Mehr als wunderlich: Familie Wunderlich wg. Hausunterricht auseinandergerissen

Skandalös: Homeschooling-Familie wie Verbrecher behandelt

Die Home School Legal Defense Association (HSLDA), eine US-amerikanische Organisation für Homeschooling (Hausunterricht), berichtete am 30.August 2013 über ein unverhältnismäßig hartes Vorgehen gegen Dirk und Petra Wunderlich, die ihre Kinder nicht an öffentlichen Schulen unterrichten lassen und stattdessen Homeschooling praktizierten, ihre Kinder also zuhause unterrichten, wie dies in den meisten westlichen Staaten erlaubt ist, in Deutschland wegen Schulzwang hingegen verboten. wunderlich-300x180

Am 29. August um 8 Uhr am verschaffte sich ein Team von 20 Sozialarbeitern, Polizeibeamten und Sonderkräften Zugang zur Wohnung der Wunderlichs nahe Darmstadt  –  und nahmen die vier Kinder der Familie im Alter von 7 bis 14 Jahren in Gewahrsam. Die Kinder wurden an einen unbekannten Ort verbracht. Den Eltern wurde mitgeteilt, dass sie ihre Kinder „nicht so bald wiedersehen“ würden.

HSLDA erhielt die richterliche Anordnung, die diese Maßnahme ermöglichte. Der einzige juristische Grund für die behördliche Maßnahme, die Kinder von der Familie zu trennen, bestand darin, dass Wunderlichs ihre Kinder zuhause unterrichteten. Familienrichter König unterzeichnete den Beschluss, weil die Wunderlichs sich weigerten, der deutschen Schulpflicht nachzukommen.

Dirk Wunderlich beschreibt die überraschenden Ereignisse mit folgenden Worten:

„Ich schaute durch ein Fenster und sah viele Leute, Polizei und Sondereinsatzkräfte, alle bewaffnet. Sie sagten mir, sie wollten hereinkommen, um mit mir zu sprechen. Ich versuchte Fragen zu stellen, aber innerhalb von Sekunden brachten drei Polizeibeamte einen Rammbock, um die Türe einzubrechen. Also öffnete ich. Die Polizei drückte mich in einen Stuhl und ließ mich nicht einmal telefonieren. Es ging chaotisch zu, als sie mir sagten, dass sie die Kinder mitnehmen würden. Bei der kleinsten Bewegung packten mich die Beamten, so als wäre ich ein Terrorist. Man hätte niemals erwartet, dass sich so etwas in unserem ruhigen, friedfertigen Dorf ereignen würde. Es war wie eine Szene in einem Science Fiction. Unsere Nachbarn und Kinder wurden durch dieses Eindringen traumatisiert.“

Die HSLDA verfolgt die Geschichte der Wunderlichs seit Jahren. Die Familie zog in mehrere Länder der EU, um einen Ort zu finden, wo sie ihre Kinder zuhause unterrichten konnten. Letztes Jahr kehrten die Wunderlichs nach Deutschland zurück und ließ sich bei Darmstadt nieder. Das Jugendamt wurde auf die Familie aufmerksam, ließ diese jedoch unbehelligt, weil die Kinder in der Familie gut versorgt wurden.

Die Behörden zogen allerdings die Pässe der Kinder ein, um zu verhindern, dass die Familie fliehen kann  –  laut Michael Farris von HSLDA ein Verstoß gegen die Europäischen Menschenrechtskonvention. „Das Recht auf Homeschooling ist ein Menschenrecht, ebenso wie das Recht auf Freizügigkeit und darauf, ein Land zu verlassen… Dieses aktuelle Vorgehen, die vier unschuldigen Kinder aus der Familie zu nehmen, ist ein unerhörter Akt“, so Farris, Experte für internationales Recht.

FORTSETZUNG des Beitrags hier: http://www.schneider-breitenbrunn.de/2013-09/homeschooling-staat-nimmt-kinder-in-obhut/

Foto: HSLDA

 


12 Kommentare on “Mehr als wunderlich: Familie Wunderlich wg. Hausunterricht auseinandergerissen”

  1. Christina sagt:

    Die zwei größten Kinder der Familie Wunderlich sind jetzt bei mir in der Klasse. Sie sind nicht so besonders nett gegenüber uns. Wir haben sie mit Schultüten und Plakaten begrüßt.

    Jetzt können wir alles verstehen, wissen die eigentlich was die Polizisten mit der 14. Jährigen und den anderen gemacht haben? Nein wissen sie anscheinend nicht. Sie haben sie abgeführt wie Sträflinge. Das sind Kinder und keine Mörder.

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  2. Laurentius sagt:

    Der eigentliche Grund, warum der Schulzwang mit allen Mitteln durchgesetzt wird ist, dass nur so gewährleistet werden kann, dass das Volk dumm gehalten wird. Über so viele Jahre verblödet man die Schüler, dass nahezu alle zu Idioten verkommen müssen. Das wichtigste Unterdrückungsmittel ist aber der Unzuchtunterricht, denn hier werden die stärksten Triebe geweckt. Die Kinder sollen zu familienunfähigen Onanisten, Sodomiten und Huren verkommen. Das Ergebnis ist ein identitätsloses, kraftloses, krankes Volk, welches sich nie wieder erheben kann.

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  3. Anonymous sagt:

    16. Sept. 2013
    Es ist unerhört von den Richtern und vom Staat, den Kindern von Familie Wunderlich, einer fröhlichen und intakten Familie, solchen Schaden zuzufügen, indem sie sie mit Polizeigewalt von den Eltern trennen und weggeben. Da hätte doch die Presse den Vorgang filmen und publik machen sollen, damit ganz Deutschland aufschreit und demonstriert gegen diese veralteten Nazi-Gesetze. Schulbildung ja, aber kein Schulzwang. Es gibt in Deutschland hervorragende Fernkurse, mit denen solche Eltern, die dies wollen, ihre Kinder zuhause unterrichten können, wie in vielen anderen Ländern. Wichtig ist natürlich, dass die Kinder das lernen, was sie später fürs Berufsleben brauchen. Hoffentlich wird Familie Wunderlich (und andere) ein Bahnbrecher in diese Richtung, dass Eltern Freiheit haben in unserem Staat.
    Lydia Radlingmayr

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  4. Vreneli sagt:

    Auf der Homepage wunderlich-children.com gibt es einen Solidaritäts-Aufruf. Am 19.9. wird eine Mahnwache stattfinden. Homeschooling als Menschenrecht sollte auch in Deutschland respektiert werden.

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  5. Frank sagt:

    Dies ist ein Skandal, der leider in Deutschland niemanden interessiert. Es ist zum Weinen wie stur und ideologisch Deutschland ist. Man muss nur mal ins Ausland schauen (Schweiz, Österreich, Frankreich, Belgien, England, etc….), dort funktioniert Homeschooling.

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    • Josef Germer sagt:

      Josef G.
      Man möchte es nicht für möglich halten, was der christlichen Familie in Darmstadt wider-
      fahren ist. In jedem kommunistisch und diktatorisch regierten Land, wäre das vielleicht
      keine außergewöhnliche Machenschaft gewesen. Aber in einer Demokratie, wo Menschen-recht lauthals auch im Ausland proklamiert wird, und das Christentum von einer Partei zumin-dest theoretisch Bekundung findet, kommt es einem Schreckgespenst gleich was da geschah.
      Wir wissen wo das Gesetz der Schulpflicht seinen Ursprung hat und können daher ableiten,
      dass der Nazigeist diese Bastion nicht aufgeben wird. Er wird unter allen Umständen die Gesetzeserfüllung, wenn es sein muss mit Gestapomethoden (wie im vorliegenden Fall)auch mit brutalster Gewalt einfordern.
      Warum ist das so? Kurz gesagt; der Staat greift in den Schulen auf die Seelen unserer Kin-
      der zu. Er indoktriniert sie unmerklich mit Ideologien und weltlichen Prägungen. Viele Kinder werden successiv für Gottes Reden untauglich gemacht.
      Daher müssten wir Christen schon gemeinsam für eine Gesetzesänderung aufs Massivste eintreten. Wird dadurch kein Umdenken erzielt, wäre der nächste Schritt, die Kinder aus den Schulen zu nehmen, und sie so nach dem Vorbild der Familie Wunderlich vor dem Zugriff
      der finsteren Machenschaften unserer Obrigkeit zu schützen.
      Liebe Geschwister lasst euch von diesem „brüllenden Löwen Staat“ nicht einschüchtern sondern wacht auf und geht auf die Knie. Lasst euch von Gottes Geist leiten, das vor Ihm Wohlgefällige zu tun.

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  6. Ester sagt:

    Ich muss ehrlich sagen, ich versteh die Aufregung nicht.
    Aber wir haben hier eine Schulpflicht und das ist prinzipiell gut, auch wenn der Staat über die Schule immer mehr in die Rechte der Eltern eingreift. Nur sind wir noch in der Lage, dass man die Kinder ja nicht in die Ganztagesschule schicken muss und, zumindest was die weiterführenden Schulen angeht, eine gewisse Wahlfreiheit hat.
    Ich finde einfach, als Eltern kann man sich, was die Schule angeht, auch in was hineinsteigern.

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    • Uli sagt:

      Die Klassen in den Schulen sind teilweise überfüllt.

      Es fehlen oft Lehrer, Unterricht fällt aus.

      Lehrer beschweren sich, dass sie nicht genügend Zeit haben, um sich um die
      schwächeren Kinder zu kümmern.

      Warum ist es denn nicht ein Geschenk des Himmels, wenn eine Familie in der Lage ist,
      ihren Kindern etwas beizubringen und diese auch willig sind, etwas freiwillig zu lernen.
      Bei uns wäre das undenkbar, unsere Kinder würden das nicht mitmachen.
      Schulstreik, Lernstreik rund um die Uhr wäre die Folge.

      Wir sind froh, dass es die Möglichkeit gibt, die Kinder in die Schule schicken zu können.

      Die meisten Eltern würden sich überfordert fühlen, für ihre Kinder Vollzeitlehrer zu spielen,
      da ja die normalen Hausaufgaben oft schon in einem Kampf ausarten -daher habe ich keinerlei Bedenken, dass der Nachahmungseffekt so groß ist.

      Wenn die Eltern und die Kinder mit diesem Homeschooling klarkommen, dann finde ich es nicht schlecht.

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  7. Corinna Delkeskamp-Hayes sagt:

    Obwohl unser Land sämliche Menschenrechts-Deklarationen unterschrieben hat, respektiert es einen wesentlichen Teil der Gewissensfreiheit von Christen nicht. Solche „Freiheit“ wird nur denen zugestanden, die keine grundlegend anderen Werte als die Mehrheits-Gesellschaft vertreten. Damit wird die Religionsfreiheit ihres eigentlichen Sinnes beraubt, nämlich Raum für Alterität zu geben. Europas viel beschworenes Bekenntnis zur Diversität wird implizit widerlegt.

    Wenn wir hier in dreißig Jahren neben neu erbauten Moscheen (die ja auch sehr schön sein können) noch ein paar Kirchen Funktions-fähig halten wollen, sind wir auf Christen angewiesen, die für ihren Glauben Opfer bringen. Kultur- und Regenbogen-Christen, die mit der multikuli- und multi-gender-Erziehung der öffentlich anerkannten Schulen kein Problem haben, reichen nicht. Wir sollten solche Christen wertschätzen, statt sie zur Auswanderung zu zwingen.

    Und vielleicht wäre ja auch das personale und finanzielle Engagement der Darmstäder Behörden sinnvoller für jene Kinder eingesetzt, die von ihren Eltern vernachlässigt oder schlecht behandelt werden. Oder zur Unterstützung der Lehrer in den Regelschulen.

    Corinna Delkeskamp-Hayes

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  8. Nicht vergessen: Nicht nur der staatliche Feiertag „01.Mai“, auch die Weisungsabhängigkeit der Staatsanwälte und die ausnahmslose Schulpflicht verdanken wir den Nazis. Diese Machtausweitung der Exekutive haben wir in die Bundesrepublik übernommen. Hoffentlich geht das durch alle Instanzen.

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