Polen: Bischof läßt umstrittenen „Heiler“ und „Exorzisten“ vor 58.000 Menschen im Warschauer Stadion predigen

Star-Charismatiker aus Uganda zieht Massen an

In dem sonst für Fußballspiele genutzten Nationalstadion in Warschau wurde dem katholischen Priester Jean-Baptiste Bashobora eine spektakuläre Bühne mit einem 15 Meter hohem Kreuz und herzförmigem Altar gebaut.

Von dort aus präsentierte sich der schwarzafrikanische „Wunderheiler“ aus Uganda  am vergangenen Samstag vor einem Massenpublikum von 58.000 Teilnehmern als vermeintlich begnadeter Teufelsaustreiber und Starprediger. charismatiker_allg_606_pr13_02_ab36d7785e

Organisiert wurde der schwarmgeistige Kongreß vom Oberhirten des Warschauer Bistums, Bischof Henryk Hoser.

An der Großveranstaltung nahmen zahlreiche Behinderte in Rollstühlen teil, die auf Heilung hofften. Wer meinte, er sei von „satanischen Offenbarungen“ betroffen,  konnte sich an Ort und Stelle in einer „Spezialzone“ von angeblichen Hilfs-“Exorzisten“ betreuen lassen.

Bashobora wurde in Bushenyi in Uganda am 5. Dezember 1946 als Kind katholischer Eltern geboren, wobei der Vater sich jedoch mehrere Frauen gleichzeitig hielt.

Schon früh lernte der Theologiestudent die Charismatische Bewegung kennen, auch bei einem Aufenthalt in Indien.  1972 wurde er zum Priester geweiht, studierte in Rom an der Gregoriana und schrieb seine Doktorarbeit ausgerechnet über das Thema „Die Unterscheidung der Geister im Leben der Christen Ugandas“.

In Rom war der Geistliche erneut in der schwarmgeistigen Szene aktiv.  Er ist derzeit Koordinator der diözesanen „Katholischen Charismatischen Erneuerung „in der Erzdiözese Mbarara in Uganda. In Polen ist er bereits mehrfach aufgetreten.

Exorzist will Kindertaufe „aufspalten“

Bashobora setzt sich dafür ein, künftig die Taufe bei Kindern in zwei Teile zu trennen:  in ein einfaches Aufnahmeritual und in einen späteren „Exorzismus“.

Während die Taufe (ohne Exorzismus) bald nach der Geburt gespendet werden soll,  soll eine exorzistische “Sündenbefreiung” hinausgeschoben werden, bis die Kleinkinder antworten können.

Die Kinder sollen dann auf die Frage “Widersagst Du dem Teufel?” mit einem klaren “Ja, ich widersage!” antworten. Im Falle einer Antwortverweigerung sollen alle Stufen des sechsteiligen Exorzismus zum Tragen kommen…

Jean-Baptiste Bashobora erklärt zu dieser in der katholischen Kirche noch nie dagewesenen Neuerung: “Wir müssen früh anfangen, damit die Dämonen in unserer Kirche gar nicht erst Fuß fassen!”

Quellen: Mittelbayerische Zeitung, Schweizer „Tagesanzeiger“, Wikipedia (polnisch), Quelle betr. Tauf-Exorzismus: http://gladblog.de/tag/jean-baptiste-bashobora/


Betroffenen-Initiative fordert Rücktritt von Volker Beck und Umdenken bei Grünen

NetzwerkB-Pressemitteilung vom 9. Juli 2013:

Volker Beck und Daniel Cohn-Bendit haben Pädokriminalität verharmlost. Diese Verharmlosungen sind in gedruckter Form erschienen und öffentlich zugänglich. Selbst für den unbedarften Leser sind diese verharmlosenden und verherrlichenden Texte sexualisierter Gewalt schockierend.

Jedoch für uns als Betroffene, die sexualisierte Gewalt wieder und wieder in unserer Kindheit oder Jugend als Leidensweg erleben mussten, sind die vorliegenden Texte retraumatisierend.

Personen wie Beck und Cohn-Bendit waren keine Opfer eines Zeitgeistes. Sie haben stattdessen vielmehr mit reichlich Energie versucht, diesen in ihrem Sinne zu prägen. Wir als Opfer haben unser Leben lang mit den gesundheitlichen Folgen unserer Gewalterfahrung zu kämpfen  –  die Schreibtischtäter von damals noch immer an politisch einflussreichen Positionen zu sehen, ist unzumutbar! 

Buchtitel der Aktion "Kinder in Gefahr"

Buchtitel der Aktion „Kinder in Gefahr“

Die Grünen haben es ebenso mitzuverantworten, dass das heutige Strafgesetzbuch im Bereich von sexualisierter Gewalt extrem unzulänglich ist und mehr Täterschutz als Opferschutz beinhaltet. Die äußerlich nicht sichtbaren Gesundheitsschäden  –  darunter lebenslange Traumatisierungen bei sexualisierter Gewalt und ihre Folgen –   werden bis heute nicht ausreichend gewürdigt.

Daniel Cohn-Bendit

Die Grünen stehen in einer langen Tradition der Verharmlosung von sexualisierten Übergriffen gegenüber Kindern. So berichtete Daniel Cohn-Bendit schon 1975 in „Der große Basar“ über seine Zeit als Kinderbetreuer im Kinderladen der Universität Frankfurt zwischen 1972 und 1974: „Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf schon gelernt hatten, mich anzumachen“, so dass es „mehrmals passierte, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln“ und er „auf Wunsch“ zurückgestreichelt habe.

Cohn-Bendits Haltung zu sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Kindern war von einer feurigen Begeisterung geprägt, wie eine Talkshow im französischen Fernsehen von 1982 deutlich belegt. (…)

Volker Beck

Volker Beck Volker Beck verfasste den Beitrag „Das Strafrecht ändern? Plädoyer für eine realistische Neuorientierung der Sexualpolitik“ ,welcher im Sammelwerk „Der pädosexuelle Komplex“ (Joachim S. Hohmann (Hrsg.), Verlag Foerster, Berlin, 1988, ISBN 3-922257-66-6) erschien.

Beck setzte sich leidenschaftlich für eine Entkriminalisierung von Bereichen der Pädosexualität ein. Unter anderem hat er geschrieben:

„Allerdings hat der Sonderausschuss (…) sich wider besseres Sachverständigenwissen für eine generelle Strafbarkeit der Sexualität mit Kindern entschieden.“    –  „Lässt man sich aber auf eine Strafrechtspolitik unter diesen Leitsätzen ein, ist es die Aufgabe der sexual-emanzipatorischen Bewegung, nachzuweisen, dass es bei gewaltlosen sexuellen Kontakten zwischen Personen über 19 und unter 14 Jahren, sogenannte Erwachsene mit Kindern, zu keinen Schädigungen der sexuellen Entwicklung des Kindes kommt oder kommen muss bzw. das Strafrecht kein geeignetes Mittel ist, um einen eventuellen Schaden von dem Kind abzuwehren.“

„Allein eine Mobilisierung der Schwulenbewegung für die rechtlich gesehen im Gegensatz zur Pädosexualität völlig unproblematische Gleichstellung von Homo- und Heterosexualität durch die Streichung des § 175 StGB und für die Rechte der Homosexuellen wird das Zementieren eines sexualrepressiven Klimas verhindern können – eine Voraussetzung, um eines Tages den Kampf für die zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität aufnehmen zu können.“

„Entkriminalisierung dringend erforderlich“

„Eine Entkriminalisierung der Pädosexualität ist angesichts des jetzigen Zustandes ihrer globalen Kriminalisierung dringend erforderlich, nicht zuletzt weil sie im Widerspruch zu rechtsstaatlichen Grundsätzen aufrechterhalten wird.“ (…)

 Angeblich sei der Abdruck nicht autorisiert gewesen, Aussagen seien bearbeitet worden. Beck habe damals auch protestiert, doch gehen konkrete Angaben darüber anscheinend in Erinnerungslücken unter. Beck hat sich später von seiner Haltung distanziert, doch wir sind der Meinung, dass Volker Beck in seiner Kehrtwende vom engagierten Pädophilen-Fürsprecher zum „Kämpfer gegen sexuellen Missbrauch“ anstatt von echter Einsicht von politischem Kalkül geleitet war, da „pädophile“ Ansichten seit Beginn der 1990er-Jahre nicht mehr opportun sind.

An das Märchen „vom Saulus zum Paulus“ glauben wir nicht. Zumal sich Volker Beck auch in den vergangenen Jahren nicht mit einem auffälligen Engagement gegen Pädokriminalität bzw. für Kinderschutz eine entsprechende Glaubwürdigkeit erarbeitet hat.(…) Volker Beck ist bis heute menschenrechtspolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion.

Jerzy Montag

Der Grüne Jerzy Montag setzt sich vehement gegen die Verschärfung des Straftatbestands des sexuellen Missbrauchs und gegen die Aufhebung der Verjährungsfristen ein. Montag argumentiert mit sexueller Selbstbestimmung und sog. „Einvernehmlichkeit“ und lässt selbstverständlich außer Acht, dass zum Beispiel zwischen einem 32-jährigen Lehrer und einer 14-jährigen Schülerin ein Machtgefälle besteht.

Auch die Argumentationskeule „prüde Sexualmoral“ darf in Montags Aktionismus nicht fehlen.  Jerzy Montag ist bis heute rechtspolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion. (…)

Aufruf zur Demo am 20. Juli

Wir als Betroffene von sexualisierter Gewalt haben unser Leben lang mit den gesundheitlichen Folgen zu kämpfen. Wir glauben nicht daran, dass die angebliche Aufarbeitung der GRÜNEN zu irgendwelchen Konsequenzen führt. Von unserem Standpunkt als Betroffene sagen wir: Ein Schutz von Minderjährigen vor sexualisierter Gewalt ist mit solchen Politikern nicht möglich. Solche Politiker sind nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems.

Daher rufen wir zur Demonstration auf:

Wann: Samstag, den 20. Juli 2013, von 12 bis 15 Uhr
Wo: Berlin, Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor
Die Versammlung ist genehmigt.  

Quelle und vollständige Pressemitteilung hier: http://netzwerkb.org/2013/07/09/volker-beck-muss-weg/


Lebensrechtler und Ärzte gegen rezeptfrei erhältliche „Pille danach“

Auf Kritik von Lebensrechtlern stößt die Forderung des Bundesrates, dass die „Pille danach“ in Apotheken rezeptfrei erhältlich sein soll. Am 5. Juli war die Ländervertretung einem Antrag von Baden-Württemberg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Bremen gefolgt, auf die Freigabe des Medikaments mit dem Wirkstoff Levonorgestrel zu dringen. nodstartbild_program_13_14

Wenn es spätestens 72 Stunden nach einem Geschlechtsverkehr eingenommen werde, könne es eine Schwangerschaft verhindern, hieß es. Die derzeitige Pflicht, dass ein Arzt das Medikament verschreiben müsse, könne dazu führen, dass insbesondere an Wochenenden zu viel Zeit verstreiche. Die notwendige Beratung sei auch durch den Apotheker möglich.

Außerdem plädiert der Bundesrat dafür, dass Frauen unter 21 Jahren das Präparat wie bisher kostenfrei erhalten. Damit der Beschluss wirksam wird, muss das Bundesgesundheitsministerium die Arzneimittelverschreibungsverordnung ändern. Eine Verpflichtung bestehe dazu nicht, teilte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA mit.

Ärztevertreter gegen Freigabe

Unter Fachleuten ist die Freigabe von Levonorgestrel umstritten. Bei einer Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestags im April befürworteten Mitarbeiter von Pharmaunternehmen und der Organisation „pro familia“ die Freigabe. Hingegen sprachen sich Ärztevertreter gegen die Freigabe aus. Nur Mediziner könnten eine kompetente Beratung gewährleisten.

Bei einem Forum des Treffens Christlicher Lebensrechts-Gruppen (TCLG) ebenfalls im April setzten sich Organisationen wie „Ärzte für das Leben“, der Bund Katholischer Ärzte, die deutsche Sektion der Europäischen Pro-Life-Ärzte sowie der Verein der „Christen im Gesundheitswesen“ für den Beibehalt der Rezeptpflicht ein.

Am 15. Mai hatte der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP zwei Anträge auf Freigabe des Medikaments abgelehnt, die die SPD und die Links-Partei eingebracht hatten.

Steeb: Forderung „völlig inakzeptabel“

Der Vorsitzende des Treffens Christlicher Lebensrechts-Gruppen, Hartmut Steeb (Stuttgart), nannte die Forderung des Bundesrates „völlig inakzeptabel“. Durch die Freigabe des Medikamentes würden Frauen verstärkt dem Druck ihrer Freunde ausgesetzt, „das Kind wegmachen zu lassen“, sagte Steeb gegenüber IDEA.

Nach allen Erkenntnissen der Medizin sei eine frühabtreibende Wirkung des Medikaments nicht auszuschließen. Es trüge damit zur Vernichtung menschlichen Lebens bei. Steeb ist hauptberuflich Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz und ehrenamtliches Vorstandsmitglied des BVL (Bundesverbandes Lebensrecht).  

Quelle: http://www.idea.de


Südtirol: Volksabstimmung im Herbst

Zuversichtlich sind die Landtagsabgeordneten der „Süd-Tiroler Freiheit“, Sven Knoll und Dr. Eva Klotz, für das von ihrer Partei im Herbst 2013 durchgeführte Referendum über das Selbstbestimmungsrecht.

In einer vom Meinungsforschungsinstitut „Karmasin“ durchgeführten Umfrage sprechen sich 54 Prozent der Befragten für die Unabhängigkeit Südtirols von Italien aus. Lediglich 26 Prozent betonten ihre Zugehörigkeit zum italienischen Staatsverband, weitere 20 Prozent sind derzeit noch unentschlossen.

Quelle und Fortsetzung der Nachricht hier: http://unzensuriert.at/content/0013356-54-Prozent-der-S-dtiroler-wollen-Unabh-ngigkeit-von-Italien


Kölner OB von Linksextremen bedroht

Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) steht nach einem Anschlag von Linksextremisten auf sein Wohnhaus unter Polizeischutz. „Meine Familie und ich fühlen uns persönlich bedroht.“  –   Die „Grenze des Erträglichen“ sei „eindeutig überschritten“, sagte Roters.

In der vergangenen Woche war die Wohnungstür des SPD-Politikers mit Klebstoff verschmiert worden. In der Umgebung fanden sich zudem Schmähplakate. Hintergrund des Anschlags ist die von der Stadt Köln beschlossene Räumung des linksextremen „Autonomen Zentrums“. Nachdem das Gebäude 2010 illegal besetzt worden war, legalisierte die Sparkasse Köln/Bonn den Status der Einrichtung.

Die Stadt, der das Wohnhaus mittlerweile gehört, kündigte die Mietverträge zum 1. Juli, um die Räume einem benachbarten Gymnasium zur Verfügung zu stellen. Die Sympathisanten des vom Verfassungsschutz beobachteten Zentrums standen in den vergangenen Jahren immer wieder im Fokus der Sicherheitsbehörden.

So berichteten Frauen von sexuellen Übergriffen durch Besucher der ultralinken Einrichtung. Im vergangenen Jahr kam es während einer Abstimmung über die künftige Nutzung des Gebäudes zu einem Eklat, als etwa 40 militante Linksextremisten versuchten, eine Sitzung des Kölner Stadtrates zu stürmen. Im Internet sind bereits weitere Adressen von Kölner SPD-Politikern aufgetaucht, mit dem Hinweis, die Häuser farblich zu „verschönern“.

Der Kölner SPD-Vorsitzende Jochen Ott zeigte sich gegenüber dem Kölner-Stadtanzeiger bestürzt: „Ich bin sehr besorgt, weil Sitzungen der SPD unter Polizeischutz stattfinden müssen oder das Bürgerbüro des Kalker Landtagsabgeordneten bewacht werden muß.“  –  Es sei nicht hinnehmbar, wenn „Vermummte“ Sparkassenfilialen stürmten und Mitarbeiter bedrohten. 

Quelle: Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT


IGFM: Bundesregierung soll Ägypten Hilfe anbieten und Menschenrechte fordern

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat Bundesaußenminister Westerwelle aufgefordert, eine aktive Rolle in der aktuellen Krise in Ägypten zu spielen. Die ägyptische Gesellschaft sei so tief gespalten wie nie zuvor. Eine Übergangsregierung und eine Verfassungskommission, die alle Gruppen mit einschließe, biete die Chance zu einem echten Neuanfang.

Falls dieser Prozess scheitern sollte, drohe eine „Talibanisierung“ Ägyptens, warnte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Köln. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Opfer sei zu allererst die christliche Minderheit, die seit der Entmachtung der Muslimbrüder schon jetzt in mehreren Teilen Ägyptens zur Zielscheibe islamistischer Gewalt geworden sei. Häuser und Geschäfte von Christen seien geplündert und niedergebrannt, zahlreiche Kopten verletzt, mehrere ermordet worden. Der Hass der islamistischen Gewalttäter gelte auch solchen Christen, die sich nicht an den Protesten gegen den abgesetzten Präsidenten Mursi beteiligt hätten, so die IGFM.

Für Ägypten und die gesamte Region stehe zu viel auf dem Spiel, als dass Europa das Land sich selbst überlassen könne. Die Bundesregierung dürfe die Fehler im Umgang mit Mursi nicht wiederholen und müsse sich aktiv helfend und fordernd einbringen, betonte IGFM-Vorstandssprecher Lessenthin.

Der Empfang von Mursi als Staatsgast sei eine Ohrfeige für die ägyptische Demokratiebewegung gewesen, so die IGFM. Mursi hatte in mehreren Schritten die Kontrolle über die Institutionen Ägyptens an sich gerissen, Schlüsselpositionen mit Muslimbrüdern besetzt und sich selbst schon am 22. November 2012 mit einem Dekret über das Gesetz gestellt.

Außenminister Westerwelle solle nun der neuen ägyptischen Übergangsregierung Hilfe anbieten. Die strukturellen Probleme des Landes seien so gewaltig, dass auch eine demokratische, liberale Regierung ohne nachhaltige Hilfe von außen scheitern werde, so die IGFM. In Ägypten fehlten funktionierende staatliche Strukturen weitgehend. Auch beim Entwurf der neuen Verfassung und beim erhofften Versöhnungsprozess könne Deutschland seine Erfahrung aus der Wiedervereinigung anbieten.

Nach Einschätzung der IGFM sei die Gefahr enorm, dass das ägyptische Militär in sein bisheriges Verhalten zurückfalle und Kritiker und Andersdenkende verhafte und bedrohe. Die Probleme des Landes könnten aber nur mit Pressefreiheit, Pluralismus und Rechtsstaatlichkeit gelöst werden. Muslimbrüder, Salafisten, Anhänger des Mubarak-Regimes und Liberale stünden sich mit tiefstem Misstrauen gegenüber. Ägypten hat nach Einschätzung der IGFM aber nur eine Perspektive, wenn alle Gruppen eingebunden würden, einschließlich Frauen und Minderheiten wie Christen und Schiiten.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Ägypten unter:
http://www.igfm.de/laender/aegypten/


Kirchliche Fundamente im Einsatz für Ehe und Familie

Mathias von Gersdorff

Am Ende dieser Legislaturperiode hat der Deutsche Bundestag die steuerliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der normalen Ehe beschlossen. Diese Entscheidung war die Reaktion auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das diese Angleichung forderte. Insbesondere sollten gleichgeschlechtliche Partnerschaften in den Genuß des Ehegattensplittings kommen. 

M. von Gersdorff

M. von Gersdorff

Je nachdem, wie die Bundestagswahl am 22. September ausgeht, könnte es zu weiteren „Angleichungen“ kommen. Alle Parteien außer der Union fordern für Homosexuelle das Recht, Kinder adoptieren zu dürfen. Dies können sie gegenwärtig nicht als Paar tun. Nach dem geltenden Adoptionsrecht soll das adoptierte Kind von einer Familie aufgenommen werden, die so weit wie möglich seine eigene replizieren soll. Deshalb ist die normale Ehe die Norm bei einer Adoption.

Mit unterschiedlicher Lautstärke haben sich alle Parteien außer der Union für die Öffnung der Zivilehe für Homosexuelle ausgesprochen. Würde dies tatsächlich geschehen, so wäre der Begriff „Ehe“ seiner eigentlichen Bedeutung entleert. Per Gesetz  –  zumindest was die Zivilehe betrifft  –  hätte man der Vokabel einen völlig anderen Sinn gegeben, als sie bislang seit Jahrtausenden hatte, denn mit der Ehe war immer auch die Möglichkeit der Fortpflanzung verbunden.

Päpste warnen vor staatlicher Einmischung

Um eine Strategie zur Verteidigung von Ehe und Familie zu entwickeln, ist es möglicherweise nützlich, diese jüngste Entwicklung in einem breiteren zeitlichen Rahmen zu analysieren. Hierfür eignen sich die Aussagen der Päpste, vor allem die großen „Familienenzykliken“, die allesamt in der Auseinandersetzung mit der weltlichen Ordnung hierüber entstanden sind.

Diese päpstlichen Stellungnahmen behandelten immer zwei Punkte: 1. Eine willkürliche Gestaltung der Ehe durch die staatliche Hand und 2. einen Angriff auf die kulturellen, psychologischen und moralischen Rahmenbedingungen für das Gedeihen stabiler Ehen.

Während des gesamten 19. Jahrhunderts mußten die Päpste immer wieder die Ehe verteidigen. Die erste Enzyklika, die sich umfassend damit beschäftigt, ist „Arcanum divinae sapientiae“ von Leo XIII., im Jahr 1880 geschrieben.

Die Ehe der Getauften besitzt übernatürlichen Charakter

In diesem Rundschreiben beanspruchte Papst Leo XIII. wie seine Vorgänger für die Kirche die Ehegesetzgebung, das heißt die Gestaltungshoheit über die Ehe. Für die katholische Kirche ist die Ehe ein Sakrament, sie hat also einen übernatürlichen Charakter und ist als göttliches Gesetz zu beachten.

Es ist klar, daß unter diesen Umständen der Staat die Ehe nicht nach Gutdünken verändern darf, indem er beispielweise die Scheidung legalisiert.  – Leo XIII. erklärte in „Arcanum divinae sapientiae“, daß die eigentliche Heirat die kirchliche sei, während die bürgerliche Eheschließung „nicht höher einzuschätzen ist als ein im bürgerlichen Recht eingeführter Brauch oder eine bürgerliche Sitte“. Bis heute ist für praktizierende Katholiken die Zivilehe ein bürokratischer Akt, der eben notwendig ist. Die richtige Eheschließung ist die kirchliche.

Für uns ist interessant festzustellen, daß sich Leo XIII. keinen Illusionen über das langfristige Ziel dieser antikatholischen Politik hingab: „Das frevelhafte Ansinnen jener, die in unsern Tagen das Wesen der Ehe von Grund aus zerstören möchten.“

Wider die Regulierungswut des Staates

Nicht-katholische Leser dieser Kolumne könnten nun einwenden, daß der Staat durchaus das Recht hätte, der Kirche die Gestaltungskraft der bürgerlichen Ehe zu entziehen. Diese Leser sollten aber beachten, daß der Entzug der Ehe aus der kirchlichen Obrigkeit in der Geschichte immer mit der Intention geschah, sie im Widerspruch zur christlichen Auffassung zu gestalten.

Die Regulierungswut und Einmischung in die persönliche Sphäre der Familie weitete sich systematisch aus. Allein in der jüngsten Vergangenheit unseres Landes wurde kontinuierlich das Hoheitsrecht der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder eingegrenzt, die außerehelichen Geschlechtsbeziehungen wurden aufgewertet, und nun wurden gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften in den Rechtsrahmen der Ehe einbezogen.

Die rechtliche Einführung der Zivilehe reichte natürlich nicht aus, um diese Revolution durchzuführen. Selbst totalitäre, antiklerikale oder atheistisch inspirierte Staaten konnten nicht radikal mit der Ehe aufräumen, sondern mußten langsam vorangehen. Auch die Linksideologen müssen den kulturellen und psychologischen Rahmen beachten, um ihre Ziele zu erreichen.

Verbindung von Ehe und Fortpflanzung

Nach christlicher Auffassung ist die Ehe der Zusammenschluß von einem Mann und einer Frau mit dem zumindest theoretischen Zweck der Fortpflanzung. Eines der größten revolutionären Umwälzungen der letzten Jahrzehnte war die Entkoppelung des Eheaktes von der Fortpflanzung. Dies geschah durch die massenhafte Verbreitung von künstlichen Verhütungsmitteln, aber noch mehr aufgrund der immer geringeren Befolgung der christlichen Sexualmoral, wonach der Geschlechtsakt für Christen ausschließlich innerhalb einer gültig geschlossenen Ehe stattfinden darf.

Auf diese Gefahr für die Ehe bzw. die gesellschaftliche Wertschätzung der Ehe machte insbesondere Papst Pius XI. in seiner Enzyklika „Casti connubi“ aus dem Jahr 1930 aufmerksam. Mit aller Deutlichkeit schildert der Papst die vielen Angriffe auf die moralischen Grundlagen für die Existenz stabiler Ehen: Pornographie, sittenlose Schauspiele und Spielfilme, unzüchtige literarische Werke, aber auch Abtreibung und Euthanasie.

In den 1920er Jahren gab es eine Art Vorläufer der späteren Revolution von 1968ff. mit ihrer Entfesselung menschlicher Leidenschaften. Es braucht nicht groß erwähnt zu werden, daß die Angriffe auf die Moral seitdem immer größer geworden sind.

Enzyklika „Humanae vitae“ von Paul VI.

Die dritte der großen Enzykliken zur Ehe ist „Humanae Vitae“ von Papst Paul VI. aus dem Jahr 1968. Auf der Grundlage von „Arcanum divinae sapientiae“ und „Casti connubi“ erläutert der Papst die sittlichen Normen, die im Eheleben beachtet werden sollten  –  vor allem der Verzicht auf Verhütungsmittel –, und fordert ein gesellschaftliches Klima, „das geschlechtlich zuchtvolles Verhalten begünstigt“.

Die Achtundsechziger waren damals dabei, sämtliche moralischen Normen niederzureißen. Dieser kulturelle Angriff  –  man denke bloß an die „Wilde Ehe“ und an die „Freie Liebe“  –  hat die psychologischen Bedingungen für die Schleifung der normalen Ehe geschaffen.

Eine Gegenrevolution zugunsten der Familie muß diese beiden Aspekte des ideologischen Kampfes um die Familie beachten: Desakralisierung der Ehe und der immerwährende Angriff auf ihre moralischen Grundlagen.

Um der Ehe wieder den ihr gebührenden Platz in der Gesellschaft zu verleihen und um ihre Parodien  –  wie die gleichgeschlechtliche Partnerschaft –  wieder abzuschaffen, muß auch die moralische Krise unserer Gesellschaft angegangen werden. Die christliche Sexualmoral, die den Geschlechtsakt auf die Ehe beschränkt, muß wieder gesellschaftliche Norm werden. Bloß den Begriff der Ehe zu verteidigen, reicht nicht aus.

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“