Christenverfolgung in Saudi-Arabien: hunderte Peitschenhiebe und jahrelange Haft für zwei Fluchthelfer

In Saudi-Arabien sind zwei Männer mit Auspeitschen und Haft bestraft worden, weil sie einer jungen Muslima geholfen haben, den christlichen Glauben anzunehmen und mit einem gefälschten Paß aus dem Land zu fliehen.

Ein Gericht in der Stadt al-Chubar verurteilte einen Libanesen zu 300 Peitschenhieben und sechs Jahren Gefängnis und einen saudischen Mann zu 200 Hieben und zwei Jahren Haft.

Foto: Evita Gründler

Foto: Evita Gründler

Sie arbeiteten in einer Versicherung und hatten einer Kollegin beigestanden, die aus Sicherheitsgründen nur als Maryam bekannt wurde. Sie hatte nach eigenen Angaben einen Traum, in dem ihr Gott gesagt habe, daß Jesus Christus sein Sohn sei.

Der Vater der christlich bekehrten „Maryam“ aus der Gegend von Al-Khobar hatte die beiden Männer angezeigt. Saudische Frauen dürfen nicht ohne Zustimmung ihres Vaters, Ehemanns oder Vormunds das Land verlassen. 

Im wahabitischen Königreich wird die Scharia, das islamische Religionsgesetz, gnadenlos angewandt. Moslems, die sich zu einer anderen Religion bekehren, werden zum Tode verurteilt. Deshalb mußte die Frau das Land fluchtartig verlassen.

Die Männer halfen ihr daher, ins benachbarte Bahrain zu entkommen. Von dort aus reiste sie nach Schweden, wo ihr Anfang dieses Jahres Asyl gewährt wurde; die junge Ex-Muslima wird von einer christlichen Hilfsorganisation beschützt.

Sie beschuldigt die saudische Monarchie u.a., sie zum Haß auf Judentum und Christentum angestachelt zu haben. Erst durch ihren Übertritt zum Christentum habe sie zum inneren Frieden gefunden.

Hintergrund: Saudi-Arabien gilt als das strengste islamische Land. Jedes christliche Symbol, der Kirchenbau sowie die öffentliche Ausübung des christlichen Glaubens sind verboten. Auch Christen, die sich privat zum Gebet treffen, begeben sich in Gefahr.

Die wahabitische Ausrichtung des Islam ist Staatsreligion; ihm gehören 92,4 Prozent der 26 Millionen Einwohner an. Christen stellen 5,4 Prozent; sie sind fast ausschließlich unter den acht Millionen Gastarbeitern zu finden.

Quellen: Hilfsaktion Märtyrerkirche / http://www.idea.de



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