TWITTERN für das GUTE: von Papst Franziskus bis unsereins

Kürzlich bin ich fürs CHRISTLICHE FORUM bei Twitter eingestiegen, um dort ab und zu aktuelle Kurznachrichten loszulassen, die auf ausführliche Artikel hier in unserem Webmagazin verweisen. Vogel-Katze

Wie Sie wissen, „twitschert“ auch Papst Franziskus – und wir haben Anfang Juni etliche seiner Tweets (Kurznachrichten per Twitter) veröffentlicht:
https://charismatismus.wordpress.com/2013/06/08/auch-franziskus-twittert-23-beispiele-aus-den-tweets-des-papstes/

Hier können sich Twitterer direkt beim päpstlichen Account (Konto) anmelden: https://twitter.com/Pontifex_de

Auch Bischöfe „zwitschern“, zB. hier der Oberhirte von Bamberg: https://twitter.com/BischofSchick

Oder Bistümer wie REGENSBURG: https://twitter.com/BistumReg

Interessierte Twitterer können gerne auch bei uns reinschauen: https://twitter.com/Felixitas
(„Felixitas“ ist kein Tippfehler, sondern nur ein kleiner Gag, weil „Felix“ seit Jahrzehnten mein Spitzname unter Freunden ist.)

Hier gehts zu Mathias von Gersdorff, vielen sicherlich als Autor in unserem CF bekannt, zudem Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“: https://twitter.com/mvongersdorff

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Lebensrechtler geschockt: EU-Parlament verbietet Werbung für ONE OF US

Die Verwaltung des Europäischen Parlaments untersagte Ende Juni eine Veranstaltung der Jugend für das Leben. Die Lebensrechtler wollten per Infostand im Parlament die Europäische Bürgerinitiative One of us („Einer von uns“) bewerben, die den Schutz des Lebens ab der Befruchtung vertritt.  borMedia1802201

Carina Broucek, Pressesprecherin des Vereins, beklagt die skandalöse Benachteiligung: Die Entscheidung der Verwaltung sei nicht nachvollziehbar: „Unser Infostand war entsprechend der Geschäftsordnung des Parlaments angemeldet.“  –  Infostände von Lobbyisten oder Bürgern in den Räumen des Parlaments seien eine gängige Methode, um auf aktuelle Themen hinzuweisen.

Die geplante Aktion stand unter der Schirmherrschaft des österreichischen EU-Abgeordneten Ewald Stadler. Die Parlamentsverwaltung fürchtete, dass der Infostand zu „kontrovers“ sein würde.  –  „Ich frage mich aber, ob es irgendein politisches Thema gibt, das nicht umstritten ist“, erklärte Carina Broucek.

Dies sei das erste Mal, dass das EU-Parlament die Bewerbung einer Europäischen Bürgerinitiative verbiete.

In weiterer Folge beginnt jetzt der Europäische Bürgerbeauftragte damit, den Fall näher zu untersuchen. Jugend für das Leben reichte bei ihm eine entsprechende Beschwerde ein, weil er für schwere Mängel in der Verwaltung der EU zuständig ist. Auch der Parlaments-Präsident wird Stellung nehmen müssen.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.youthforlife.net/detail.php?id=824


EAK der CDU in Baden-Württemberg kritisiert Kirchenferne der Grünen und das „Familienpapier“ der EKD

Pressemitteilung des EAK (Evangelischer Arbeitskreis):

Der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU Baden-Württemberg hat sich in seiner jüngsten Vorstandssitzung mit dem Verhältnis der Grünen zu den christlichen Kirchen in Deutschland befasst.

Das Fazit der EAK-Landesvorsitzenden und CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz (siehe Foto) lautet: „Die Grünen sind eine Partei, die dem Christentum und den Kirchen zutiefst skeptisch gegenüber steht“.   Kurtz_Portrait_01

Mit Blick auf die sogenannte „Orientierungshilfe“ der EKD (Evangelischen Kirche Deutschland) zur „Familie“ warnte die CDU-Politikerin die Kirchen, sich nicht von innen heraus aushöhlen zu lassen: „Sie sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen“.

Ausdrücklich begrüßte der EAK-Landesvorstand die differenzierte und kritische Kommentierung der EKD-Schrift durch die Evangelische Landeskirche in Württemberg.

Grüne: kirchenkritische bis kirchenfeindliche Agenda

„Die Grünen verfolgen eine kirchenkritische, wenn nicht sogar kirchenfeindliche Agenda“, warnte der EAK-Landesvorstand Baden-Württemberg nach einer ausführlichen Befassung mit dem „Faktencheck zur Bundestagswahl: Die Grünen und ihr Verhältnis zur Kirche“¹.

Besonders kritisierte der Landesvorstand, dass die Grünen bundesweit offensichtlich keine Notwendigkeit sehen, die christlichen Feiertage zu schützen. Andererseits arbeiteten sie darauf hin, christliche Feiertage durch solche aus anderen Religionen zu ersetzen.

Mit Unmut stellte der EAK-Landesvorstand fest, dass die Grünen die Entfernung christlicher Symbole aus der Öffentlichkeit fordern und den prägenden Einfluss, den das Christentum auf unsere Kultur und Gesellschaft genommen hat, missachten. Zum christlichen Religionsunterricht nähmen sie in allen Bundesländern unterschiedliche Positionen ein.

Grüne gegen Religionsunterricht

Tendenziell zielen sie offensichtlich auf die Abschaffung des bekenntnisgebundenen Religionsunterrichts und plädieren für einen neutralen Ethikunterricht. Mit Sorge nahm der EAK-Landesvorstand zur Kenntnis, dass die Grünen in Berlin die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, sich zwischen Ethikund Religionsunterricht zu entscheiden, als „Wahlzwang“ bezeichnet haben.

Auch die Abschaffung der Kirchensteuer stehe auf ihrer Agenda, denn sie betrachten die gültigen und langjährig bewährten Verträge zwischen den Ländern und den Kirchen, als „einseitige Privilegien“. „Für Baden-Württemberg wie für Deutschland lehnen wir diese Vorhaben entschieden ab“, betonte Sabine Kurtz.

EKD-Familienpapier: Inhalt und Titelblatt rot-grün

Mit Besorgnis stellte der EAK-Landesvorstand fest, dass es Anhängern von Grünen und SPD zunehmend gelänge, die EKD von innen heraus zu vereinnahmen. Nicht nur das Titelblatt des sog. Orientierungspapiers „Familie als verlässliche Gemeinschaft“ sei rot-grün gehalten, sondern auch der Inhalt, so erklärte die CDU-Politikerin Kurtz.

Um eine schlüssige und zusammenhängende theologische Argumentation hätten sich die Verfasser nicht bemüht: „Hier wird eine Bestandsanalyse weiter Teile der heutigen Gesellschaft geleistet, ohne über den Ist-Zustand hinauszuweisen“.  – Das Positionspapier verkenne, dass junge Menschen Ehe und Familie weiterhin als Ideal betrachten und bewusst nach lebenslangen Beziehungen streben. „Die klassische Familie zwischen Mann und Frau mit Kindern ist kein Auslaufmodell“, so die EAK-Landesvorsitzende.

Sie verdiene Unterstützung durch die Politik und Ermutigung durch die Kirche. Die EKD forderte die Landespolitikerin auf, den Menschen nicht den Mut zu nehmen, sondern ihnen im Fall des Scheiterns tröstend, verständnisvoll und hilfreich zur Seite stehen.

„Die EKD hat sich ganz offensichtlich von ihren Mitgliedern entfernt und völlig von ihrer Basis abgehoben“, bedauerte Sabine Kurtz MdL. Die Erwartung von Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July nach einem innerkirchlichen Diskussionsprozess unterstützt die CDU-Politikerin: „Ein solches Papier sollte nicht per ordre de Mufti veröffentlicht, sondern ausführlich intern diskutiert werden“, empfahl sie.

¹ „Die Grünen und ihr Verhältnis zur Kirche“, Evangelischer Arbeitskreis der CDU/CSU, 2013: http://www.eakcducsu.de/contentsystem/upload/material/6_5_2013-11_06_21-EAKWahlbroschuere %20web.pdf

Evangelischer Arbeitskreis der CDU/ CSU  –  Landesverband Baden-Württemberg
Pressesprecher: Marc Krüger – Rutesheimer Str. 30/1 – 71229 Leonberg
Telefon: 07152 / 700652-0 – E-Mail: marcoliverkrueger@gmail.com
Internet: http://www.eak-badenwuerttemberg.de


Evangelische Betrachtung über die „Wolke von Zeugen“, die uns umgibt

Von Jörgen Bauer

„Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen in dem Kampf, der uns bestimmt ist  –  und aufsehen zu Jesus, dem Anführer und Vollender des Glaubens.“ (Hebr 12,1-2)

Dieser Tage las ich im Losungsbüchlein eine Aussage, die dem heiligen Patrick von Irland zugeschrieben wird:

”Ich erhebe mich heute durch die Kraft Gottes, die mich lenkt. Gottes Macht halte mich aufrecht. Gottes Auge schaue auf mich. Gottes Ohr höre für mich. Gottes Wort spreche für mich. Gottes Weg will ich gehen, sein Schild schütze mich.” St-Gerhard-Werk

Da fiel mir ein: St. Patrick, St. Georg, St. Andrew sind die Schutzheiligen Irlands, Englands und Schottlands  –  und in der britischen Flagge, der „Union Jack“, befinden sich die übereinander gelegten Kreuze dieser drei Heiligen: St. Patrick ein rotes Andreaskreuz auf weißem Grund, St. Georg ein rotes Kreuz auf weißem Grund und St. Andrew ein weißes Andreaskreuz auf blauem Grund.

Während ich darüber nachdachte, wurde mir bewusst, welche Wirkung vom christlichen Europa weltweit ausgegangen ist. Vom kleinen Europa verbreitete sich das Christentum über die ganze Erde. Ebenso auch die europäische Kultur und Lebensart sowie Entdeckungen und Erfindungen, auch wenn nicht alles gut war, was von Europa kam. Man denke an Kreuzzüge, die Kolonialisierung, die Überheblichkeit gegenüber anderen Völkern, an den Sklavenhandel, die Zwangsmissionierung und Ähnliches.

Das Licht des Christentums ist trotzdem immer wieder durchgebrochen. Europa scheint im Weltgetriebe mehr und mehr an Bedeutung zu verlieren  –  und man könnte meinen, dass der Bedeutungsverlust mit dem Schwinden des christlichen Glaubens einhergeht.

Den Empfängern des Hebräerbriefes wird  –   in einer vergleichbaren Situation  –   damit Mut gemacht, dass auf die Menge der Glaubenszeugen vergangener Zeiten verwiesen wird, welche die Gläubigen wie eine Wolke unsichtbar umgeben.

Wenn man die Geschichte des Christentums zurückverfolgt, sind auch wir von einer großen Wolke von Glaubenszeugen umgeben, die sich zu denen des Alten Testamentes hinzufügen.

Wir heute lebenden Christen stehen damit sichtbar an der Spitze einer durchgängigen Linie der Gläubigen aller Zeiten, wobei die Vorausgegangenen uns Glaubenszeugen und Vorbilder sind.

Unseren Halt haben wir aber in Jesus Christus, als das Ziel und den Vollender unseres Glaubens. Nur bei IHM sind wir sicher  –  und nur ER bewahrt uns und lässt uns weiterhin Salz und Licht der Welt sein.

Und das auch dann, wenn sich die Machtstrukturen in der Welt ändern und die Christenheit vielleicht bald wieder so dasteht wie zu ihren Anfangszeiten, als der Hebräerbrief geschrieben wurde.

 


Trotz sprudelnder Kirchensteuer-Einnahmen werden hunderte Gotteshäuser abgerissen oder „umgenutzt“

KIRCHENSTERBEN: „Ein Bildersturm fegt über das Land“

Die größtenteils völlig unnötige Zerstörung oder „Umwidmung“ von Kirchen ist ein verhängnisvoller, die Seelsorge schädigender Dauerskandal, der von katholischen Bischöfen in Deutschland zu verantworten ist  –  und dieses Abbruchunternehmen geht ungehindert weiter, obwohl in diesem und im vorigen Jahr geradezu traumhaft hohe Kirchensteuereinnahmen erzielt werden konnten. Die gern verwendete Ausrede mit der Geldknappheit zieht also nicht.

Das unbegründete Kirchenabreißen fällt allmählich auch der weltlichen Presse als merkwürdiges Ärgernis auf. Kein Wunder: selbst jene bürgerlichen Kreise, die man nicht jeden Sonntag im Gottesdienst sieht, verfügen noch über soviel christlichen Rest-Verstand und kulturelles Bewußtsein, daß sie das Entweihen und Demontieren von Gotteshäusern unverständlich und befremdlich finden.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Das belegt ein ausführlicher Artikel in der Tageszeitung DIE WELT vom 22. Juli 2013 unter dem Titel „Deutsche Kirchen  – entweiht, umgenutzt, abgerissen“. In diesem Beitrag von Dankwart Guratzsch wird der „Trend zur Umnutzung“ deutlich kritisiert und die vermeintlichen Begründungen unter die Lupe genommen.

Der Autor stellt klar: „Die Kirche, die einmal Träger der Zivilisation, der Kultur und der gesellschaftlichen Entfaltung war, zieht sich aus der Fläche zurück… Geräumt werden jahrhundertealte Positionen, Orte, an denen einmal die Christianisierung des Landes begann, Knotenpunkte abendländischer Kultur.“

Sodann wird der Architektur-Historiker Wolfgang Pehnt wie folgt zitiert: „Von dem Verlust, der die deutsche Kulturlandschaft bedroht, hat sich die Öffentlichkeit noch keine Vorstellung gemacht. Ein Bildersturm fegt über das Land.“

Obwohl allein in dem kleinen Bistum Essen ca. 100 Kirchen abgerissen oder umgenutzt wurden, soll dieser fatale Trend nach Vorstellung der Bischofskonferenz munter weitergehen. Hierzu schreibt DIE WELT:

„Von 700 Gotteshäusern, deren Bedeutung und Verwendung sich in den nächsten zehn Jahren ändern werde, geht die Deutsche Bischofskonferenz allein für die katholische Kirche aus.“

Die an den Haaren herbeigezogenen „Begründungen“ halten keiner ernsten Überprüfung stand, wie der WELT-Redakteur an einem Beispiel erläutert:

„Die Kirchenleitungen erklären die Entwicklung mit dem Schrumpfen der Gemeinden, der Bevölkerung, der Glaubensüberzeugungen. Aber die Zahlen, mit denen sie es unterlegen, sind wenig überzeugend. Bei der Pfarrgründung von St. Mariae Empfängnis in Neersen 1798 zählte die Gemeinde 1200 Katholiken. Die waren glaubensstark genug, die alte Klosterkirche der Minoriten in eigener Regie zu übernehmen und fortzuführen. Heute zählt die Gemeinde 3500 Mitglieder – und muss nach Nutzungen suchen, um ihrem Kirchengebäude einen Sinn zu verleihen.“

Der Verfasser läßt den Münchner Theologen,Prälat Ludwig Mödl zu Wort kommen, der darauf hinweist, daß früher „viele der mittelalterlichen Klosterkirchen nicht deswegen so groß gebaut, weil sie viele Leute aufnehmen sollten. Für oft nur 30 bis 50 Mönche wurden die riesigen Hallen errichtet, die bis zu 500 Personen fassen könnten. Die Dimensionen und der Hall und die Raumqualität sollten Hinweis auf das Große sein, dem man zu begegnen hoffte.“

Zu Recht heißt es in dem WELT-Artikel:

„Auch das Argument der schrumpfenden kirchlichen Finanzen muss hergeholt erscheinen…Und wie sonst könnte nun auch Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck auf die Idee kommen, die prachtvolle St.-Antonius-Kirche in Bochum für zehn Millionen Euro zu einem Altersheim umzubauen und dabei für jeden der 84 Plätze 120.000 Euro auszugeben?“ PICT0054

Offenbar müssen sich die Bischöfe von einem kath. Managerberater die reale  Vergleichslage erklären lassen: Thomas von Mitschke-Collande, ehem. Direktor des bekannten  McKinsey-Unternehmens, rechnet ihnen in seinem Sachbuch „Schafft sich die katholische Kirche ab?“ vor:

„In den letzten 20 Jahren hat sich die Kirchensteuer von 3,8 Milliarden Euro im Jahr 1991 auf knapp fünf Milliarden Euro 2011 gesteigert. Vergleicht man die heutige Situation mit 1960, so verfügt die katholische Kirche in realen Größen über ein Kirchensteueraufkommen, das etwa viermal so groß ist wie damals.“

Wie bereits in unserem CHRISTLICHEN FORUM berichtet, wird neben dem Bistum Essen auch in Münster ein unverforener Kirchenabriß betrieben, meist trotz starker Proteste der Gläubigen und Pfarreivertretungen einschließlich der Pastoren. Immerhin droht dem großen Dom zu Münster (siehe Foto) keine Zerstörung, doch ansonsten sind ein halbes Dutzend Kirchen sogar in der Innenstadt der westfälischen Metropole betroffen bzw. bereits entweiht.

Bischof Felix Genn, der zuvor im Bistum Essen das Kirchensterben massiv vorantrieb, setzt diese Beschädigung der Seelsorge und des kirchlichen Kulturraums in seinem neuen Bistum Münster ungehindert fort.

Hierzu heißt es im WELT-Bericht:

„So hat Felix Genn (…) aus 259 eigenständigen Gemeinden seines Bistums 43 Pfarreien gemacht. Reihenweise wurden Kirchen entweiht, umgenutzt und abgerissen oder zu „weiteren Kirchen“ herabgestuft, die nur noch sporadisch gottesdienstlich betreut werden. Sein Nachfolger Franz-Josef Overbeck sieht diese „Schrumpfkur“ noch längst nicht als ausreichend an. Im Ruhrgebiet werde es „zu noch ganz anderen territorialen Strukturen kommen, die noch viel größer sind als heute“, verkündete der Bischof Anfang Juli in Mülheim.“

Der Rückgang der Kirchenbesucher ist beileibe kein Grund für diese Demontage der Gotteshäuser, im Gegenteil, erläutert der WELT-Autor:

„Schon im 19. Jahrhundert hatten Pastoren beklagt, dass der Kirchenbesuch zu wünschen übrig lasse, allein, es wurden die entgegengesetzten Schlüsse daraus gezogen. Nach einer Bestandsaufnahme von 1853 wurden in einer Gemeinde mit 40.000 Seelen nurmehr 20 Kirchgänger gezählt. Eine „Kommission zur Abhülfe kirchlicher Nothstände“ schätzte, in ganz Berlin seien es gerade mal noch fünf Prozent.

Diesem Verlust an öffentlicher Geltung der Kirchen trat die Kirche nicht mit Rückzug, sondern mit einem beispiellosen Bauprogramm entgegen  –  exakt dem Gegenteil dessen, was Kirchen heute praktizieren. Mit ebenso großen wie großartigen Kirchenneubauten im Stile einer neuen Gotik positionierte und verankerte sich die Kirche im öffentlichen Bewusstsein der Industriegesellschaft als wichtig, zukunftsfähig und expansiv.“

Die Strategie des Kirchen-Abreißens oder „Umnutzens“ geht weder von den Pfarrern noch von den Gläubigen an der Basis aus, sondern von bischöflichen Ordinariaten   –  vor allem in Norddeutschland. Es gibt freilich Ausnahmen, etwa in Regensburg oder Augsburg. Der Augsburger Oberhirte Konrad Zdarsa hat sich klar gegen das Entweihen und Demontieren von Kirchen und Kapellen geäußert  –  auch dann, wenn die Gotteshäuser nicht allsonntäglich genutzt werden.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


„Bring Gott als Opfer Dein Lob“

Heutige Lesung der kath. Kirche: Psalm 50 (49),1-2.5-6.14-15:

Der Gott der Götter, der HERR, spricht,
er ruft der Erde zu
vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang.              0013
Vom Zion her, der Krone der Schönheit,
geht Gott strahlend auf.

„Versammelt mir all meine Frommen,
die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.“
Die Himmel sollen seine Gerechtigkeit künden;
Gott selbst wird Richter sein.

„Bring Gott als Opfer dein Lob,
und erfülle dem Höchsten deine Gelübde!
Rufe mich an am Tag der Not;
dann rette ich dich, und du wirst mich ehren.“


ZEIT-Redakteur: Katholische Standpunkttreue zahlt sich langfristig aus

Aus der Katholischen Kirche sind im vergangenen Jahr 118.000 Menschen ausgetreten. Die Protestanten mussten trotz der größeren Anzahl an Taufen und Wiedereintritten einen höheren Aderlass hinnehmen.

Dass die katholische Kirche vergleichsweise gut dasteht, ist für Wolfgang Thielmann, Redakteur der ZEIT-Beilage „Christ und Welt“, ein Indiz dafür, dass die Katholiken vieles richtig gemacht haben.

Die Bischöfe spielten ihren Erfolg herunter: 31 Prozent der Bevölkerung gehörten der Katholische Kirche an. Durch das gleichzeitige Schrumpfen des Protestantismus auf 30 Prozent sei sie „nach vorne gesunken“. 40 Prozent Nicht-Konfessionelle seien vor allem die Spätfolge der DDR. 

Foto: KOMM-MIT-VerlagDie Zahlen, schreibt Thielmann, hingen „aber auch gar nicht so sehr von der inneren Zustimmung ihrer Mitglieder ab, sondern von gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen“. Potenzielle Mitglieder liefen nicht weg, sie würden oft gar nicht geboren und damit auch nicht getauft: „Die Kirchen sind nicht überaltert, sondern unterjüngt“, meint er.

Trotz Reformwünschen von Laienverbänden und Kritikern sei die Führung der katholischen Kirche ihrer Linie in der Sexualmoral treu geblieben. Die Evangelische Kirche habe dagegen mit ihrer neuen „Orientierungshilfe“ viel davon preisgegeben.

In dem umstrittenen Familienpapier würden Kinder als Armutsrisiko dargestellt, wobei Armut auch häufig die Bildungschancen verringere. Wenn Protestanten daraus ableiteten, ihren Wunsch nach Kindern zu senken, sehe es düster aus für die Protestanten, während der katholischen Kirche viele Chancen offenstehen.

Quelle: Evangelisches Medienmagazin PRO