Christus will nicht als Schauwundertäter gelten, sondern als „Erfüller des Gesetzes“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Matthäus 8,1-4:

Als Jesus von dem Berg herabstieg, folgten ihm viele Menschen. Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: HERR, wenn du willst, kannst du bewirken, daß ich rein werde.
Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein!  – Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein.
Jesus aber sprach zu ihm: Nimm dich in acht! Erzähl niemandem davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Opfer dar, das Moses angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (deiner Heilung) sein. media-444757-2

HINWEISE zur Auslegung:

Auf den ersten Blick mag es überraschen, daß Christus den geheilten Aussätzigen strikt auffordert: „Nimm dich in acht!  Erzähl niemandem davon!“  – Warum betreibt unser HERR keine „Reklame“ für sein wundertätiges Wirken, sondern verbietet sogar jedes Reden darüber?

Ganz einfach: Christus ist nicht als Wundertäter und „Heilkünstler“ zur allgemeinen Volksunterhaltung unterwegs, es geht ihm nicht um Schauwunder zum Erstaunen der Menge, sondern um eine wirkliche Umkehr der Menschen: „Kehrt um! Tut Buße! Das Reich Gottes ist nahe!“ 

So verkündet es auch sein Herold (Vorläufer), Johannes der Täufer, dem Volke.  Beide wollten, daß Menschen vor allem aufgrund der göttlichen BOTSCHAFT glauben, nicht so sehr wegen aufsehenerregenden „Zeichen und Wunder“.

Zudem weiß Christus, daß Wundertaten oft nur einen oberflächlichen „Glauben“ bewirken, der nicht in die Tiefe geht, sondern sich eher auf die „fünf Sinne“ stützt; ein solcher „Sinnesglaube“ hält in Notlagen und Herausforderungen des Lebens oftmals nicht stand.

Interessant ist, daß der Kranke Christus nicht etwa nur als „Meister“ oder „Lehrer“ (Rabbi) anspricht, sondern als HERR (Kyrios), was in der Heiligen Schrift immer für Gott selber steht, denn ER allein ist der HERR. Damit bekannte der Aussätzige ganz klar seinen Glauben an die Gottheit Christi.

„Dein Wille geschehe!“

Ebenso bedeutsam ist es, daß der Kranke ausdrücklich sagte: „Wenn du willst…“, also nicht etwa drängte: „Ich möchte unbedingt gesund werden, sorge  du dafür“  –  sondern vielmehr demütig bittet: „WENN du willst…“ 

Diese Haltung entspricht Christi eigenem Verhalten vor seinem Leiden: „Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“  – und auch der Vaterunser-Bitte des HERRN: „Dein Wille geschehe!“

Sodann sprach Christus zum Geheilten: „Zeig dich dem Priester und bring das Opfer dar, das Moses angeordnet hat.“ 

Dies war eine feste jüdische Regel, daß rein gewordene Aussätzige sich zu einem Priester begeben, denn nicht ein Arzt, sondern ein Priester mußte das Nichtmehrvorhandensein von Aussatz feststellen. Danach wurde ein Reinigungsritus am Tempel vollzogen und  Gott ein Dankopfer dargebracht, wie im AT (Lev 13 f) angeordnet.

Christus will das Gesetz des Alten Bundes keineswegs abschaffen, das betont gerade das Matthäus-Evangelium immer wieder, sondern ER ist in seiner Person die Erfüllung und Vollendung des  Gesetzes, das Moses auf Gottes Antrieb hin einst den Israeliten verkündete, wozu auch viele Ritualgesetze gehörten.

„Das“  – nämlich Christi Gehorsam gegenüber dem mosaischen Gesetz  –  soll für die jüdische Priesterschaft der „Beweis“ für Christi göttliche Sendung sein  –  und nicht etwa das Hinausposaunen seiner Wundertaten.

Felizitas Küble


Regensburg: Katholikentag veröffentlicht „Biblische Impulse“

Der Katholikentag hat auf seiner Webseite die Biblischen Impulse für die Veranstaltung kommendes Jahr in Regensburg veröffentlicht. Bibelimpulse gehören zu den ersten Veranstaltungen, mit denen Katholikentagsfreitag und –samstag (30. und 31. Mai 2014) beginnen.

Sechs Texte stehen im Mittelpunkt der Bibelarbeit, Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft werden eingeladen, sie auszulegen. Alle Texte haben eines gemeinsam: den Bezug zum Leitwort Mit Christus Brücken bauen. Bittprozession Auftakt Katholikentagskreuz

„Der endgültigen Formulierung des aktuellen Leitwortes ging die Entdeckung der vielen gewissermaßen bildhaft vorhandenen Brücken in der Heiligen Schrift voraus“, so Stefan-Bernhard Eirich, Geistlicher Rektor des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

Zwei Texte aus dem Alten Testament stehen unter der Überschrift Gott schlägt eine Brücke zu uns Menschen und zu unserer Welt: Der Traum des Jakob in Genesis 28,10-22, zusammenfassend die „Jakobsleiter“ genannt, außerdem die Zehn Gebote (Exodus 20,1-21).

Die „Brücke“ selbst kommt in 1 Timotheus 2,1-7 zur Sprache: Jesus Christus, Mittler zwischen Gott und den Menschen.

„Nach seinem Vorbild sollen wir eine Verbindung zu den Marginalisierten unserer Gesellschaft herstellen (Lukas 19,1-10) und wie Maria von Magdala liegt es nun an uns, eine Brücke für das Evangelium von seiner Auferstehung zu bauen (Johannes 20,1-18).

Die Apostelgeschichte berichtet davon, wie sich die junge Kirche intensiv um die Übersetzung der Frohen Botschaft in die Lebenswirklichkeit ihrer Zeit hinein bemüht. Ein besonders beeindruckendes Beispiel bietet hierfür die Rede des Apostels Paulus auf dem Areopag in Athen (Apostelgeschichte 17,15-34)“, so der Rektor über den Reigen der neutestamentlichen Bibelstellen.

Weitere Informationen: http://www.katholikentag.de

Der 99. Deutsche Katholikentag findet von 28. Mai bis 1. Juni 2014 in Regensburg statt. Erwartet werden viele Zehntausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet, der Region und Tschechien. Katholikentage werden vom ZdK in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet. 


Regensburger Bischof: Klare Erklärung zum §218-Beratungsverein „Donum vitae“

Dr. Rudolf Voderholzer feierte mit der CARITAS in der Wolfgangswoche

„Wir Christen haben nicht sofort eine Antwort auf alle Fragen des Lebens, gerade angesichts von Leid und Krankheit. Aber wir haben die Hoffnung auf das Leben in Gott, die sich in Christus gründet.“

So formulierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt am „Tag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas“ die zentrale Botschaft des Christentums.

Am heutigen Freitag feierte der der Regensburger Oberhirte mit haupt- und ehrenamtlichen Caritas-Mitarbeitern im Rahmen der Wolfgangswoche eine feierliche hl. Messe. Danach folgte eine persönliche Begegnung im Pfarrgarten der Basilika St. Emmeram (siehe Foto). borMedia1859501 (2)

Konsequentes Zeugnis für das Leben

Weil dieses Thema grundsätzlich die Arbeit der Caritas berühre, bekräftigte der Bischof in seiner Predigt noch einmal seine Haltung zum Verein Donum Vitae:

„Wir dürfen im nächsten Jahr in Regensburg den Katholikentag ausrichten. Er wird unter dem Motto stehen: ‚Mit Christus Brücken bauen’. Wir wollen mit vielen Tausend Gästen aus ganz Deutschland und den benachbarten Ländern unseren Glauben feiern und seine gesellschaftspolitische Relevanz deutlich machen, bei vielen Veranstaltungen zeigen, dass wir Christen, auch in ökumenischer Eintracht, einer Kultur des Lebens dienen.

In diesem Zusammenhang, Sie haben es vielleicht mitbekommen, wird noch diskutiert, ob der Verein Donum vitae offiziell beim Katholikentag auftreten darf oder nicht. Weil dieses Thema ja grundsätzlich die Arbeit der Caritas berührt, möchte ich diese Predigt nützen, kurz auch ein Wort zu meiner Haltung zu sagen.

Es ist hier nicht der Ort, eine Entscheidung zu fällen oder bekannt zu geben. Aber eines wollte ich klarstellen. Ich habe es immer bedauert, dass angesichts von Donum vitae der Eindruck entstehen konnte und auch entstanden ist, wir als katholische Kirche und als Caritas würden die durch eine Schwangerschaft in Not geratenen Frauen im Stich lassen und aus der Beratung und Hilfe aussteigen. Davon kann doch keine Rede sein.

Hilfe für Schwangere JA, Abtreibung NEIN

Es muss klar sein: Bei uns, bei Ihnen, bei der Caritas bekommen Frauen, die durch eine Schwangerschaft in Not geraten sind, jede nur erdenkliche Hilfe: materiell, psychologisch, menschlich, seelsorglich. Die Bedrängnisse können ja vielfältigster Art sein, bis hin zum Drängen des Vaters und des Umfeldes, die Frau gegen ihren Willen zu einer Abtreibung zu bewegen. Da muss klar sein: Bei uns gibt es jede nur erdenkliche Hilfe. Und die Caritas lässt sich diese Beratung viel kosten, bekommt aber im Unterschied zu Donum vitae kaum Zuschüsse.

Nur  –  und das ist das Entscheidende: Zu einer Hilfe können und dürfen wir die Hand nicht reichen, zu einer Lösung, die nicht eine Lösung, sondern die Beseitigung des Problems darstellt, ja die brutale Beseitigung des Problems, nämlich die Beseitigung des Kindes.

Liebe Schwestern und Brüder! Ich habe nie behauptet, dass nicht auch Donum vitae gute Absichten hat; ich habe nie behauptet, dass Donum vitae die schlechteste aller Lösungen ist. Ich halte auch nicht generell alle Mitglieder und Mitarbeiter von Donum vitae für böse Menschen und schlechte Christen.

Klares Eintreten der Kirche für das Lebensrecht

Aber –  und das haben die Schreiben aus Rom von Anfang an deutlich gemacht   durch Donum vitae und die Beteiligung am Abtreibungssystem in Deutschland, durch die Ausstellung des Scheins, der zu nichts anderem dient als zur Durchführung einer straffreien Abtreibung, wird das konsequente Eintreten der Kirche für das Leben unter allen Umständen verdunkelt, die Klarheit der Kirche doch erschüttert. Darin besteht das Problem.

Und die Folgen sind schwer abschätzbar. Einigen Fällen, bei denen vielleicht eine Frau, die nur zu Donum vitae gekommen ist und durch ergebnisoffene Beratung doch zur Entscheidung hin beraten wurde, das Kind zu behalten, steht die Gefahr einer moralischen Verunsicherung gegenüber, die darin ihren Ausdruck findet, dass nun der Eindruck entsteht, die Kirche macht grundsätzlich doch auch mit. Noch einmal:

Es ist hier nicht der Ort für Entscheidungen im Hinblick auf den Katholikentag, aber es ist der Ort, den Beraterinnen und Beratern der Caritas wie überhaupt allen Mitarbeiterinnen auf das herzlichste für ihren Dienst zu danken und es hinauszurufen in unsere Stadt und unser ganzes Bistum: Wir stehen für eine Kultur des Lebens. Und bei uns bekommen Sie in einer durch eine Schwangerschaft entstandenen Notsituation jede erdenkliche materielle, psychologische, menschliche und seelsorgliche Hilfe. Wir beraten, wir helfen, wir begleiten, und das auch nachhaltig!“, sagte der Bischof und fügte hinzu:

„Gerade Sie als Mitarbeiter der Caritas stehen oft genug vor Situationen, die einem angesichts der Verzweiflung am Krankenbett oder bei einer Beratung Tränen in die Augen treten lassen.“

Bischof Rudolf ermutigte seine Mitarbeiter in der Caritas, dass sie sich gerade in solchen Situationen auf die zentrale Botschaft des Christentums besinnen: „Hoffnung, Ermutigung und Trost sind die ersten Sätze der Verkündigung von Christus, nicht ein Satz der Moral“, sagte Voderholzer.

In der Arbeit für Menschen mit Behinderungen, mit Asylsuchenden oder in den zahlreichen anderen caritativen Diensten und Einrichtungen gäben die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Caritas und ihrer Fachverbände laut Bischof Voderholzer im Geist Christi der Kirche ein jugendliches, zukunftsfähiges Gesicht.

CHRISTUS ist die Hoffnung auf Herrlichkeit

In der Deutung des Spruchs auf seinem Bischofswappen „Christus in vobis spes gloriae“ („Christus ist unter Euch, er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit“) erkennt der Oberhirte den Auftrag und die Würdigung des caritativen Dienstes: „Es ist Christus, dem sie als Caritas-Mitarbeiter dienen, Christus identifiziert sich mit jedem ihrer Patienten oder Ratsuchenden“.

Nach dem Gottesdienst in der vollgefüllten Basilika St. Emmeram ließ es sich Bischof Rudolf nicht nehmen, den Caritas-Mitarbeitern zu begegnen und sie in persönlichen Gesprächen kennenzulernen. Zahlreiche ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter der Caritas kommen jedes Jahr zur Wolfgangswoche nach Regensburg.

„Es ist für uns ein Zeichen der Wertschätzung unserer caritativen Arbeit, dass Bischof Rudolf uns zur Wolfgangswoche eingeladen und sich auch Zeit für persönliche Begegnungen genommen hat“, sagte Diözesan-Caritasdirektor Dr. Roland Batz.

Zusatz-Info zur Caritas im Bistum Regensburg

Mehr als 900 sozial-caritative Einrichtungen mit über 15.000 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Von der Hilfe für Obdachlose, über die Betreuung von alten und pflegebedürftigen Menschen mit und ohne Behinderung bis hin zur modernen Hochleistungsmedizin im Krankenhaus: Unter dem Dach der Caritas im Bistum Regensburg werden jährlich mehr als 250.000 Menschen betreut.

Vor fast 40 Jahren wurde die Beratungsstelle für Frauen in Konfliktsituationen in Regensburg errichtet. Sie war in Bayern die erste katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen. Heute bietet die Caritas diözesanweit Schwangerschaftsberatung an elf Orten: in Amberg, Cham, Deggendorf, Dingolfing, Kelheim, Landshut, Mainburg, Regensburg, Schwandorf, Straubing, Tirschenreuth.

Neben der psychosozialen Beratung bieten die Beraterinnen soziale und lebenspraktische Unterstützung. Hierzu gehören Informationen über Sozialleistungen und Rechtsansprüche sowie die finanzielle Unterstützung aus verschiedenen Fonds und Stiftungen. Einen Schwerpunkt bildet die Beratung und Hilfe vor, während und nach Pränataldiagnostik (vorgeburtliche Untersuchungen). Die Beratung ist kostenlos, unabhängig von Herkunft und Religion, vertraulich und auf Wunsch anonym. Vor der Geburt bis zum dritten Lebensjahr des Kindes können die Hilfen der Caritas-Beratungsstellen in Anspruch genommen werden. Adressen und weitere Informationen zu „Hilfen für Schwangere“: www.caritas-schwangerschaftsberatung.de.

Caritas heißt aber auch zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter in den Pfarrgemeinden. Auch sie sind häufig unmittelbarer Ansprechpartner für Menschen, die Rat und Hilfe brauchen. Derzeit engagiert sich die Caritas in der Diözese Regensburg auch in der Unterstützung der Hochwasseropfer. Die Betroffenen erfahren schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe. Gleichzeitig stehen den Betroffenen die Notfallseelsorger und Sozialberater der Caritas sowie die Seelsorger vor Ort zur Seite.

Weiterhin bittet der Caritasverband im Bistum Regensburg alle Menschen, die von der Flutwasserkatastrophe verschont wurden um eine Spende: Das Spendenkonto lautet dafür: Konto 760, Ligabank Regensburg (BLZ 750 903 00), Stichwort „Hochwasser 2013“.

Quelle (Text/Foto): Bischöfliches Presseamt Regensburg


Unser neues Sommer-Poster zeigt ein Stadtbild von Bautzen

PLAKAT des ECCLESIA-Plakatpredigt: diese "Wandpredigt" erscheint alle zwei Wochen neu!

POSTER des ECCLESIA-Plakatdienstes: diese „Wandpredigt“ erscheint alle zwei Wochen mit neuen Plakaten in unserem KOMM-MiT-Verlag in Münster    (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)


Weibliche Genitalverstümmelung wird jetzt als Verbrechen eingestuft und schwerer bestraft

Nunmehr Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren beschlossen

Der Bundestag hat am gestrigen Donnerstagabend den Gesetzentwurf der Koalition zur Strafbarkeit der Verstümmelung weiblicher Genitalien verabschiedet. 76aa47d054

Dazu erklären die rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andrea Voßhoff, und die zuständige Berichterstatterin, Ute Granold:

„Die Koalition geht mit einer neuen Vorschrift im Strafgesetzbuch, mit höheren Freiheitstrafen von bis zu 15 Jahren und verbesserten Rechten für die Opfer konsequent gegen die Verstümmelung weiblicher Genitalien vor.“

Andrea Voßhoff führt dazu aus: „Die weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwerwiegende und durch nichts zu rechtfertigende Menschenrechtsverletzung. Davon betroffen sind zwar hauptsächlich Mädchen und Frauen in bestimmten Regionen Afrikas, Asiens und Südamerikas.

Nach Schätzungen leben aber auch in Deutschland knapp 24.000 Betroffene und etwa 6.000 Mädchen und Frauen, die von einer Genitalverstümmelung bedroht sind. Als Gesetzgeber haben wir die Pflicht, diese gefährdeten Mädchen und Frauen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu schützen. Ein wirksamer strafrechtlicher Schutz ist dabei natürlich besonders wichtig.“

Ute Granold ergänzt: „Die Verstümmelung weiblicher Genitalien ist zwar schon nach geltendem Recht als gefährliche Körperverletzung strafbar. Mit der Regelung in einem eigenen Tatbestand im Strafgesetzbuch macht die Koalition jetzt aber in besonderer Weise deutlich, dass es hier um ein gesteigertes Unrecht geht, bei dem der Staat auch ein gesteigertes Interesse an der Strafverfolgung hat.

Die weibliche Genitalverstümmelung wird deshalb künftig als Verbrechen eingestuft, bei dem der Täter eine erhöhte Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bis zu 15 Jahren zu erwarten hat. Im Interesse der zum Teil schon in jungen Jahren betroffenen Opfer beginnt die Tat erst dann zu verjähren, wenn sie volljährig sind.

Der Gesetzentwurf stärkt außerdem die Rechte der Opfer einer Genitalverstümmelung im Ermittlungs- und Strafverfahren. Sie können sich dem Prozess gegen den Täter als Nebenklägerin anschließen und haben frühzeitig Anspruch auf Bestellung eines kostenlosen anwaltlichen Beistands.

Wir haben fraktionsübergreifend die Weichen für eine effektive Bekämpfung der Verstümmelung weiblicher Genitalien gestellt und senden damit auch ein starkes Signal an die Bürgerinnen und Bürger und insbesondere an Täter und Opfer.“


Doppel-Rezension: Die „versunkene Kathedrale“ und der hl. Antonius

Von Prof. Dr. Hans Schieser

Andreas Wollbold, Die versunkene Kathedrale, Verlag Media Maria, 2013;  ISBN 978-3-9815698-5-8; 285 Seiten, € 19,95
und 
Gottfried Egger, Heiliger Antonius von Padua, Media Maria, 2013, ISBN 978-3-9815698-6-5; 191 Seiten, € 12,95

Gleich zwei Bücher auf einmal vorstellen?  –  Ja, denn sie gehören eigentlich zusammen: 

Es geht beim ersten Buch nicht um eine „versunkene Kathedrale“  –  der Untertitel verrät: „Den christlichen Glauben neu entdecken“ –  sondern um „Neu-entdeckungen“ von Dingen, die man zwar schon lange zu kennen glaubt, aber jetzt wieder neu ins Bewußtsein holen muß. 1142

Das zweite Buch „Heiliger Antonius von Padua“ ist die „personale Illustration“ zum ersten. Hier wird ein Heiliger „neu“ vorgestellt, wie im ersten Buch der christliche Glaube „neu“ dargestellt wird.

Was der Diözesanpriester Wollbold in seinem Buch darbietet, ist eine erfrischende und lesbare „Aus-legung“ des christlichen (nicht nur „katholischen“) Glaubens anhand des „Apostolischen Credo“, das auch die evangelischen Christen kennen. 

Dabei werden aktuelle Themen behandelt wie Zölibat, Frauen am Altar, Geschiedene und Kirchenkritiker, aber auch „heiße Eisen“ wie Evolution und Vielfalt der „Religionen“.

Wenn man das Buch mit der Lebensbeschreibung und dem „Werk“ des Heiligen Antonius von Padua dazu nimmt, wird dem Leser (er braucht nicht unbedingt katholisch zu sein, denn viele Nicht-Katholiken, selbst Moslems verehren diesen „Kirchenlehrer“ des 12. und 13. Jahrhunderts) eine „personale“ Illustration dessen vorgelegt, was im erstgenannten Buch als „Glaubensinhalt“ vorgestellt wird.1185

Antonius ist weit mehr als der „Finder verlorener Dinge“; er hat zu seiner Zeit vielen Menschen geholfen, den Glauben zu „finden“ –  und er kann dies auch heute noch!

Der Autor, als Franziskaner ein „Mitbruder“ des hl. Antonius, beschreibt den Lebenslauf und die unglaublich dynamische Arbeit dieses Mannes. Im Anhang werden die Bräuche und Heiligtümer (Wallfahrtsorte) beschrieben  –  ein wertvoller Beitrag zur Kulturgeschichte! – und Quellen aufgeführt.

Beide Bücher kann man als „wertvoll“ und „lesenswert“ empfehlen, weil sie gerade heute Dinge „zurecht rücken“, über die zur Zeit viel Unsinn geschrieben und gesagt wird. Ein Lob gebührt dem Verlag, der den Mut hat, solches „auf den Markt“ zu bringen.            

Unser Autor Dr. Hans Schieser  ist Pädagogik-Professor emeritus (DePaul University, Chicago) 


Niederlande: Tödliche Euthanasie für schwerstkranke Säuglinge

In den Niederlanden wird seit Jahren aktive Sterbehilfe bei todkranken Babys praktiziert. Da dies unter Kinderärzten und Juristen zu kontroversen Diskussionen führte, hat die Ärzteorganisation KNMG Mitte Juni verbindliche Richtlinien herausgegeben.

Einem Bericht des „Deutschen Ärzteblatts“  zufolge ist es im Nachbarland künftig legal, die Behandlung Neugeborener mit geringer Lebenserwartung nicht nur einzustellen, sondern auch den Tod durch die Gabe von Muskelrelaxanzien (Medikamente zur Entspannung der Muskeln) herbeizuführen. _DSC0161

Dadurch sollen den Kindern unnötige Qualen erspart bleiben. Entsprechende Fälle müssten einer eigens dafür eingerichteten Kommission gemeldet werden. Ein Leitfaden solle betroffenen Eltern helfen, die Entscheidung des Arztes nachzuvollziehen.

Von den jährlich rund 175.000 Neugeborenen in den Niederlanden sterben etwa 650. Die Hälfte sind Frühgeburten ohne reelle Lebenserwartungen, die anderen haben schwere Anomalien der Lungen, des Herzens oder des Gehirns. 2002 hatten die Niederlande als erstes Land die Euthanasie legalisiert. Dem niederländischen Statistikamt zufolge steigt die Zahl der Fälle von aktiver Sterbehilfe. Im Jahr 2010 waren 3800 Personen betroffen (2,8 Prozent aller Todesfälle). Fünf Jahre zuvor lag der Anteil bei 1,7 Prozent (2.300 Fälle).

Lebensrechtler protestieren

Deutsche Lebensrechtsverbände üben scharfe Kritik an den niederländischen Richtlinien. „Der Schwachsinn vom „Gnadentod“ greift immer weiter um sich“, kommentierte der Generalsekretär der Dt. Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), die Entwicklung. Sie sei eine Konsequenz der „tödlichen Logik“, dass Menschen mit Behinderungen kein würdiges Leben führen können.

Da man sie im Mutterleib töten dürfe, sei die Bereitschaft naheliegend, ihnen auch nach der Geburt das Leben zu nehmen. „Macht man sich einmal auf den Weg sogenannter Kompromisse, gibt es offenbar kein Halten mehr“, sagte Steeb der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA; er ist auch Leiter des „Treffens christlicher Lebensrechtsgruppen“.

Quelle: http://www.idea.de

Siehe hierzu auch den Weckruf unseres Autors Mathias von Gersdorff: https://charismatismus.wordpress.com/2013/06/25/sauglings-euthanasie-in-holland-eroffnet-neue-phase-im-kampf-fur-das-lebensrecht/

Foto: CDL, M. Löhr