Nordkorea: Pomp und Personenkult neben Hunger, Folter und Arbeitssklaven

Vor 65 Jahren, am 9. September 1948, wurde die „Demokratische Volksrepublik Korea“ gegründet. Dieser Jahrestag wird im völlig verarmten kommunistischen Nordkorea mit Militärparaden und größtem Pomp gefeiert.

Nach Einschätzung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrecht (IGFM) steht diese Propaganda in „groteskem Widerspruch zur Realität“. Nordkorea sei „heute die wohl menschenverachtendste Diktatur der Erde“, die in dieser Form nur durch die Unterstützung von Rot-China weiterexistieren könne, so die IGFM. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Gegenwärtig sollen 2,4 Millionen Nordkoreaner auf Nahrungsmittellieferungen aus dem Ausland angewiesen sein. Gleichzeitig ist das kleine stalinistische Land der mit Abstand am stärksten militarisierte Staat der Welt. Bei nur rund 24 Millionen Einwohnern unterhält das Land neben China, Indien, den USA und Russland als einziges Land der Erde Streitkräfte mit über einer Million aktiven Soldaten.

Der Norden der Koreanischen Halbinsel war vor der Machtergreifung der Kommunisten deutlich industrialisierter und entwickelter als der Süden. Die Enteignung der Bauern und staatliche Misswirtschaft führten jedoch zu permanentem Mangel. Allein in der zweiten Hälfte der 90er Jahre sind verschiedenen Schätzungen zu Folge zwischen 600.000 und 2,5 Millionen Nordkoreaner verhungert.

Verfolgung von Christen und Andersdenkenden

Die Herrscherfamilie des Landes lässt sich nach Angaben der IGFM in einem beispiellosen „quasi-religiösen“ Personenkult verherrlichen. Vor allem dem Staatsgründer Kim Il-sung, aber auch seinem Sohn und seinem Enkel, dem aktuellen „Führer“ und Chef der kommunistischen Partei, werden übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben. Der Staatsgründer wird Gott-ähnlich verehrt. Nordkorea hat sogar eine eigene Zeitrechnung eingeführt, die mit der Zeugung des „Großen Führers“ beginnt, so die IGFM. Aktuell befindet sich Nordkorea im Jahr 101 dieser „Juche“-Zeitrechnung.

Angehörige anderer Religionen, insbesondere Christen, werden nach Informationen der IGFM in diesem System als Konkurrenz und vermeintliche Bedrohung erbarmungslos verfolgt. Wieviele von Ihnen in Nordkorea noch leben und die Einweisung in eines der zum Teil riesigen Arbeitslager überlebt haben, ist unbekannt.

Schätzungen gehen von etwa 200.000 Häftlingen im nordkoreanischen Lagersystem aus. Die IGFM weist auf Sattelitenbilder hin, die zeigen, dass die Lager noch immer wachsen. In absolut unmenschlichen Lebensbedingungen würden die Menschen dort als Arbeitssklaven ausgebeutet.

„Die Häftlinge in den Lagern sind vom Regime zur willkürlichen Erniedrigung und Ermordung freigegeben. Überläufer des Wachpersonals berichten von Folter, Mord und unvorstellbaren Grausamkeiten“, berichtet IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Schlüssel für Veränderung liegt in Peking

Eine graduelle Verbesserung der „desaströsen Menschenrechtssituation“ sei nach Ansicht der IGFM dennoch möglich  –  der Schlüssel für jede Veränderung liege aber bei Nordkoreas Schutzmacht China.

„Das Politbüro der Kommunistischen Partei der Volksrepublik China deckt nach wie vor alle Verbrechen des kleinen Verbündeten“, kritisiert die IGFM. Dabei sei Nordkorea wirtschaftlich völlig abhängig vom Wohlwollen der Machthaber in China.

Die IGFM fordert die EU-Partner auf, in allen Gesprächen mit Peking unmissverständlich darauf zu drängen,  dass China seine Verantwortung für die Menschen in Nordkorea wahrnimmt. Außerdem sollten die europäischen Staaten die Mitschuld Chinas offen beim Namen nennen.

Terminhinweise:
Pressekonferenz zu Menschenrechtslage in Nordkorea
24. September, 10.30 Uhr, Frankfurter PresseClub, Ulmenstraße 20, 60325 Frankfurt

Vom 22. bis zum 29. September macht die IGFM bundesweit
auf die katastrophale Menschenrechtssituation in Nordkorea aufmerksam. Mehr Infos:
http://www.menschenrechte.de

Weitere Infos zu Nord-Korea:
http://www.igfm.de/nordkorea/



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