Wie leben die letzten Christen Nordkoreas unter dem Steinzeit-Kommunismus?

Seit Monaten provoziert der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un die USA und Südkorea mit Raketentests und Invasionsvideos.  Inzwischen hat China den Druck auf Nordkorea erhöht, die ausgesetzten Atomverhandlungen wieder aufzunehmen. Pfarrer-Lee-Eun-hyung-Briketts

Für den katholischen Priester Lee Eun-hyung (siehe Foto), Generalsekretär des kirchlichen „Komitees zur Versöhnung des koreanischen Volkes“ mit Sitz in Seoul, bedeutet der aktuelle Konflikt einen herben Rückschlag für die seit 1999 geleistete Verständigungsarbeit der 15 südkoreanischen Diözesen.

Im Gespräch mit dem internationalen kath. Hilfswerk „Kirche in Not“ (KIN) berichtet Pfarrer Lee von der Situation der Christen im kommunistischen Nordkorea und von seinem Einsatz für die notleidende Bevölkerung dort.  –  Das Interview führte Anselm Blumberg.

Pfarrer Lee, drei Mal haben Sie Pjöngjang, die Hauptstadt Nordkoreas, besucht. Was haben Sie dort erlebt?

In den Jahren 2005, 2008 und 2011 bin ich über China nach Pjöngjang geflogen. Ich habe dort mit Vertretern des „Katholischen Vereins Joseon“ gesprochen, der von den nordkoreanischen Behörden offiziell anerkannt wird. Dank dieses Vereins konnten wir humanitäre Hilfen für Nordkorea leisten und einen religiösen Austausch realisieren.

Bei jedem Besuch zelebrierte ich in der nach dem gleichnamigen Stadtteil benannten katholischen Kirche „Jangchung“ eine heilige Messe. Daran haben nordkoreanische Gläubige teilgenommen. Allerdings hatten die nordkoreanischen Behörden mir und meinen Mitarbeitern streng verboten, in persönlichen Kontakt mit den Bürgern des Landes zu treten. Es war daher unmöglich, einen Einblick in ihr Leben oder ihre Denkweise zu bekommen.

„Es gibt keinen kath. Priester in Nordkorea“

Gemälde: Evita Gründler

Foto: E. Gründler

Ob es sich bei den Gottesdienstbesuchern wirklich um Katholiken gehandelt hat, ist sehr schwer zu entscheiden. Der katholischen Kirche „Jangchung“ steht ein Laie vor. Angeblich hält er sonntags mit der Gemeinde einen Wortgottesdienst. Katholische Priester leben meines Wissens zur Zeit nicht in Nordkorea.

Wie viele Christen leben heute in Nordkorea?

Es ist sehr schwierig, die Gläubigen in Nordkorea zu beziffern. Denn Nordkorea ist das verschlossenste Land der Welt. Ich halte die Zahlen über die Religionsangehörigen in Nordkorea in den zahlreichen Statistiken nicht für exakt.

Die nordkoreanischen Behörden haben uns gesagt, dass es 3000 Katholiken im Land gebe. Wir wissen aber weder, ob die Zahl stimmt, noch wie sie zustande kommt.

Pjöngjang war das „Jerusalem des Ostens“

Aber in der Zeit vor der Teilung des Landes von 1945 gab es in Nordkorea sehr viele Christen. Evangelische Missionare hatten damals die Hauptstadt Pjöngjang das „Jerusalem des Ostens“ genannt. Von hier aus entfaltete sich eine sehr rege Missionsarbeit. Die Mutter des Diktators Kim Il-sung (1948-1994) zum Beispiel stammte nämlich aus einer sehr frommen evangelischen Familie.

Es gibt alte Dokumente, wonach vor der Teilung des Landes etwa 50.000 Katholiken im Norden lebten. Wir vermuten, dass nach der langen Verfolgungszeit ungefähr noch 10 000 Menschen eine Erinnerung an ihren katholischen Glauben im Herzen bewahren konnten.

Allerdings praktizieren diese vermuteten Katholiken in Nordkorea ihren Glauben heimlich. Dass es in Nordkorea eine organisierte Untergrundkirche gibt, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Gerüchteweise soll es eine Untergrundkirche an der Grenze zu China geben.

Gibt es außer in der Hauptstadt noch andere Kirchengebäude in Nordkorea?

Ich hatte bis jetzt keine Möglichkeit, das in Erfahrung zu bringen. Bislang ist die Kirche „Jangchung“ die einzige, die die nordkoreanischen Behörden offiziell als katholische Kirche anerkannt haben. Vor der Teilung Koreas existierten zahlreiche katholische Gotteshäuser in Nordkorea.

Wahrscheinlich wurden viele von ihnen während des Koreakrieges (1950-1953) zerstört. Wir vermuten, dass die nordkoreanischen Behörden die übrigen Kirchengebäude, die vom Krieg verschont wurden, anderen Zwecken zugeführt haben.

„Riesiger Mangel an Heizmaterial“

Welche Hilfsgüter benötigen die Nordkoreaner am dringendsten, und wie hat die katholische Kirche Südkoreas darauf reagiert?

Nordkorea hat neben seinem großen Ernährungsproblem einen riesigen Mangel an Heizmaterial. Viele Nordkoreaner roden daher die bewaldeten Berge und verheizen die Bäume. Dadurch werden die Berge Nordkoreas immer kahler. Dies wiederum zieht verschiedene Naturkatastrophen wie Hochwasser und Bergrutsche nach sich. Das wirkt sich verheerend für die Landwirtschaft aus und verstärkt noch das Ernährungsproblem.KIG (2)

Um die Menschen nicht in der Kälte sitzen zu lassen, haben wir im Jahre 2007 Winteraktionen gestartet, in denen wir bislang 300.000 Kohlebriketts mit LKWs in die Nähe von Kaesong brachten, also wenige Kilometer hinter die Waffenstillstandslinie. Zehn Mal habe ich bereits solche Transporte begleitet. Die Hilfslieferungen geschahen in Zusammenarbeit mit dem Verein „Aktion warme koreanische Halbinsel – Zentrale für Kohleverteilung aus Liebe“.

Kamen Sie bei den Kohlelieferungen auch in Kontakt mit der nordkoreanischen Bevölkerung?

Prinzipiell war der persönliche Kontakt mit den Bewohnern Nordkoreas streng verboten. Aber nachdem wir die Briketts am Stadtrand von Kaesong abgeladen hatten, kamen Einheimische zu uns, um mit uns zusammen zu arbeiten. Auf diese Weise kam doch immer wieder eine Begegnung mit der Bevölkerung zustande.

Unsere ehrenamtlichen Helfer und die Nordkoreaner waren sich bei den ersten Gesprächen noch sehr fremd. Doch nach einer Weile haben sie einen Draht zueinander gefunden. Dann haben sie meistens über ihre Kinder gesprochen. Die Begegnungen wurden immer intensiver, angenehmer und natürlicher.

„Ich dachte an eine Zeitreise“

Was empfanden Sie als Südkoreaner, als Sie zum ersten Mal in den hermetisch abgeriegelten Norden fuhren?

Als ich die Waffenstillstandslinie mit dem LKW passierte, war es für mich, als machte ich mit der Zeitmaschine eine Zeitreise. Ich fühlte mich 40er oder 50er Jahre zurückversetzt. Die Dörfer vor Kaesong, die Leute, die dort wohnen: Alles sieht aus wie in früheren Zeiten.

Ihr Versöhnungskomitee nimmt sich der Flüchtlinge aus Nordkorea besonders an und hilft ihnen, in der südkoreanischen Gesellschaft heimisch zu werden. Was berichten die Christen unter den Flüchtlingen über ihre Möglichkeit, ihren Glauben in dem kommunistischen Land zu leben?

Es passiert zwar sehr selten, dass man unter den Flüchtlingen aus Nordkorea Christen antrifft, doch ich habe es erlebt. Sie wurden noch vor der Landesteilung getauft. Sie konnten sich noch an ihre Taufe erinnern, obwohl sie schon 60 Jahre zurücklag. Einige konnten sich auch noch an die Katechumenatszeit und an Gebete zur Vorbereitung auf die Taufe erinnern. Sie praktizierten heimlich ihren Glauben.

„Rosenkranz: Bohne für Bohne…“

Einige Flüchtlinge haben von alten Frauen berichtet, die sich zusammen setzten, Bohne für Bohne zählten und dabei leise etwas murmelten. Im Rückblick kam ihnen der Gedanke, dass sie vielleicht miteinander Rosenkranz beteten.

Welche geistlichen Hilfen leistet Ihr Komitee für Flüchtlinge aus Nordkorea?

Wir bemühen uns darum, jene religiös zu bilden, die Eifer und Interesse am Glauben zeigen. Das „Komitee zur Versöhnung des koreanischen Volkes“ sieht Flüchtlinge aus Nordkorea als kostbares Pfund für die zukünftige Einheit. Wir denken noch einen Schritt weiter, dass sie nämlich eines Tages als Gottesgeschenk für die Evangelisierung in Nordkorea wirken können.

Nach dem Ende der pazifistischen südkoreanischen „Sonnenscheinpolitik“ der früheren Präsidenten Kim Dae-jung (1998-2003) und Roh Moo-hyun (2003-2008) hat die Regierung in Seoul im Mai 2010 ihre Nordkoreahilfe eingestellt. Welche Möglichkeiten bleiben Ihnen jetzt noch, sich für Ihre Glaubensgeschwister im Norden einzusetzen?

Derzeit müssen unsere Hilfsaktionen für Nordkorea ruhen. Sobald die gegenwärtige Krise vorbei sein wird, werden wir darauf warten, dass die Politik in Südkorea andere Wege als die Regierung von Präsident Lee Myung-bak (2008 bis Februar 2013) in Bezug auf den Norden einschlägt.

Tatsache ist, dass die nordkoreanische Seite durch den „Katholischen Verein Joseon“ um humanitäre Hilfe bittet. Gleichzeitig sind Renovierungsarbeiten an der katholischen Kirche „Jangchung“ in Pjöngjang sehr dringlich geworden. Wir wissen sehr genau um die dortige Not.

Wir möchten durch unsere Unterstützung auch gleichzeitig ein festes Fundament für einen religiösen Austausch bauen. Aufgrund unserer Erfahrungen mit der letzten Regierung sind wir der Meinung, dass politische Spannungen nicht den Austausch zwischen Völkern und Religionen stoppen dürfen.

Hier in Europa haben wir das Gefühl, der Süden sei recht entspannt, während der Norden auf Konfrontationskurs ist. Haben die Menschen in Südkorea Angst vor einem Krieg?

Tatsächlich sind wir sehr besorgt um die Kriegsgefahr. Wir wissen genau, dass Kriegsdrohungen die Lebensentfaltung auf beiden Seiten sehr beeinträchtigen können. Wir wissen auch, dass Süd- und Nordkorea im Kriegsfall große Verletzungen davontragen würden, die nur sehr langwierig geheilt werden können.

Daher gehe ich eher davon aus, dass der Kriegsfall nicht eintreten wird. In dieser angespannten Lage wird die Hungersnot der nordkoreanischen Bevölkerung größer; in Südkorea erleidet die Wirtschaft Nachteile. Ein Ausweg aus der beklemmenden Situation für Süd- und Nordkorea besteht in Dialog und Übereinkünften, in Zusammenarbeit und Austausch.

Quelle (Text/Fotos): „Kirche in Not“: KIN


Erzbischof Toso beklagt zunehmende Diskriminierung von Christen in Europa

„Die Diskriminierung von Christen  –  was sogar dort geschieht, wo sie in der Mehrheit sind  –  muss als ernsthafte Bedrohung der gesamten Gesellschaft gesehen werden“.   –  Das hat Kurien-Erzbischof Mario Toso, Sekretär im vatikanischen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, bei einer OSZE-Konferenz in Tirana betont, bei der es um Toleranz und Einsatz gegen Diskriminierung ging.

Leider sei ein Anstieg von Intoleranz und Diskriminierung in Europa zu beobachten  –  und zwar gerade auch gegen Christen, betonte Toso. Er kritisierte, daß  in Europa eine Tennlinie gezogen würde zwischen Glauben und Religionsausübung:

Christen dürften glauben, was sie wollten, solange sie ihre Überzeugung nicht öffentlich kundtun. Das sei aber eine Verzerrung dessen, was Religionsfreiheit eigentlich meine, sagte der Erzbischof. Deswegen müsse Christophobie ebenso bekämpft werden, „wie sie richtigerweise in den Fällen von Antisemitismus und Islamophobie bekämpft wird.“ 

Quelle: Radio Vatikan


Berlin: Bistum warnt vor pädosexuellem Täter, der seine Opfer in den Pfarreien sucht

Die katholische Kirchenleitung in Berlin wird aktiv, um Kinder zu schützen: In einem Brief an alle Geistlichen des Erzbistums warnt der Generalvikar vor einem Täter, der sich seine Opfer im kirchlichen Umfeld sucht, vor allem im Südwesten Berlins.

Der 78-jährige Mann ist bereits einschlägig vorbestraft  –  und er bevorzugt eine bestimmte Region in der Hauptstadt.

Der Mißbrauchstäter suche in katholischen Gemeinden Kontakt zu Jungen und deren Eltern, deren Vertrauen er sich erschleiche, um  Jungen sexuell zu missbrauchen. Daher sei er im Vorjahr zu einer vierjährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden, wie Prälat Tobias Przytarski in seinem Rundschreiben mitteilt.  images

Der pädosexuelle Mann habe sich dem Pfarrer und Eltern als freundlicher, fürsorgender und finanzkräftiger „Großvater“ vorgestellt und seine Hilfe angeboten, zum Beispiel wenn kleinere Reparaturen zu erledigen seien oder wenn Eltern jemanden bräuchten, der die Kinder zur Schule bringt, sie abholt oder Ausflüge mit ihnen macht. Auch eine Betreuung über Nacht soll er angeboten haben.

Der 78-Jährige nutze Gottesdienste, um Eltern und Kinder anzusprechen und Kindern Geschenke zu machen. Bisweilen trete er in Begleitung einer Frau auf, schreibt Przytarski. Die beiden würden den Anschein eines älteren Ehepaars erwecken. Er suche sich seine Opfer vor allem unter fünf- bis zwölfjährigen Jungen. Werde er kritisch auf sein Verhalten angesprochen, wechsle er die Pfarrei.

Mit dem Brief wolle man zu „Achtsamkeit und Prävention“ beitragen, sagte Stefan Förner, Pressesprecher des Bistums. Er stellte klar, dass es sich bei dem Täter um keinen Mitarbeiter der Kirche handelt. Das Bistum kennt den Namen des Verdächtigen, dürfe ihn aber nicht nennen, da seine Identität gesetzlich geschützt sei.

Generalvikar Przytarski ermutigte in seinem Schreiben dazu, daß sich Eltern und Gemeinden an den Präventionsbeauftragten des Bistums wenden sollen, wenn ihnen etwas auffällt. Er ist unter der Telefonnummer (030) 204 548 327 erreichbar.

Quelle: www.tagesspiegel.de 

FOTO: Titelbild des empfehlenswerten Sachbuchs „Die mißbrauchte Republik“ über die Hintergründe der 68er Sex-Revolte und ihre Folgen bis heute

Buchbesprechung hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/08/08/buch-tip-%E2%80%9Edie-misbrauchte-republik%E2%80%9C/

Das ausgezeichnete, faktenstarke Sachbuch kann für 11,80 Euro portofrei durch uns bezogen werden: felizitas.kuble@web.de oder Tel. 0251-616768


Israel setzt auf verstärkten Tourismus – Billigflüge nun auch ins Hl. Land möglich

Der israelische Tourismusminister Uzi Landau ist davon überzeugt, daß Israel noch weit mehr Touristen anziehen könne als bisher. Bei einer internationalen Tourismuskonferenz in Jerusalem nannte er drei Wachstumsbereiche: Neben dem nationalen Tourismus setze er auf Besucher aus China sowie auf bibeltreue bzw. evangelikale Christen. 

Foto: K. Ruprecht

Foto: K. Ruprecht

In Europa würden sechs Prozent des Bruttosozialprodukts durch Tourismus erwirtschaftet, in manchen Ländern sogar neun Prozent. In Israel seien es bislang nur 2,3 Prozent.

Minister Landau machte darauf aufmerksam, daß Griechenland (elf Millionen Einwohner) im vergangenen Jahr von elf Millionen Touristen besucht worden sei. Israel mit rund acht Millionen Einwohnern verzeichnete dagegen 2012 nur 3,5 Millionen Gäste  –  und dies war bereits ein Rekordergebnis. 

Nachdem durch ein Abkommen mit der EU nun Billigflüge zwischen Europa und dem Heiligen Land möglich seien, werde ein Israel-Urlaub deutlich billiger als bisher, erläuterte Minister Landau. Ergänzend dazu würden verstärkt Jugendherbergen und Mittelklasse-Hotels gebaut.

Israel habe viel zu bieten: „Hier liegen die Wurzeln der jüdischen und der christlichen Religion. Hier lebten die Propheten, hier wurde die Bibel geschrieben, und hier gab es Ereignisse, die die Weltgeschichte prägten,“ unterstrich der Tourismusminister.

Quelle: http://www.israelheute.de


Sonder-Ausstellung im Galileo-Park (Sauerland-Pyramiden): „Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät?“

War bereits der Frühmensch Homo erectus ein Seefahrer?  – Hat Pharao Ramses II. schon Havanna geraucht? –  Wie kam der afrikanische Flaschenkürbis bereits in der Steinzeit nach Mexiko?  –  Sind die Pyramiden der Maja Vorbild für die Ägypter gewesen?

Mit diesen und weiteren spannenden Fragen setzt sich die Sonderausstellung „Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät?“ im Galileo-Park bei Lennestadt (siehe Foto) auseinander. head_4 Die Ausstellung läuft bis 6. Oktober 2013.

Der Archäologe, Seefahrer und Autor Dr. Dominique Görlitz, bekannt durch seine Experimentalreisen im Mittelmeer und Nordatlantik mit den vorzeitlichen Schilfbooten ABORA I bis III, ist einem der ungelösten Rätsel der Archäologie auf der Spur:

Standen die Hochkulturen der Alten Welt mit den Ländern der Neuen Welt jenseits des Atlantiks in einem Kulturaustausch? 

Dominique Görlitz steht in der Tradition des berühmten norwegischen Seefahrthistorikers Thor Heyerdahl (1914-2002), der mit seinen Expeditionsabenteuern nachweisen wollte, dass man bereits in der Vorzeit mit einfachen Flößen aus Holz und Schilf die Weltmeere überqueren konnte.

Neben originalen Artefakten von der Osterinsel ist erstmals das Segel des Schilfbootes TIGRIS, mit dem Heyerdahl 1977/78 auf dem Indischen Ozean segelte, außerhalb Norwegens zu sehen.

Heyerdahls These vom globalen steinzeitlichen Verkehr versucht Görlitz zu bestätigen und sogar auszubauen. Wichtigstes Element ist dabei die Neuinterpretation von prähistorischen Felszeichnungen, die seiner Meinung nach voll steuerbare Segelschiffe zeigen. Die Ausstellung beschäftigt sich mit hochinteressanten Themen der prähistorischen Seefahrt, Archäologie, Astronomie, Kartographiegeschichte, Anthropologie, Vegetationsgeographie und Materialforschung. 

Vom Flaschenkürbis zur Pyramide

Völlig neue Hinweise aus der interdisziplinären Forschung liefern weiteren Zündstoff für transatlantische Reisen in der Frühzeit, z.B. 20.000 Jahre alte Feuersteinklingen aus Spanien, mole-kularbiologische Studien an Menschen und Pflanzen, Megalith-Bauwerke, Höhlenmalereien, die Seekarten wiedergeben könnten, frühe Sternbilddarstellungen und amerikanische Pflanzenreste in altägyptischen Gräbern. Alle wissenschaftlichen Indizien deuten an, dass die Menschen der Vorzeit die Seewege zwischen der Alten und der Neuen Welt gemeistert haben.

Die Anfänge der Seefahrt nehmen einen breiten Raum in der Ausstellung ein. Die Urtypen prähistorischer Wasserfahrzeuge werden vorgestellt und es wird anschaulich erklärt, warum das Floß und der Einbaum zu den ältesten Wurzeln des modernen Segelschiffes zählen. Die experimentellen Versuche mit diesen Bootstypen liefern wichtige Erkenntnisse über die Fahreigenschaften dieser heute weitgehend verschwundenen Seefahrzeuge.

Seit 1990 hat Görlitz mit Unterstützung der ABORA Projektgruppe fünf große besegelte und zwei kleinere beruderte Schilfboote sowie zwei Einbäume gebaut und auf dem Meer getestet. Einige dieser Nachbauten befinden sich in der Ausstellung.

Die ABORA-Expeditionen

Die Schau stellt alle großen ABORA Expeditionen (1999-2007), die wissenschaftlichen Hintergründe, Erfahrungen und ihre Bedeutung auf großen Schautafeln sowie multimedial vor. 1999 startete die von sächsischen Schülern gebaute ABORA I im zentralen Mittelmeer von Sardinien mit Kurs in Richtung Kanaren. Die dabei gesammelten Erfahrungen führten 2002 zur ABORA II Expedition. Von Alexandria aus überquerte die Crew das Ostmittelmeer und kreuzte von Zypern zurück zum Ausgangspunkt. abora01

Zum ersten Mal in der Neuzeit gelang eine Hin- und Rückreise mit einem Schilfboot. Die ABORA II wurde wie die ABORA III am Titikakasee aus bolivianischen Totoraschilf gebaut. 

Mit seinem bisher ehrgeizigsten Projekt, der ABORA III, trat Dominique Görlitz 2007 den Versuch an, den bis dahin für unbefahrbar gehaltenen Nordatlantik mit einem Steinzeitsegler zu überqueren. Diese Expedition wurde zu einem der spannendsten Abenteuer seit Thor Heyerdahl.

Die größte Herausforderung bestand nicht in der Überwindung der zahllosen Stürme, sondern darin, den Golfstrom mit seinen tückischen Wasserwirbeln in Richtung Europa zu folgen. In der Ausstellung hängt das Segel der ABORA III. Fünf große Flicken zeugen vom Kampf gegen die Naturgewalten. 

Ausblick in neue Projekte

Präsentiert wird auch der sechs Meter lange Schilfsegler DILMUN IV, der 2008 nach alten vorägyptischen Felsmalereien konstruiert und von Aymara-Indianern in Bolivien gebaut wurde. Es ist so zusagen der Vorläufer der geplanten ABORA IV, mit der Görlitz und seine internationale Crew im zweiten Anlauf den Nordatlantik von New York aus erfolgreich überqueren will.

Dieses einmalige Expeditionsabenteuer soll den experimentellen Beweis erbringen, dass man bereits in der Steinzeit über hochseetaugliche Schiffe verfügte und schon damals in beide Richtungen transatlantische Kontakte stattgefunden haben, auch ohne GPS, Seekarte und Motorunterstützung. 

Das ABORA-Forschungsprojekt

Die ABORA Projektgruppe unter der Leitung von Dr. Dominique Görlitz arbeitet seit vielen Jahren an der Kulturforschung und experimentellen Archäologie. Dabei geht es aber nicht nur um Seefahrtgeschichte und Archäologie, sondern um viele interdisziplinäre Fachgebiete aus den Natur- und Geistes-wissenschaften. Der Verein für Experimentelle Archäologie und Forschung Chemnitz e.V. unterhält Forschungskooperationen zu nationalen als auch internationalen Instituten und Museen. Diese haben Exponate, Artefakte und das Forschungsequipment bereitgestellt, das sowohl auf den Schautafeln als auch in den Vitrinen zu besichtigen ist.

Eventkino

In der Ausstellung läuft die Dokumentation „Die ABORA-Saga“, die alle großen Expeditionen wie auch die Sturmfahrt der ABORA III über den Nordatlantik ausführlich zeigt.


 Ausstellungs-Infos
   Zeitraum: 31. März bis 6. Oktober 2013
   Ausstellungsort: Zeitmaschine
   Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
Quelle (Text/Fotos): hier

Bischof Walter Mixa, die Sexrevolte der 68er und die Attacken der grünen Claudia Roth

Was ging doch im Februar 2010  –  auf dem Höhepunkt der antikirchlichen Mißbrauchs-Hysterie  –  ein Aufschrei der Empörung durch die Medienlande, als der damals noch amtierende Augsburger Bischof Walter Mixa erklärt hatte:

„Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig.“ bischof

Der katholische Oberhirte kritisierte auch  – völlig zu Recht  –  den Umgang der Medien mit Sexualität:

„Wir haben in den letzten Jahrzehnten gerade in den Medien eine zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit erlebt, die auch abnorme sexuelle Neigungen eher fördert als begrenzt.“

Mit beiden Feststellungen traf der Augsburger Bischof ins Schwarze, doch im Blätterwald ging es rund  –  und auch der „Spiegel“ (der jetzt selber über die Schatten der 68er Sexrevolte berichtet) stellte sich erwartungsgemäß gegen die Aussagen Mixas.

Am buntesten trieb es in jener öffentlichen Kontroverse freilich die grüne Politikerin Claudia Roth, die immer gern zur Stelle ist, wenn es gilt, gegen die katholische Kirche und ihre Vertreter rüde abzulästern.

In einem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ vom 16.2.2010 warf sie Bischof Mixa in einer absurden „Logik“ vor,  er „verhöhne die Opfer“ geradezu „beispiellos“. 

Die Zeitung führt ihr Interview mit den Worten ein:  images

„Der Kirchenführer verhöhne die Opfer, wenn er einer Sexualisierung der Gesellschaft eine Mitschuld an den Vorfällen gebe, sagte die Grünen-Chefin Claudia Roth im Gespräch mit unserer Zeitung.“

Die grüne Roth sagte wörtlich:

„Es ist nicht nur haarsträubend, sondern auch eine beispiellose Verhöhnung der Opfer sexuellen Missbrauchs, wenn an diesem Skandal innerhalb der Katholischen Kirche nun andere schuld sein sollen.“

Mit seinen „unseligen Äußerungen“ stelle der Bischof in Frage, so Roth weiter, „inwieweit es bei der katholischen Kirche wirklich ein glaubwürdiges Interesse daran gibt, das erschreckende Ausmaß an Missbrauchsfällen schonungslos und selbstkritisch aufzuklären.“

Die Grünen-Chefin forderte sodann die katholische Kirche auf, „sich in aller Schärfe von diesen Entlastungsversuchen ihres Bischofs zu distanzieren.“ 

Kommentar überflüssig….

FOTO: Titelbild des empfehlenswerten Sachbuchs „Die mißbrauchte Republik“ über die Hintergründe der 68er Sex-Revolte und ihre Folgen bis heute

Buchbesprechung hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/08/08/buch-tip-%E2%80%9Edie-misbrauchte-republik%E2%80%9C/

Das ausgezeichnete, faktenstarke Sachbuch kann für 11,80 Euro portofrei durch uns bezogen werden: felizitas.kuble@web.de oder Tel. 0251-616768


Die e i n e Offenbarung in Christus – und die vielen „Privatoffenbarungen“

Von Pfarrer Josef Stocker

Sei zufrieden mit “Gottes Wort”  –  und dem überlieferten Glauben der Christen. Damit ist Dir alles gesagt, was zum Heil nützlich und notwendig ist! Die Offenbarung in Jesus genügt.

Misstraue heutzutage den Visionen und „Privatoffenbarungen“ grundsätzlich. Gegen Ende der Zeiten wird der Antichrist und seine Anhänger mit Satans Kraft äußerlich die gleichen Zeichen und Wunder vollziehen wie seinerzeit die Apostel (im griechischen Urtext des NT werden göttliche wie auch dämonisch bewirkte „Wunder“ mit denselben Worten bezeichnet!). media-444757-2

Zu Jesus sagte man: “Meister, wir möchten von Dir ein Zeichen sehen.“  –  ER antwortete: „Diese treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona” (Mt 12,39; Mk 8,12; Lk 11,30).

Christi Auferstehung ist das Zeichen  –  und das muss uns genügen.

“Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!” (Joh 20,29).
“Selig, die das Wort Gottes hören und befolgen” (Luk 11,28; 16,31).

Es ist dir durch Jesus schon alles gesagt, was du tun sollst. Das genügt, um zur Seligkeit zu gelangen, zum ewigen Leben. In Christus findest du den Willen Gottes!

Privatoffenbarungen, Visionen, Erscheinungen usw. sind für das Heil nicht notwendig, insgesamt gesehen sogar eher schädlich, weil sie den Glauben letzten Endes schwächen.

Glauben “ohne zu sehen” macht stark im Vertrauen auf Gott.  –  Schauungen, „Erfahrungen“ können wohl am Beginn des Glaubensweges eine Anregung sein, aber sie sind nie sicher von Gott. Bei Privatoffenbarungen, Visionen, Erscheinungen ist immer ein Irrtum möglich! 

Satan erscheint als „Engel des Lichts“

Deshalb meide sie,  denn sie sind trügerisch und führen schnell auf Irrwege. Das sagte auch der große Mystiker und Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz (vgl. Gesamtausgabe, Herder-TB, 1999).

Wer durch Mystik direkt zu Gott will, wird meistens vom Satan betrogen:  Der Teufel erscheint als „Engel des Lichtes!“ (2 Kor 11,14), er verkleidet sich auch als Jesus oder Maria…

Besonders in den letzten Zeiten hat Satan wegen der sich häufenden Sünden und Gottlosigkeiten die Möglichkeit, viele Menschen mit schönen Visionen zu betrügen; Satan sagt viel Wahres und mischt etwas Lüge hinzu, das genügt für eine Vergiftung.

Satan ist ein Wolf im Schafspelz. Durch falsche Neugier und Stolz öffnen wir ihm die Türe. Seitdem Jesus gekommen ist, hat der Mensch nicht mehr das Recht, direkt von Gott eine Unterweisung zu verlangen!

Wir wissen aus der Überlieferung des Christentums und aus der Heiligen Schrift, was wir tun oder lassen sollen. Das ist der sichere Weg zum ewigen Heil.

Das Lügennetz falscher Lichtgeister

Jene, die wundersüchtig sind  und fragwürdigen Offenbarungen nachlaufen (z.B. auch in der Charismatik), lässt Gott oft auf die Nase fallen. Sie geraten langsam und unmerklich in das Lügennetz falscher Lichtgeister (d.h. des Teufels).

Jesus spricht zu ihnen sehr deutlich: “Was sagt ihr zu mir: HERR, HERR!  – und tut nicht, was ich sage?” (Mt 7,21; Lk 6,46).

Was betet ihr: “Vaterunser, Vaterunser…”  – und ignoriert die Gebote!   – Was macht ihr euch selber eure Regeln, Gebote und Opferverpflichtungen: Damit streut ihr euch Sand in die Augen und betrügt euch, denn wichtiger ist, zuerst das tun, was Christus von euch will!

Sucht die Erleuchtung nicht in Privatoffenbarungen, auch wenn diese noch so schön vom Fasten und Beten reden. Jede Sekte vertritt einige wahre Grundaussagen  –  und lehrt dazu aber auch falsche Ansichten.

Der Versucher lockt mit dem Richtigen

Der Versucher lockt zuerst mit richtigen Aussagen, um Menschen vom guten Wege abzuziehen  – sei es durch Übertreibung oder Untertreibung. 

Auch wenn du mit guter Absicht auf falsche Wege abirrst: Gott warnt dich nicht extra. Über eine Milliarde Menschen sind im Irrtum des Hinduismus, des Buddhismus, des Islam etc. gefangen  –  und das trotz ihrem ständigen Beten:  Herr, Herr... und großer persönlicher Opfer.  Und sie finden Jesus, die Wahrheit, dennoch nicht. 0018

Auch wenn du viele Frömmigkeitsübungen und Gebete verrichtest und zu Gott rufst:  Herr, Herr!,  gibt er dir nicht eigens eine besondere Warnung, denn du kannst auf natürlichem Weg in der Heiligen Schrift erfahren, was ER will und was du tun oder lassen sollst.

ER gibt Dir volle Freiheit und erwartet deine Liebe. Du darfst den Verstand nie ausschalten, sondern musst ihn gebrauchen!

Wir brauchen beides: Glaube und Vernunft

Beachte die päpstliche Enzyklika „Fides et Ratio“ – Glaube und Vernunft.  –  Diese beiden Faktoren sind wie zwei Flügel eines Vogels und beide zugleich notwendig. Ein Vogel mit nur einem Flügel (mag dieser noch so gut sein) stürzt ab!

Die Geschichte im Lukasevangelium, wo der reiche Prasser in der Unterwelt bittet: Schick doch eine Erscheinung, um meine fünf Brüder zu warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen (Luk 16,19-31), besagt dasselbe:

Es wird dem reichen Prasser deutlich gemacht, dass seinen Brüdern in der Welt keine “Privatoffenbarungen” helfen und dass sie auch keine nötig haben, denn was sie tun sollen, wissen sie doch längst: “Sie haben Moses und die Propheten!“ (das heißt also: die Heilige Schrift) „auf die sollen sie hören!” (Lk 16,31; Mt 5,17; 7,12; 22,40).

Sei vorsichtig bei Offenbarungen und Visionen, denn es wird in der Endzeit zahlreiche falsche Offenbarungen und viele durch den Teufel gewirkte Heilungen und Wunder geben (Mk 13,22; Mt 24,24; 2Kor 11,14; 2Thess 2,9; Offb 16,14 ). Mystik und Erfahrung sind also trügerisch!

„Liebe möchte eilen und helfen – aber ohne die Augen der Vernunft stolpert sie!“   –  Du sollst die Vernunft nie ausschalten!

Ein Dokument aus Rom heißt eben deshalb:  „Fides et Ratio“ –  Glaube und Vernunft.

Quelle mit zahlreichen Literaturtips: http://www.theologisches.info/welt4.htm