Leon de Winter und seine Sorge um die „Entmännlichung“ unserer Gesellschaft

Von Birgit Kelle

Abseits von Frauendiskussionen kommt anscheinend auch die Diskussion um das Mannsein langsam in Schwung. Grundsätzlich begrüße ich diese Entwicklung, denn wie ich bereits in meinem Buch „Dann mach doch die Bluse zu“ dargestellt habe, die Frage der Familien, der Frauen- und Männerbilder kann nicht ohne den Mann geführt werden oder über ihn, sondern nur mit ihm. 42687

Nun hat sich der niederländische Bestsellerautor Leon de Winter in die Debatte eingeschaltet und zeigt sich besorgt über die „Entmännlichung“ der Gesellschaft. Er zeigt beängstigende Parallelen auf zwischen Deutschland und den Niederlanden, da in seinem Heimatland offensichtlich dieselbe Entwicklung stattfindet wie hier.

Jungs, die in der Schule zurück fallen, Schulsysteme die weiblich geprägt sind und vor allem Jungs, die keine Ziele und vor allem keine Vorbilder mehr haben – sich diese also in der virtuellen Welt vor den Bildschirmen suchen. Er erzählt von seinem Sohn und dessen Freunden. Es interessiere sie nur „Action, Aggressivität, Gewalt, Bombenlegen“.

Er beklagt eine Domestizierung der männlichen Triebe, das Verschwinden der Krieger. Eine Welt, in der Jungs zwar immer noch „fiebrige Träume voller Sex und Gewalt“ kennen, aber angeblich nur noch durch das Spielen „virtueller Spiele und das Anschauen von Actionfilmen“ lernen würden, mit ihren Aggressionen und Sexfantasien umzugehen. Soweit eine großartige Analyse, die dann jedoch abdriftet und Dinge in eine Linie stellt, die nicht zusammen gehören.

Hier finden Sie unter dem Titel „Kleine Krieger“ den Artikel von Leon de Winter: http://www.focus.de/kultur/buecher/tid-34315/kultur-und-leben-medien-kleine-krieger_aid_1127638.html

Im folgenden Text finden Sie allerdings auch meine Antwort darauf als Kolumne bei THE EUROPEAN: P1000853

Vaterlose Krieger

Hieraus ein Ausschnitt: Lieber Leon de Winter, (…) als gesellschaftliche Kontrollgruppe zu dem verweiblichten Westen ziehen Sie islamische Gesellschaften heran, wo alles noch ist wie früher. Wo Mann noch Mann sein darf und Frau noch Frau ist. Wo es keine schnöden Computerspiele braucht, damit Männer sich austoben können.

Das verlockende Paradies für junge, triebgesteuerte Männer, die noch Krieger sein und als Beute Länder und Frauen heimtragen dürfen, während in „modernen, befriedeten Gesellschaften“ junge Männer ständig darauf hingewiesen würden, dass ihre Triebe nicht toleriert würden und Ideen von Ehre und Heldentum keine Wertschätzung genießen.

Nun ist mir Ihre dezidiert islamkritische Haltung bekannt, deswegen verwundert ein bisschen die Romantik, die in den Zeilen schwingt, die alte Zeiten heraufbeschwören, in denen noch alles gut stand um die kriegerische Männlichkeit.

Es hat nichts Ehrenhaftes und auch nichts Heldenhaftes, eine Frau zu unterwerfen oder seine Triebe auszuleben auf Kosten einer Frau. Es ist nur ein schmaler Grat zwischen beschützender männlicher Dominanz, die von Frauen durchaus geschätzt wird, und der Unterdrückung der Frau.

Es ist schade, dass die Frage nach dem Ausleben der Männlichkeit, nach dem Zulassen des männlichen Prinzips in unserer Gesellschaft, die Frage nach dem Verbleib der heldenhaften Krieger hier vermischt wird mit dem Anspruch auf sexuelle oder gar gewalttätige Dominanz, die ausgelebt werden will.“

Den ganzen Text finden Sie hier: http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/7565-leon-de-winters-entmaennlichte-gesellschaft

Birgit Kelle ist Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Frau 2000plus“
Kontakt: birgit.kelle@frau2000plus.net
Web: www.frau2000plus.net
 


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