Dr. Penners Post an Öko-Aktivist Franz Alt zur „Energiewende“

Dipl.-Chem. Dr. Hans Penner, 76351 Linkenheim-Hochstetten 

OFFENER BRIEF an Franz Alt, Öko-Aktivist

Sehr geehrter Herr Alt,

Anfang Juni 2013 haben Sie an Bundesminister Altmaier zur „Energiewende“ geschrieben und Ihre bekannten Thesen wiederholt, denen ich nicht zustimme aus folgenden Gründen:

1. Kohlendioxid ist kein Schadstoff. Kohlendioxid-Emissionen haben keinen schädlichen Einfluß auf das Klima. Der Verzicht auf die „Energiewende“ würde deshalb keine Folgeschäden und keine Folgekosten verursachen.

2. Um den sehr geringen Kohlendioxid-Gehalt der Luft von 0,04% zu verdoppeln, müßte man sämtliche fossilen Brennstoff-Vorräte der Erde verbrennen. Laut IPCC würde die Globaltemperatur im Falle solcher Verdoppelung um 1,1°C steigen, was nicht schädlich wäre. Dieser Wert führt das „Zwei-Grad-Ziel“ der Bundeskanzlerin ad absurdum. pc_pi

3. Es besteht keine Korrelation zwischen dem Kohlendioxid-Gehalt der Luft und der Globaltemperatur. Seit 15 Jahren sinkt die Globaltemperatur, obwohl der Kohlendioxidgehalt steigt.

4. „Sonne und Wind schicken uns keine Rechnung“,  wie Sie schreiben. Sie schicken uns aber auch keinen Strom. Der muß erst hergestellt werden. Solar- und Windstrom sind jedoch viel zu teuer und eignen sich nicht für die Einspeisung in Netze. Energiedichte und Stetigkeit sind viel zu niedrig.

5. Weil Solarstrom so teuer ist geht eine Solarfirma nach der anderen bankrott. Siemens und Bosch haben riesige Schäden in Kauf genommen und sind aus dem Solargeschäft ausgestiegen.

6. In Deutschland haben wir einschließlich Wattenmeer nicht genügend Platz, um die Fossilkraftwerke durch Windräder zu ersetzen.

7. Solardächer und Windräder können keine Fossilkraftwerke ersetzen, weil die Industrie auch dann Strom braucht, wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint. Bei Flaute müssen Gaskraftwerke einspringen, in die aber niemand investieren will, weil sie niemals wirtschaftlich betrieben werden können.

8. Selbstverständlich wäre es schön, wenn wir auf Treibstoffimporte verzichten könnten. Das ist möglich, weil wir 90 Milliarden Tonnen Kohle haben.

9. Selbstverständlich wäre es schön, wenn wir auf Heizölimporte verzichten könnten. Das ist möglich durch Wärmepumpen, die durch Nuklearstrom betrieben werden.

10. Nuklearstrom ist der preisgünstigste Strom, deshalb nutzen 30 Nationen die Kernenergie. Weitere 7 Nationen wollen in die Kernenergie einsteigen. Gigantisch sind die weltweiten Pläne zum Ausbau der Kernenergie. Bei Königsberg wird ein Kernkraftwerk gebaut, um Deutschland mit Strom zu versorgen.

11. Kernenergienutzung hat keine Rohstoffprobleme. Nuklearstrom hat eine hohe Energiedichte und eine hohe Stetigkeit. Die Endlagerung von Restaktivität ist technisch längst gelöst, Deutschland hat ideale geologische Voraussetzungen. Die natürliche Radioaktivität der Salzlagerstätten ist viel größer als die eingelagerte künstliche.

12. Vor allem ist die Kernenergie sicher, unvergleichlich sicherer als die Kohleförderung. In 50 Jahren Kernstromerzeugung ist in Deutschland niemand zu Schaden gekommen. In Tschernobyl ist eine Atombombenfabrik vorhersehbar explodiert aufgrund eines kriminellen Befehls der Sowjetarmee. In Fukushima wurde ein Kernkraftwerk durch ein Seebeben zerstört. Trotzdem hat niemand gesundheitliche Strahlenschäden erlitten.

Die „Energiewende“ erfordert den Ersatz der Sozialen Marktwirtschaft, ohne die Wohlstand für alle nicht möglich ist, durch eine sozialistische Planwirtschaft im Sinne der DDR. Die „Energiewende“ hat durch drastische Stromverteuerung eine Desindustialisierung mit Arbeitslosigkeit zur Folge und eine Enteignung breiter Bevölkerungsschichten. Schon jetzt können über 800.000 Haushalte ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Penner


Katholischer Familienbischof besorgt wegen EKD-Papier zu Ehe und Familie

Bischof Tebartz-van Elst verteidigt christliche Ehelehre

Das Kölner Domradio veröffentlichte am heutigen Donnerstag (20.6.) in seinem Online-Portal ein Interview mit „Familienbischof“ Franz-Peter Tebartz-van Elst über das „erweiterte Familienbild“ der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland), wie dies im jüngsten Positionspapier zum Tragen kam. Das Interview mit dem Oberhirten des Bistums Limburg führte Jan-Hendrik Stens.

Dr. Tebartz-van Elst erklärte einleitend, die deutschen Bischöfe seien „besorgt sind über die Entwicklung, die sich in diesem sogenannten Orientierungspapier zeigt“. Seine Begründung:

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

„Es führt im Ergebnis zu einer sehr starken Relativierung der lebenslang gelebten Treue in Ehe und Familie. Es macht uns Sorge, dass Ehe hier gerade in ihrer unverwechselbaren Bedeutung geschmälert wird. Es stellt sich zudem die Frage: Glaubt man selbst nicht mehr daran, dass Ehe in lebenslanger Treue möglich ist?“

Sodann beruft sich der Limburger Oberhirte auf das biblische Zeugnis und erwähnt, daß das christliche Eheverständnis ein notwendiger „Kontrast“ für die heutige Zeit sei:

„Ausgehend von der Heiligen Schrift, die uns mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern verbindet, können wir besonders aus dem Neuen Testament so viel ermutigende Impulse gewinnen, die uns überzeugen sollten, dass es möglich ist, diesen Lebensentwurf als Abbild der Bundestreue Gottes zu den Menschen zu leben.

In diesem Sinne ist christlich gelebte Ehe und Familie in lebenslanger Treue durchaus ein kontrastierender Lebensentwurf in einer Gesellschaft, die das zunehmend anders sieht.“

Sodann betont der Bischof die Einzigartigkeit und Heiligkeit der Ehe:

„Als Sakrament ist die Liebe und Treue der Ehepartner Zeichen für die dauerhafte Liebe und Treue Gottes zu uns Menschen. Auch die Offenheit für Nachkommenschaft, die Möglichkeit, Kindern das Leben zu schenken, ist nun einmal etwas Wesenhaftes für christliche Ehe und Familie.“

Auf die Frage nach der Zukunft der Ökumene angesichts wesentlicher Unterschiede zwischen den Konfessionen antwortet der katholische Familienbischof:

„Es ist wichtig und hat sich bewährt, dass wir regelmäßig miteinander im Gespräch sind – auch da, wo es kontroverse Überzeugungen gibt. Sorge bereitet mir zu sehen, wie wir schon vor Jahren, z.B. bei bioethischen Herausforderungen, nicht mehr zu gemeinsamen Standpunkten gelangt sind. Wir kommen offenbar bei essentiellen Fragen, zu denen das Zeugnis von Christen in unserer Gesellschaft gefragt ist, immer weniger zusammen.

Ich halte es für wichtig, dass wir im Gespräch darüber sind, aber würde mir wünschen, dass wir auch inhaltlichen näher zusammenkämen. Gerade der biblisch bezeugte Wert von lebenslanger Treue in Ehe und Familie müsste doch eine höhere Wertschätzung erfahren.“

Damit hat der „Familienbischof“ des deutschen Episkopats wesentliche Kernpunkte des katholischen Ehe-Verständnisses vorgetragen  –  wenngleich in sprachlich sehr zurückhaltender Weise; zudem hat er die Belastung angesprochen, die das EKD-Papier für die Ökumene bedeutet.

Mit Recht verweist er den Protestantismus auf die Heilige Schrift und auf die dort bezeugte göttliche Schöpfungsordnung, die nicht zur Disposition steht und keineswegs der Willkür kirchlicher Funktionäre unterliegt; sie ist vielmehr zugleich die natürliche Lebensordnung der Menschen, die im Dienst der Liebe, der Treue und der Fruchtbarkeit steht.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Vatikan-Dekret: Der hl. Joseph wird nun in allen vier Hochgebeten der hl. Messe erwähnt

Der hl. Joseph soll künftig auch in den eucharistischen Hochgebeten II, III und IV des Römischen Messbuchs „Missale Romanum“ eingefügt werden  –  und zwar nach der Nennung der seligen Jungfrau Maria.

Das teilte die vatikanische Kongregation für den Gottesdienst am gestrigen Mittwoch in einem Dekret mit. Die Kongregation werde sich selber um die Übersetzungen in die wichtigsten westlichen Sprachen kümmern, darunter auch Deutsch. St-Gerhard-Werk

Grund für die Bestimmung sei, daß der Bräutigam der Jungfrau Maria ein „Musterbeispiel für jene wohlfällige Demut geworden“ sei, „die das Christentum für große Ziele bestimmt“.

Papst Benedikt XVI. habe viele Briefe erhalten, die sich für eine solche Einführung aussprachen, und habe diese Wünsche damals schon aufgegriffen. Sein Nachfolger Franziskus habe dies nun offiziell bestätigen wollen. Das Dekret wurde am 1. Mai unterzeichnet, dem Tag des hl. Josefs als Arbeiter.

Hier folgt die offizielle deutsche Übersetzung des lateinisch verfaßten Dekrets:

Indem den Heiligen Joseph von Nazareth die Funktion übertragen wurde, Ziehvater Jesu zu sein, wurde er zum Haupt der Familie des Herrn eingesetzt und erfüllte großzügig die ihm aus der Gnade der Heilsökonomie zugewiesene Mission. Da er vollkommen den Anfängen der menschlichen Heilsgeheimnisse zustimmte, ist er zu einem Musterbeispiel für jene wohlgefällige Demut geworden, die das Christentum für große Ziele bestimmt und zum Zeugen für jene allgemeinen, menschlichen und notwendigen Tugenden, um aufrichtige und authentische Nachfolger Christi zu sein.

Durch diese Tugenden hat sich der Gerechte liebevoll um die Mutter Gottes gekümmert und widmete sich mit freudigem Engagement der Erziehung Jesu Christi. So ist er zum Hüter der wertvollsten Schätze von Gott Vater geworden und wurde so immerwährend durch die Jahrhunderte vom Volk Gottes als Hilfe des mystischen Leibes Christi, der die Kirche ist, verehrt.

In der Katholischen Kirche haben die Gläubigen schon immer eine ununterbrochene Verehrung des Heiligen Joseph gezeigt und ständig und feierlich das Gedächtnis des keuschen Ehemanns der Mutter Gottes und des himmlischen Patrons der ganzen Kirche begangen, ja bis zum dem Punkt, dass der Selige Johannes XXIII. während der Zweiten Vatikanischen Konzils verfügte, dass der Namen des Heiligen Josephs in den antiken Römischen Canon aufgenommen werde. Papst Benedikt XVI. hat dankbar die vielen frommen schriftlichen Wünsche aufgegriffen und approbiert, die von vielerlei Orten herkamen und die nun Papst Franziskus bestätigt hat, indem man die Fülle der Gemeinschaft der Heiligen betrachtet, die einst zusammen mit uns Pilger in der Welt waren und die uns nun zu Christus führen und uns mit ihm vereinen.

Unter Berücksichtigung dieses Sachverhaltes ordnet diese Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung kraft der ihr von Papst Franziskus erteilten Fakultät bereitwillig an, dass der Name des Heiligen Joseph, Bräutigam der Seligen Jungfrau Maria, von nun an in den eucharistischen Gebeten II, III und IV des Missale Romanumeditio typica tertia, nach dem Namen der Seligen Jungfrau Maria in folgender Weise hinzugefügt wird: im eucharistischen Hochgebet II: „ut cum beáta Dei Genetríce Vírgine María, beáto Ioseph, eius Sponso, beátis Apóstolis„; im eucharistischen Hochgebet III: „cum beatíssima Vírgine, Dei Genetríce, María, cum beáto Ioseph, eius Sponso, cum beátis Apóstolis„; im eucharistischen Hochgebet IV: „cum beáta Vírgine, Dei Genetríce, María, cum beáto Ioseph, eius Sponso, cum Apóstolis„. (…)

Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, 1. Mai 2013

Quellen: Radio Vatikan, Zenit, Gottesdienstkongregation


Kritik an EKD-Spitzenfrauen: „Meinungsführerschaft aus Rot-Grünen“

Kritik am Engagement von zwei EKD-Spitzenfrauen für Rot-Grün haben Politiker von CDU und FDP geübt. Die Präsidentin von „Brot für die Welt“, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, ließ sich ins Kompetenzteam des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück berufen und würde nach einem Wahlsieg von Rot-Grün möglicherweise Entwicklungshilfe-Ministerin.

Katrin Göring-Eckardt, seit 2009 Präses der EKD-Synode, ist Spitzenkandidatin der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Beide Frauen lassen ihre kirchlichen Ämter bis zur Bundestagswahl am 22. September ruhen.

Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, sieht der Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Feist in der EKD eine „Meinungsführerschaft aus Roten und Grünen“.

Für den kirchenpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Meinhardt, ist die EKD „auf dem grünen Auge blind“. Sein Fraktionskollege Pascal Kober hält es für „bedenklich, dass die EKD unter ihren Führungspersönlichkeiten niemanden hat, der sich zur bürgerlichen Mitte zugehörig fühlt“.

Der Bundesgeschäftsführer des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU, Christian Meißner, erwartet von der Kirche die „Sprache der Versöhnung“. Wahlkampf bedeute hingegen Polemik, Zuspitzung und Wettbewerb.

Quelle: http://www.idea.de


Kritik an Europäischer Bankenaufsicht

Stellungnahme der Bürgeraktion „Zivile Koalition“:

In einer Nacht- und Nebelaktion hat der Deutsche Bundestag am 13.6. der Europäischen Bankenaufsicht zugestimmt. Die Folge davon: Nun wird der ESM umgewidmet.

Weil auch die Südländer der Bankenaufsicht zustimmen, rettet der ESM im Gegenzug fortan nicht mehr nur insolvente Staaten, sondern ganz direkt auch ihre insolventen Banken. Die Banken der sechs schlimmsten Krisenländer haben etwa 10.000 Milliarden Euro Schulden, der ESM – bisher – ein Rettungsvolumen von 500 Mrd.

Das wichtigste dazu hier in einem kurzen Video.


Kollekte der Bogenberg-Wallfahrt dient Lebensschutz und Frauen in Not

Am 1. Mai dieses Jahres pilgerten rund 8000 Gläubige auf den Bogenberg im Bistum Regensburg, um zusammen mit den Bischöfen der bayerischen Diözesen unter freien Himmel einen Gottesdienst zu Ehren der Gottesmutter zu feiern. 1917 hatten die bayerischen Katholiken das Land unter ihren Schutz gestellt und sie gilt seitdem als Patrona Bavariae.

Die Kollekte des Pontifikalamts kam der „Aktion für das Leben e.V.“ zugute. Aus diesem Anlass übergab Domkapitular Peter Hubbauer, Leiter des Bischöflichen Seelsorgeamts im Bistum Regensburg, an den Vorsitzenden des Vereins, Dr. Karl Eder, einen Scheck über insgesamt 6.586,66 Euro. Scheckübergabe Diakon Walter Bachhuber Prälat Peter Hubbauer Dr. Karl Eder Manfred Fürnrohr

„Tausende Gläubige nahmen zur persönlichen Glaubenserneuerung an der großen Wallfahrt im Mai teil. Auch durch die Beteiligung an der Kollekte haben die Pilger ein Zeichen gesetzt: Das Uranliegen der Kirche zum Schutz des Lebens zu fördern!“, erklärte Hubbauer und dankte im Namen von Bischof Rudolf Voderholzer allen Gläubigen mit einem herzlichen „Vergelt´s Gott“ für ihren Beitrag.

FOTO: Domkapitular Peter Hubbauer (2. von links) übergab Dr. Karl Eder den Scheck über den Betrag der Kollekte. Links außen: Diakon Wolfgang Bachhuber sowie rechts außen: Manfred Fürnrohr, beide vom diözesanen Organisationsteam der Wallfahrt.

Dr. Karl Eder freute sich über die großzügige Spende, mit der wieder vielen Frauen und Familien aktiv geholfen werden kann. Die Aktion für das Leben e.V. München unterstützt Frauen und Familien, die durch die Geburt eines Kindes in Not geraten sind: Die Initiative setzt sich für die Betroffenen und dem Schutz des Lebens ungeborener Kinder ein.

Jährlich, so der Vorsitzende, können bis zu 1200 Klienten beraten und finanziell unterstützt werden. Die Betroffenen stehen vor einem der schwierigsten Entscheidungen im Leben eines Menschen überhaupt: sich für oder gegen ein menschliches Leben zu entscheiden.

Die ausgebildeten Mitarbeiter der Aktion für das Leben e.V. nehmen sich der Menschen, die in Not geraten sind, an, beraten professionell und helfen schnell und unbürokratisch. So dauert es meist nur zwei, drei Tage, bis den Betroffenen Geld zur Verfügung steht. Der Verein wurde  1973 mit dem Ziel gegründet, das ungeborene Kind zu schützen, wo immer es bedroht ist.

Weitere Infos gibt es unter www.aktionfuerdasleben.de

Quelle (Text/Foto): Bischöfliches Presseamt Regensburg


Das Jordan-Buch bietet eine „ganz andere“ Konversionsgeschichte

Rezension von Reinhard Dörner aus der Zeitschrift „Theologisches“ :

Buch-Daten: Volker Joseph Jordan, Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche. Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten. Dominus-Verlag, Augsburg 2013. ISBN 978-3-940879-29-5.  –  352 S., 14,80 €

Dies ist eine ganz andere Konversionsgeschichte als etwa die von Scott Hahn, Erik M. Mørstad oder dem sel. John Henry Card. Newman. Die leicht zu lesende und deshalb einladende äußere Form des Interviews läßt den Leser die geistig-psychologische Entwicklung des Konvertierten nachempfinden – er kann sich in die Gedankenwelt von Volker Jordan hineinversetzen.  Jordan_10-100

Dies ist keine intellektuelle Abhandlung. Wer aber meint, daß dem Inhalt der intellektuelle Anstrich fehlt oder abhanden gekommen ist, unterliegt einem folgenschweren Fehl- oder besser Vorurteil.

Die intellektuelle Bandbreite dieses Autors kommt in dem ausführlichen bibliographischen Anhang in voller Breite zur Geltung: Eigene Veröffentlichungen, hervorragende Übersetzungen korrespondieren mit vertiefenden Literaturempfehlungen, unter denen z.B. apologetische und kontroverstheologische Werke einen breiten Spielraum einnehmen.

Angesichts dieser Empfehlungen ergibt sich sehr eindrucksvoll, welchen Weg des Suchens dieser begnadete Mensch hinter sich bringen mußte, ja mußte, weil er in seiner besonderen Situation ein exemplarisches Schicksal seines Lebens bewältigt hat, das seinesgleichen sucht.

Das Besondere dieses Schicksals ist das nahezu Uferlose des Suchens, das im endgültigen Anschluß an die Kirche doch noch seine Erfüllung fand. Und so heißt der Untertitel zu recht: „Mein Weg zur Kirche“; denn es gibt nur eine Kirche, die Jesus Christus gegründet hat, wie er selbst betont.

Alle mehr oder weniger bekannten kirchlichen Gemeinschaften sind Abspaltungen, eben „mehr als 40.000 christliche Denominationen, die meisten davon protestantisch“ (S. 22), wie er im Gespräch klarstellt, und „die Zersplitterung geht immer noch weiter (S. 24).

Dies ist einer der wichtigen Gründe, die ihn zur Konversion veranlaßt haben, die Unüberschaubarkeit und Uneinheitlichkeit der christlichen Glaubensgemeinschaften, in denen sich eben nicht die Una Sancta darstellt, sondern eine eher „individualistische […] Grundhaltung“ (20). Daher ist für ihn klar: „Es geht nicht an, daß sich eine Gruppe nach der anderen bildet und daß jeder Gründer selbst hierfür der Maßstab ist.“ (56)

Und: „Völlig ausweichen können sie der Tatsache ihrer eigenen Zersplitterung natürlich nicht. Mir wurde erst allmählich klar, daß da etwas nicht stimmen konnte, wenn man einerseits so vehement die ’sichtbare Darstellung der Einheit des Leibes Christi‘ betonte, es aber andererseits derart viele Spaltungen gab.“ (160) imm035_34A

Zu ergänzen ist: „Wenn der Protestantismus zu so vielen so radikal unterschiedlichen Interpretationen und vor allem Gemeindebildungen kommen konnte, dann mußte systemimmanent etwas nicht stimmen.“ (176)  

Und was hat Volker Jordan (siehe Foto) bei der Konversion aufgegeben?: „… lediglich den lutherischen Fiduzialglauben, d.h. die mit Heilsgewißheit verbundene Zuversicht, daß uns Gott um der Verdienste Jesu willen die Sünden verzeiht“. (178)

Die Interviewerin geht sehr geschickt von den vier Grundkennzeichen der Kirche aus: Einheit, Heiligkeit, Katholizität, Apostolizität. Jordan sieht darin „ein Zusammenspiel“(16) für seine Entscheidung zur Konversion, nachdem er eine regelrechte Wanderschaft  –  oder war es eine Irrfahrt?  –  durch ca. 14 christliche Konfessionen mit teilweise Gastmitgliedschaften durchgemacht hatte.

Aber: „Alle […] Gemeinschaften habe ich seinerzeit unter deutlicher Angabe der Gründe aus freien Stücken, ohne Streit und ohne einen drohenden Ausschluß vor Augen, verlassen und damit alle kirchlichen Bande mit ihnen abgebrochen.“ (13)  –  Eine neue Dimension erhielt sein Suchen durch seine erste echte Konversion zum russisch-orthodoxen Glauben und mit ihr „ließ ich den Protestantismus meiner Vergangenheit hinter mir zurück“ (13).

Das ist einleuchtend, denn „eine innerprotestantische weltweite Einheit besteht heute nicht annähernd“. (23)

Seine Suche galt also der „Weite des Katholischen“, dem „Universalen“, dem „Allumfassenden“ (25). Der individualistische Ansatz des Protestantismus, der sich etwa in „Luthers Kernfrage“ manifestiert: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ führt den gläubigen Protestanten eben in eine „Ansammlung von Individuen“ (26), nicht in eine „Heilsanstalt“ (ebd.). In ihr wirken göttliche Kräfte, weil von Jesus selbst bestimmt und so eingesetzt, die Sakramente.

Daher auch konnte Melanchthon seiner Mutter, die im Sterben lag und von ihrem Sohn wissen wollte, an „welche Lehre sie sich halten solle: […] In unserer [Kirche] ist leichter leben, in der katholischen aber ist sicherer sterben. „(40)

Natürlich kamen auf Jordan dann die für alle Konvertiten wichtigen Fragen zu, wie es denn z.B. mit dem Fegefeuer stehe oder mit der Heiligenverehrung etc. Hier zeigt sich die ungeheure Belesenheit dieses Suchers des rechten Glaubens: Von der Hl. Schrift über die Kirchenväter, die Konvertitenliteratur ist ihm alles vertraut, so daß er mit apologetischer Treffsicherheit die ‚Knackpunkte‘ der Unterscheidung darzustellen weiß  –  eine wahre Fundgrube für alle, die sich schwertun, im Streitgespräch mit Andersgläubigen die Kernfragen anzusprechen.

Verständlich, daß es ihm weh tut, feststellen zu müssen, wie wenig gerade die Katholisch-Gläubigen aus der Hl. Schrift und der Lmedia-358103-2ehre der Kirche wissen. Dies ist um so tragischer, als sich gerade in der Kirche die Einheit katholisch  –  weltumfassend  –  offenbart. Diese Einheit gibt es nicht einmal in der Orthodoxie, der dem Katholischen nächsten Konfession; denn „irgendwann sind ihre Patriarchen häretisch geworden, sind sie Irrtümern anheimgefallen – sei es dem Monophysitismus, dem Monotheletismus, sei es dem Nestorianismus“ (57).

Einen wichtigen Aspekt im Interview bildet die Frage nach den beiden Quellen des Glaubens, der Hl. Schrift und der kirchlichen Tradition. Während der Protestantismus die kirchliche Tradition kompromißlos ablehnt, stellt er neben die Hl. Schrift die Bekenntnisschriften, die „allein dem Zweck dienten, die Lehren der Hl. Schrift verbindlich darzulegen“ (60).

Deshalb ist „gerade bei Lutheranern […] der Unterschied zwischen Schrift und Bekenntnis nicht mehr sonderlich groß“ (ebd.). Jordan hat es gelernt und vertritt mit Nachdruck, daß „die Tradition niemals dem Gesamtzeugnis der Hl. Schrift widerspricht“ (61).

Während der protestantische Glaube dem Individualismus zuneigt, kommt es im katholischen Bereich vor, daß man sich seinen „Glauben aus angeblichen Privatoffenbarungen selbst zusammenzimmert“ (86), doch „solche angeblichen Privatoffenbarungen [überlagern] in der Regel den kirchlich geprägten Glauben“ (87).

Hier ist auch die Frage nach Maria, der Mutter Gottes aufzugreifen. Im Protestantismus „identifiziert [man] jegliche Betonung Mariens sofort mit der katholischen Kirche und schweigt daher […] weitgehend von ihr“ (102) oder weist anhand von Schriftstellen nach, daß Maria von „der Sündhaftigkeit aller Menschen“ nicht ausgenommen (ebd.) sei.   borMedia1859801

Obwohl Jordan es nicht ausspricht, sieht er sich vermutlich als besonderes Werkzeug Mariens. Er wurde am 16. Juli 1972 getauft, also am Fest Mariens vom Berge Karmel. Das wußten seine Eltern nicht, und auch er selbst hat es erst womöglich im Zuge seiner Konversion erfahren. (103f.)

Daß Volker Jordan in seinem Glauben ‚gefordert‘ worden ist, man könnte auch sagen, daß sein Glaube auf seine Echtheit hin geprüft wurde, erhellt aus der Tatsache, daß der unheilbar an Krebs Erkrankte bekennt: „Wir können überzeugt sein, daß Gott uns keine größeren Leiden auferlegt, als wir zu tragen vermögen. Das ist auch bisher meine persönliche Erfahrung.“ (106)

Dieses Zeugnis muß so manchen ‚gläubigen‘ Katholiken beschämen, der mit Gott hadert, warum gerade ihn ein schweres Leiden treffe.

Jordan berichtet im Laufe des Interviews über die doch eigentlich christlich geprägte Kindheit, in der sich allerdings schon seine spätere Suche andeutete, weil er bereits mit 15 Jahren vor dem Standesamt seinen Austritt aus der evangelisch-lutherischen Kirche erklärte (108). Doch auch im Stadium der Suche blieb für ihn unausweichlich: „Entweder ist die Bibel ein Märchenbuch, oder sie ist, gemäß ihrem eigenen Selbstzeugnis die Wahrheit, das inspirierte Wort Gottes.“ (112)

Besonders ‚verdächtig‘ kam ihm dann aber doch die Taufformel zur Aufnahme in die Baptistengemeinde vor: „Volker, auf das Bekenntnis Deines Glaubens hin taufe ich Dich in den Tod Jesu.“ (114) 

Die „Christliche Versammlung“ (116), die „Pfingstler“ (118), der „Maranatha-Missionsbund zur Ausbreitung urchristlichen Evangeliums“ (ebd.) bis hin zu ekstatischen Erlebnissen mit dem sogenannten „Torontosegen“ (120) im charismatischen Umfeld z.B. mit „Depressionen“ (121) waren weitere Stationen auf seiner mühevollen Suche nach der allein richtigen Kirche.

Einen wertvollen Beitrag leistet seine Information über die Hintergründe der „Pfingstbewegung“ (123-127). Es wäre ein wichtiger Beitrag zur Klärung der Positionen der katholischen Kirche gegenüber den Charismatikern, wenn alle die dort zitierten Erläuterungen verinnerlichen würden. Außerdem gibt er informative Hinweise auf wichtige Bibelstellen (133f.) zur Widerlegung des Charismatismus.

Die reichhaltige Erfahrung Jordans vermittelt durchaus neue Erkenntnisse, z.B. über den Begriff „Dispensationalismus“ (148). Dieser teilt „die biblische Heilsgeschichte [in eine] Abfolge verschiedener ‚Haushaltungen‘ (Dispensationen) oder Zeitalter“ ein. Manche davon seien für uns gültig, manche nicht (148).

Alle Facetten der unterschiedlichen protestantischen Lehrmeinungen darzustellen, ist im Rahmen einer Rezension nicht möglich – aber in den Erläuterungen des Interviews enorm lesenswert, weil lehrreich: „Es gibt […] Ausdrücke, bei denen es auf jedes Wort ankommt und die anderswo in der Christenheit kaum verstanden werden.“ (161 f.)

„Ob das ursprünglich im Bestreben der Absonderung lag, um sich von anderen zu unterscheiden, möchte ich bezweifeln. Es hat sich aber in der Tat so entwickelt, daß man anderswo gänzlich unbekannte Redewendungen in den eigenen Sprachschatz aufnahm.“ (163)

Wer so reiche Erfahrung mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen gemacht hat, interessiert sich folglich auch für den Umgang mit Andersdenkenden. So stellt Jordan klar, daß sich z.B. der „Hexenaberglaube in reformatorisch geprägten Ländern wesentlich länger“ hielt und „dort deutlich mehr ‚Hexen‘ hingerichtet“ wurden (173). Dies ist das Urteil eines Mannes, der Historie studiert hat.

Bei den reichhaltigen Erfahrungen seiner ‚Pilgerschaft‘ ist es bemerkenswert, daß er die in der orthodoxen Kirche gepflogene „biblisch-patristische Tradition“ (185) hervorhebt, ein Aspekt, der in der katholischen Kirche – leider – weniger bedeutet.

Weiter hebt er den Wert der zölibatären Lebensweise der Priester gegen den verheirateten Status der orthodoxen Priester und „die fehlende dogmatische Übereinstimmung und kirchliche Einheit mit der römisch-katholischen Kirche unter dem Nachfolger Petri“ hervor (186 f.).

Insgesamt verfestigte sich in ihm der Eindruck, „man wolle zwar einen […] Kulturverein pflegen und bewahren, dabei aber auf elementare Merkmale des Kircheseins […] verzichten“ (190).

Einzelelemente des Gesprächs sollen hier nicht weiter erwähnt werden, sind aber z.T. von erheblicher Brisanz und großem Informationswert. Darunter zählen auch Aspekte sozialer und soziologischer bzw. politischer Art, Aspekte, die den konservativen Grundzug Jordans verstehen helfen. Ebenso kommen persönliche Vorlieben oder aber Abneigungen zur Sprache, die schon im übergreifenden Teil des Gesprächs artikuliert wurden, aber in der Singularität der Erläuterung wichtige Ergänzungen bieten.

Volker Joseph Jordan, eine beeindruckende Persönlichkeit!

Als Gesamturteil ist festzuhalten: Ein wertvolles Buch, das ganz aus dem Rahmen üblicher Konvertitenliteratur herausfällt, aber wegen seiner im Interview vollzogenen Information unglaublich wertvoll ist. Selbst schwierige Passagen werden nachgefragt und erklärt, ansonsten ist die Sprache klar, verbindlich, erhellend.

Zum Aufbau wäre nachzutragen: Es hätte dem Interview nicht geschadet, wenn man thematische Einheiten gebildet hätte, was zugegebenermaßen bei einem so umfangreichen Interview nicht einfach gewesen wäre. Hervorzuheben ist die großartige Leistung der diversen Anhänge, dort besonders zu erwähnen das Stichwortverzeichnis, das die fehlende inhaltliche Gliederung voll kompensiert.

Reinhard Dörner ist katholischer Diplom-Theologe und Publizist, Vorsitzender des Kardinal-von-Galen-Kreises und des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen)

Erstveröffentlichung dieser Besprechung in „Theologisches“ (Mai/Juni 2013)

Das Jordan-Buch ENDLICH ZUHAUSE kann beim Augsburger Dominus-Verlag oder bei uns (felizitas.kueble@web.de) bestellt werden.