Weißrußland: Junger Bürgerrechtler inhaftiert, bedroht und schikaniert

Im Zuge der Präsidentschaftswahl vom 19. Dezember 2010 waren zahlreiche Menschenrechts-Aktive festgenommen worden. Gemeinsam mit ca. weiteren 700 Personen hatten sie friedlich gegen Fälschungen bei der Auszählung der Stimmen protestiert.

Der Sprecher der demokratischen Jugendorganisation „Malady-Front“, Zmitser Dashkevich (siehe Foto), wurde am 24. März 2011 wegen angeblichen Rowdytums am Vortag der Präsidentschaftswahl zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt. Zmitser Dashkevich

Zmitser Dashkevich war zusammen mit einem weiteren Mitglied der Malady-Front festgenommen worden. Beide Männer beharren darauf, dass Sicherheitskräfte die Umstände, die zu der Festnahme führten, provoziert hatten. Ein dritter Aktivist sagte aus, vier Männer hätten Dashkevich und seinen Begleiter nach dem Weg gefragt und sie dann geschlagen.

Die Polizei erschien wenige Minuten später und nahm die beiden Aktivisten und zwei der Angreifer fest. Dashkevich wurde allein auf Grundlage der Aussagen der Angreifer verurteilt.

Der Menschenrechtsverband Amnesty International betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen und geht davon aus, dass die Anklagepunkte gegen ihn konstruiert wurden.

Acht Mal in eine Strafzelle verlegt

Nach seiner Festnahme wurde Zmitser Dashkevich bis September 2011 acht Mal in eine Strafzelle verlegt, wo er seitdem die meiste Zeit verbringen musste. In diesen Strafzellen herrschen besonders harte Bedingungen: Die Gefangenen erhalten keine Bettwäsche, die Temperatur fällt im Winter oft auf bis zu minus 15 Grad Celsius und sie dürfen weder Besuch noch Post erhalten.

Zmitser Dashkevich wurde im September 2011 über zehn Tage lang zwischen verschiedenen Haftanstalten hin- und her transportiert. Diese Transporte sind sowohl körperlich als auch psychisch sehr anstrengend für die Häftlinge. Sie werden unter sehr schlechten Bedingungen befördert und ihnen werden immer wieder Nahrung und Wasser vorenthalten.

Falsches „Schuldgeständnis“ abgelehnt

Ein Angebot, im Gegenzug für ein Schuldgeständnis Straferlass beim belarussischen Staatspräsidenten zu beantragen, lehnte der Gefangene ab.

Im November 2012 wurde Zmitser Dashkevich erneut in eine andere Gefängniskolonie verlegt. Er befindet sich nun in Hrodna, wo ebenfalls sehr harte Haftbedingungen herrschen.

Ursprünglich sollte er im Dezember 2012 entlassen werden. Stattdessen verurteilte man ihn am 28. August 2012 unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu einem weiteren Jahr Haft, weil er angeblich Gefängnisregeln missachtet habe. Die dauernde Schikanierung scheint darauf abzuzielen, den politischen Häftling körperlich und seelisch zu zermürben.

Im Herbst 2012 drohte ihm die Gefängnisverwaltung mit Folter, psychiatrischer Zwangsbehandlung und Vergewaltigung durch Mithäftlinge. Zeitweilig trat Dashkevich in den Hungerstreik.

Quelle: ARBEITSKREIS MENSCHENRECHTE: http://www.akm-online.info/index2.html



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