Abhöraffäre NSA und Prism: „Kann man es denen verdenken?“

Einspruch von Hans Bernd Ulrich

Wie in einem aufgescheuchten Hühnerhof gackert es seit Tagen im deutschen Politikbetrieb. Überall aufgeregtes Herumflattern, Krähen und Kikeriki.  – Der Grund: NSA und Prism.

Diese  neuen Vokabeln stehen noch nicht im jüngst erschienenen Duden und sorgen trotzdem schon für gehörige Aufregung. Denn nun ist jedem klar, daß jenseits von Ärmelkanal und Atlantik nichts geheimblieb, was hier so über die Datenleitungen summte.

Indessen: wer glaubte, daß unsere befreundeten Siegermächte mit Ende des Kalten Krieges alle Lauschaktivitäten eingestellt  hätten, der musste schon grenzenlos naiv sein. Von daher wirkt die ganze Aufregung reichlich gekünstelt. 0022

Nun ja, kann man es denen in Washington und London verdenken?

Schauen wir doch mal unsere Repräsentanten an: Da hatten es auch schon mal ehemalige Terroristenanwälte nicht nur in die Parlamente, sondern in hohe Staatsämter gebracht: Hans-Christian Ströbele, Otto Schily, Gerhard Schröder. Ein APO-Aktivist und Polizistenprügeler wurde zum Außenminister befördert. 

Ins Europaparlament schicken wir ehemalige Anarchisten und Pädophile: Daniel Cohn-Bendit. Und im Südwesten der Republik regiert ein ehemaliger Kommunist als Ministerpräsident, inzwischen von rot auf grün gewendet. 

Verständlich, dass unsere Freunde da etwas genauer hinschauen möchten. Getreu dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Betrachten wir die Sache doch mal von der anderen Seite: Ohne Abhörmethoden wären weder die Manipulationen im Europäischen Fußball bekannt geworden noch hätte man die Mafiabosse in Sizilien und Kalabrien dingfest machen können. (…) Und ging letztens nicht noch ein mitgeschnittenes Telefonat, in dem irische Banker über deutsche Steuerzahler witzeln, durch die Presse?

QUELLE und FORTSETZUNG des Kommentars hier: http://hansberndulrich.wordpress.com/2013/07/04/abhoren-und-mitlesen-ja-bitte/

Siehe zudem den Artikel des deutsch-jüdischen Historikers Prof. Dr. Michael Wolffsohn: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article117714471/Die-USA-haben-guten-Grund-uns-zu-misstrauen.html


2 Kommentare on “Abhöraffäre NSA und Prism: „Kann man es denen verdenken?“”

  1. Manfred Blank sagt:

    Ich vermisse in dem Artikel Hinweise darauf, dass in der Regierung Adenauer ein gewisser Globke – der Kommentator der „Nürnberger Rassegesetze – persönlicher Berater Adenauers war. Und darauf, dass deutsche Parlamentarier die „bedingungslose Freilassung“ der von den Amerikanern zum Tode verurteilten Leiter der Einsatzgruppen von z.B. Babi Yar verlangt haben, dass mit Billigung der Regierung hohe Nazis bald nach dem Krieg wieder in Amt und Würden waren, dass der BND in der Anfangszeit aus „bewährten“ Alt-Nazis bestand…….

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  2. Uli sagt:

    Guten Morgen,

    ich muß gerade mal eine internetfunktionstüchtige Minute abwarten, um hier etwas zu lesen und zu schreiben (man hat sich schon ganz schön ans Internet gewöhnt).

    Spione hats ja schon immer gegeben, das ist ja an für sich nichts Neues.

    Wenn Attentate und Anschläge damit verhindert werden können, erfreuen wir uns an diesen
    Abhörmaßnahmen. Wenn sogenannte „schlimme Finger“ errwischt werden, dann finden
    wir das Sammeln der Daten auch sinnvoll.

    Wo aber die Möglichkeit des Datensammelns und Abhörens möglich ist, gibt es auch immer
    die Möglichkeit diese „falsch“ zu nutzen.

    Werde ich zu Hause etwa belauscht – denkt man da weiter drüber nach, kann man depressiv werden, also verdrängt mans und denkt ja fast: ist mir wurscht, ich habe keine Geheimnisse.

    Frankreich hört auch ab, habe ich gestern im Videotext gelesen.

    Wie weit geht das aber mit dem Abhören, wer macht das alles und wo sind die Grenzen?

    Gibt es überhaupt noch Grenzen – legal wohl schon – aber wer hält sich dran???

    Liest man eines Tages in der Zeitung die Schlagzeile: Der VATIKAN hört seine
    Mitarbeiter ab. Gespräche werden überwacht.

    Ist man da auch noch glücklich und zufrieden und denkt sich: Es ist doch gut,
    dass wir den Priester nun erwischt haben, der Mißbrauch betreibt und so weiter und so fort.

    In einigen Supermärkten wurden auch Angestellte überwacht, um die „schlimmen Finger“ zu entlarven.

    Stellt euch nun mal wirklich vor, in der Kirche würden auch Überwachungen stattfinden –
    eigentlich auch nur für einen „guten Zweck“ und Bischöfe wüßten davon und dürften nicht
    öffentlich darüber reden, damit die Kirche kein schlechtes Bild bekommt.

    Das sind jetzt nur: Was wäre wenn – Fragen, aber ist das wirklich so weit hergeholt.

    Was wäre, wenn ein Priester, Bischof zurücktritt, weil er mit seinem Gewissen solche
    Abhörmaßnahmen nicht vertreten kann und könnte in einem Interview nicht mal die
    Wahrheit sagen, um der Kirche nicht zu schaden.

    So ein Priester würde doch sicherlich am liebsten im Erdboden versinken.

    Ich hoffe, dass dies zu negative Gedankengänge von mir sind.

    JESUS hat den Menschen die FREIHEIT geschenkt, dies ist sehr wichtig.
    Natürlich müssen wir uns an die Gebote halten. Das Einhalten der Grundgesetzte
    ist sicher auch sinnvoll, es sei denn dort sind Dinge erlaubt die nicht mit den
    Geboten im Einklang stehen.

    So, ich mache nun Schluß für heute.

    Tschüss

    Ulrike

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