Buch-TIP: „In Sachen Homöopathie – eine Beweisaufnahme“ von Dr. Norbert Aust

Rezension von Cordula Mohr

Dieses kritische Buch ist ausgezeichnet geeignet für jeden, der etwas mehr über Homöopathie wissen möchte. Die Lektüre hat sich für mich sehr gelohnt, da ich mich schon lange für die angebliche Wirksamkeit dieser Globulis interessiere. 

Besonders positiv sind die zigfachen Beispiele des Autors, die dem Leser verdeutlichen, wie weit das jeweilige Mittel potenziert ist. Jedoch reichte nachher mein Vorstellungvermögen bei den hohen Potenzierungen nicht mehr aus. Auch die Cluster-Geschichte erklärt der Verfasser gut.

Der Leser benötigt viel Phantasie, um den unvernünftigen Behauptungen der Homöopathen überhaupt folgen zu können. 
Schön an dem Buch ist, dass es sich sehr um Objektivität bemüht und letztlich offen lässt, ob es ggf. doch noch einen Beweis für die Wirksamkeit dieser Alternativ-„Medizin“ geben könnte.

Sicherlich ist zunächst unbestritten, dass Homöopathen durchaus Erfolge und Genesungen feststellen können, jedoch beruht dies nicht auf der Wirksamkeit der Kügelchen selbst. Der Autor behandelt hauptsächlich Globulis und Fläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind.

Er zeigt in der Mitte des Buches anhand zahlreicher Beispiele, wie stark diese Mittel potenziert sind: Besonders bei über D9, C10 oder noch mehr reicht die normale Vorstellungskraft kaum aus. Daher das Fazit eines gesunden Menschenverstandes: Globulis enthalten überhaupt keinen Wirkstoff.

Sodann beschreibt Dr. Aust das Verschütteln und die Cluster-Theorie. Auch diese homöopathischen Thesen kann man nicht ernsthaft glauben, wie der Autor mit einleuchtenden Beispielen aus dem Leben und der Naturwissenschaft aufzeigt. Er befaßt sich auch mit der Quantenphysik , da viele Homöopathen auf dieser Ebene einen Wirkungsmechanismus beweisen wollen.

Interessant auch, daß der Verfasser auf den ersten Seiten  und zwischendurch geschichliche Hintergründe aus Hahnemanns Zeiten anführt. So gewinnt man einen guten Einblick , was damals in der klassischen Medizin los war. Dadurch merkt der Leser schnell, warum Hahnemann  –  der Begründer der Homöopathie  –  damals überhaupt Heilerfolge erlangen konnte, denn die Patienten wurden brachial behandelt und viele  Menschen hatten gründliche Angst vor dem Arzt oder Bader.

CORDULA MOHR

CORDULA MOHR

Ein moderner Ratgeber für Homöopathen empfiehlt, durch Gespräche mit dem Kranken herauszufinden, welches Pflänzchen man ihm geben könnte, natürlich stark potenziert.  So werden den Patienten mehrere Heilmittelbezeichnungen vorgesagt  –  und der Klang der Namen erweckte angeblich die Lebenskräfte (dies sei ebenso bei Tieren anzuwenden).

Laut jenem Lehrbuch sollen der Patient und der Homöopath intuitiv entscheiden, wo jeweils am besten auf den Klang reagiert wurde; entsprechende Globulis werden dann herausgesucht.

Was mich auch äußerst stutzig gemacht hat: Dass Hahnemanns „Therapie“ keine Zusammenarbeit mit der klassischen Medizin vorsieht. Warum gibt es dann so viele Ärzte, die auf diese  –  offensichtlich auf dem Placebo-Effekt aufgebaute   – Sache  anspringen? Der Autor vermutet, daß es dabei auch ums Geld geht, was zusätzlich verdient wird.

Lehrreich für jeden medizinisch Interessierten sind zudem die in der zweiten Hälfte des Buches aufgeführten Untersuchungen, deren Ergebnisse mit Hilfe statistischer Analysen zustandekamen,  die von Forschern erstellt wurden, die den Globulis nahestanden.  –  Dr. Norbert Aust wertet die angeblichen Erfolgsraten nüchtern aus und führt sie auf den Boden der Wirklichkeit zurück.

Zum Schluss bleibt festzuhalten, dass das fundierte Sachbuch auch humorvolle Seiten aufweist. Herzlich musste ich über das Rezept für „Globulis zum Selbermachen“ lachen. Angenehm aufgefallen ist mir, dass Dr. Aust fair argumentiert, nicht überheblich schreibt und daß er Hahnemann und seinen Nachfolgern ihre Erfolge durchaus nicht abspricht.

Die wissenschaftliche Beweisaufnahme des Autors hat mir sehr geholfen und meine Vermutung über den Placebo-Effekt „in Sachen Homöopathie“ bestätigt.

Die Kügelchen-Anhänger vergleichen Hahnemann gerne mit Galilei, der ebenfalls ein verkanntes Genie gewesen sei und später anerkannt wurde. Der Autor rückt auch hier durch eine Kurzbiographie Galileis einiges zurecht, was zugleich eine lesenswerte Abwechslung darstellt.

Diese Publikation von Dr. Aust ist als Print-Buch und als eBook erhältlich:
BUCH-Ausgabe: bei Amazon
für Kindle: siehe HIER

andere: http://www.kobobooks.de/search/search.html?q=norbert+aust  

 

9 Kommentare on “Buch-TIP: „In Sachen Homöopathie – eine Beweisaufnahme“ von Dr. Norbert Aust”

  1. Herta Hürkey sagt:

    Auch bei Pferden und Hunden wirkt Homöopathie. Was hat das mit Okkultismus zu tun? Auch
    ein M.O. Bruker war früher skeptisch, später Anhänger der Homöopathie. Der Widerstand ist
    wohl ähnlich wie bei der Neuen Germanischen Medizin (nach Ryke Geerd Hamer), die ich
    super GENIAL finde. ( „Da nicht sein kann, was nicht sein darf.“)

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  2. Susanne Aust sagt:

    Wenn ich auch über diesen Beitrag stellenweise herzlich lachen musste, so möchte ich doch ebenfalls gern den genannten Blog empfehlen, der sehr viel Ernstgemeintes, Wissenswertes über die von den Homöopathen immer wieder (einer schreibt es vom anderen ab?) angeführten Untersuchungen und Beweise auch für den Laien verständlich erklärt. Jeder bilde sich seine eigene Meinung. Herzlichen Dank für die ausführlichen Informationen!

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  3. Norbert Aust sagt:

    @ Ralf,
    ich bin der Autor des hier besprochenen Buches und auch der Beiträge im Blog (Danke für den Hinweis darauf, den ich jetzt auch hier gepostet hätte).

    Der letzte Artikel des Blogs soll in der Tat die Widersinnigkeit der homöopathischen Lehre karikieren. Um einfach die Zahlenwerte zu verdeutlichen, brauchte ich eine vorstellbare Flüssigkeitsmenge, die lange genug Zeit hatte, sich mit dem auf der Erde befindlichen Wasser zu vermischen. Dabei kam ich über einige Umwege auf den Wein des letzten Abendmahls Christi. Da es auch heute eine Weinsorte gibt, die ‚Lacrimae Christi‘ heißt, sah ich darin keine Blasphemie.

    Ein wesentlicher Teil der Erkenntnis für die Leser sollte sein, dass nicht nur diese ‚positiv‘ zu bewertenden Moleküle heute in nennenswerter Anzahl in jeder Flüssigkeitsmenge enthalten sind, sondern auch eben alle anderen, die aus eher unangenehmen Quellen stammen.

    Auch wenn ich selbst kein sehr gläubiger Mensch bin, wollte ich jedoch auf keinen Fall, auch in der weiteren Wortwahl, religiöse Gefühle anderer Menschen verletzen, sondern nur durch eine, wie ich denke, humorvolle Schilderung die Grundstimmung einer Glosse aufbauen und beibehalten. Sollte ich doch für den Einen oder Anderen hier zu weit gegangen sein, bitte ich den jeweiligen Leser darum, mich zu entschuldigen.

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    • Guten Tag, Herr Dr. Aust,
      ich habe diese Glosse gelesen – und es ist aus meiner Sicht schon ganz klar, daß Sie nicht etwa das Abendmahl auf die Schippe nehmen, sondern natürlich die „Kügelchen“ – und daß Sie anhand dieses Beispiels lediglich anschaulich erklären wollen, wie absurd die homöopathischen Thesen sind.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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    • ralros sagt:

      Hallo Herr Dr. Aust,

      vielleicht habe ich das selbst etwas zu kritisch gesehen (wenn ich mich in die Lage von manchen Gläubigen versetzen würde). Vielleicht hätte der eine oder andere denken können, daß Sie die „Transsubstantiation“ mit der Homöopathie vergleichen würden; bei der nicht die „Substanz“ des Brotes oder Weines, sondern die „Akzidenz“ verwandelt werden – wohingegen die Homöopathie behauptet die „Substanz“ zu verändern und dadurch Heilerfolge erzielen will.
      Ich persönlich bin da nicht so „empfindlich“, aber es könne von manchen Gläubigen vielleicht missverstanden werden, deshalb mein Hinweis.

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  4. Lucia Tentrop sagt:

    Meine Mutter hatte nach ihrer 6. Geburt jahrelang eine schmerzhafte Thrombose in einem
    Bein. Nachdem keine normale Medizin half, ging sie schließlich zu Herrn Dr. Stockebrand
    in Hamm. Er war Homöopath und hat sie in kürzester Zeit geheilt. Die Beschwerden waren
    weg. Sie konnte wieder normal gehen, trug aber bis an ihr Lebensende Stützstrümpfe.
    Ich las auch mal, dass die bekannten „Bachblüten-Tropfen“ sogar an Tieren als wirksam
    getestet worden waren. Das habe ich allerdings nicht selber miterlebt.
    Vielleicht ist es wie mit der Akupunktur. Da gab es mal in der SZ einen ernstzunehmenden
    Gegenbeweis, dass es Humbug ist, weil die chinesische Medizin ein Geheimwissen und in Deutschland nur nachgemacht sei. Und doch gibt es auch hier Menschen, die darauf anspringen, sonst würden die Kassen wohl kaum dafür zahlen.

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    • J.WalfischSchnucki sagt:

      Geheimwissen und Chinesische Medizin – so habe ich das auch noch nicht gehört. Doch ich habe einen medizinischen BuchTipp für dich von 1992 : „Dr. med. Frank R. Bahr – Einführung in die Akupunktur und AurikoloMedizin“ … aus dem Nachlass eines Doktor-Paps. Diese wissenschaftlichen Lehren werden dort sehr schön entwickelt und auf die Palme getrieben incl. Weltherrschaft der Ärzte über die Akkupunktur!!! Wenn sie asiatische Therapeuten bei der Arbeit beobachten können, sie sehen nach vielen Jahren die „Blockaden“ , die Energien oder was auch immer – UND – sind hinterher bei bewusst-reflektier-zwängender Frage sich dessen unbewusst, ganz kindlich unschuldig natürlich (unbewusst). Andererseits beginnen etliche später hellsichtige TeraphieMethoden mit den theoretischen Ziehen der Meridiane und ihrer Punkte. 6 aufwärts und 6 abwärts = 12 !!! ununterbrochen auf und abströmend. Diese Tafel findet man auch in Physiotherapien und auf alle Fälle in der guten traditionellen Heilpraktikterausbildung ganz ohne Reichsführergesetz. Auf diesen Punkten , genau da wo auch Energieblockeden oder ähnliches sein kann beim Akupunkteur oder Akupresseur oder beim Kinesiotherapeuten etc. … da hat der Mediziner und medizinische Therapeut unter anderen Muskuläre-MaximalPunkte nach Prof. Dr. Kohlrausch bis zu irgendwelchen Sachen aus der kanadischen und amerikanischen KörperTherapie (Osteopathie…..). Man hat dort mehrere Ebenen im Gewebe des menschlichen Körpers, deren Symptomatik eine weitere Diagnose ermöglicht bis hin zur Behandlungstechnik und Therapiekonzept. Auch die Homöopathie jetzt hier herein bringend. Ihr bloßen Theoretiker habt es ja wirklich nicht leicht – die Wirklichkeit theoretisch nach zu erfinden >>> doch das alles hat nichts mit GLAUBEN zu tun, NICHTS. Homöopathie ist wirklich schwer zu erklären, die Wirkweise. ABER der sensible Mensch erlebt die Wirkung unmittelbar. Manche glauben nun an eine Seele und manche haben sie als erleben und ErkenntnisHilfe/Werkzeug. Fragen wir wie wird man sensibel? also.
      Die Reise führt ja in die Aura des Menschen, also in etwas was Gegenstand der Esoterik ist. Hier hat Frau Küble wirklich recht, aber nur was den Gläubigen angeht. Dieser muss sich nicht von so etwas verführen lassen. Die Homöopathie wäre hier völlig unbedenklich, was die fachgerechte verträgliche Anwendung angeht. Deshalb müsste man die Homöopathie erst mit dem „ESO-Geschäftsmodell Aura Soma“ vergleichen, dieses wirkt in der phsycho-energetischen Verführung innerhalb der menschlichen Aura – auch wenn man dort nur etwas fühlt oder tut um sich besser zu fühlen. Fragen sie Frau Küble wie man diese Gruppe aus der katholischen Problematik her abgeleitet nennen könnte. Die Homöopathie wird über geistige verborgene Kanäle gelenkt. Und DAS ist der KnackPunkt für Opfer des Materialismus und der Gegner der Homöopathie, die sie dadurch sind.
      Homöopathie erlebt man oder nicht – man könnte sie auch als Brücke zur Natur ansehen, was die verdünnten Ausgangs Stoffe angeht.
      Viele Orthopäden und Chirurgen verschreiben homöopathische Schmerzmittel mit guten Erfolg seit vielen Jahren (von WALA), auch um den Körper nicht immer gleich mit allem möglichen zu belasten. Und das ist als sinnvoll völlig nachvollziehbar.
      Ich besorge mir auch alle paar Jahre antibiotische Salben mit OTC (= Oxitetracyclin ) . Mein Haus Arzt sagt „sowas gutes gleich, mmh?“
      Aber bei einen Zeckenstich , der bei sichtbarer Rötung auch eine Spätfolge der Lyme Borrilose hervorbringen kann > ist die lokale sofortige Behandlung besser als eine Woche später eine HammerIntensivAntibiotikumKur zu machen, die 8 Monate das Immunsystem lahm legt.
      Die Zukunft liegt also in einer sinnvollen Medikation. Vor 10 Jahren hätten Ärzte aus Unwissenheit=Vorsicht, davon abgeraten. Damals richtig – heute überholt. Und so verändert sich alles … und wenn sie nicht gestorben sind, streiten sich die Theoretiker immer noch wer nun was und wie und ob und wieso und ……
      Frau Küble zieht soetwas nur an weil sie eine Expertin für vergleichende Lehrstrukturen ist auf Vernunft- und Begriffsterminologie-Basis, und weil sie privat das Thema interessiert auch.

      Heinz Rühmann war da weiser in seinen Lied: Ich weiss…

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  5. Ralf sagt:

    Es gibt auch ein Blog, der sich als Fortführung der Arbeit betrachtet:
    http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/blog/

    (Der aktuelle Titel „Anleitung zur Herstellung des Homöopathikums Vinum Christi C200“ ist nicht blasphemisch…Artikel bitte lesen…es zeigt vielmehr die Absurdität der Verdünnung (bei den Homöopathen „Potenzieren“ genannt)

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    • Ralf sagt:

      Zugebenermaßen gibt es dort eine flapsige Wortwahl, aber im Gesamten will der Blog-Artikel nicht den Glauben angreifen, sondern die Absurdität der „Homöopathischen Potenzierung“ aufzeigen.
      Leider kann man oftmals nicht erwarten, das Homöopathie-Kritiker Freunde des „Glaubens“ sind.

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