„Laßt uns die Fesseln der Sünde abwerfen“

Heutige liturgische Sonntagslesung der kath. Kirche: Hebräer 12,1 ff:

Brüder! Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, wollen auch wir alle Last und die Fesseln der Sünde abwerfen.

Laßt uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist  – und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; ER hat angesichts der vor ihm liegenden Herrlichkeit das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten  –  und ER hat sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt.

Denkt an ihn, der von den Sündern solchen Widerstand gegen sich erduldet hat; dann werdet ihr nicht ermatten und den Mut nicht verlieren.


4 Kommentare on “„Laßt uns die Fesseln der Sünde abwerfen“”

  1. Birgit sagt:

    genaugenommen besteht die Trennung von Gott seit Adam und Eva-auch als Erbsünde bekannt.
    Das Wort „Sünde“ leitet sich vom mittelalterlichen „sintern“-d.h.“trennen“ ab.

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  2. heureka47 sagt:

    Was ist zu tun, um die „Fessel(n) der Sünde“ abzulegen?

    Aus meiner Lebenserfahrung (bin jetzt 66) kann ich sagen, daß ich viel, langen und hohen Leidensdruck brauchte, um – im 41. Lebensjahr – die „Fessel“ im Bewußtseinsbereich, die neurotische(n) Blockade(n), los zu werden.
    Erst am „Nullpunkt“ meines irdischen Seins, mit der Selbstmordabsicht als wichtigstem Gedanken, als ich „still“ wurde, wurde ich (wieder) offen für Impulse aus der „Geistigen Welt“, dem „Jenseits“, wie ich damals dachte, aus dem „Himmel(reich)“.

    In der anschließenden Phase „depressiver Verstimmung“ und der langsamen Erholung hatte ich Zeit und Muße, meine Überzeugung(en) zu prüfen und in Frage zu stellen. Ich erkannte, daß es besseres Wissen, bessere Prinzipien gab als die, die ich die ersten 40 Jahre meines Lebens gelernt / gelebt hatte – und an dieser „Normalität“, an meinem Verständnis von „normalem Leben“, gescheitert war. Alles Streben und Mühen auf der irdischen Ebene brachte keine wahre Befriedigung, kein grundlegendes Glücklichsein, keine („Grund“-)Gesundheit, keine wahren Freunde, keine wahre Liebe.

    1990 keimte in mir eine Ahnung auf, daß die moderne / zivilisierte Gesellschaft irgendwie „degeneriert“ oder „unterentwickelt“ war – und ich schlußfolgerte, daß auch ich davon befallen und beeinträchtigt war. Bei der Suche nach Literatur wurde ich gleich mehrfach fündig und erfuhr von der „Kollektiven Neurose“, der „Krankheit der Gesellschaft“ – von der auch unsere ältesten Schriften, die biblischen vor allem, schon vielfältig berichten: Mose, Jesus, Johannes. Zumindest – nach meiner nicht sehr tiefgehenden Beobachtung.

    Nachdem 1987 schon mein jüngster Bruder Selbstmord begangen hatte (fast wie unter einem inneren „Zwang“, wie es schien) tat gleiches auch mein anderer Bruder 1992, in einer Phase von Erkrankung mit „Depression“.

    Das schürte in mir die Angst, ich würde ebenfalls Opfer einer solchen Entwicklung werden – und deshalb machte ich mich intensiv auf die Suche nach Ursachen psychischer Erkrankungen bzw. den Ursachen von (wahrer) Gesundheit. Und auch in diesen Bereichen wurde ich reichlich fündig und konnte mit Hilfe der Informationen, die ich fand, meinen eigenen Weg der Heilung erfolgreich gehen.

    1991 machte ich zunächst die mir heute sehr wesentlich erscheinende Schlüssel-Erfahrung der „konstruktiven Angst-Überwindung“. Angst also nicht zu leugnen, zu „verdrängen“ oder der angstmachenden Situation ausweichen, sondern die Angst auszuhalten und DAS zu tun, was „vernünftig“ / „weise“ / „liebevoll“ erscheint.

    Wenige Tage nach diesem Schlüsselerlebnis hatte ich ein „erleuchtungshaftes“ inneres ERlebnis, in dem ich erkannte, daß ich mit „Problemen“ nicht gut / richtig umgegangen war, weil ich ihnen immer gern ausgewichen war, mich nicht „gestellt“ hatte, was besser gewesen wäre – weil ich in jedem Falle hätte lernen können.

    Unter der Erkenntnis, daß alles („Negative“), was ins Unbewußte verdrängt wurde / wird, negatives Potenzial ist / hat – und zum Krankwerden beitragen kann – beschloß ich 1992, daß mir alles wieder bewußt werden sollte, was ich jemals verdrängt hatte.

    1997 mußte ich aus dem Berufsleben ausscheiden: „Depression“. Ich war irgendwie „ausgebrannt“, kriegte meine Gedanken nicht mehr zusammen. Mein Denken war wie „lahmgelegt“. Unter zum Teil starken Medikamenten versank ich für etwa zwei Jahre in emotionaler Leere und Teilnahmslosigkeit. Als ich einen Teil der Medikamente absetzte, wurde ich auch wieder „lebendiger“ und konnte mich nun auch fragen, was die Gründe für diese schwere Erkrankung gewesen sein mochten. Die Antwort fand ich in meinem Innern; verdrängte Konflikte.

    Im relativen Frieden des Alleinwohnens ab 2001 konnte ich meine Kindheitstraumata „abweinen“ und bemerkte danach eine (Wieder-)Intensivierung meiner Wahrnehmung und Gefühlslebens. Für weitere Klärungen konsultierte ich erfolgreich verschiedene Therapeuten, Lebenslehrer und Geistheiler. Diesen Prozeß würde ich als „Bewußtseins-Reinigung“ / „Seelen-Hygiene“ bezeichnen.

    Auf diesem Weg habe ich mich mit meinem „Höheren / wahren Selbst“, meiner höheren – feinstofflichen – Bewußtseins-Ebene vereinigt und identifiziere mich mit ihr und ihren Eigenschaften / Qualitäten / Kräften / Werten usw.

    Ich habe also die durch die „Kollektive (Zivilisations-)Neurose“ verursachte innere „Abtrennung“ („Sünde“) aufgehoben und erkenne mich als (wieder) „verbunden“.

    Und ich bin der Überzeugung, daß so etwas jedem Menschen aufgrund seiner gottgegebenen Anlagen möglich ist. Jeder Mensch verfügt als „Kind Gottes“ über dasselbe Potenzial.
    Wahrhaft erwachsenes Kind Gottes ist der Mensch erst, wenn er sich zu der entsprechenden Bewußtseins-Ebene entwickelt hat (was regelhaft im zeitlichen Umfeld der Pubertät vollzogen werden sollte, am besten am Anfang der Pubertät) und sich mit diesem Sein voll identifiziert und es praktisch lebt.

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    • Birgit sagt:

      was Sie als „kollektive Zivilisationsneurose“ beschreiben,ist nichts anderes als die durch die „Aufklärung“ uns mehr oder weniger aufgezwungene Trennung von Gott mit ihren verheerenden Auswirkungen auf die Psyche des Menschen.
      Man hat ja in den letzten 200 Jahren mit allen Kräften daran gearbeitet,das jahrhundertealte Gottesbild durch ein „naturwissenschaftliches“ zu ersetzen.
      Die seelischen ( und moralischen) Auswirkungen erleben/erleiden speziell wir Heutigen.
      Aber Gott läßt uns doch nicht ganz im Stich,er holte und holt noch viele von uns zurück,wir müssen nur ehrlich suchen.
      Wer sucht,der findet,wer klopft,dem wird aufgetan,so einfach (und manchmal so schwer) ist das.

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      • heureka47 sagt:

        Danke für Ihren Kommentar!
        Meine Erkenntnisse führen zu der Sicht, daß die Kollektive Zivilisations-Neurose VIEL älter ist als die Spaltung zwischen Wissenschaft und Kirche – die nur ein weiteres Symptom dieser Neurose war.
        Ich nenne diese Krankheit, die von der Soziologie die „Kollektive Neurose“ genannt wird, gezielt die „Kollektive ZIVILISATIONS-Neurose“, weil ich davon ausgehen muß, daß sie mit dem „Prozeß der Zivilisation“ gleichzeitig begonnen hat – bzw. kurz davor durch eine Art „Kollektives Trauma“.

        Die Kollektive Zivilisations-Neurose wird in den ältesten uns bekannten Schriften beschrieben. Ich erwähne beispielhaft meistens die Darstellungen bei Mose zum „Tanz um das Goldene Kalb“. Der esoterischen / metaphysischen Symbolik zufolge steht „Tanz“ für „Anbetung“ / „Verherrlichung“. „Gold“ steht einerseits für „höchsten Wert“ bzw. „höchstes Idol“, aber andererseits auch für MATERIELLEN Wert. „Kalb“ schließlich steht für „Unreife“ / „Dummheit“. Ein Kalb ist ein noch nicht zeugungsfähiges Wesen. Und dessen Symbolik meint hier die Unfähigkeit der befallenen Menschen, SPIRITUELLEN Nachwuchs hervorzubringen.

        Auch wenn wahrscheinlich KEIN Psychiater der zivilisierten Gesellschaft je einem Patienten „Kollektive (Zivilisations-)Neurose“ diagnostiziert hat, ist es doch die am meisten verbreitete Krankheit in dieser Gesellschaft. Die allermeisten von Ärzten diagnostizierten „Krankheiten“ sind genau genommen „nur“ verschiedene Symptome der EINEN Krankheit, der „Kollektiven Zivilisations-Neurose“.

        Um die Beeinträchtigung durch diese Krankheit zu beseitigen, reicht nach meiner Einschätzung die missionarische Arbeit der Kirchen nicht aus, denn sie geht nicht an die wahre Ursache und gibt kein – geistiges – Werkzeug an die Hand, die die Krankheit wirklich / nachhaltig beseitigen könnte. Wie auch die große Mehrheit der Psychotherapeuten darüber nichts weiß und nichts hilfreiches vermitteln kann, ähnlich wie die meisten sich „spirituell“ nennenden Menschen, die nicht wirklich, nicht wahrhaftig im spirituellen Bewußtsein leben, sondern sich in der Hauptsache noch im „Niederen Selbst“ / „Ego“ befinden.

        Ich habe auch den Verdacht, daß die meisten Menschen, die über sehr lange Zeit oder dauerhaft meditieren, (noch) nicht im „Höheren / wahren Selbst“, dem spirituellen Bewußtsein, leben. Sie leben im „Ego“ und nähern sich dem höheren Bewußtsein nur an, lassen sich von seinem „Licht“, von seiner „Kraft“, von seinen „schönen Qualitäten“ bestrahlen und kehren dann in ihr „Ego“ zurück um aus ihm ihr Leben zu leben. Falsch!

        Es ist Gottes Wille, daß der Mensch am Ende der Kindheit, am Beginn der Pubertät, sich dem „Höheren / wahren Selbst“, dem „Christus-Bewußtsein“, dem „göttlichen Bewußtsein im Menschen“ zuwende, es kennenlerne und sich schließlich mit ihm vereinige und sich mit dieser neuen Qualität IDENTIFIZIERE.
        Daß es um diese „Vereinigung“ geht, sagt doch schon die Geschichte der „Hochzeit von Kanaan“, wo „Wasser in Wein“ verwandelt wird. Das ist – wie immer, in diesen Geschichten – Symbolik. Wer aber nicht im Christus-Bewußtsein lebt, erkennt bzw. versteht diese Symbolik nicht.
        Ich aber verstehe sie seit ein paar Jahren.

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