Staatsbürgerschaft: Optionspflicht bleibt

Von Michael Leh

Die Bundestagsmehrheit von CDU/CSU und FDP hat Anträge von SPD, Grünen und Linkspartei auf Streichung der Optionspflicht im Staatsangehörigkeitsrecht abgelehnt.

Damit müssen sich weiterhin auch in Deutschland lebende Türkischstämmige bis zum Alter von 23 Jahren zwischen der deutschen und türkischen Staatsbürgerschaft entscheiden.

Einige Redner der Opposition griffen in der Bundestagsdebatte tief in die Schlammkiste. Sevim Dagdelen von den „Linken“ warf der Bundesregierung „Türkenfeindlichkeit“ vor.

Die SPD-Abgeordnete Daniela Kolbe erklärte nach der Rede des CDU-Abgeordneten Reinhard Grindel: „Wir haben jetzt allerlei gehört … was eher Ausdruck von Ressentiments bis hin zum Anklang von Rassismen war.“

Dies wies der FDP-Abgeordnete Serkan Tören als „geradezu unverschämt“ zurück  – und fügte hinzu: „Sorgen Sie erst einmal dafür, dass es in Ihren Reihen keinen Rassismus gibt. Ich brauche nur den Namen Thilo Sarrazin zu nennen.“

SPD-Abgeordneter R. Veit agitierte gegen Thilo Sarrazin

Worauf der SPD-Abgeordnete Rüdiger Veit erklärte: „Ich persönlich bin der Auffassung, dass viele der Thesen von Herrn Sarrazin durch das Wesen eines menschenverachtenden Psychopathen gekennzeichnet sind.“  –  Der CDU-Abgeordnete Ingo Wellenreuther erwiderte, es spreche für sich, dass Veit eine niedrige Debattenkultur beklage, doch gleichzeitig einen Parteifreund als „menschenverachtenden Psychopathen“ bezeichne. 

Veit hatte auch Heinz Buschkowsky, dem SPD Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, einen Seitenhieb verpasst. Dieser sei „endgültig von allen guten Geistern verlassen“, erklärte Veit  –  und dies nur, weil Buschkowsky auf die Tatsache hingewiesen hatte, dass doppelte Staatsbürgerschaften auch benutzt werden, um sich einer Strafverfolgung in Deutschland zu entziehen.

Erstveröffentlichung des Beitrags in der „PAZ“ (Preußischen Allgemeinen Zeitung) vom 15.6.2013


One Comment on “Staatsbürgerschaft: Optionspflicht bleibt”

  1. Lucia Tentrop sagt:

    Ich empfinde es als Deutsche beleidigend, wenn Menschen, die in unserm Land geboren wurden, die hier 20 Jahre lang eine aufwändige Erziehung, Ausbildung und Förderung genossen haben (ich habe selber auf Staatskosten schulischen Sonder-, Förder- und Sprachunterricht für Kinder fremder Muttersprache in Einzelunterweisung und Kleingruppen erteilt!) und deren Eltern oder auch Großeltern seit Jahrzehnten hier leben und die Vorteile eines Sozialstaats mit Kindergeld, Lernmittelfreiheit, Kranken- und Rentenversicherung usw.
    in Anspruch nehmen, sich nicht für oder gegen uns entscheiden können.

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