Russisch-orthodoxe Kirche warnt vor moralischer Dekadenz und politischer Gesinnungsdiktatur im Westen

Die Russisch-Orthodoxe Kirche sieht Zeichen der Endzeit in einigen Ländern und Kirchen des Westens. Zu den Anzeichen zählten eine als Demokratisierung getarnte Säkularisierung, der Niedergang moralischer Autoritäten und der Weg in den Überwachungsstaat.

Auch die Legalisierung der „Homo-Ehe“ und die „Trauung“ gleichgeschlechtlicher Partner in evangelischen Kirchen seien „apokalyptische Symptome“, erklärten hohe Kirchenrepräsentanten. media-374638-2

Nach Ansicht von Patriarch Kyrill I. begibt sich ein Volk mit der Anerkennung homosexueller „Ehen“ auf „den Weg der Selbstzerstörung“. Homosexualität sei „Sünde“, und seine Kirche werde alles tun, dass sie in Russland niemals durch staatliche Gesetze sanktioniert werde, sagte er am 21. Juli nach einer Predigt in der Kasaner-Kathedrale in Moskau.

Das russische Parlament hatte vor kurzem die Verbreitung homosexueller Schriften an Kinder und die Adoption von Kindern durch Schwule oder Lesben verboten.

Der Außenamtsleiter des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, sieht westliche Staaten auf dem Weg in eine politische „Diktatur“, die sich über die Volksmeinung hinwegsetze. Als Beispiel führt er in der Zeitschrift Pravoslavnaya Beseda die Legalisierung der „Homo-Ehe“ in Großbritannien und Frankreich an. Obwohl „Millionen“ aufgebrachter Bürger dagegen auf die Straße gegangen seien, habe der Staat seinen Willen durchgesetzt und die entsprechenden Gesetze verabschiedet.

Kontakte zu einigen evangelischen Kirchen gekappt

Ferner kündigte der Metropolit an, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche ihre Beziehungen zu jenen lutherischen Kirchen einstellen werden, die die „Homo-Ehe“ eingeführt haben. Dazu zählt beispielsweise die schwedische Volkskirche. Zu solchen Kirchen wolle die russisch-orthodoxe keine Kontakte. Schwule oder lesbische Partner dürften nicht die gleichen Rechte erhalten wie Ehepaare, weil dies die herkömmliche Familie zerstöre.

Die evangelischen Kirchen in Deutschland erwähnte Hilarion nicht, obwohl einige von ihnen homosexuelle Partnerschaften segnen. 

Von den 143 Millionen Bürgern Russlands sind streng genommen 35 Millionen orthodoxe Kirchenmitglieder; gleichwohl bezeichnen sich rund 100 Millionen Einwohner als orthodox, weil sie die Volkszugehörigkeit mit der Konfession gleichsetzen. Ferner leben in Russland etwa 500.000 Katholiken, 250.000 Lutheraner, 150.000 Baptisten, 150.000 Charismatiker, 120.000 Pfingstler und 70.000 Adventisten.

Quelle: http://www.idea.de

 


Israel: David Lau und Yitzhak Josef sind die neuen Oberrabbiner der Juden

In Israel gibt es traditionell einen aschkenasischen und einen sephardischen Oberrabbiner, welche die jeweiligen Gemeinden vertreten; sie werden für jeweils zehn Jahre gewählt. Das Oberrabbinat ist die rechtliche und administrative Autorität in religiösen Angelegenheiten (z.B. Eheschließungen), die Juden in Israel betreffen.

Die Väter beider Kandidaten waren auch schon Oberrabbiner gewesen: David Lau (siehe Foto) setzte sich gegen den ebenfalls hoch gehandelten David Stav durch, betonte aber nach seiner Wahl die Einigkeit: „Ich glaube, wir können mit lieben und guten Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft eine vereinte Nation schaffen, und ich glaube, wir werden zusammenarbeiten.“

Wie sein aschkenasischer Kollege betonte auch der neue sephardische Oberrabbiner Josef
(siehe zweites Foto), er wolle Rabbiner des ganzen jüdischen Volkes sein.

In seinem Kommentar in Israel Hayom beschreibt heute der bekannte Journalist Dan Margalit die Entfremdung, die viele säkulare (weltliche, nichtreligiöse) Israelis gegenüber dem Oberrabbinat empfinden:

„Die Wahl der Rabbiner David Lau und Yitzhak Josef trägt nicht zwangsläufig eine Botschaft. Das Neue ist das Altbekannte, und das Alte erfüllte nicht die notwendigen Bedürfnisse im Verhältnis zwischen Säkularen und Religiösen. […] Die Säkularen stimmen mit den Füßen ab. Sie distanzieren sich und entwickeln ein unabhängiges System von Eheschließung und Scheidung.

Die Chancen, die Entfremdeten einzubinden, die nach einem Platz als Nicht-Religiöse in Recht und Gesetz verlangen, schwinden. Diese Menschen werden schlicht auf den Traum verzichten, dazu zu gehören und die israelische Gesellschaft wird sich weiter spalten. Die Form verlangt es, den Gewählten Erfolg zu wünschen. Doch die Form ersetzt nicht den Inhalt.“

Bereits vor der Wahl fragte die englischsprachige israelische Tageszeitung Jerusalem Post in ihrem Editorial nach den Ursprüngen des Oberrabbinats und der unerfüllten Vision Rav Kooks, des Gründers der Institution, der Religiöse und Säkulare versöhnen wollte.

Der Visionär Kook, der im Jahr 1935 starb, habe richtig vorhergesehen, dass die aufkeimende jüdische Gemeinschaft im Britischen Mandatsgebiet Palästina den Grundstein für die neu zu errichtende jüdische Souveränität im Land bilden würde.

Zugleich habe er den fehlenden Respekt vieler Juden gegenüber dem Rabbinat einerseits und die Zänkereien der verschiedenen religiösen Gruppen andererseits bedauert.

Kooks Vision, „das geistliche Wesen des Rabbinats wiederzubeleben“ und das Rabbinat zu einer „organisierenden Kraft“ zu machen, einer Kraft, die „den ganzen Prozess der Nationenbildung“ beeinflusst, habe sich leider nie verwirklicht.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin
Fotos: wikicommons

„Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Psalm 126 (125),1-3.4-5.6:

Als der HERR
das Los der Gefangenschaft Zions wendete,  Foto: Bernd Pelz
waren wir alle wie Träumende,
da war unser Mund voll Lachen
und unsere Zunge voll Jubel.
 
Da sagte man unter den Völkern:
„Der HERR hat an ihnen Großes getan.“
Ja, Großes hat der HERR an uns getan,
dessen waren wir fröhlich.
 
Wende doch, HERR, unser Geschick,
wie du versiegte Bäche wieder füllst im Südland.
Die mit Tränen säen,
werden mit Jubel ernten.
Sie gehen hin unter Tränen
und tragen den Samen zur Aussaat.
Sie kommen wieder mit Jubel
und bringen ihre Garben ein.
 

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


CDU/CSU-Fraktion gratuliert Erika Steinbach zu ihrem 70. Geburtstag

„Der BdV hat eine herausragende Präsidentin“

Der Bund der Vertriebenen (BdV) begeht am heutigen Donnerstag den 70. Geburtstag seiner Präsidentin Erika Steinbach (siehe Foto) in ihrem Heimatort Frankfurt am Main.

Dazu erklärt der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Brähmig: Foto_(2)

„Der Bund der Vertriebenen (BdV) hat mit Erika Steinbach eine herausragende Präsidentin, die heute 70 Jahre alt wird.

Erika Steinbach hat sich seit 1998 außerordentliche Verdienste erworben, indem sie die Heimatvertriebenen wieder fest in der deutschen Gesellschaft verankert und den BdV mit seinen zahlreichen lokalen wie regionalen Kontakten zu einer wertvollen Brücke zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn gemacht hat.

Ihr unbeirrtes Engagement für die Akzeptanz des Schicksals der Heimatvertriebenen in der Bundesrepublik wird zunehmend  –  so bezeugen zahlreiche Auszeichnungen und Portraits der „Grande Dame“  –  von der Öffentlichkeit honoriert.

Weit über den Tag hinaus gebührt Erika Steinbach große Anerkennung, die zu Zeiten einer rot-grünen Bundesregierung das Projekt einer nationalen Gedenk- und Dokumentationsstätte zu Flucht und Vertreibung angestoßen und gegen heftigsten Widerstand standhaft verfolgt hat.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion gratuliert Erika Steinbach herzlich und würdigt den runden Geburtstag der BdV-Präsidentin nach der parlamentarischen Sommerpause mit einem Empfang im Reichstag.“


Bischof Hanke wirbt für „ONE OF US“

Etwa 1400 Unterschriften für das europäische Bürgerbegehren „One of Us“ wurden am Rande der Willibalds-Woche in Eichstätt gesammelt. Bischof Gregor Maria Hanke (siehe Foto) hatte die Gläubigen zur Unterstützung aufgerufen. 37ae0ccc01

Das Ziel von „One of Us“  –  zu Deutsch: „Einer von uns“  –  ist der Schutz menschlichen Lebens von der Zeugung an.

Es soll erreicht werden, dass die Europäische Union nicht weiterhin Aktivitäten finanziell unterstützt, in deren Zusammenhang Embryonen zerstört werden. Damit sich die Europäische Kommission mit dem Anliegen der Bürgerinitiative beschäftigt, müssen eine Million Unterstützer durch ihre Unterschrift nachgewiesen werden, die aus mindestens sieben EU-Ländern stammen. Die Frist läuft im Oktober aus.

In Deutschland müssen insgesamt 75.000 Unterschriften gesammelt werden, davon sind erst gut 31.000 gesichert  –  ohne die Listen aus Eichstätt. In Kirchen des Bistums liegen die Unterschriftenlisten aus.

Die Petition kann auch online unter http://www.oneofus.eu/de unterzeichnet werden.

Quelle: http://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Eichstaett-One-of-Us-1400-Befuerworter;art575,2794894#1584311676

Das Übermaß an Kraft kommt von Gott

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 2 Kor 4,7-15:

Brüder! Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, daß das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.

Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und finden doch noch Raum; wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht; wir werden gehetzt und sind doch nicht verlassen; wir werden niedergestreckt und doch nicht vernichtet. borMedia1742201

Wohin wir auch kommen, immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird. Denn immer werden wir, obgleich wir leben, um Jesu willen dem Tod ausgeliefert, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Leib offenbar wird.

So erweist an uns der Tod, an euch aber das Leben seine Macht.

Doch haben wir den gleichen Geist des Glaubens, von dem es in der Schrift heißt: Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet.  –  Auch wir glauben, und darum reden wir. Denn wir wissen, daß der, welcher Jesus, den HERRN, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch (vor sein Angesicht) stellen wird.

Alles tun wir euretwegen, damit immer mehr Menschen aufgrund der überreich gewordenen Gnade den Dank vervielfachen, Gott zur Ehre.


Evangelische Kritik an zeitgeistbeflissener Kirche: „Gottes Wort bleibt auf der Strecke!“

Von Pastor Frank-Georg Gozdek

In den vergangenen Monaten ist viel in Kirche und Welt geschehen. Leider meistens nicht zum besten  –  und doch spüren wir trotz allem: „Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl!“

Das ist uns Trost und Zuversicht, bei allem was uns anficht  –  auch wenn wir spüren, wie gläubigen Christen in unserer Gesellschaft infolge des linksliberalen, mehr und mehr totalitär werdenden Mainstreams der Wind immer eisiger um die Nase weht.

Gesinnungsschnüffelei und „Denunziantenstadl“ inbegriffen, wie das –  nur ein kleines Beispiel  –   etwa die Veranstalter und Teilnehmer des „Marsches für das Leben“ jedes Jahr aufs neue erleben. Trotz alledem und alledem: „es wird regiert!“   –  Gott läßt sich das Heft nicht aus der Hand nehmen. Im Gegenteil: „Der im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der HERR spottet ihrer.“ (Psalm 2)

Beliebigkeit statt Bekenntnis

Ich nenne an erster Stelle die skandalöse „Orientierungshilfe“ der EKD: „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“, für die man sich als evangelisch-lutherischer Christ und Pfarrer einer Gliedkirche der EKD nur von Herzen schämen kann.

Denn hier bleiben nicht allein Ehe und Familie, sondern vor allem das Wort Gottes auf der Strecke, das dem Trend geopfert wird. Beliebigkeit tritt an die Stelle des Bekenntnisses.

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Rückt doch dieses Dokument eines rot-grünen Zeitgeistes gegen das klare Zeugnis der Schrift von der Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt  – ganz im Stile unserer kranken Epoche und ohne jede tiefere geistlich-biblische Begründung, ja das Wort Gottes gegen den Strich bürstend   –  ein erweitertes „Familienbild“, das zum Beispiel gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern einschließt.

Angeblich ist auch schon ein Papier der EKD zur Sexualität in Planung. Das läßt nichts Gutes ahnen.

Erfreulich allerdings ist die breite Ablehnung, auf die die „Desorientierungshilfe“ (so Prof. P. Beyerhaus) stößt. „Schwafelkirche in Selbstauflösung“ titelte das Magazin „Cicero“.   –  „Murks“ bemerkte die FAZ  –  und der ehemalige Verfassungsrichter Hans-Joachim Jentsch äußerte im „Wiesbadener Kurier“: „Es ist zum Katholischwerden.“

Ich nenne weiter natürlich die katholischen Bischöfe, die sich in sehr dezidierter Weise gegen das unglückliche „Familienpapier“ ausgesprochen haben. So Bischof Voderholzer (Regensburg), der der EKD zuruft:

„Kehrt bitte auf den Boden der Heiligen Schrift zurück! Welchen Sinn soll Ökumene haben, wenn das gemeinsame Fundament der Heiligen Schrift nicht mehr ernst genommen wird?“

Gegenwind zur „Desorientierungshilfe“

Nicht zu vergessen auch die Stimmen zahlreicher bekennender evangelischer Christen innerhalb und außerhalb der EKD  –  vor allem die Stellungnahmen der verschiedenen Kirchlichen Sammlungen, der Evangelischen Allianz (Dr. Michael Diener), der Konferenz bekennender Gemeinschaften (Pastor Ulrich Rüß), sowie von Professor Slenczka und Professor Peter Beyerhaus, der den Ratsvorsitzenden der EKD auffordert: „Treten Sie zurück!“

Kirche in Augsburg

Evangelische Kirche in Augsburg

Wunderbar auch das Hirtenwort von Bischof Hans-Jörg Voigt (SELK): „Ehe und Familie als Gaben Gottes entdecken“ vom 2. Juli dieses Jahres (St. Marien Heimsuchung), in dem die biblischen Positionen in deutlicher und liebevoller Weise dargelegt werden.

Kritik kommt inzwischen sogar aus den Kirchenleitungen der Mitgliedskirchen der EKD  –  unter ihnen Landesbischof Frank Otfried July (Württemberg), Altbischof Hartmut Löwe, die sächsische Landeskirche, Kirchenpräsident Joachim Liebig (Ev. Landeskirche Anhalt). Der Braunschweiger Landesbischof Dr. Weber, in der VELKD für die Ökumene zuständig, weist auf den Schaden hin, den das Papier für die ökumenischen Bemühungen verursacht hat. 

Wie gesagt, diese Breite der Ablehnung und Kritik ist erfreulich, auch wenn das Unglück nun einmal geschehen ist, und ein derart vom Worte Gottes entferntes und dem Zeitgeist verpflichtetes Elaborat das Licht der Welt erblickt hat.

„Wem wollen wir gehorchen?“

Immerhin stellt es uns Christen vor die Frage: Wem wollen wir gehorchen? Wer soll in Kirche und Gemeinde Maßstäbe setzen? Der aktuelle Trend, ein durchgedrückter gesellschaftlicher Konsens, die veröffentlichte Meinung?  Machtbewußt agierende Interessenverbände, der entschlossene Wille von Lobbyisten und karrierebeflissenen Politikern? Der staatliche Gesetzgeber mit eventuellen Sanktionen und Zwangsmaßnahmen  –   oder einzig das Wort Gottes?

Martin Luther sagt es uns: „Wir sind nicht getauft auf Könige, Fürsten, noch die Menge, sondern auf Christum und Gott selbst.“  –  Wenn wir Christen auch infolge der Auseinandersetzungen um das verunglückte Familienpapier von neuem erkennen, wem wir verpflichtet sind und wem nicht, dann hatte die Sache wenigstens etwas Gutes.  

Hoffnungszeichen: Proteste in Frankreich

Ein Hoffnungszeichen waren die großen Demonstrationen in Frankreich gegen die „Homo-Ehe“ und das Adoptionsrecht für ebensolche Paare. Hatte die sozialistisch-laizistische Regierung Hollande ihre Pläne als „Ehe für alle“ („Mariage pour tous“) deklariert, zogen nun Hunderttausende aus unterschiedlichsten welt-anschaulichen Lagern (sogar Homosexuelle) unter dem Leitwort „Manif pour tous“ („Demonstration für alle“) in mehreren großen Kundgebungen durch die Straßen von Paris. 1_0_661004

Bürgermeister weigerten und weigern sich, homosexuelle Paare zu trauen. Wer die Bilder aus Frankreich gesehen und die Ereignisse mitverfolgt hat, kann unsere westlichen Nachbarn nur für ihren Mut beneiden, auch wenn das Gesetz dann leider doch durchgepeitscht worden ist, womit freilich von Anfang zu rechnen war.

Natürlich versuchten sich die überwiegend linksliberal gleichgeschalteten Medien bei uns und in Frankreich mit der üblichen Strategie des Vertuschens und Verschweigens oder Verleumdens. Und die Regierung Hollande ging in gewohnter totalitär-sozialistischer Manier zum Teil brachial mit Knüppel und Tränengas gegen die Demonstranten vor: „On nous gaze!“ („Wir werden vergast!“) war als Schreckensschrei zu hören.

Auch wurde amtlicherseits (auch das aus dem real existierenden Sozialismus bekannt!) die Veröffentlichung von Fotos untersagt, die die Ausmaße der Demonstrationen deutlich machten, und Teilnehmerzahlen wurden nach unten abgerundet. Orwell läßt grüßen! Aber immerhin: die überlieferten Werte des christlichen Abendlandes sind doch noch nicht ganz untergegangen.

Junge Frauen unter dem Motto der Antigone

Dafür spricht in Frankreich auch die Entstehung einer Bewegung junger Frauen namens „Antigones“, deren Name von einer Vertrautheit mit klassischem Bildungsgut zeugt, die bei uns in Deutschland infolge der vielen „Bildungsreformen“ leider nicht mehr so selbstverständlich ist.

Unter dem Leitwort der Antigone aus der griechischen Tragödie: „Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da“ setzen diese jungen Frauen auf Ehe, Familie, Kinder, auf Weiblichkeit, auf Feminität statt Feminismus und schreiben einer biestigen, pseudowissenschaftlichen Gender-Ideologie ins Stammbuch:

„Wir erheben uns gegen die herrschende Ideologie. … Wir handeln gemäß unserer Feminität, wir kämpfen für eine würdige Zukunft unserer Söhne und Töchter. In einer Zeit, in der die Gender-Theorie in den Schulen gelehrt wird, sind wir die Revolutionäre!“

Im übrigen: Ein bißchen mehr Mut gegenüber dem immer totalitärer werdenden „gutmenschlichen“ Zeitgeist täte uns hier östlich des Rheins auch ganz gut!

Naher Osten: Christen bleiben auf der Strecke   

Während ich diese Zeilen schreibe, bewegt mich natürlich auch die Situation in Ägypten und Syrien. Hoffen und beten wir, daß sich eine Katastrophe wie im Irak für die teilweise uralten Kirchentümer in diesen Ländern nicht wiederholt!

Auch hier verschweigen und vertuschen ein Großteil unserer Medien die Übergriffe etwa der „Rebellen“ in Syrien gegen Christen: Bombenattentate im Christenviertel von Damaskus, Mord und Entführung von Klerikern und Laien. Und Hinweise auf diese akuten Christenverfolgungen werden gerade aus dem rot-grünen Umfeld häufig mit dem Hinweis heruntergespielt, daß auch andere verfolgt werden, und niemand bevorzugt werden dürfe.

Wir sagten wir zuhause? „Da hat der Deibel keine bessere Ausrede gewußt!“ – Auf alle Fälle aber wäre die Lieferung von Waffen an diese Terroristen, wie sie von einer sich steigernden Kriegspropaganda gefordert wird, oder gar ein aktives militärisches Eingreifen des Westens an der Seite der „Rebellen“ ein Verbrechen an den dortigen Christen.

Außerdem äußern die gleichen Vertreter einer veröffentlichten Meinung gelegentlich schon ihre Betroffenheit darüber, daß mit Mursi ein demokratisch gewählter Präsident vom Militär abgesetzt wurde. Frage nur: was ist eine Demokratie wert, die militanten Islamisten den Weg an die Macht bahnt, und Verfolgung, Diskriminierung, Leid und Tränen über Andersdenkende und Andersglaubende bringt?media-444757-2

„Bibel kann über dem Gesetz stehen“   

Zum Schluß noch eine Meldung aus Finnland von einer Ministerin, die ich mir auch für Deutschland wünschte, und von einem Erzbischof, der die erbärmliche, angepaßte Position einer saturierten Staatskirche vertritt: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen“, erklärte die finnische Innenministerin Päivi Räsänen auf den evangelisch-lutherischen Missionstagen in Kankaanpää. 

Sie stellte fest, es gebe Fälle, in denen die Bibel über dem Gesetz stehe. Sie kritisierte, Tiere genössen in Finnland mehr Schutz als menschliche Embryonen. Es sei ein Skandal, daß Finnland neben Schweden das einzige Land sei, in dem medizinischen Personal nicht aus Gewissensgründen die Teilnahme an einer Abtreibung ablehnen könne.

Der finnische Erzbischof Kari Mäkinen dazu: man darf den Standpunkt der Ministerin in keinem Fall mit der Haltung der Kirche Finnlands verwechseln. – Bereits 2010 wurde die Politikerin für Kirchenaustritte verantwortlich gemacht, als sie gegen kirchliche Zeremonien für gleichgeschlechtliche Paare eintrat. (Quelle: EZ vom 21. Juli 2013/ Ausg. 29K, S. 5, nach: KNA)

Ministerin Räsänen bringt es auf den Punkt!

Bravo, Frau Räsänen! Sie bringen die Sachen auf den Punkt: für einen gläubigen Christen steht die Bibel über allem menschlichen Gesetz. Sie ist Gottes unfehlbares Wort, inspiriert vom Heiligen Geist.

Menschliche Gesetze sind vorläufige, irdische Ordnungen  –  und manchmal, natürlich mit dem reformatorischen Grundsatz „non vi sed verbo“, also nicht mit Gewalt, sondern einzig durch das Wort und mit der Bereitschaft zum möglichen Leiden bis hin zum Martyrium, muß der Christ unter Umständen menschlicher Macht widerstehen.

Denn mit der Kirche läßt sich kein Staat und mit dem Staat keine Kirche machen. Es sind zwei Reiche mit je eigener Würde und Aufgabe, wie uns das Bekenntnis der Kirche lehrt. Wer sie vermischt, erhält entweder eine geistliche Despotie wie bei Savonarola, Calvin und den Puritanern, oder eine servile Staatskirche, die das Evangelium dem Willen der Herrschenden opfert, ob dies nun, wie Vater Luther sagt, Könige und Fürsten sind, oder die „Menge“ und der „Konsens“ in einer Demokratie.

Unser Autor ist Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde St. Ulrici-Brüdern in Braunschweig

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Publikation „Brüdern – Ein Rundbrief für Christen Augsburgischen Bekenntnisses“, 65. Jg., Nr. 4/5, Juli-September 2013