Der Papst über die Beichte: Wir brauchen die innere Befreiung durch den HERRN

Über das Thema Beichte sprach Papst Franziskus am vergangenen Freitag bei seiner Frühmesse. Der Pontifex ging bei seiner Predigt in der Vatikankapelle Santa Marta vom Römerbrief aus, in welchem Paulus sich als Sünder bekennt: 

Foto: Radio Vatikan„Das ist der Kampf der Christen, unser täglicher Kampf. Nicht immer haben wir den Mut, wie Paulus darüber zu reden. Wir versuchen uns immer irgendwie zu rechtfertigen: Naja, wir sind alle Sünder, nicht wahr?

Paulus dagegen fasst es ganz dramatisch: Das ist unser Kampf!  – Und wenn wir das verschleiern, dann können wir nie die Vergebung Gottes erlangen; wenn das „Ich Sünder“ nur eine Redensart ist, dann brauchen wir keine Vergebung Gottes, aber wenn es eine Realität ist, die uns zu Sklaven macht, dann benötigen wir sehr wohl diese innere Befreiung durch den HERRN.“

Das Bekenntnis unserer Sünden sei „das, was die Kirche von uns allen verlangt“, so der Papst. Es gehe darum, „Gott die Ehre zu geben“ und anzuerkennen, „dass ER es ist, der mich rettet“. Um sich als Sünder zu bekennen, gehe ein Christ auch heute zu seinem Bruder, „seinem Bruder Priester nämlich“, sagte Franziskus.

Konkret, ehrlich und zerknirscht über die eigenen Sünden gezeichnet, so sollte eine Beichte aussehen, erklärte Papst Franziskus. Es gebe keine Umwege oder Schleichwege, um auf irgendeine andere Weise die Vergebung Gottes zu erlangen. Kinder wüssten das instinktiv:

„Die Kleinen haben diese Weisheit. Wenn ein Kind zur Beichte kommt, dann sagt es nie etwas Allgemeines, sondern: Pater, ich habe meiner Tante diesen Streich gespielt, und jenem habe ich gesagt… und dann spricht es das Wort aus, ganz konkret. Kinder haben diese Einfachheit der Wahrheit. Wir dagegen tendieren immer dazu, die Realität unseres Elends zu verschleiern.“

Quelle (Text/Foto): Radio Vatikan


Glaubenswege, die zum Ordensleben führen

Rezension von Hans Jakob Bürger

Buch-Daten: Petra Lorleberg (Hrsg.), Glaubenswege: Mein Weg ins Ordensleben, dip3 Bildungsservice GmbH (kath.shop) 2013, ISBN: 978-3-902686-85-5, 154 Seiten, 9,80 Euro

Etwa zwanzig Ordensleute (Frauen und Männer) berichten in „Glaubenswege. Mein Weg ins Ordensleben“ über ihren Lebensweg, der sie in ein Kloster führen sollte oder zumindest in ein klosterähnliches Leben „in der Welt“.

Die einzelnen von Petra Lorleberg zusammengestellten und herausgegebenen Erzählungen sind teils kürzer, teils länger, mal eher nüchtern, mal eher mitreißend erzählt.

So berichtet etwa die spätere Äbtissin der Trappistinnen von „Maria Frieden“ davon, dass sie von vielen Reaktionen sehr erschüttert war, als sie davon erzählte, bald in ein kontemplatives Kloster einzutreten: „Gerade Priester, die ich kannte und die das am besten verstehen müssten, rieten mir dringend ab. Ich könnte doch so viel in der Welt wirken. Aber das wollte ich ja gerade: auf die effektivste Weise für die Welt wirken, durch das Gebet.“

Gemeinsam ist all den Ordensleuten, dass sie vom Ruf Gottes an den jeweiligen Menschen und den daraus folgenden notwendigen Entscheidungen berichten . Mit ihren autobiografischen Geschichten geben die namentlich identifizierten Ordensleute einen Einblick in ihre eigene Berufungsgeschichte und ihren Weg in einen ganz bestimmten Orden, ein Kloster, eine Gemeinschaft.

Beim Lesen lernt der Interessierte nicht nur den je individuellen Entscheidungsprozess kennen, der sich im Innern der Berufenen abspielt, sondern hört auch von der Suche nach der passenden Ordensgemeinschaft sowie vom Leben innerhalb des Klosters.

Die durchweg lesenswerten „Glaubenswege“ im Taschenbuch-Format richten sich nicht nur an Neugierige, die etwas vom realen Leben im radikalen Dienst der Kirche erfahren möchten. Vor allem sollten Menschen zugreifen, die sich vielleicht prüfen möchten, ob Gott auch an sie den Ruf richtet: „Komm, lass alles hinter dir; folge mir nach!“

 


Ägypten: Prozeß gegen Ex-Präsident Mohammed Mursi ist unverzichtbar

Am kommenden Montag soll in Kairo der Prozeß gegen Ägyptens gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi eröffnet werden. Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) haben Führer und Studenten der Muslimbruderschaft angekündigt, aus diesem Anlaß den Verkehr lahm zu legen und mit „Aktionen“ die Sicherheitskräfte zu paralysieren. Fokus-menschenrechte-IGFM_2_02

Schon am heutigen Mittwoch haben Studenten der Muslimbruderschaft an drei Universitäten gewalttätige Demonstrationen und Ausschreitungen begonnen.

Die IGFM unterstrich, dass es „richtig und wichtig“ sei, Mursi und andere Führer der Muslimbruderschaft in rechtsstaatlichen Verfahren zur Rechenschaft zu ziehen. Wegen zahlreicher schwerer Menschenrechtsverletzungen seit der Revolution vom Januar 2011 müssten aber auch gegen die Verantwortlichen von Polizei, Innenministerium und dem früheren Obersten Militärrat transparente Gerichtsverfahren eröffnet werden.

Niederschlagung eines Sitzstreiks

Hauptgegenstand des Verfahrens gegen Ex-Präsident Mursi ist am Montag die von ihm angeordnete gewalttätige Niederschlagung eines friedlichen Sit-ins vor dem Präsidentenpalast:

Am 4. Dezember 2012 hatten sich nach einem Protestmarsch hunderttausende Ägypter zu einem Sitzstreik vor den Amtssitz des Präsidenten versammelt. Sie protestierten gegen Dekrete Mursis vom 1. Dezember, mit denen er sich selbst über die Verfassung gestellt, sich praktisch völlige Immunität verliehen und sich unvergleichlich weitreichende Vollmachten gegeben hatte. Zudem hatte Mursi ohne Rechtsgrundlage den Posten des Generalstaatsanwalts neu besetzt.

Der Innenminister hatte sich seinerzeit geweigert, das Sit-in gewaltsam aufzulösen. Mursi entließ daraufhin den Innenminister und befahl der Miliz der Muslimbrüder die Räumung. Milizionäre der Bruderschaft erschienen daraufhin am 5. Dezember mit Schusswaffen, Knüppeln, Säbeln und Messern und vertrieben die Demonstranten im Laufe des 5. und 6. Dezembers mit brachialer Gewalt. Sieben Demonstranten und ein Journalist wurden getötet, hunderte zum Teil schwerst verletzt.

IGFM fordert Ende der Straflosigkeit

„Das System der Straflosigkeit muss auch in Ägypten ein Ende finden“, betont die IGFM. Das Verfahren gegen Mursi sei „unverzichtbar“, erklärte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. Gleichzeitig müsse es rechtsstaatlich und transparent sein.

Die IGFM fordert daher ein live-Streaming der Verhandlungen im Internet. Auch andere Führer der Muslimbruderschaft und Mitglieder von deren Miliz müssten vor Gericht. Gleichzeitig stellte Lessenthin fest, dass eine Strafverfolgung von Verantwortlichen aus Polizei, Geheimdienst und Militär überfällig sei.

Offiziere des alten – und gegenwärtigen – Sicherheitsapparates hätten sich schwerer Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht, bis hin zu Folter und Mord. Für einen glaubhaften Neuanfang müssten auch diese Verbrechen rechtsstaatlich aufgearbeitet werden.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Ägypten unter:
http://www.igfm.de/laender/aegypten/


Katholischer Medienpreis-Skandal 2013: Ohrfeige für Kirche und Lebensrecht

Von Martin Lohmann

Die „katholische“ Medienpreisverleihung 2013 könnte in die Geschichte eingehen  –  und mit ihr der gesamte Preis. Das jedenfalls meinten wache Beobachter schon am Abend der Veranstaltung, nachdem diese aus dem Saal ans feine Buffet gewandert war.

M. Lohmann

M. Lohmann

Im Saal unten im Rheinischen Landesmuseum in Bonn gab es nicht nur feine Kost. Manch Unverdauliches war dabei, nachdem die von den katholischen Veranstaltern gedungene Moderatorin und WDR-Journalistin Gisela Steinhauer etwas bemüht die Denk- und Fühlrichtung gleich zu Beginn vorgegeben hatte.

Zunächst wolle sie dem Papst danken, dass dieser „dem Schlimburger eine Auszeit“ verpasst habe, so dass man hier nun endlich mal über etwas anderes als diesen Skandal reden könne. Lustig, lustig.

So gab sich auch der Medienbischof, der Rottenburg-Stuttgarter Oberhirte Gebhard Fürst, gut gelaunt und war zu kleinen Scherzen aufgelegt  –  im so lockeren Miteinander mit der WDR-Kollegin.

In seiner Begrüßung mahnte er zur Suche nach Wahrheit, ermutigte zum Eintreten für diese und „für Gerechtigkeit und Entwicklung, ja Wandlung der Menschen und der Welt.“

Bischof Fürst: „Agenten fürsprechender Kommunikation“

Er konnte nicht ahnen, dass wenig später sein Aufruf an die Journalisten, „Agenten prophetischer, fürsprechender Kommunikation“ zu sein, verpufft war bzw. übel missbraucht wurde.

Und als die Wahrheit in seiner Gegenwart von einer soeben mit 5000 Euro Kirchengeld „ausgezeichneten“ Journalistin alles andere als „fürsprechend“  getreten wurde  –  da blieben sowohl der Medienbischof als auch der Sekretär der Bischofskonferenz erkennbar ungerührt, während im Saal kräftig applaudiert wurde. Die Preisträgerin spendete das Preisgeld einer lebens- und kirchenfeindlichen Organisation.

Ein mutiges Wort des Bischofs? Eine korrigierende Reaktion des Sekretärs? Nicht wahrnehmbar. Beide Kirchenpromis wurden in der ersten Reihe kalt erwischt  – und waren wie ohnmächtig. Ob sie komplett uninformiert waren?

Kirchenkohle für die Abtreibungslobby

Die Preisträgerin hatte soeben ein übles Zeichen gegen Kirche und Lebensrecht gesetzt und die Pille danach gepriesen, um dann das empfangene Kirchengeld einer Abtreibungsgruppe zu spenden. Das von ihr benannte „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ plädiert für eine gelebte Sexualität, die auch die Tötung noch nicht geborener Menschen billigend in Kauf nimmt und das Lebensrecht des Menschen radikal mit Füßen tritt.

Im August hatten sich diese Gegner des Lebens zusammengefunden, um gegen den seit Jahren wachsenden und immer mehr Menschen aus allen Generationen anziehenden Friedens-Marsch für das Leben in Berlin zu protestieren. Das dort erkennbare Credo: Freiheit ohne Verantwortung, Abtreibung als Frauenrecht.

Eigentlich müsste man das auch als Medienbischof wissen. Denn Informationen, auch und gerade vom Bundesverband Lebensrecht (BVL), gab es genügend über diese antikirchliche Gruppierung, die nun Kirchenkohle zum Todeswohle bekommt.

Eine öffentliche und sogar beklatschte Ohrfeige für Päpste, für deren Lehre, also die Lehre der Kirche und vor allem ein Tritt gegen das Leben. Ein nahezu perfekter Missbrauch nicht nur katholischer Wahrheit  –  und das auf der Bühne der katholischen Medienwelt, wo soeben  –  völlig ohne Konsequenzen  –  noch eine fröhliche Exzellenz zum Eintreten für die Wahrheit plädiert hatte.

Die von Katholiken ausgelobte Journalistin meint, „dass Frauen selbst über ihren Körper entscheiden können sollten – mit allen Konsequenzen.“

Preiswürdiger Journalismus?

Ihre eklatante und böse Missachtung des Respekts vor dem Leben blieb ebenfalls konsequenzenlos. Schließlich war sie ja für viel Sensibilität und einen qualitätsvollen wie werteorientierten Journalismus ausgezeichnet worden.

Auch so ein Skandal darf nicht vertuscht oder weggedrückt werden. Es gilt auch hier: Die Wahrheit wird frei machen (Joh 8,32).

Eigentlich war die Preisträgerin unmissverständlich, als sie erklärte, sie ärgere sich als Frau immer wieder über die Kirche:

„Ich fand es zwar beeindruckend, dass die Bischofskonferenz auf die Vorfälle reagiert und zumindest für vergewaltigte Frauen die Verhütungspille ‚Pille danach‘ in katholischen Kliniken zugänglich gemacht hat. Aber dennoch: Das ist nur für Katholiken ein großer Schritt, mir ist dieser Schritt aber noch viel zu klein.“

Alles auch noch falsch, was die Dame da behauptet. Denn die Abtreibungspille danach wurde nicht erlaubt und kann gar nicht freigegeben werden von der Kirche, so lange sie eben „auch“ tötend wirkt.

Aufklärung ist jetzt vonnöten!

Wie steht es eigentlich um die Recherchequalität derer, die einen katholischen (!) Medienpreis vergeben?  – Weil man ja in der Kirche inzwischen so geübt ist mit Aufklärung und Scham, gilt hier für die Veranstalter: Aufklären, ohne falsche Scham und ohne Feigheit.

Leider war keiner der katholischen Bischöfe beim diesjährigen öffentlichen Zeugnis für das Leben in Berlin dabei. Wohl aber einige evangelische Bischöfe. Diese wie auch alle anderen Teilnehmer konnten die unwürdigen und respektlosen Parolen gegen das Lebensrecht hören und sehen. Und sie alle wissen, wer und was mit kirchlichem Preisgeld jetzt unterstützt wird  –  nichts Gutes.

Und daher, weil es keinen Zweifel geben darf, sind gerade die katholischen Bischöfe, allen voran der Medienbischof – übrigens ganz im Sinne von Papst Franziskus – schon jetzt herzlich eingeladen, am 20. September 2014 in Berlin dabei zu sein, wenn überzeugte Christen und Nichtchristen aus allen Generationen friedvoll dafür werben, dass jeder Mensch liebens- und lebenswert ist. Dieser Einsatz ist übrigens des Preisens würdig, also preiswürdig.

Martin Lohmann ist katholischer Publizist und Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), der jährlich in Berlin den immer erfolgreicher werdenden Marsch für das Leben organisiert. 


„Hirntod“: der neue Tod bei lebendigem Leib

Mathias von Gersdorff

Auch existentielle Themen werden erst Gegenstand der öffentlichen Debatte, wenn Interessierte sie publik machen. Sie tun das, indem sie sich organisieren, Bürgeraktionen, Publikationen oder Parteien gründen. Bleibt der Kreis an Interessierten zu gering, kann es passieren, daß äußerst wichtige Themen nicht genügend wahrgenommen werden.

Zu diesen Themen gehört sicherlich das heutzutage in der Transplantationsmedizin angewendete Hirntodkriterium.

M. von Gersdorff

M. von Gersdorff

Diejenigen, die sich rund um dieses Thema organisieren und in der Öffentlichkeit auftreten, sind im wesentlichen betroffene Angehörige  –  die meisten Organe stammen von minderjährigen Spendern, und die Einwilligung wird von den Eltern oder nahen Verwandte eingeholt – oder Krankenhauspersonal, das bei Explantationen mitgewirkt und mit eigenen Augen gesehen hat, daß die Menschen, von denen die Organe entnommen wurden, nicht tot waren.

So sind es nicht viele, die in organisierter Weise versuchen zu zeigen, daß ein hirntoter Mensch gar nicht tot ist. Gleichzeitig wird massiv Werbung für eine Organspende gemacht, die das Hirntodkriterium als Handlungsgrundlage hat.

Einer dieser Vereine ist „KAO – Kritische Aufklärung über Organtransplantation“; er organisierte am 19. Oktober in Frankfurt am Main eine Tagung mit dem Namen „Hirntod – der neue Tod bei lebendigem Leib“.

Desinformation durch Werbekampagnen

Der Vortrag von Dr. Mona Motakef (wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Soziologie der Universität Duisburg-Essen) schilderte, wie die Menschen regelrecht durch die Werbekampagnen desinformiert werden. Das Hirntodkriterium sei schlicht und ergreifend eine Meinungsmanipulation zum Zwecke des erleichterten Zuganges zu menschlichen Organen.

Diese Kampagnen werden durchgeführt, weil die Deutschen die Organspende zwar als etwas grundsätzlich Gutes ansehen, dennoch wenig geneigt sind, tatsächlich zu spenden. Nach den jüngsten Skandalen ist die Bereitschaft noch weiter gesunken.

Um ihre These zu erläutern, analysierte Motakef die Werbekampagnen des Deutschen Herzzentrums in Berlin, das größte Transplantationszentrum für Herzen in Deutschland. In riesigen Plakaten werden Superhelden gezeigt, die Superman, Batman, Wonder Women usw. ähneln.

Die Botschaft ist immer dieselbe: Wenn man seine Organe spendet, rettet man das Leben eines anderen. Dadurch wird man ein Superheld. Die Figuren haben große Muskeln, sind dynamisch, Männlichkeit oder Weiblichkeit werden übersteigert dargestellt. So wird die Organspende heroisiert und ein Imperativ aufgebaut: gut sei, zu spenden, schlecht sei, den anderen sterben zu lassen.

Diese Werbekampagnen zeigen eine idealisierte Organtransplantation. Irgendwelche Bedenken oder Kritik am Hirntodkriterium werden ganz ausgeblendet. Von Aufklärung darüber, was wirklich geschieht, kann nicht die Rede sein. Diese fordert allerdings das Transplantationsgesetz.

Transplantation wird idealisiert dargestellt

Den zweiten Vortrag hielt Dr. Paolo Bavastro, Facharzt für Innere Medizin, Internist, Kardiologe und Ethiker. Auch Bavastro wies daraufhin, daß die Transplantation in der Öffentlichkeit idealisiert dargestellt wird. Die Gefahr der Abstoßung, der Infekte, der leichter entstehenden Tumore, der hohen Selbstmordrate und der psychiatrischen Probleme der Organempfänger aufgrund der notwendig gewordenen Medikamente würde kaum oder gar nicht thematisiert.

Foto: HMK

Foto: HMK

Überhaupt sei die öffentliche Diskussion um die Transplantation verzerrt. So würde immer wieder darauf hingewiesen, daß täglich drei Menschen am „Mangel an Organen“ sterben würden (aber eigentlich sterben sie, weil sie krank sind), über die 383 täglichen Toten aufgrund des Rauchens würde kaum geredet.

Abgesehen davon habe sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage in den letzten Jahren nicht verändert. Gleichwohl sollte diese Diskrepanz steigen, denn es gäbe immer weniger Hirntote aufgrund der sinkenden Zahl von Verkehrsunfällen mit schweren Verletzungen. Gleichzeitig verbessert sich laufend die Transplantationstechnik, wodurch die Nachfrage nach Organen erhöht wird.

Dr. Bavastro zeigte, wie die Einführung des Transplantationsgesetzes im Jahr 1997 nicht zu einer höheren Spendenbereitschaft geführt hat. 2012 folgte die Einführung der sog. Erklärungslösung (der Spender muß ausdrücklich die Organentnahme bewilligt haben). Eben um die Bereitschaft zu erhöhen, werden die großen Werbekampagnen durchgeführt. Allein die „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – BzGA“ gab im Jahr 2012 4,5 Millionen Euro dafür aus, so Bavastro.

Hirntote“ können Kinder zur Welt bringen

Den Hauptteil der Zeit widmete Bavastro der Erläuterung des Hirntodkriteriums. Ein Hirntoter ist ziemlich lebendig: Er produziert Hormone und Antikörper, sein Kreislauf funktioniert, er bildet Urin und kann Durchfall haben, er zeigt den sogenannten Lazarus-Effekt (Versuch einer Umarmung) und anderes mehr.

Eine schwangere hirntote Frau kann ein Kind zur Welt bringen. (Ein solcher Fall führte dazu, daß sich Bavastro zu den Kritikern des Hirntodkriteriums schlug.) Bei der Organentnahme steigen rasant die Streßhormone und der Blutdruck – in ähnlicher Weise, wie das bei einem Eingriff bei einem normalen Menschen geschehen würde.

Hirntote, dessen Organe man entnehmen möchte, müssen medizinisch wie Lebende behandelt werden, das heißt, die intensivmedizinischen Maßnahmen dürfen nicht beendet werden. Insbesondere müssen die Vitalfunktionen aufrechterhalten werden. Dies müßte zu erheblichen rechtlichen Schwierigkeiten führen, denn die Behandlung geschieht zum Nutzen eines Dritten , des Organempfängers, was eine Verdinglichung des Spenders ist und damit ein Verstoß gegen Paragraph 1 Grundgesetz darstellt.

Schmerzverzerrte Gesichter nach Organentnahme

Das Fazit von Dr. Paolo Bavastro: Das Hirntodkriterium ist eine utilitaristische Setzung und baue zudem auf zwei Lügen auf: Es gehe von einer sicheren Diagnostik und von einem unwiederbringlichen Ausfall von Groß-, Klein- und Stammhirn aus. Beides stimme aber nicht, so Bavastro.

Der letzte Teil der Tagung wurde Zeugnissen von Angehörigen von Organspendern gewidmet. Dieser Teil war natürlich besonders bewegend. Eine Mutter beschrieb, daß sie das Gesicht ihres Sohnes nach der Organentnahme gar nicht wiedererkennen konnte, dermaßen stark hatte es sich durch die während der Organentnahme verspürten Schmerzen verzerrt. 24 Stunden vor der Organentnahme muß die Zufuhr von Schmerzmitteln eingestellt werden. Der Organismus des Hirntoten nimmt die Organentnahme durchaus wahr.

Nach dem Besuch dieser Tagung fragt man sich, wie sich diese Debatte entwickeln wird. In den Vereinigten Staaten plädieren schon etliche Ärzte und Ethiker dafür, ehrlich zu den Menschen zu sein und offen zu sagen, daß ein hirntoter Mensch eigentlich kein Toter ist. Statt dessen sollte man ein „gerechtfertigtes Töten“  zugrunde legen.

Motto in USA: „Gerechtfertigtes Töten“

Wenn man sich die Debatte um die „Sterbehilfe“ in etlichen Ländern anschaut, hat dieses „gerechtfertigte Töten“ durchaus Chancen, eingeführt zu werden. In Wahrheit ist das Töten durch Organentnahme eine aktive Sterbehilfe, die man durch die eventuelle Verlängerung des Lebens eines anderen rechtfertigt.

Ein Hirntod tritt typischerweise bei schweren Unfällen ein. Auch wenn der Betroffene wieder „richtig“ ins Leben kommt, muß er mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen rechnen. Unter diesen Umständen wären manche an sich zu einer Euthanasie bereit.

Auch in Deutschland gibt es Überlegungen, wie man vom Hirntodkriterium wegkommt. Dr. Jürgen in der Schmitten vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Düsseldorf sagte am 19. September 2013 gegenüber dem „Deutschlandfunk“: „Der Vorschlag ist, zu erlauben, daß bei Patienten, bei denen der Hirntod festgestellt wurde, die aber nicht deshalb für tot erklärt worden sind, Organe entnommen werden, mit der Folge, daß der Tod im Operationssaal eintritt.“

Eigentlich wäre eine solche Lösung nicht völlig neu, denn schon heute gilt für Abtreibungen, daß sie „rechtswidrig, aber straffrei“ sind.

Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist aus Frankfurt und Leiter der Aktion „Kinder in Gefahr“

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT


„Ausgezeichnete“ Journalistin spendet bischöfliches Preisgeld der Abtreibungslobby

Bericht aus der Webseite „Kreuzknappe“:

Die Atheisten/Humanisten sind ganz aus dem Häuschen über diese Blamage der deutschen Bischöfe: Gestern wurde bei der Vergabe des „Katholischen Medienpreises“ in der Sparte „Printmedien“ eine Journalistin ausgezeichnet und mit 5000 Euro Preisgeld bedacht, die nicht gerade gut auf die Kirche zu sprechen ist: „Als Frau ärgere ich mich einfach zu oft über die Kirche“, wird sie zitiert.

Zuerst hatte Lara Fritsche die Auszeichnung für einen Artikel in der Wochenzeitung „Die ZEIT“ freundlich angenommen, doch dann erklärte sie vor den 250 geladenen Gästen aus Kirche, Politik und Medien, dass sie ihr Preisgeld dem „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ spenden werde.

Dieses entstand als ausdrückliche Gegen-Initiative zum „Marsch für das Leben“. Der Gruppierung gehören u.a. Schwulen- und Lesbenverbände sowie die Abtreibungs-Beratungsstellen von „pro familia“ an. Die Preisträgerin erklärte zum Entsetzen der Bischöfe, dass Frauen selbst frei über ihren Körper bestimmen sollten.

Diesen Super-GAU konnte die bischöfliche Kommission wohl nicht vorhersehen. Das ändert aber nichts an diesem Desaster.

Quelle und vollständiger Artikel hier: http://kreuzknappe.blogspot.de/2013/10/heftige-bischofliche-blamage-5000-euro.html

Info-HINWEISE:

1. Jene Frau Fritsche ist Redakteurin des Magazins der hinlänglich als linksdrallig bekannten „Süddeutschen Zeitung“

2. Die Fehlentscheidung steht unter der Verantwortung des reformeifrigen Bischofs Dr. Gebhard Fürst von Rottenburg-Stuttgart, dem Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Dt. Bischofskonferenz; zugleich Jurychef des Kath. Medienpreises.


Wahlen in Südtirol: Sieg der konservativen und deutsch-patriotischen Parteien

Die absolute Mehrheit der bürgerlichen Südtiroler Volkspartei (SVP) ist nach 65 Jahren Geschichte; sie erreichte nur mehr 45,7 Prozent und 17 von 35 Sitzen im Landtag.

Die Südtiroler Freiheitlichen unter der Führung von Ulli Maier und Pius Leitner konnten bei den Landtagwahlen am Sonntag mit 17,9 Prozent um 3,6 Prozent zulegen und stellen nun sechs statt fünf Mandate. Durch ihren Erfolg haben sie die absolute Mandatsmehrheit der SVP gebrochen.

Erfolgreich war auch die zweite deutsch-patriotische Oppositionspartei Süd-Tiroler Freiheit, die mit ihren Spitzenkandidaten Eva Klotz und Sven Knoll zu ihren bisher zwei Mandaten einen dritten Sitz gewinnen konnte. Ein weiteres Mandat konnte die ebenfalls national geprägte Union für Südtirol erlangen.

Damit stehen den 17 SVP Mandaten erstmals 10 deutsche Oppositionsabgeordnete gegenüber. Weitere drei Mandate erzielten die Grünen, zwei Mandate die linke Partido Democratico und drei Mandate das zersplitterte rechte italienische Lager.

Quelle und vollständiger Bericht hier: http://www.unzensuriert.at/content/0014289-S-dtirols-Freiheitliche-brechen-Absolute-der-SVP