Zum heutigen „Tag der Familie“: Wer denkt an das Kindeswohl?

Die Zukunft der Familien wird der Profitgier geopfert

Pressemeldung des „Verbands Familienarbeit“:

Zum „Tag der Familie“ am 15. Mai äußert sich die Vorsitzende des Verbands Familienarbeit, Gertrud Martin:

„Es ist zunehmend unerträglich, dass ‚Kinderbetreuung‘ immer nur als Betreuung durch Dritte, nicht durch die Eltern, verstanden und kommuniziert wird. Die Politik hört einfach weg, wenn sich Kinder und Eltern in Umfragen mehr Zeit füreinander wünschen –  und die Politik legt eine weitere Schippe drauf beim Ausbau der Fremdbetreuung, um auch die äußersten zeitlichen Randzonen abzudecken. SDC12480

So geht der Trend zur Rund-um-die-Uhr-Krippe. An das Kindeswohl oder daran, dass vorrangig die Eltern das grundgesetzlich verankerte Recht haben, die Art und Weise der Betreuung ihrer Kinder zu bestimmen, wird kein Gedanke verschwendet!

Eine Stärkung des familiären Zusammenhalts durch angemessene finanzielle Honorierung der elterlichen Betreuung wird schon als Diskussionsthema peinlich gemieden.“

Die Verbandschefin bezieht sich auf eine Pressemeldung aus dem Familienministerium zum „Tag der Familie“, in der nur die außerfamiliäre Kinderbetreuung überhaupt als Betreuung thematisiert wird. So werde selbst dieser Tag zur Propagierung der Fremdbetreuung in den Dienst der Profitmaximierung der Wirtschaft gestellt.

Frau Martin führt aus: „Die Idee der Vereinbarkeit von Familie und Beruf verkommt in Deutschland zusehends zu einem System, das besonders Frauen rücksichtslos benachteiligt und durch Doppelbelastung ausbeutet. Es ist offensichtlich beabsichtigt, beide Eltern in die Vollzeit-Erwerbsarbeit zu drängen, während die Kinder in Vollzeit fremdbetreut werden.

Eine Vereinbarkeit, die Erwerbs- und Familienarbeit als gleichwertig gewichtet, muss auch den entsprechenden finanziellen Rahmen schaffen. Eine Teil-Erwerbsarbeit generiert nur einen Teillohn. Die andere Teilzeitarbeit in der Familie muss logischerweise den ersten Teillohn ergänzen. Ohne diesen Schritt ist eine echte Vereinbarkeit nicht zu machen.

Auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau bleibt ohne realitätsgerechte Bewertung der Familienarbeit Stückwerk. Es ist absurd zu glauben, dass Väter in nennenswerter Zahl die Familienarbeit zu den heute geltenden Null-Entgelt-Bedingungen übernehmen werden. Als Alternative werden sich junge Menschen immer öfter ihren Kinderwunsch versagen und die Geburtenzahlen weiter einbrechen.

Die Zukunft der Familien wird der Profitgier weniger Personen geopfert. Zur Verschleierung wird diese Politik auch noch als ‚familienfreundlich‘ verkauft.“

Der Verband Familienarbeit e. V. ruft dazu auf, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen.

Pressestelle Verband Familienarbeit e.V.
Johannes Resch
Stellv. Vorsitzender Verband Familienarbeit e.V.
www.johannes-resch.de


One Comment on “Zum heutigen „Tag der Familie“: Wer denkt an das Kindeswohl?”

  1. heureka47 sagt:

    Die tiefere Ursache für die sinkende Reproduktionsrate ist die „Kollektive Zivilisations-Neurose“, wie ich sie seit 1992 nenne, in der Soziologie schon viel länger als „Kollektive Neurose“ bekannt oder als „Krankheit der Gesellschaft“ oder „Gesellschaftsneurose“.

    Die Ursache dieser komplexen, schwerwiegenden, Störung – die ohne kollektive grundlegende Heilung zum kollektiven Tod führt – liegt weit zurück in der Vergangenheit, am Beginn von „Zivilisation“ und Entfremdung. Vor allem ist es SELBST-Entfremdung; die Entfremdung vom eigenen höheren / wahren SELBST, dem Wesenskern, der Seele. Zur Seele, dem „höheren Bewußtsein“, soll der Mensch am Ende der Kindheit aufsteigen – im Prozeß der Initiation, des Übergangsritus, der inneren „Einweihung“ in seine wahre – geistige – Identität.

    DAS findet in der zivilisierten Gesellschaft nicht mehr statt. Deshalb werden die Menschen nicht mehr wahrhaft erwachsen und sind nicht befähigt, die Aufgaben / Herausforderungen, die sich dem Erwachsenen stellen, zu bewältigen. Diese Schein-Erwachsenen sind nicht fähig, wirklich tragfähige Beziehungen zu führen und gleichfalls nicht fähig, Kinder zu lebenstüchtigen, wahren, Erwachsenen zu erziehen.

    Grundlegende Heilung ist – auch und insbesondere unabhängig vom Kollektiv – immer möglich. Jeder trägt das Potenzial dazu in sich.

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