herkunft.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) äußerte sich entsetzt über die neue PKS. „Die Zahlen für 2012 lesen sich wie ein wahrgewordener Albtraum“, erklärte GdP-Landesbezirksvorsitzender Michael Purper. Der Senat müsse das Personal bei der Polizei massiv aufstocken. Das sei die einzige Chance, die zunehmende Kriminalität in der Stadt in den Griff zu bekommen.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ vom 27.4.2013


„Endlich zuhause“: Dieses Buch bietet eine „ganz andere“ Konversionsgeschichte

Rezension von Reinhard Dörner

Volker Joseph JordanVolker Jordan, Endlich zuhause
Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche.
Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten
Dominus-Verlag, Augsburg 2013
ISBN 978-3-940879-29-5
352 S., € 14,80

Dies ist eine ganz andere Konversionsgeschichte als etwa die von Scott Hahn, Erik M. Mørstad oder dem sel. John Henry Card. Newman. Die leicht zu lesende und deshalb einladende äußere Form des Interviews läßt den Leser die geistig-psychologische Entwicklung des Konvertierten nachempfinden  –  er kann sich in die Gedankenwelt von Volker Jordan hineinversetzen.

Dies ist keine intellektuelle Abhandlung. Wer aber meint, daß dem Inhalt der intellektuelle Anstrich fehlt oder abhanden gekommen ist, unterliegt einem folgenschweren Fehl- oder besser Vorurteil.

Die intellektuelle Bandbreite dieses Autors kommt in dem ausführlichen bibliographischen Anhang in voller Breite zur Geltung: Eigene Veröffentlichungen, hervorragende Übersetzungen korrespondieren mit vertiefenden Literaturempfehlungen.

Angesichts dieser Empfehlungen ergibt sich sehr eindrucksvoll, welchen Weg des Suchens dieser begnadete Mensch hinter sich bringen mußte, ja mußte, weil er in seiner besonderen Situation ein exemplarisches Schicksal seines Lebens bewältigt hat, das seinesgleichen sucht.

Das Besondere dieses Schicksals ist das nahezu Endlose des Suchens, das im endgültigen Anschluß an die Kirche doch noch seine Erfüllung fand. Und so heißt der Untertitel zu Recht: “Mein Weg zur Kirche”; denn es gibt nur “eine” Kirche, die Jesus Christus gegründet hat, wie er selbst betont.

Einer der wichtigen Gründe, die ihn zur Konversion veranlaßt haben, ist die Unüberschaubarkeit und Uneinheitlichkeit der christlichen Glaubensgemeinschaften, in denen sich eben nicht die Una Sancta darstellt, sondern eine eher “individualistische […] Grundhaltung” (S. 20)*.  – Daher ist für ihn klar: “Es geht nicht an, daß sich eine Gruppe nach der anderen bildet und daß jeder Gründer selbst hierfür der Maßstab ist.” (56)*

Die Interviewerin geht sehr geschickt von den vier Grundkennzeichen der Kirche aus: Einheit, Heiligkeit, Katholizität, Apostolizität.

Jordan sieht darin “ein Zusammenspiel” (16)* für seine Entscheidung zur Konversion, nachdem er eine regelrechte Wanderschaft  –  oder war es eine Irrfahrt?  –   durch ca. 14 christliche Konfessionen mit teilweise Gastmitgliedschaften durchgemacht hatte.

Auf Jordan kamen wie für alle Konvertiten wichtige Fragen zu, wie es denn z.B. mit dem Fegefeuer stehe oder mit der Heiligenverehrung etc.

Volker Jordan

Volker Jordan

Hier zeigt sich die ungeheure Belesenheit dieses Suchers des rechten Glaubens: Von der Hl. Schrift über die Kirchenväter, die Konvertitenliteratur ist ihm alles vertraut, so daß er mit apologetischer Treffsicherheit die ‘Knackpunkte’ der Unterscheidung darzustellen vermag.

Die Frage nach Maria, der Mutter Gottes, stellt sich ihm wie jedem Konvertiten. Im Protestantismus “identifiziert [man] jegliche Betonung Mariens sofort mit der katholischen Kirche und schweigt daher […] weitgehend von ihr (102)* oder weist anhand von Schriftstellen nach, daß Maria von “der Sündhaftigkeit aller Menschen” nicht ausgenommen (ebd.) sei.

Obwohl Jordan es nicht ausspricht, sieht er sich vermutlich als besonderes Werkzeug Mariens. Er wurde am 16. Juli 1972 getauft, also am Fest Mariens vom Berge Karmel. Das wußten seine Eltern nicht, und auch er selbst hat es erst womöglich im Zuge seiner Konversion erfahren. (103 f.)*

Daß Volker Jordans Glaube auf seine Echtheit hin geprüft wurde, erhellt aus der Tatsache, daß der unheilbar an Krebs Erkrankte bekennt: “Wir können überzeugt sein, daß Gott uns keine größeren Leiden auferlegt, als wir zu tragen vermögen. Das ist auch bisher meine persönliche Erfahrung.” (106)*

Dieses Zeugnis muß so manchen ‘gläubigen’ Katholiken beschämen, der mit Gott hadert, warum gerade ihn ein schweres Leiden treffe.

Volker Jordan interessiert sich auch für den Umgang mit Andersdenkenden. So stellt er fest, daß sich z.B. der “Hexenaberglaube in reformatorisch geprägten Ländern wesentlich länger” hielt und “dort deutlich mehr ‘Hexen’ hingerichtet” wurden (173)*.  –  Dies ist das Urteil eines Mannes, der Historie studiert hat.

Bei den reichhaltigen Erfahrungen seiner ‘Pilgerschaft’ ist es bemerkenswert, daß er die in der orthodoxen Kirche gepflogene “biblisch-patristische Tradition” (185)* hervorhebt, ein Aspekt, der in der katholischen Kirche  –  leider  –  weniger bedeutet.

Weiter hebt er den Wert der zölibatären Lebensweise der Priester gegen den verheirateten Status der orthodoxen Priester und “die fehlende dogmatische Übereinstimmung und kirchliche Einheit mit der römisch-katholischen Kirche unter dem Nachfolger Petri” hervor. (186 f.)*

Insgesamt verfestigte sich in ihm der Eindruck, “man wolle zwar einen […] Kulturverein pflegen und bewahren, dabei aber auf elementare Merkmale des Kircheseins […] verzichten” (190)*.

Volker Joseph Jordan, eine beeindruckende Persönlichkeit!

Als Gesamturteil ist festzuhalten: Ein Buch, das ganz aus dem Rahmen üblicher Konvertitenliteratur herausfällt, aber wegen seiner im Interview vollzogenen Information unglaublich wertvoll ist. Selbst schwierige Passagen werden nachgefragt und erklärt, ansonsten ist die Sprache klar, verbindlich, erhellend.

Zum Aufbau wäre nachzutragen: Es hätte dem Interview nicht geschadet, wenn man thematische Einheiten gebildet hätte, was zugegebenermaßen bei einem so umfangreichen Interview nicht einfach gewesen wäre.

Hervorzuheben ist die großartige Leistung der diversen Anhänge, dort besonders zu erwähnen das Stichwortverzeichnis, das die fehlende inhaltliche Gliederung voll kompensiert.

*Die Zahlen in Klammern weisen auf die Seitenzahlen des Buches hin.

Reinhard Dörner ist Vorsitzender des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen) und des Kardinal-von-Galen-Kreises

ERSTVERÖFFENTLICHUNG dieser Buchbesprechung auf KATHNEWS: http://www.kathnews.de/endlich-zuhause-mein-weg-zur-kirche


Antikes Mariengebet aus frühchristlicher Zeit

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Erwartungen an die Ergebnisse des Demographiegipfels: Kommen die wesentlichen Fragen zur Sprache?

Mathias von Gersdorff

Am 14. Mai 2013 sollen die Ergebnisse der neuen Arbeitsgruppe vorgestellt werden, die beim „Demographie-Gipfel“ am 4. Oktober 2012 konstituiert worden sind. Zu diesem Gipfel hatte die Bundesregierung Länder, Kommunen, Verbände, Sozialpartner usw. eingeladen. Die Arbeitsgruppen sollen Maßnahmen vorschlagen, wie Deutschland aus dem Geburtentief herauskommen soll. 

M. von Gersdorff

M. von Gersdorff

Man darf gespannt sein, was die Arbeitsgruppen mit Themenfeldern wie „Motiviert, qualifiziert und gesund arbeiten“, „Ausländisches Arbeitskräftepotenzial erschließen und Willkommenskultur schaffen“, „Mobilisierung aller Potentiale zur Sicherung der Fachkräftebasis“, „Der öffentliche Dienst als attraktiver und moderner Arbeitgeber“ oder „Entwicklung eines Nationalen Koordinierungsrahmens zur Sicherung der Daseinsvorsorge und Stärkung der regionalen Wirtschaft“ vorschlagen werden.

Immerhin behandelt eine Arbeitsgruppe das Thema „Familie als Gemeinschaft stärken“.

Wahrscheinlich wird man viel über „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ reden und über die Eingliederungsmöglichkeiten von Menschen mit fortgeschrittenem Alter im Arbeitsleben. Man wird wohl im wesentlichen von der Annahme ausgehen, die demographische „Zeitbombe“ sei insbesondere ein wirtschaftlicher Faktor bzw. ein Problem der Arbeits-Organisation.

Da ist tatsächlich ein Körnchen Wahrheit drin: Der moderne Mensch sucht vorwiegend in der Arbeit und im hedonistisch erlebten Genuß Erfüllung. Er fabriziert seine Persönlichkeit in Funktion dieser beiden Pole und blendet alles aus, was dem im Wege steht, beispielsweise das Lebensrecht der ungeborenen Kinder, die im Zuge der ausschweifenden Suche nach Glück und Genuß eben entstehen.

Kurzschluß: Was zählt, ist die Produktion

Die Tatsache, daß eine Frau einen kompletten Menschen auf die Welt bringen kann und damit etwas leistet, was selbst im Zeitalter von bemannten Weltraumreisen die Technologie nicht geschafft hat, wird gar nicht realisiert. Daß eine Mutter alle natürlichen Anlagen hat, ein Kind nach der Geburt zu einem voll ausgebildeten Menschen erziehen zu können, wird völlig ignoriert, weil man diesen Gaben gar kein Wert zumißt. Was zählt, ist eben die Produktion.

Als Volkswirt bin ich ein eifriger Verteidiger der Marktwirtschaft. Aber als Volkswirt weiß ich auch, daß die Wirtschaftsentscheidungen von Werturteilen bestimmt werden. Zur Zeit ist es in Mode gekommen, Kapitalismus und Marktwirtschaft zu kritisieren, denn sie führen uns in Depression und Burn-Out. Das ist aber nicht ganz richtig.

Was daran beteiligt ist, uns psychisch krank zu machen und nebenbei auch die Geburtenzahlen gering zu halten, ist der Mangel an einer moralischen Grundlage, die sich an der wahren Natur des Menschen orientiert.

Doch gerade das Naturrecht  –  seit eh und je von der katholischen Kirche verteidigt  –  wird heute als finster und mittelalterlich verspottet. Dementsprechend werden Ehe und Familie verhöhnt.

Man erfindet groteske Karikaturen wie die „gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft“, und das Betreuungsgeld wird als „Herdprämie“ verunglimpft. Die Kinder sollen schnell in die Kitas, da die Mütter sowieso keine Ahnung vom Kindererziehen hätten. Überhaupt wird die natürliche und entspannte Elternschaft durch Pränataldiagnostik immer mehr zu einer „Elternschaft unter Vorbehalt“, solange man nicht mit Sicherheit ausschließen kann, daß das Kind im Mutterleib genetisch und auch sonst picobello ist.

Sexualkunde für Viertkläßler

Aber nicht nur das: Kinder werden heutzutage so früh sexualisiert, daß sie später gar nicht in der Lage sind, einen Sinn für Ehe und Familie zu entwickeln. Schon Papst Pius XI. hat ausführlich in seinen Enzykliken „Casti Connubi“ (1930) und „Divini illius magistri“ (1929) gezeigt, daß die Beachtung der Sexualmoral eine Bedingung für das Entstehen gesunder Familien ist. Seit Jahrzehnten mahnen Persönlichkeiten wie die Psychotherapeutin Christa Meves, daß die Kinder zur Bindungsunfähigkeit geradezu erzogen werden.

Berlin macht es wieder einmal vor, daß einem übel wird: In einer Grundschule werden die Erstkläßler anhand des Pro-Familia-Buches „Wo kommst du her“ völlig überfordert und desorientiert.

Die Welt“ vom 24. April 2013 schilderte einen Unterricht in der 4. Klasse so: „Als ihr zehnjähriger Sohn zum ersten Mal über den Sexualkundeunterricht erzählte, da wunderte sich seine Mutter ein wenig. Er habe gelernt, daß Frauen „da unten bluten“, sagte der Viertkläßler. Einen Tag später kannte er bereits Kondome und vier Bezeichnungen für das weibliche Geschlechtsteil. Schockiert war die junge Frau aber erst am dritten Tag: Da berichtete das Kind etwas verwirrt, er wisse jetzt, wie sich Lesben befriedigen und daß sie sich dabei „mit der Zunge lecken“ würden. „Ich dachte, ich sei im falschen Film“, beschreibt die Mutter…“

Diese Verdorbenheit macht einen sprachlos. Ein solcher Skandal müßte zu massiven Protesten führen. Doch zu viele scheinen das moralische Empfinden verloren zu haben und sind nicht in der Lage, eine solche Bosheit richtig einzuschätzen.

Hoffnung auf  die  jungen Deutschen setzen

Jedenfalls müßte sich der Gipfel am 14. Mai 2013 mit solchen Themen beschäftigen, wollte man wirklich ernsthafte Lösungen für die demographische Krise finden. Ob sie den Mut haben und sich dazu aufraffen?  –  Schwer vorzustellen.

Trotzdem sollte man nicht allzu pessimistisch werden, Hoffnung ist noch da  –  und zwar bei den Menschen außerhalb der Politik. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder erklärte mit dem Familienreport 2012 am 1. Januar 2013 in Berlin, daß drei Viertel aller jungen Deutschen sich eine Familie wünschen. Diese Zahlen werden durch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid für das Wochenmagazin Focus bestätigt:

Die große Mehrheit der Deutschen glaubt an die Ehe. 98 Prozent der Männer und 95 Prozent der Frauen würden gerne verheiratet sein. Auch wenn wir von den meisten Politikern nicht mehr viel erwarten wollen, sollten wir unseren Glauben an die Menschen nicht verlieren.

Quelle:  Junge Freiheit


Daniel Cohn-Bendit zieht Konsequenzen und verzichtet auf Medienpreis

Der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit hat angekündigt, auf den Deutsch-Französischen Medienpreis zu verzichten.

Er zieht damit die Konsequenz aus der Diskussion um die Verleihung des Theodor-Heuss-Preises an ihn. Dieser war von den Unionsparteien und der FDP wegen Cohn-Bendits früherer Äußerungen über Intimitäten mit Kindern scharf kritisiert worden.

Er müsse befürchten, daß er im Bundestagswahlkampf erneut zur Zielscheibe würde, wenn er den Deutsch-Französischen Medienpreis annehme, sagte Cohn-Bendit am Montag nach einem Bericht des Saarländischen Rundfunks. Der Grünen-Politiker hätte am 4. Juli in Paris für seinen Einsatz für die europäische Integration und die europäische Demokratie geehrt werden sollen.

Cohn-Bendit hatte 1975 in dem Buch „Der große Basar“ geschrieben: „Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an. Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen.“

An anderer Stelle heißt es:

„Es ist mir mehrmals passiert, daß einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Ich habe sie gefragt: ‘Warum spielt ihr nicht untereinander, warum habt ihr mich ausgewählt und nicht andere Kinder?’ Wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt.“

Später distanzierte sich der Grünen-Politiker von dem Text. Dieser sei ein großer Fehler gewesen. Zudem betonte er, er habe nie ein Kind mißbraucht.

In einer französischen Fernsehsendung sagte Cohn-Bendit 1982  –  unter dem Einfluß von Marihuana  – über seine Arbeit in einem sogenannten Kinderladen:

„Die Sexualität eines Kindes ist etwas Phantastisches. Man muß aufrichtig sein, seriös, bei den ganz Kleinen ist es etwas anderes, aber bei den Vier- bis Sechsjährigen, wenn ein kleines fünfjähriges Mädchen beginnt, Sie auszuziehen. Es ist großartig, weil es ein Spiel ist, ein wahnsinnig erotisches Spiel.“ 

Quelle: Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT