Buch-TIP: Exzellente Analyse des Vernichtungsfeldszugs gegen Kardinal Groër

Scharfsinniges Werk von Dr. Gabriele Waste über eine unheilige Allianz

Buch-Daten: Gabriele Waste: Hans Hermann Kardinal Groër. Realität und Mythos (2013). 200 Seiten. Kardinal-von-Galen-Kreis. ISBN 978-3-9812187-8-7, Preis 15,50 €

Der Kardinal-von-Galen-Kreis als Herausgeber dieses ungewöhnlich fundierten und stichhaltigen Sachbuches schreibt zu Recht über diese fulminante Neuerscheinung:  41K5btz22VL__

„Eine unheilige Allianz, eine konzertierte Aktion von Sensationsmedien in Zusammenarbeit mit kirchlichen Würdenträgern hat im Jahre 1995  – und erneut 1998  – eine Kampagne mit dem Ziel des Sturzes des Wiener Erzbischofs Hans Hermann Kardinal Groër initiiert. Der Vorwurf: Sexueller Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen.

Wie es wirklich war und wer die Verantwortlichen hinter der Kampagne waren, ist mit Hilfe einer akribischen Analyse damaliger Presseveröffentlichungen gelungen, herauszufinden. Wird Kardinal Groër jetzt rehabilitiert?“

Dr. Gabriele Waste, die Verfasserin dieser Verteidigungsschrift zugunsten von Kardinal Groer, ist promovierte Philologin und Kommunikationswissenschaftlerin, die sich bereits mit ihrer gehaltvollen, niet- und nagelfesten Analyse „Der Wahrheit die Ehre“ zur Causa Bischof Krenn als präzise vorgehende und rechtskundige Autorin erwies.

Dieses ebenfalls brisante Werk der österreichischen Medienexpertin erscheint nunmehr zehn Jahre nach dem Tod des Wiener Erzbischofs.

Dabei hat sich die Autorin mit der durch den amerikanischen Soziologen Leon Festinger weiterentwickelten Theorie der „kognitiven  Dissonanz“ beschäftigt und u.a. auch auf diesem Weg das formal-methodische Rüstzeug gewonnen, um den „Fall Groer“ wissenschaftlich zu analysieren.

Zugleich schärft das gründlich recherchierte Werk den klaren Blick für ähnliche, gezielt gesteuerte Kampagnen in und außerhalb der Kirche in Gegenwart und Zukunft.

Der Kardinal war ein Opfer des Beichtsiegels

Diese Dokumentation belegt auf einleuchtende Weise,  daß der verleumdete Kardinal schlicht ein Opfer des Beichtgeheimnisses war  –  und sich vor allem deshalb gegen die rufmörderischen Anschuldigungen nicht wirksam und konkret zu wehren vermochte. Das für alle katholischen Priester absolut geltende Beichtsiegel verschloß ihm gleichsam den Mund, so daß er es bei einer allgemeinen Zurückweisung der Vorwürfe belassen mußte.

Dies wiederum rief seine Gegner (auch die innerkirchlichen einschließlich Kardinal Schönborn) auf den Plan, die den Erzbischof zu weiteren Erklärungen drängten, obwohl ihnen dessen Beichtgeheimnis-Problem wohl bekannt sein mußte.

Zudem weist Dr. Waste systematisch nach, daß die erhobenen Vorwürfe gegen Groer unbewiesen waren und sind (es gibt weder Zeugen  noch Sachbeweise), so daß ohnehin die rechtsstaatlich gebotene Unschuldvermutung zu gelten hat.

In ihrem scharfsinnigen und akribischen Vorgehen bei der Sichtung, Einordnung und Wertung aller ihr zugänglichen Veröffentlichungen gelangt die Autorin zu erschütternden Ergebnissen, denn sie enthüllt jene Schlammschlacht gegen den theologisch konservativen Wiener Erzbischof als eine modernistisch motivierte, innerkirchliche Großintrige unter lautstarker Begleitmusik antikatholischer Sensationsmedien  –  wahrlich eine unheilige Allianz!

Der ausgezeichnete inhaltliche Aufbau und die stringente Logik in der Argumentation werden sinnvoll ergänzt durch aufschlußreiche Dokumente im Anhang sowie eine Zeittafel der Ereignisse, was den chronologischen Überblick erleichtert. Das Literaturverzeichnis regt zu einem vertieften Studium diese Themenkreise an.

Bei einer weiteren Auflage wäre ein Stichwortverzeichnis bzw. Personen- und Sachregister ratsam, um das faktenstarke Buch besser als Nachschlagewerk nutzen zu können. Zudem empfiehlt sich bei einigen besonders wichtigen Anmerkungen, diese in den laufenden Buchtext zu integrieren, weil nicht alle Leser sich um die Fußnoten bzw. das „Kleingedruckte“ kümmern.

Die zahlreichen Dankestafeln über Gebetserhörungen am Grabe des verstorbenen Kardinals lassen erahnen, daß die „himmlische Rehabilitation“ wohl schon eingesetzt hat  –  und die irdische Ehrenrettung nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte.

Diese hochintelligente Verteidigungsschrift liefert hierfür die wissenschaftlichen und intellektuellen Voraussetzungen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

DIESE REZENSION ist in einer erweiterten Form in der Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 9-10/2013) erschienen.

Das GROER-BUCH kann zum Preis von 15,50 € beim Kardinal-von-Galen-Kreis oder bei unserem Christoferuswerk (Tel. 0251-616768 / felizitas.kueble@web.de) bestellt werden; wir liefern portofrei.

 


Start des katholischen CREDO-Magazins von Bischof Hanke und Peter Seewald

Als Autoren wirken u.a. mit: Bischof Voderholzer, Gabriele Kuby, Birgit Kelle, Matthias Matussek, Paul Badde und Dr. Alexander Kissler

Am morgigen Donnerstag, dem 20. Juli 2013, erscheint das neue katholische Magazin CREDO per Millionenauflage in Kooperation mit der amtlichen Vatikanzeitung „Osservatore Romano“. HeaderCredo

Herausgegeben wird die vorläufig einmalig erscheinende Zeitschrift zum Jahr des Glaubens vom Eichstätter Oberhirten Gregor M. Hanke und dem bekannten katholischen Schriftsteller und Papstbuch-Autor Peter Seewald.

In dieser jetzigen Woche wird das Magazin als Beilagenblatt der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der „Süddeutschen Zeitung“ beigefügt, am darauffolgenden Montag liegt es der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ bei.

Das 84 Seiten umfassende Heft werde durch Großspender finanziert, teilte Seewald der kath. „Tagespost“ mit.credo_Magazin_6-pro

Die katholische Kirche müsse sich mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit stärker um jene kümmern, die nicht regelmäßig zur Kirche gehen, erklärte er außerdem. CREDO zeige daher sowohl ein deutliches religiöses Profil wie auch eine wahrhaft katholische Weite und Offenheit, die jeden ansprechen könne.

Autoren sind u.a. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Prof. Dr. Robert Spaemann, Dr. Rüdiger Safranski,  Gabriele Kuby, Birgit Kelle, Paul Badde, Dr. Alexander Kissler, Michael Ragg, Martin Mosebach und Matthias Matussek.

Interviewpartner sind Kurien-Kardinal Kurt Koch und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ausführlich auch zu Glaubensthemen befragt wird.

Das locker gestaltete und bilderreiche, aber gleichwohl gehaltvolle und informative Magazin existiert bereits jetzt kostenlos zum Lesen (Umblättern, beliebigen Vergrößern der Seiten etc) vollständig online unter credomagazin.de.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Nigeria: Islamische „Boko Haram“-Terroristen schießen jetzt vor allem gegen Jugendliche

Die radikal-islamische Terrororganisation Boko Haram hat jetzt offenbar auch Jugendlichen den Krieg erklärt. Das berichtet die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen).

Innerhalb von 24 Stunden hätten islamistische Extremisten am 16. und 17. Juni mindestens 32 Menschen in Nordnigeria ermordet  –  die meisten davon Jugendliche.

 Mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer hatten am 16. Juni in Damaturu im Bundesstaat Yobe sieben Schüler und zwei Lehrer erschossen. Am 17. Juni ermordeten Extremisten in einer Privatschule in Maiduguri (Bundesstaat Borno) neun Schüler. Außerdem wurde dort eine Mitarbeiterin der Schulbehörde ermordet.

Weitere 13 Zivilisten  –  darunter Jugendliche, Fischer und Teeverkäufer  –  wurden am 17. Juni am Alau-Staudamm in der Nähe von Maiduguri erschossen. Ein Teil der Opfer hatte in der Gwange-Selbsthilfeorganisation mitgearbeitet, die die Sicherheitskräfte im Kampf gegen Boko Haram unterstützt.

Ein Sprecher der Terrorgruppe kündigte nach den jüngsten Überfällen an, dass Boko Haram nun auch gezielt gegen Jugendliche vorgehen werde, da sie mit den Sicherheitskräften kooperierten. Hunderte Jugendliche haben sich seit Jahresbeginn in Nordnigeria Selbsthilfegruppen angeschlossen, um die islamistischen Kämpfer aufzuspüren, zu melden oder den Sicherheitskräften zu übergeben.

Bisher richteten sich die Anschläge der Terroristen vor allem gegen Christen und Vertreter staatlicher Organe. Dabei wurden seit 2009 mehr als 3600 Personen ermordet.

Quelle: http://www.idea.de


Spanien ist Sieger der U21-EM

Spanien hat bei der U21-Fußball-Europameisterschaft in Israel den Titel geholt. Im Endspiel besiegte die Mannschaft von Trainer Julen Lopetegui am gestrigen Dienstagabend Italien mit 4:2, wobei Kapitän Thiago Alcántara allein für drei der spanischen Tore verantwortlich zeichnete.

UEFA-Präsident Michel Platini sprach von einem „fantastischen Turnier“ in Israel. Insgesamt haben mehr als 175.000 Menschen die 15 Spiele in Jerusalem, Tel Aviv, Netanyahu und Petach Tikva gesehen, beinahe 30.000 haben allein das Finale angeschaut.

Platini erklärte: „Die Stadien waren gut organisiert, die Spielfelder exzellent und die Atmosphäre in den Stadien war großartig, es waren viele Familien mit Kindern da.  Die Kooperation zwischen der UEFA und dem Israelischen Fußballverband lief sehr reibungslos […]. Ich möchte auch den 450 Freiwilligen danken, die hier waren.“

Quelle: UEFA / Israelische Botschaft in Berlin


Franziskus-Buch: Gelungener Schnellschuß mit Schönheitsfehlern

Rezension von Felizitas Küble

Buchdaten: Franziskus. Der Papst vom anderen Ende der Welt. Mario Galgano. Sankt-Ulrich-Verlag (Augsburg), 2013, 86 Seiten, gebunden, 9,95 €, ISBN 978-3-86744-245-9

Daß nach der Wahl des neuen Pontifex schon bald eine Reihe Bücher über den Überraschungs-Papst auf den Markt kommen, war zu erwarten. Im Augsburger Sankt-Ulrich-Verlag erschien Anfang April dieses Jahres der ansprechend aufgemachte und fotografisch eindrucksvolle Text-Bild-Band „Franziskus“ von Mario Galgano, Redakteur von Radio Vatikan und früherer Pressesprecher der Schweizer Bischofskonferenz. 41FA7ouEcaL__

Wie das Vorwort des Autors aufweist, war die redaktionelle Arbeit an diesem „Schnellschuß“ offenbar am 17. März abgeschlossen, also bereits vier Tage nach der Papstwahl vom 13.3.2013. Kein Wunder also, daß sich der schmale Bildband mit seinen 86 Seiten vorwiegend mit biographischen Informationen über Herkunft und Werdegang von Papst Franziskus befaßt, wobei die ersten Tage seines Pontifikats noch berücksichtigt werden.

In seinem Vorwort liefert der Verfasser eine originelle Anekdote, indem er berichtet, wie ihm sein Studio-Techniker am Tag der Papstwahl erklärt, wer der nächste Pontifex sein werde: „Il gesuita Bergoglio“.  – Galgano hierzu: „Wohl kaum der 76-jährige Bergoglio, denke ich mir. Der Techniker hat doch keine Zeitungen gelesen.“  – Wie man mittlerweile weiß, kann dies mitunter auch von Vorteil sein, befand sich der Kardinal „aus weiter Ferne“ doch in keiner der gängigen Papabile-Listen tonangebender Medien.

Dieses Papstbuch enthält interessante Details am Rande, die manche „überraschenden“ Vorgänge um Franziskus etwas erhellen. So wird z.B. erwähnt, daß er auch im Rahmen seiner damaligen Bischofsweihe um das Gebet des Kirchenvolkes bat und sich dabei verneigte; jene Geste bei seinem „ersten Auftritt“ als Papst folglich so „einzigartig“ für ihn nicht war (S. 21).

Daß der Pontifex mit der lateinamerikanisch beheimateten „Theologie der Befreiung“ von jeher nichts am Hut hat, ist bekannt; weniger freilich, daß er sich jener „Teologia del Pueblo“ (Theologie des Volkes) zugehörig fühlt, die von Lucio Gera und Rafael Tello entwickelt wurde. Sie werde zuweilen mit der Befreiungstheologie „vermischt“, so der Autor (er meint wohl eher „verwechselt“), wobei die Pueblo-Theologie keine marxistischen oder sonstigen politischen Ambitionen anstrebt, keine „Machtstrukturen ändern“, sondern die Armen in ihrem Alltag begleiten will, also ein urchristliches Anliegen im Blick hat (vgl. S. 22/23).

Natürlich erwähnt auch Galgano die bescheidene Lebensweise des neuen Pontifex in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires: „Anstatt eines Privatchauffeurs benützt er die öffentlichen Verkehrsmittel.“ (S. 26) 

Bei derlei Würdigungen wird oft der Hinweis versäumt, daß dies auch Kardinal Ratzinger vor seiner Papstwahl so gehalten hatte, daß er zudem einst als Professor zu Fuß oder mit dem Rad von seiner Wohnung zur Universität unterwegs und ebenfalls jedem luxuriösen Lebenswandel abhold war. Warum findet dessen schlichte Lebensart weitaus weniger Erwähnung in den Medien? Womöglich mag dies etwas mit altbekannten Vorurteilen gegenüber dem sog. „Panzerkardinal“ zu tun haben.

„Franziskus“ war einst ein Spitzname

Der Autor verweist sodann darauf, daß der neue Papst in Frankreich als „Francois“ bezeichnet wird, auch für „die anderen Sprachen“ gebe es „landesübliche Entsprechungen“ (S. 29). Warum also in Deutschland kein „Papst Franz“, stellt er fragend in den Raum.  – Vielleicht einfach deshalb, weil „Franziskus“ auf deutsch feierlicher klingt als „Franz“. Die Kurzform könnte zu flapsigen Sprüchen verleiten („Franz, der kanns“ etc). In Deutschland wird daher auch meist vom hl. Franziskus gesprochen  – und wenn vom hl. Franz die Rede ist, dann meist mit dem Zusatz „von Assisi“.

Galgano bemerkt sodann, daß der Name Franziskus überhaupt erst mit jenem Heiligen aus Umbrien entstanden ist; es ist weder sein Tauf- noch sein eigentlicher „Ordensname“, sondern sein in der Kindheit entstandener Spitzname, der „Französlein“ bedeutet (S. 29).

Seine Mutter stammte aus Frankreich, die wohlhabenden Eltern nannten ihren Knaben „Francesco“ wegen seiner Vorliebe für die französische Sprache und das „höfische Leben“, das er freilich später mit seinem Armutsideal tauschte.  Der Geburtsname des hl. Franziskus lautete Giovanni (Johannes).

Der Papst und seine „Verlobte“

In den Gazetten der Medien konnte man mitunter von einer „Verlobung“ lesen, die der junge Jose Mario Bergoglio gehabt haben soll. Auch der Verfasser behandelt diese Episode unter dem Titel „Die Verlobte“ (S. 30). Die Überschrift erscheint allerdings unpassend, stellt sich dies „Ereignis“ doch als naive Schwärmerei des knapp 12-jährigen Knaben heraus, der einer offenbar erstaunten Amalia einst einen kindlichen „Liebesbrief“ zukommen ließ  –  von einer ernsthaften  „Verlobung“ keine Spur.

Papst Franziskus war als Priester ein Spätstarter (Weihe mit 32 Jahren), gleichwohl legte er eine „Blitzkarriere“ im Jesuitenorden hin und wurde bereits mit 37 Jahren Provinzial in Argentinien. Während der Zeit von 1986 bis 1992 war Pater Bergoglio als Spiritual und Beichtvater an der Jesuitenkirche in Cordoba tätig.

Das Buch vermerkt auf S. 40 lapidar, er habe in dieser argentinischen Provinzhauptstadt gelebt, „um dort als Dozent zu wirken“. Möglicherweise ist der Autor unzureichend informiert, vielleicht soll damit aber auch der eigentliche  –  für die „Gesellschaft Jesu“ denkbar peinliche  –   Hintergrund verdeckt werden:

Es handelte sich nämlich um eine Art „Strafversetzung“, ein Kaltstellen von der Hauptstadt in die Provinz, denn die modernistisch geprägte Oberleitung des Jesuitenordens nahm es ihrem damaligen Provinzial sehr übel, daß dieser sich so entschieden gegen die „Theologie der Befreiung“ stellte, die damals sehr populär war, aber vom Vatikan  – vor allem von Kardinal Joseph Ratzinger  – mit Recht verurteilt wurde. Die Karriere des jungen Geistlichen bekam also gerade wegen seiner kirchenfreundlichen Haltung einen schweren „Knick“, was sich erst änderte, als er von Papst Johannes Paul II. im Jahre 1992 zum Weihbischof von Buenos Aires ernannt wurde.

Interessant sind die Hinweise des Buches über das Verhältnis von Papst-Emeritus Benedikt und Papst Franziskus. Zum „Rücktritt“ seines Vorgängers habe Kardinal Bergoglio erklärt: „Ich glaube, er hat diesen Beschluss im Gebet gefasst und  gezeigt, dass er sehr verantwortungsbewusst ist.“  – Der argentinische Erzbischof fügte hinzu, der Papst habe mit seinem Amtsverzicht „Fehler vermeiden“ und die „Gefahr von Manipulation verhindern“ wollen (S. 74); gemeint sind damit offenbar Manipulationen in der Kurie im Falle zunehmender gesundheitlicher Beeinträchtigung des Pontifex.

Erste Einladung kam aus Israel

Auf S. 57 informiert der Autor sodann darüber, daß es „aus dem Heiligen Land gleich mehrere Einladungen“ für den neugewählten Papst gegeben habe. Er erwähnt jene des Lateinischen Patriarchen Twal, des griechisch-katholischen Patriarchen Gregorius III, ausdrücklich auch jene des „palästinensischen Präsidenten“ Abbas, der Franziskus nach Bethlehem eingeladen habe. davidstern (2)

Weshalb fällt nun hierbei die Einladung des israelischen Staates unter den Tisch, zumal sie die erste war, die der Papst erhalten hat? Es ist denkbar unwahrscheinlich, daß ein Redakteur von Radio Vatikan von dieser Meldung nichts weiß.

Der israelische Staatspräsident Shimon Peres hatte dem neuen Papst schon am Morgen nach dessen Wahl bei einem Treffen mit Vertretern der polnischen kath. Kirche in seiner Residenz in Jerusalem gratuliert.  Der Friedensnobelpreisträger erklärte dabei:

„Der neugewählte Papst steht für Hingabe, die Liebe zu Gott, die Liebe zum Frieden, eine heilige Bescheidenheit und einen neuen Kontinent, der gerade erwacht. Möge der HERR den neuen Papst segnen.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um den neugewählten Papst einzuladen, so früh wie möglich das Heilige Land zu besuchen. Er wird ein willkommener Gast im Heiligen Land sein, als Mensch der Inspiration, der dabei helfen kann, Frieden in eine stürmische Region zu bringen. Alle Menschen hier werden ohne Unterschied in Religion und Nationalität den neugewählten Papst willkommen heißen.”

An die polnische Kirchen-Delegation gerichtet, sagte Peres: “Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem jüdischen Volk sind so gut wie nie in den vergangenen 2000 Jahren  – und ich hoffe, sie werden an Inhalt und Tiefe noch zunehmen.“

Das israelische Staatsoberhaupt würdigte bei dieser Gelegenheit auch den vorigen Papst:

„Ich empfinde viel Respekt für den zurückgetretenen Papst Benedikt, ich habe in ihm einen lieben Freund unseres Volkes gefunden, einen tiefgründigen Denker   –   und er hat viel dazu beigetragen, historisch und auf anderem Wege die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem jüdischen Volk voranzubringen.“

Wären diese freundlichen, wohlwollenden und eindrucksvollen Aussagen von höchster israelischer Seite nicht doch wohl einer Erwähnung oder Zitierung wert gewesen?

Erstveröffentlichung dieser Besprechung in der Zeitschrift „Theologisches“ (Ausgabe vom Mai-Juni 2013)


Gazastreifen: Christliche Schulleiter besorgt über staatliche Maßnahmen

„Es ist der Zeitpunkt gekommen, dass Parlamente und Bildungsinstitutionen die Stimme erheben und davor warnen, was bald im Gazastreifen geschehen könnte, damit auch palästinische Politiker aufhorchen: unserer Schulen könnten durch die neuen Maßnahmen in eine Krise geraten“, so Pater Faysal Hijazin, Leiter der Schule des lateinischen Patriarchats von Jerusalem zum Fidesdienst, der damit zur internationalen Mobilisierung für die fünf christlichen Schulen im Gazastreifen aufruft.

Die jüngst von der Hamas-Regierung veranlassten Maßnahmen könnten die Existenz dieser Schulen belasten. Ein im April 2013 vom palästinensischen Bildungsministerium erlassenes Gesetz sieht vor, dass alle Altersklassen in Mädchen- und Jungenklassen aufgeteilt werden sollen und dass Lehrer oder Lehrerinnen keine Schüler des anderen Geschlechts im Alter über 9 Jahren unterrichten dürfen.

„Dies, so P. Faysal, „wird für die Verwaltung unserer Schulen problematisch sein: wir werden neue Räume und neues Personal brauchen“. Über die logistischen Aspekte hinaus, stellen diese Maßnahmen auch eine mentale Engstirnigkeit unter Beweis: „Wir“, so P. Faysal, „versuchen den Gazastreifen zu bereichern und die Vielfalt der Kulturen zu garantieren. Eltern schicken ihre Kinder auf unsere Schulen, weil sie ihren Horizonte erweitern wollen.

Quelle: kath. Fidesdienst


Lebensrechtler veranstalten Embryomodell-Aktion und „Schühchen-Auftakt“ in Trier

Rund 20.000 Kunststoffmodelle von Embryonen werden vom 17. bis zum 21. Juni in Trier an alle Haushalte verschickt. Das rund fünf Zentimeter grosse Modell zeigt ein ungeborenes Kind im Alter von zehn Wochen:

„Auch dieses ungeborene Kind ist ein vollwertiger Mensch. In Deutschland sind Abtreibungen aber noch bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei“, sagte der Vorsitzende des Vereins „Durchblick“, Thomas Schührer: „Wir wollen, dass die Menschen ihre Haltung zur Abtreibung überdenken.“239117-Kinderschuhe-auf-dem-Trier-Hauptmarkt

Das Modell wird zusammen mit einer Broschüre in einem verschlossenen Umschlag verschickt. Auf dem Kuvert wird auf den Inhalt hingewiesen, damit niemand das Modell gegen seinen Willen sieht. Bislang hat der 1997 gegründete Verein nach eigenen Angaben schon 1,2 Millionen Modelle in verschiedenen Städten verschickt.  

Die Reaktionen seien sehr unterschiedlich, sagte Schührer gegenüber dem evangelischen Nachrichtenportal IDEA: „Der Zuspruch überwiegt, die Ablehnung ist minimal. Das hat mich schon überrascht, denn ich hatte mit mehr Widerstand gerechnet.“

Zum Auftakt der Aktion wurden am 15. Juni am Trierer Hauptmarkt 650 Paar Kinderschuhe aufgestellt. Diese standen symbolisch für die durchschnittlich jeden Monat im Bundesland Rheinland-Pfalz abgetriebenen Kinder. Nach Angaben des Vereins meldete das Statistische Bundesamt 325 Abtreibungen. Wie Schührer sagt, liegt die tatsächliche Zahl wegen der Dunkelziffer doppelt so hoch.

Schührer betonte, dass man keineswegs betroffene Frauen anklagen möchte: „Aber wir wollen darauf aufmerksam machen, dass bei jeder Abtreibung ein Mensch getötet wird und dass es für die meisten Frauen ein Trauma ist, unter dem sie körperlich und seelisch leiden.“

Quelle: http://www.idea.de


Christen sind Multiplikatoren der Liebe Gottes

Von Gerhard A. Schäfer

„Einer trage des anderen Last, so erfüllt ihr das Gesetz Christi.“ (Gal 6,2)

Dieser Ratschlag hört sich erstmal gewaltig an. Paulus meint aber, dass wir einen Blick entwickeln sollen für die Nöte unseres Nächsten und ihn nach unseren Möglichkeiten entlasten sollen. Das könnte bedeuten, mit anderen das zu teilen, was Gott uns reichlich gegeben hat: Liebe, Zeit, Mitgefühl, praktische Dinge, Christus selbst…

Wenn ich das, was der HERR mir bedeutet, mit anderen teile, verdoppelt sich der Segen, den Jesus in meinem Leben wirkt.
Das Gesetz Christi, wovon Paulus hier spricht, ist kein Droh- und Druckmittel, sondern ein Gestaltungsplan für gelingendes Leben, eben für Christsein!

Dieser Plan wirkt sich aus in Familien, in Gemeinschaften, in Gemeinden und letztlich auch in der Ökumene. Die Erfahrung der Christen zeigt, dass Christus und seine Liebe siegen!

Wo Hass, Neid, Missgunst und Böses regierten, ließ die Liebe unseres HERRN Frieden, Freude, Güte und Herzlichkeit Platz gewinnen.

Christen sind die Multiplikatoren der Liebe, sie sind gerne Lastenträger und Nachfolger ihres HERRN!


FAZ kritisiert EKD-Papier gegen Ehe und Schöpfungsordnung

In der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom gestrigen Dienstag, dem 18. Juni 2013, befaßte sich Reinhard Bingener unter dem Titel „Kein Lob der Ehe“ mit der jüngsten „Orientierungshilfe“ des Rates der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland).

Das Papier räume, so die FAZ, gründlich mit traditionellen Vorstellungen in der Kirche und über die Kirche auf. Wie scharf dieser Bruch ist, wird deutlich, wenn man neben den EKD-Text ältere „Orientierungshilfen“ legt  –  Luthers Großen Katechismus etwa.“  

Die FAZ schreibt weiter: 120505416_B_Judy und Mike in der Kirche

„Um den „polarisierten Geschlechterrollen“ im traditionellen Familienmodell entgegenzutreten, fordert die EKD, Betreuungsangebote konsequent auszubauen. Auch sollten Ausbildung und Bezahlung in Berufen verbessert werden, die vorwiegend von Frauen ausgeübt werden. In Zukunft sei es zudem unausweichlich, dass Erziehung und Pflege, die bisher vorwiegend von Frauen geleistet wurden und als quasi „natürliche Ressource“ unbezahlt blieben, zum einen auch von Männern geleistet werden und zum anderen vom Staat berücksichtigt und gewürdigt werden müssten.“

EKD will „Familie neu denken“

Die Kirche wird in dem Papier aufgefordert, „Familie neu zu denken“, denn die „Vielfalt“ der Lebensformen sei „unvoreingenommen anzuerkennen und zu unterstützen“. Nicht die „Form“ sei wichtig, sondern daß die Beziehungen „verlässlich, fürsorglich und respektvoll“ gelebt würden.

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften, die diese Bedingungen erfüllten, seien „auch in theologischer Hinsicht als gleichwertig anzuerkennen“.

Die FAZ hierzu weiter:

„Insgesamt profiliert sich die EKD mit ihrem neuen Papier wieder verstärkt als progressive gesellschaftliche Kraft, die Veränderungen lieber antizipiert, als sie mit Verzögerung nachzuvollziehen.“  – Somit ergebe sich eine „Kluft zur Soziallehre der römisch-katholischen Kirche“.

Wenn ausgerechnet eine Konfession, die sich so viel auf das reformatorische Prinzip „Allein die Bibel“ zugutehält, ausgerechnet die Heilige Schrift links liegen läßt oder gar der Kritik unterwirft, verblüfft dies selbst eine weltliche Zeitung wie die FAZ:

„Erstaunlich an dem Papier ist sein laxer Umgang mit der Bibel. Mit Blick auf die Bewertung der Homosexualität heißt es dort etwa, die biblischen Schriften überlieferten nicht nur Beispielhaftes zum Thema Liebe, sondern auch gesellschaftliche Zwänge und das überholte Rollenverständnis ihrer Entstehungszeit. Auch solche Stellen seien aber im Licht der „befreienden Botschaft des Evangeliums“ zu interpretieren.“

Neben der Bibel wird auch die kirchliche Tradition beiseite geschafft:

„Noch leichter glaubt die Ad-hoc-Kommission, in der man vergeblich nach einem renommierten Universitätstheologen sucht, es sich aber mit der kirchlichen Tradition machen zu können. „Ein normatives Verständnis der Ehe als ,göttliche Stiftung‘ und eine Herleitung der traditionellen Geschlechterrollen aus der Schöpfungsordnung entspricht nicht der Breite des biblischen Zeugnisses“, wird dekretiert. Reformatorische Theologie, die die Ehe zwar als „weltlich Ding“, aber doch auch als besonderen Stand unter Berufung auf einschlägige Bibeltexte etablierte, scheinen nicht einmal mehr einer Diskussion würdig.

Damit geht jedoch auch eine christliche Vertiefung von Familie und Partnerschaft verloren, die mühsam erarbeitet wurde und die auch heute die politisch-rechtliche Diskussion um eine innerliche Dimension ergänzen könnte.“

Es ist weit gediehen mit der Zeitgeistverwirrung in der EKD, wenn deren dekadente Sumpfblüten sogar von einer bürgerlichen Zeitung wie der FAZ kritisiert werden, wobei die „Frankfurter Allgemeine“ schließlich nicht als Hofberichterstattungsblatt des Vatikan anzusehen ist.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Alarm um Ehe und Familie: Evangelische Kirche startet massiven Angriff auf die Schöpfungsordnung Gottes

EKD-Orientierungshilfe ist der Gender-Ideologie  verfallen

Meldung der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA:

Was ist nach evangelischem Verständnis Familie?  –  Auf diese Frage soll eine neue Orientierungshilfe des Rates der EKD Antwort geben. Sie trägt den Titel „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“ und wird am  heutigen 19. Juni in Berlin vorgestellt.

Erklärtes Ziel ist es, „eine evangelische Verständigung über Ehe, Familie und Partnerschaft im beginnenden 21. Jahrhundert anzuregen“.

Nach Ansicht der Verfasser besteht Familie nicht mehr nur aus Vater, Mutter und Kindern. Vielmehr heißt es: „Wo Menschen auf Dauer und im Zusammenhang der Generationen Verantwortung füreinander übernehmen, sollten sie Unterstützung in Kirche, Gesellschaft und Staat erfahren.“  

Foto: L. BörgerSodann wird weiter ausgeführt:

„Dabei darf die Form, in der Familie und Partnerschaft gelebt werden, nicht ausschlaggebend sein. Alle familiären Beziehungen, in denen sich Menschen in Freiheit und verlässlich aneinander binden, füreinander Verantwortung übernehmen und fürsorglich und respektvoll miteinander umgehen, müssen auf die Unterstützung der evangelischen Kirche bauen können.“

Angesichts des tiefgreifenden sozialen und kulturellen Wandels sei auch die Kirche aufgefordert, „Familie neu zu denken und die neue Vielfalt von privaten Lebensformen unvoreingenommen anzuerkennen und zu unterstützen“.

Drei Jahre haben die 14 Mitglieder der Ad-hoc-Kommission an dem Papier gearbeitet, bevor der Rat der EKD die Orientierungshilfe verabschiedet hat. Den Vorsitz hatte Bundesfamilienministerin a.D. Christine Bergmann (SPD); Geschäftsführerin war EKD-Oberkirchenrätin Cornelia Coenen-Marx.

Patchwork-und Regenbogen-„Familien“

Das Familienbild, so wird ausgeführt, sei in den vergangenen Jahren erweitert worden:

„Familie – das sind nach wie vor Eltern (ein Elternteil oder zwei) mit ihren leiblichen, Adoptiv- oder Pflegekindern, vielleicht erweitert um die Großelterngeneration. Familie, das sind aber auch die so genannten Patchwork-Familien, die durch Scheidung und Wiederverheiratung entstehen, das kinderlose Paar mit der hochaltrigen, pflegebedürftigen Mutter und das gleichgeschlechtliche Paar mit den Kindern aus einer ersten Beziehung.“

Zwar seien nach wie vor 72 Prozent der Familien Ehepaare mit Kindern. Doch handele es sich dabei aufgrund der anhaltend hohen Scheidungsraten immer häufiger um Patchwork-Konstellationen. Ebenfalls angestiegen ist der Anteil von Alleinerziehenden – er lag 2012 bei 19 Prozent – und nichtehelichen Lebensgemeinschaften (9 Prozent).

Die Zahl gleichgeschlechtlicher Paare, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, wird bundesweit auf 70.000 geschätzt; davon ist ein Viertel eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen. Rund 7.000 Kinder leben in sogenannten „Regenbogenfamilien“.

Die Ehe ist laut EKD keine göttliche Stiftung

Abschied nimmt die Kommission auch vom traditionellen Verständnis der Ehe als göttlicher Stiftung. So heißt es im theologischen Kapitel:

„Ein normatives Verständnis der Ehe als ‚göttliche Stiftung’ und eine Herleitung der traditionellen Geschlechterrollen aus der Schöpfungsordnung entspricht nicht der Breite des biblischen Zeugnisses.“ header_buch

Lange habe die Kirche die Ehe als Schöpfungsordnung dargestellt, die der Natur des Menschen eingeschrieben sei. Dazu wörtlich:

Heute wissen wir: Ein Verständnis der bürgerlichen Ehe als ‚göttliche Stiftung’ und der vorfindlichen Geschlechter-Hierarchie als Schöpfungsordnung entspricht weder der Breite biblischer Traditionen noch dem befreienden Handeln Jesu, wie es die Evangelien zeigen.“

Homosexuelle Partnerschaften gleichwertig 

Auch zur Frage nach der Segnung homosexueller Partner und der Gleichstellung ihrer Lebensgemeinschaften nimmt die Kommission Stellung. Deute man die biblischen Aussagen, in denen Homosexualität als Sünde gekennzeichnet werde, als zeitlos gültig, „kann man zu der Meinung kommen, eine homosexuelle Partnerschaft sei mit einer heterosexuellen keinesfalls vergleichbar“, heißt es.

Durch das biblische Zeugnis klinge aber als „Grundton“ vor allem der Ruf nach einem verlässlichen, liebevollen und verantwortlichen Miteinander. „Liest man die Bibel von dieser Grundüberzeugung her, dann sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften, in denen sich Menschen zu einem verbindlichen und verantwortlichen Miteinander verpflichten, auch in theologischer Sicht als gleichwertig anzuerkennen.“

Es zähle schließlich „zu den Stärken des evangelischen Menschenbilds, dass es Menschen nicht auf biologische Merkmale reduziert“.

Quelle: http://www.idea.de