Deutschlandradio: Zweifel an Hirntod-Definition nehmen zu

Ist ein Mensch bereits tot, wenn nur sein Gehirn abgestorben ist, wenn der Rest des Körpers aber noch lebt und seine Organe sogar transplantiert werden könnten?

Das Konzept des Hirntods ist in der Transplantationsmedizin fast ein Dogma, das zusehends in Wanken gerät.

Wer sein Ohr auf den Brustkorb eines Toten legt, erwartet kaum, so etwas zu hören. Und doch schlägt in jedem Menschen, der in Deutschland für hirntot erklärt wird, das Herz.

Foto: HMK

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Eine Tatsache, die nach Ansicht von Dr. Jürgen in der Schmitten vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Düsseldorf, unweigerlich zu Irritationen führt:

„Wenn ich Angehörigen sage, ihr geliebter Ehemann ist tot, und die steht daneben und der hat sich in keiner Weise gegenüber gestern verändert, denn er wird immer noch beatmet und hat ein schlagendes Herz und hat Fieber und scheidet aus, dann ist es sehr schwierig, das zu verstehen und zu glauben, und das schürt und fördert und hält aufrecht über Jahrzehnte nach meiner Überzeugung ein grundlegendes Misstrauen gegenüber der Transplantationsmedizin, das sie nie ganz abschütteln kann, sie ist ständig in dieser Defensive.“

Dr. i.d. Schmitten ist keineswegs Gegner der Organspende, er gehört aber zu jener Gruppe von Medizinern, die das Hirntodkonzept für überholt halten. Es besagt, dass ein Mensch tot ist, wenn sein Gehirn vollständig abgestorben ist. Das müssen zwei Ärzte unabhängig voneinander feststellen.

Die wichtigsten Todesindizien: Die Pupillen müssen starr sein. Der Atemreflex muss ausgefallen sein, der Patient wird daher künstlich beatmet. Und das Elektroenzephalogramm, kurz EEG, darf keine Hirnströme mehr zeigen. Doch für Hirntodkritiker ist all das nicht Nachweis genug.

„Hirntod“: Tiefes Koma oder wirklicher Tod?

Die Tests belegten nur eines: Der Patient ist in einem tiefen, irreversiblen Koma. Aber mehr nicht.

Davon ist Dr. Tanja Krones überzeugt, leitende Ärztin für Klinische Ethik am Universitätsspital Zürich:

„Was wir feststellen, ist sicher so, dass diese Menschen nie wieder erwachen, aber wir können nicht sicher sein, dass alles im Hirn abgestorben ist, das weiß man, das ist so in der medizinischen Fachliteratur diskutiert, das muss man fair diskutieren und wissen.“

Tatsächlich gibt es irritierende Berichte über Reaktionen von Hirntoten. So konnten Ärzte bei einigen einen sprunghaften Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz bei der Organentnahme feststellen. Ob ein Schmerzempfinden oder reine Nervenreflexe die Ursache sind, bleibt unklar.

In der Schweiz werden die Organspender jedenfalls vor der Explantation konsequent in Vollnarkose versetzt. In Deutschland hält man das für überflüssig, wie man seitens der Transplantationsmedizin überhaupt scheut, so manche Details öffentlich zu diskutieren…

QUELLE und FORTSETZUNG des Beitrags von Thomas Liesen, ausgestrahlt am 19.9.2013 im Deutschlandradio  – siehe hier: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/2265762/


3 Kommentare on “Deutschlandradio: Zweifel an Hirntod-Definition nehmen zu”

  1. Gelobt sei Jesus Christus! sagt:

    „Tote sind für eine Explantation unbrauchbar!“

    Es ist einfach Fakt, dass diese Menschen künstlich am Leben erhalten werden müssen, um erfolgreich „explantiert“ werden zu können.

    Ob diese Menschen wirklich tot sind und ohne künstliche Maßnahmen noch lebensfähig sind, kann erst geklärt werden, wenn entsprechende lebenserhaltende Medikamente abgesetzt und Maschinen abgestellt werden – man sie also wirklich sterben ließe.

    Nur dann wären diese Menschen für eine Organexplantation nicht mehr zu „gebrauchen“, da sie dann wirklich tot im Sinne eines Herz- Kreislaufversagens wären und die Zerfallsprozesse schon eingesetzt haben.

    mfg

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    • Anonymous sagt:

      Hier sollte man nur einen Beitrag schreiben, wenn man 2 + 2 zusammenzählen kann.
      Wenn ich diesen Artikel lese, muss ich ndoch sehr daran Zweifeln, dass der/die Autor/in zu dieser Leistung fähig ist.
      Gelobt sei Jesus Christus!

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      • Gelobt sei Jesus Christus! sagt:

        Hallo Anonym,

        es könnte bestimmt eine interessante Diskussion werden, wenn Sie das, was Sie mit ….

        „2 + 2 zusammenzählen“

        meinen, etwas näher erklären könnten.

        mfg

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