Die Lichterprozession zum Fest Maria Himmelfahrt wurde von einem Papst aus Syrien eingeführt

Pressemitteilung der Wallfahrtsdirektion Maria Vesperbild:

In einigen bayerischen Gemeinden wird in diesem Jahr der Festtag Mariä Himmelfahrt zum letzten Mal als staatlicher Feiertag gefeiert werden. In anderen Kommunen wird das Fest zum ersten Mal auch als staatlich geschützter Feiertag begangen, denn der Feiertagscharakter dieses Marienfestes hängt in Bayern von der Anzahl der Katholiken ab. Katholikentagskreuz Bittprozession 3

Dort, wo Katholiken die Mehrheit bilden, ist dieses Fest auch ein staatlicher Feiertag  – und dort, wo sie eine Minderheit sind, nicht. In Oberfranken z.B. wird in mehr als der Hälfte der Kommunen an diesem Tag gearbeitet und in Mittelfranken sind es nur knapp 19 Prozent der Gemeinden, die mehrheitlich katholisch sind.

So ist gerade die Feier dieses Marienfestes irgendwie auch eine demokratische Manifestation, sie hängt ja von Mehrheitsverhältnissen ab.

Der Wallfahrtsdirektor Wilhelm Imkamp betont, das in diesem Jahr die Lichterprozession am 15. August eine ganz besondere Note erhält: es war nämlich ein syrischer Papst, der in Rom die Prozession zu diesem Marienfest eingeführt hatte: Papst Sergius I., geboren in Palermo. Auf den gleichen Papst geht die Einführung des „Agnus Dei“ in der hl. Messe zurück.

Die Lichterprozession an diesem Marienfest zeigt die Kirche als „Global Player“ und gewinnt vor dem Hintergrund der kriegerischen Auseinandersetzung in Syrien eine ganz eigene Dynamik.

So fließt in diesem Fest gerade in Bayern vieles zusammen. Es ist ein demokratisches Fest, weil es die Mehrheitsverhältnisse widerspiegelt, es ist fest verankert im bayerischen Brauchtum durch die feierliche Segnung der Kräuterbuschen und dazu kommt in den großen Wallfahrtsorten Bayerns die abendliche Lichterprozession, die von einem syrischen Papst eingeführt worden ist.

Dies lenkt unseren Blick auf die Christen in Syrien. Deren Situation ist heute katastrophal, ein Grund mehr, an der Lichterprozession, die ein syrischer Papst eingeführt hat, teilzunehmen und dabei auch für Syrien, besonders für die syrischen Christen zu beten und die Gottesmutter um ihre Fürsprache anzurufen.

Die Prozession in Maria Vesperbild beginnt um 19 Uhr.

Foto: Bischöfliches Presseamt Regensburg


CDU/CSU-Fraktion fordert Freilassung der pakistanischen Christin Asia Bibi

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, hat sich am heutigen Dienstag mit dem pakistanischen Botschafter in Berlin, Abdul Basit, getroffen, um mit ihm über das Schicksal der Christin Asia Bibi zu sprechen, die in dem islamisch geprägten Land inhaftiert ist. 

Dazu erklärt der Fraktionschef der Union heute: asiabibi

„Ich habe dem pakistanischen Botschafter heute über die tiefe Besorgnis der CDU/CSU-Bundestagsfraktion informiert, dass Frau Bibi weiteres Leid zustößt. Die pakistanische Christin sitzt seit drei Jahren nun schon im Gefängnis. Asia Bibi war im Jahre 2010 nach den sog. Blasphemiegesetzen zum Tode verurteilt worden, weil sie angeblich den Propheten Mohammed beleidigt hat.

Wir wissen: Viele aufgrund der Blasphemiegesetze verurteilte Menschen werden im Gefängnis misshandelt und müssen in Furcht vor radikalen Gewalttätern leben. Der Gesundheitszustand Asia Bibis ist schlecht. Sie braucht ärztliche Versorgung. Auch muss ihr Fall, der nun in einem Berufungsverfahren vor dem Gericht in Lahore verhandelt wird endlich beendet werden.

Botschafter Basit hat mir gegenüber versichert, dass die pakistanische Regierung alles daran setzt, das Leben Asia Bibis zu schützen und den schwebenden Prozess zu einem Abschluss zu bringen. Er teilt meine Besorgnis, dass die Blasphemiegesetze oft zur Verleumdung missbraucht werden. Hierunter leiden Christen wie Muslime, ein Klima der Gewalt und Angst besteht in Pakistan. Der Botschafter vertraut auf die Unabhängigkeit der pakistanischen Justiz, die sich nicht von radikalen Islamisten einschüchtern ließe.

Ich habe ihn daran erinnert, dass Frau Bibi weltweit viele Freunde hat, die ihr zur Seite stehen. Wir beobachten den Fall gemeinsam mit der Bundesregierung genau.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion steht für Religionsfreiheit und kämpft gegen die Benachteiligung und Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer Religion. Dies ist ein Verstoß gegen die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen, der leider auch und vor allem Christen betrifft.“


„Regenbogenfamilien“ werden maßlos überschätzt und hochgejubelt

Von Dr. Stefan Fuchs

Das Loblied einer neuen „Buntheit und Vielfalt“ der Familie zu singen, ist längst eine Pflichtübung der „Political Correctness“. Wer nicht mitsingt in diesem Chor, wird als „Pascha“, „Reaktionär“ oder gar Schlimmeres denunziert.

Besonders suspekt ist politischen Tugendwächtern die Skepsis gegenüber „Regenbogenfamilien“. So werden gleichgeschlechtliche Paare mit Kinder genannt, so steht es inzwischen auch im Duden.

Gemälde: Evita Gründler

SCHÖPFUNGSORDNUNG: Vater-Mutter-Kind

Diese „Familien“ weisen nun ihrerseits eine „Vielfalt von Formen“ auf, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung erläutert:

Neben den Konstellationen „Vater-Vater-Kind“ oder „Mutter-Mutter-Kind“, sei auch die „Queer-Familie als Eltern-Triade“ möglich. Eine solche „Queer-Familie“ könne sich z. B. aus einem „lesbischen Elternpaar mit leiblicher Mutter und sozialer Mutter und Kind sowie externem leiblichen schwulen Vater“ zusammensetzen. Eine andere Möglichkeit sei die „Transgender-Konstellation mit leiblichen Eltern und Kind, bei denen ein Elternteil seine Geschlechtsidentität (u.U. mit Geschlechtsumwandlung) geändert hat“.

Solche „Familien“ seien mit „vielschichtigen Problemen […] aber auch Möglichkeiten konfrontiert, ihr Familienleben neu und sehr individuell zu definieren und zu konstruieren“. Die „soziale Konstruktion“ dieser Familienbildungsprozesse erfordere es, sie „wissenschaftlich über längere Zeiträume zu begleiten“.

In der Tat könnte es ja aufschlussreich sein, die Entwicklung solcher Lebensformen längerfristig zu beobachten. Nur so ließe sich die nach wie vor ungeklärte Frage erhellen, ob die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare dem Wohlergehen von Kindern dient  –  oder es eher gefährdet. Aber gerade diese rechtspolitisch relevante Frage interessiert die Autoren des Bundesinstituts gar nicht.

Schließlich wissen sie von vornherein, welchem Ziel diese „Forschung“ zu dienen hat: Es geht darum, die „Akzeptanz“ von Regenbogenfamilien in der Bevölkerung zu stärken. Zugleich soll erforscht werden, inwieweit die gleichgeschlechtlichen Paare flexible „Rollenmodelle“ verwirklichen. Die „Regenbogenfamilien“ sollen also den „Normalfamilien“ als Vorbild dienen, indem sie, so die Hoffnung, die politisch erwünschte, egalitäre Rollenverteilung praktizieren.

Welche empirische Bedeutung hat diese neue „Familienform“ in  Zahlen?

Eher versteckt findet der Leser die Information, dass in Deutschland ganze 7.000 Minderjährige bei gleichgeschlechtlichen Paaren leben. Die Autoren bemühen sich diese verschwindende Zahl mit dem Hinweis zu relativieren, dass diese Zahl „unterschätzt“ werde. Empirische Belege für diese Behauptung bleiben sie schuldig.

Tatsächlich bestätigen die jüngst veröffentlichten Zensusergebnisse, wie selten diese in der Medienöffentlichkeit weit überschätzte Familienform ist. Im Vergleich zu den acht Millionen Ehepaaren und zweieinhalb Millionen Alleinerziehenden sind sie geradezu eine „quantité négligeable“. Zu diesen grundlegenden Fakten schweigen sich die Bevölkerungsforscher aber aus. Auch in der Sozialforschung scheint die politische Korrektheit manchmal wichtiger zu sein als die nüchterne Empirie.

Zitate aus: Sabine Gründler; Katrin Schiefer: Familienleitbilder unter dem Regenbogen – Akzeptanz von Regenbogenfamilien in Deutschland, S. 18-24.

Zu den Zensus-Ergebnissen:
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/05/PD13_188_121.html
 
Frühere IDAF-Nachrichten zur Thematik:
http://altewebsite.i-daf.org/71-0-Woche-32-2008.html
http://altewebsite.i-daf.org/275-0-1-2010.html

http://www.i-daf.org/aktuelles/aktuelles-einzelansicht/archiv/2013/03/02/artikel/die-ignoranz-der-richter-wie-die-entprivilegierung-der-ehe-zu-neuen-privilegien-fuehrt.html

Quelle:  IDAF-Institut „Im Blickpunkt 8/2013“: www.i-daf.org

Gemälde: Evita Gründler, Regensburg


„Lerne aus den Jahren der Geschichte“

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche:

Deuteronomium 32,3 ff:

Ich will den Namen des HERRN verkünden.
Preist die Größe unseres Gottes!
Er heißt: Der Fels. Vollkommen ist, was ER tut.

Denk an die Tage der Vergangenheit,
lerne aus den Jahren der Geschichte!
Frag deinen Vater, er wird es dir erzählen,
frag die Alten, sie werden es dir sagen.(…)

Der HERR nahm sich sein Volk als Anteil,
Jakob wurde sein Erbland.
Der HERR allein hat Jakob geleitet,
kein fremder Gott stand IHM zur Seite.


Widerstand in der NS-Zeit: Zum Angriff Margot Käßmanns gegen die kath. Kirche

Rezension von Dr. Eduard Werner

Buch-Daten: Margot Käßmann, Anke Silomon (Hrsg.): Gott will Taten sehen. Christlicher Widerstand gegen Hitler. Ein Lesebuch. Verlag C.H. Beck München 2013. 479 Seiten, 19;95 Euro.

In ihrer Einleitung bekräftigt Margot Käßmann eine Behauptung des Historikers Hans Mommsen, wonach beide christliche Kirchen nicht zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu rechnen seien. Diese Behauptung ist  –  was die katholische Kirche anlangt  –  leicht zu widerlegen.

War es denn kein Widerstand, als der Vatikan das ideologische Hauptwerk der Nazis, den „Mythus des 20. Jahrhunderts“ von Alfred Rosenberg schon 1934 auf den Index der für Katholiken verbotenen Bücher setzte?

Deutsche Kirchenhistoriker und Theologen lehnten 1934 in ihren „Studien zum Mythus des 20. Jahrhunderts“ die NS-Weltanschauung entschieden ab. (Siehe Amtsblätter der Diözese Münster und der Erzdiözese Köln)  –  Damit war die nationalsozialistische Rassenlehre, auf der der Antisemitismus basiert, kirchenamtlich verurteilt.

War es auch kein Widerstand, als am 21. März 1937 alle 25.000 katholischen Priester das päpstliche Weltrundschreiben „Mit brennender Sorge“ in allen katholischen Kirchen Deutschlands verkündeten?  – Hier wurden der Öffentlichkeit mit großem Mut die Irrtümer der Nazis aufgezeigt. Und die Rache der Nazis mit Verhaftungen und KZ-Einweisungen ließ nicht lange auf sich warten. 1_0_660406

In der ersten Kriegszeit hat Papst Pius XII. (siehe Foto) den Kontakt zwischen der deutschen Militäropposition und der britischen Regierung vermittelt. Eine hochriskante Handlung! (Siehe Peter Ludlow in Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte München Jahrg. 22 (1974) S.299 – 341 und Richard Basset: „Hitlers Meisterspion- das Rätsel um Wilhelm Canaris“, Deutsche Ausgabe Wien 2008).

Europaweit haben die Nationalsozialisten immerhin 4000 katholische Priester umgebracht. Warum wohl?  –  Die beiden Pfarrer Johannes Schulz und Josef Zilliken haben beispielsweise am 27. Mai 1940 dem „Reichsmarschall“ Hermann Göring den Gruß verweigert. „Sie widerstanden ihm ins Angesicht.“  –  Dafür wurden sie sofort verhaftet und in Dachau umgebracht. War das kein Widerstand?

Oder Pfarrer Wilhelm Caroli?  – 1941 predigte er offen gegen das Euthanasie-Programm zur massenhaften Tötung kranker Menschen. Dafür musste er selbst im KZ Dachau sterben – ebenso wie elf weitere katholische Widerständler, die in Helmut Molls Martyrologium „Zeugen für Christus“ dokumentiert sind. Sie alle haben aus Gewissensgründen ihr Leben hingegeben.

Der Münsteraner Bischof von Galen hat 1941seine berühmten Predigten gegen das nationalsozialistische Mordprogramm gehalten und er hat Strafanzeige gegen die Machthaber gestellt. Das brachte die Nazis zur Weißglut und sie hoben sich die Bestrafung dieses Bischofs für die Zeit nach dem Krieg auf, der glücklicherweise anders ausging, als sich die Nazis vorgestellt hatten.  –  Die heimliche Verbreitung dieser Predigttexte war lebensgefährlich.

Pallotinerpater Franz Reinisch war unter Hitler nicht zum Kriegsdienst bereit. Wie 16 weitere Katholiken lehnte er den Fahneneid auf Hitler bzw. verbrecherische Befehle ab und zog die Hinrichtung vor. Das soll alles kein Widerstand gewesen sein?

Im katholischen Martyrologium „Zeugen für Christus“ sind über 400 katholische Priester und Laien aus Deutschland dokumentiert, die in der NS-Zeit als Märtyrer sterben mussten. Glücklicherweise ist die Zahl der überlebenden Widerständler größer.

Der bekennende Katholik Michael Lottner versuchte am 23. April 1945 dem Domprediger Maier in Regensburg zu Hilfe zu kommen, als dieser verhaftet wurde. Er wurde im Kampf erschossen, während Maier und der Helfer Josef Zirkl zur Abschreckung öffentlich erhängt wurden.

Wenn Mommsen und Käßmann die einschlägigen Dokumentationen nicht zitieren und offenbar auch nicht kennen, so ist das eine Wissenslücke ihrerseits und nicht ein fehlender Widerstand seitens der katholischen Kirche.

Überdies scheinen die beiden Autorinnen Käßmann und Silomon nicht einmal das evangelische Martyrologium „Ihr Ende schaut an“ (Leipzig 2006, erweitert 2008) benutzt zu haben.

Aber Käßmann/ Silomon arbeiten nicht nur mit einer weitgehenden Ausblendung des katholischen Widerstands. Sie behaupten auch Falsches. So steht zum Beispiel auf Seite 57, der Papst hätte auf den bekannten Bittbrief von Edith Stein geschwiegen. Das ist historisch falsch. Papst Pius XI. war allerdings vorsichtig genug, den Antwortbrief nicht der staatlichen Post anzuvertrauen. Er ließ über seinen Staatssekretär den Beuroner Erzabt Raphael Walzer über den Eingang und die Kenntnisnahme der Bittschrift informieren; nachzulesen in den Edith-Stein-Jahrbüchern und von den beiden Autorinnen auch richtig zitiert.

Frau Käßmann kann zwar nicht wissen, welchen Inhalt der Papst Edith Stein ausrichten ließ. Aber sie sollte wissen, dass der Papst das Anliegen von Edith Stein in zahlreichen Protestschreiben aufgegriffen hat. Allein zwischen 1933 und 1937 hat der Papst 55 Protestschreiben nach Berlin geschickt. Wenn die deutsche Reichsregierung nicht angemessen auf die vatikanischen Proteste reagierte, so sollte sie das nicht dem Papst anlasten. 020_16A

Käßmann erwähnt auch die Geschwister Scholl (siehe Foto: Sophie Scholl) und vergisst dabei den katholischen Anteil an der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ mit Christoph Probst, Willi Graf, Prof. Kurt Huber, Theodor Haecker und anderen Widerständlern.

Schlimmer und anfechtbarer ist ihre Behauptung, einzelne Katholiken, die tatsächlich Widerstand geleistet haben, hätten bei ihrem Widerstand „gegen ihre eigene Kirche agieren“ müssen (S.24) , da die Kirche über ein Konkordat mit der Nazidiktatur verbunden gewesen sei. Die Katholiken fühlten sich jedoch durch das Konkordat keineswegs mit der Nazidiktatur verbunden, sondern eher abgegrenzt. Schließlich lehnte Hitler die Ausdehnung des Konkordats auf das Sudetenland und auf Österreich nicht ganz grundlos ab. Wahr ist vielmehr, dass sich Widerständler mit dem Papst immer einig wussten und von den Bischöfen vielfach unterstützt wurden.

Quelle und vollständiger Text hier: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=1281

Alice Schwarzer über Kindesmißbrauch, Grüne, Medien und die 68er Sexwelle

Unter dem Titel „Pädophilie und die Grünen: Nicht von gestern!“ veröffentlichte die bekannte Feministin Alice Schwarzer am 12. August auf ihrem Internet-Blog eine scharfe Abrechnung mit der sexuellen Revolution der 68er, die von ihrer Zeitschrift „Emma“ schon lange kritisch unter die Lupe genommen wird, zumal von einer wirklichen „Befreiung“ der Frau durch die Sexwelle keine Rede sein kann.

Aber auch der sexuelle Mißbrauch von Kindern wurde durch diese Sexrevolte und ihre Auswirkungen in den 70er und 80er Jahren begünstigt, wie nicht zuletzt die Aufdeckung der grünen Vergangenheit aufzeigt.

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Alice Schwarzer beginnt ihre Analyse mit den Worten:  

„Es waren nicht nur die Grünen. Es waren auch nicht nur die 68er. Es war der Zeitgeist, der allerdings war links bzw. liberal. Es war einfach angesagt bei (fast) allen, die sich als fortschrittlich verstanden: Dass doch nichts dabei sei, wenn Erwachsene mit Kindern… denn die wollten es doch auch.“

Die Feministin stellt zugleich klar:

„Doch es sind die 68er und ihre Erben, die Grünen, die in den ihnen nahestehenden Publikationen nicht nur das Recht der Kinder auf eine eigene Sexualität propagierten, sondern auch das Recht der Erwachsenen (sprich: Männer) auf die Sexualität mit Kindern. Die Grünen waren es, die gleich 1980 auf ihrem zweiten Parteitag die Streichung des § 176 debattierten, der die Sexualität mit Kindern unter 14 Jahren unter Strafe stellt, sowie den § 174 (sexueller Missbrauch von minderjährigen Schultzbefohlenen).“

Doch es blieb nicht bei einer „Debatte“, später folgte in NRW ein skandalöser Beschluß: 

„Fünf Jahre später winkte der Landesparteitag der Grünen in NRW den SchwuP-Antrag durch. Mit 76 zu 53 Stimmen wurde die Legalisierung von Sex Erwachsener mit Kindern unter 14 beschlossen, sofern es sich um „einvernehmlichen Sex“ handele. Die Grünen NRW kamen nicht in den Landtag.“

Die faktenstarke Kritik von Alice Schwarzer beschränkt sich nicht auf frühere Irrungen und Wirrungen der grünen Partei:

„So waren und sind die Grünen weiterhin gegen jegliche Einschränkung von Pornografie. Und sie sind die Vorreiter einer Verharmlosung von Prostitution, für sie „ein Beruf wie jeder andere“. Das passt zur Verharmlosung des Missbrauchs von Kindern: Die herrschenden Alt-Grünen sind gegen Herrschaftsverhältnisse im gesellschaftlichen Bereich, leugnen jedoch die Machtverhältnisse im Privaten. Das gilt für das Machtgefälle zwischen Freiern und Prostituierten ebenso wie für das zwischen Erwachsenen und Kindern. – Dürfen wir also auch bei der Prostitution, diesem „Beruf wie jeder andere“, nun 30 Jahre warten, bis ihre Verharmlosung und Akzeptanz als Skandal empfunden wird?“

Die Herausgeberin von „Emma“ erinnert außerdem daran, daß in den 80er auch die „FDP-nahe „Humanistische Union“ ebenso wie die „Schwulengruppen“ der Jungdemokraten, Jungsozialisten und die „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ die ersatzlose Streichung des § 176 gefordert“ hatten.

Abschließend schreibt Alice Schwarzer:

„Doch auch die Medien dürfen sich durchaus nach ihrer Verantwortung fragen. Ich erinnere mich nur zu gut, wie ich 2010 zu Beginn des Ruchbarwerdens des Missbrauchs in katholischen Internaten in einer Live-Talkshow auch auf den Skandal in der Odenwald-Schule, also im progressiven Milieu, hinwies. Die Moderatorin schnitt mir hart das Wort ab. Als ich im Verlauf der Sendung noch einmal darauf aufmerksam machen wollte, fiel meine Anmerkung ins Leere. Und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits alles über die Odenwald-Schule auf dem Tisch lag.“


13. August 1961: Vor genau 52 Jahren wurde die innerdeutsche Mauer errichtet

CDU/CSU: Kein Schlußstrich unter Aufarbeitung der SED-Diktatur

Vor 52 Jahren, am 13. August 1961, wurde die Berliner Mauer gebaut, die die schmerzliche jahrzehntelange Teilung Deutschlands dramatisch zementierte.

Dazu erklärt der kulturpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen aus Bönstrup:

„Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurden die Bürger der DDR über Nacht und auf dramatische Weise von der Freiheit abgeschnitten. Nachdem von 1955 bis 1961 über 1,4 Millionen Menschen aus der DDR in den Westen geflohen waren, sah die DDR-Führung keinen anderen Ausweg mehr, als ihre Bürger mithilfe sowjetischer Truppen einzusperren. Mit dem Mauerbau offenbarte die DDR-Führung ihr wahres Ziel: die Durchsetzung ihrer Ideologie mit allen Mitteln und um jeden Preis. imagesCAQES0N8

Unzählige Familien und Freunde wurden unerwartet 28 Jahre lang auseinandergerissen, die Hoffnung der Mehrheit der Deutschen nach Einheit in Freiheit abrupt zerstört. In den Jahren der Teilung wurden Menschen, die sich nicht dem System anpassten, ermordet, verfolgt, eingesperrt, entmündigt und bevormundet. Erst 1989 erfüllte sich der gesamtdeutsche Traum vom Fall der Berliner Mauer, weil der Drang der Menschen in Ostdeutschland nach Freiheit und Einheit nie eingemauert werden konnte.

Mehr als 70.000 Menschen, die beim Fluchtversuch ergriffen wurden, wurden durch die DDR-Justiz strafrechtlich verfolgt. Wie viele Menschen an der innerdeutschen Grenze starben ist bis heute nicht geklärt. Daher begrüßen wir das seit einem Jahr vom Bundesbeauftragten für Kultur geförderte Forschungsprojekt, welches die Zahl der getöteten DDR-Flüchtlinge zwischen 1949 und 1989 erfassen soll.

Angesichts der Tatsache, dass 74 Prozent der Anhänger der Linkspartei in Berlin den Mauerbau für „voll und ganz“ oder zumindest für „teilweise“ richtig halten, fordern wir alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte auf, den Bau der Berliner Mauer und seine Folgen fest in unserem gesamtdeutschen Gedächtnis zu verankern.

Hier leisten viele Institutionen und ihre Mitarbeiter unerlässliche Erinnerungsarbeit, wie beispielsweise die „Stiftung Berliner Mauer“ oder die aktuelle Ausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung „Die Mauer. Eine Grenze durch Deutschland“.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird sich weiterhin glaubhaft dafür einsetzen, dass es keinen Schlussstrich unter die Aufarbeitung der SED-Diktatur geben darf, die vielen Menschen unermessliches Leid gebracht hat.“