Kuba: Erneut Gewalt gegen „Damen in Weiß“

Verhaftungen und Übergriffe gegen christliche Bürgerrechtlerinnen

Am gestrigen Sonntag wurden in mehreren Teilen Kubas erneut Mitglieder der Bürgerrechtsorganisation „Damen in Weiß“ Opfer von gewaltsamen Übergriffen, Schikanen und kurzzeitigen Verhaftungen durch kommunistische Regierungsbehörden, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Die „Damen in Weiß“ wollten wie immer die Sonntagsmesse besuchen und danach geschlossen durch die Straßen marschieren, um die Freilassung aller politischen Gefangenen Kubas zu fordern. Am elften Sonntag in Folge wurden sie dabei von Polizisten und Angehörigen der kubanischen Staatssicherheit misshandelt und verhaftet, so die IGFM.

In Cárdenas (Provinz Matanzas) wurden am gestrigen Sonntag neun Mitglieder der „Damen in Weiß“ verhaftet, nachdem sie die hl. Messe besucht hatten. „Wir wurden von Hauptmann Kenny Agüero gewarnt, dass wir nicht marschieren dürfen“, schildert Leticia Ramos: „Ich habe ihm geantwortet, dass die Straßen nicht ihm allein gehören und ich deshalb auch marschieren werde“.

Nach Angabe von Ramos wurden bei dem Protestmarsch neun „Damen in Weiß“ von uniformierten Frauen festgenommen. „Sie zerrten uns gewaltsam in Streifenwagen, einige „Damen in Weiß“ wurden mit Fausthieben und Knüppeln geschlagen“, so die Bürgerrechtlerin.

In Santa Clara (Provinz Villa Clara) wurden nach Angabe des Menschenrechtsverteidigers Guillermo Fariñas sieben „Damen in Weiß“ gewaltsam verhaftet. Fariñas ist Sprecher der oppositionellen „Patriotischen Union Kubas“ (UNPACU) und Träger des Sacharow-Preises des Europäischen Parlaments.

Sechs Dissidenten, die die Bürgerrechtlerinnen unterstützen, wurden ebenfalls festgenommen. UNPACU-Aktivist Antonio Caballero berichtete der IGFM von acht verhafteten „Damen in Weiß“ in Holguín, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Osten Kubas.

Der unabhängige Gewerkschafter Iván Hernández Carillo wurde am gestrigen Sonntag festgenommen, als er die hl. Messe in der „Iglesia de Santa Gertrudis de Colón“ (Provinz Matanzas) besuchen wollte, um einige „Damen in Weiß“ zu begleiten und zu beschützen.

„Ich wurde brutal ins Gesicht geschlagen, ebenso wie meine Mutter“, berichtet Hernández Carillo. „Die Schergen der Polizei drohten, mich zu erwürgen, wenn ich mich bewege“. Danach wurde er vollständig entkleidet und weit entfernt von seinem Heimatort zurückgelassen.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba:
http://www.igfm.de/laender/kuba/



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