Berufung des PRIESTERs: Opfer und Hingabe für Christus und die Kirche

PREDIGT von Bischof Vitus Huonder
anläßlich der Priestertages in Einsiedeln
am 9. September 2013

Liebe Mitbrüder,

wir brauchen immer wieder Worte der Ermutigung, um im Dienst des HERRN zu stehen und auszuharren. Wir brauchen Worte, die uns sagen, dass wir bei der Erfüllung unseres Dienstes, unseres priesterlichen Auftrages, nicht umsonst Leiden und Bedrängnis auf uns nehmen. 1521 - Kopie (2)

Ein solches Wort der Ermutigung ist die heutige Lesung. Dieses Wort ist für uns besonders kostbar, weil es die Erfahrung des Apostels wiedergibt. Es ist in diesem Sinn nicht nur eine Belehrung, sondern ein Zeugnis, eine erlebte Wirklichkeit: „Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1,24).

An den Leiden Christi fehlt nichts, möchten wir spontan sagen. Das Sühneleiden Christi ist vollkommen. Es ist so vollkommen, dass auch das geringste Maß seines Leidens, die Erlösung bewirken kann. So beten wir mit dem Hymnus „Adore te devote“: Cuius una stilla salvum facere totum mundum quit ab omni scelere.  –  Ein Tropfen des Blutes unseres HERRN vermag die ganze Welt zu retten.

CHRISTUS gibt uns Anteil an seinem Leiden

Das Leiden Christi bedarf keiner Ergänzungen – das stimmt. Aber der HERR gibt uns Anteil an seinem Leiden, an seiner Bedrängnis. Was wir durch die Verkündigung des Wortes erleiden, die Bedrängnisse, welche wir mit der Nachfolge auf uns laden, nimmt der HERR in sein Leiden auf.

Was wir erleiden, ist für ihn wertvoll. So wird nicht das Leiden Christi vollkommener, sondern vollkommener werden wir. Unser Leiden und unsere Bedrängnis wird im Leide Christi vollendet, und auf diese Weise wird es wertvoll für die Kirche und für die Ausbreitung des Reiches Gottes. Was an den Leiden Christi fehlen würde, wäre unsere Anteilnahme an seinem Leiden, unsere Hingabe, mit welcher der HERR selber rechnet, wenn er jemanden beruft. 5d56a7150a

ER erwartet, dass wir an seinem Leiden Anteil nehmen, weil wir doch seine Jünger sind. In diesem Sinn wollen wir das Wort des heiligen Paulus auch auf dem Hintergrund des Wortes Jesu betrachten:

Der HERR zählt auf uns. ER rechnet mit uns. Weisen wir diese Anteilnahme von uns, fehlt etwas an den Leiden Christi. „Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mir übertragen hat … Dafür kämpfe ich unter vielen Mühen“ (Kol 1,25.29).

Das Leiden des Apostels ist tatsächlich nicht ein persönliches Leiden, ein körperliches Leiden, ein natürliches Leiden, wenn ich es so sagen darf; ein Leiden wegen und an der conditio humana. Es ist tatsächlich ein Leiden, welches aus der Berufung hervorgeht. Es ist ein Leiden für die Kirche, welches aus dem Amt hervorgeht, das wir empfangen haben, und welches einen Zusammenhang mit dem göttlichen Auftragt hat.

Der Priester ist auf das Leiden hin geweiht

Es ist ein Leiden, das aus der Weihe hervorgeht. Wir werden immer auch auf das Leiden hin geweiht, auf das Leiden mit dem HERRN und für die Kirche, für die Gemeinschaft. Dieses Leiden ist uns schon bei den Propheten bekannt, schon bei Moses – doch auch er wird oft den Propheten zugezählt. So ist auch unser Dienst ein Dienst unter vielen Mühen. Dieser Kampf ist aber möglich, weil Gottes Kraft eben mit großer Macht in uns wirkt, wie es Paulus selber bestätigt.

„Dadurch sollen sie getröstet werden; sie sollen in Liebe zusammenhalten, um die tiefe und reiche Einsicht zu erlangen, und das göttliche Geheimnis zu erkennen, das Christus ist“ (Kol 2,2)

Das Leiden des Apostels wirkt sich auf die Gläubigen aus, hier auf die Gläubigen von Laodizea. Sie werden durch das Leiden des heiligen Paulus getröstet. Wie kann das Leiden des Apostels ein Trost sein für die Gläubigen von Laodizea?

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Doch nur dadurch, dass sie auf diese Weise die Wahrheit erkennen – das göttliche Geheimnis, wie Paulus es sagt. Für sie wird die mutige und entschiedene Haltung des Apostels, und sein damit verbundenes Leiden, eine Hilfe, ein Trost.

Es ist für Menschen, welche die Wahrheit suchen und die Wahrheit erkannt haben, eine Quelle der Not, wenn ihre Vorgesetzten, wenn sich die von Gott berufenen Verkünder des Glaubens von der Wahrheit zurückziehen und nicht zu dem stehen, was der Inhalt des Glaubens ist, wenn sie Kompromisse schließen und von dem abrücken, was sie im Auftrag Gottes verkünden sollen; es ist dagegen ein Trost für sie, wenn sie sehen, wie jene sich dem schweren Kampf stellen, die in der Nachfolge Christi den Glauben in seiner Unversehrtheit verkünden sollen.

So kann das Leiden des Apostels denn auch derart werden, dass es ergänzt, was an den Leiden Christi noch fehlt, nämlich durch das persönliche, beharrliche und aus Liebe zum HERRN abgelegte Zeugnis des Glaubens.

Gehen wir nun zum Anfang der heutigen Lesung. Erst jetzt können wir diesen Anfang verstehen. Paulus beginnt seine Ausführungen mit den Worten: „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage …“

Das Leiden ist für den Apostel eine Freude, nicht weil er masochistisch veranlagt wäre, sondern weil er eben erkannt hat, was sein Leiden bei den Gläubigen bewirkt: Die Erkenntnis des Geheimnisses Christi. Das ist nichts anderes als der Weg der Erlösung und des Heils. Darüber freut sich der Apostel. Darüber müsste sich jeder von uns freuen können, weil auch wir das sind, was Paulus von sich sagt, nämlich Diener der Kirche: „Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mir übertragen hat“ .

Mögen die Menschen uns eben als solche Diener erkennen und durch unser Vorbild gestärkt, ermutigt, oder eben, wie es der Apostel sagt, getröstet werden. Und möge dieser Trost auch unser Trost sein und uns Ermutigung schenken. Amen.

Quelle: http://www.bistum-chur.ch/am_dioezesanbischof_242.html


Philippinen: Miss Schönheit mit Mut!

Die philippinische Megan Lynne Young ist 23  Jahre alt und wurde am 22. September in Bali (Indonesien) zur „Miss World“ gekrönt. tumblr_mtul3q2PKB1rk9c11o1_1280

Schon drei Wochen vor ihrer Wahl zur weltweiten Schönheitskönigin Nr. 1 fand die 1,70 m große Film-Studentin den Mut, gegenüber einem Reporter des Fernsehsenders ABS-CBN couragiert Stellung zu beziehen, indem sie Abtreibung klar ablehnte.

Zudem bejahte sie Enthaltsamkeit bis der Ehe („Sexualität ist der Ehe vorbehalten“) und äußerte sich kritisch zur künstlichen Verhütung und zur Gesetzen ihrer philippinischen Regierung zur „Familienplanung“ bzw. pro Abtreibung (sog. „Bill of Reproductive Health“).

Die Miss-World hatte zuvor bereits eine Krone als Top-Model gewonnen und als TV-Moderatorin gewirkt sowie bei kleineren Filmrollen mitgespielt.


Prostitution als sittenlos ächten und strengeres Gesetz einführen

Mathias von Gersdorff

„Eine Welt ohne Prostitution ist denkbar.“   –  Unter diesem Motto sammeln die feministische Zeitschrift Emma und ihre Herausgeberin Alice Schwarzer Unterschriften für einen Appell gegen Prostitution. Schwerwiegendste Forderung ist die nach einer Bestrafung der Freier. 

M. von Gersdorff

M. von Gersdorff

Bewußt wurde die Aktion nach der Bundestagswahl begonnen: Die EU verlangt seit geraumer Zeit ein härteres Vorgehen gegen Menschenhandel. Eigentlich sollten die Mitgliedsländer Maßnahmen bis zum 6. April 2013 ergreifen, doch Deutschland hat nichts unternommen.

Deutschland gilt als wichtiges Umschlagland für Frauenhandel. Mit dem Appell will Alice Schwarzer die Koalitionsverhandlungen in ihrem Sinn beeinflussen, denn für sie ist Prostitution ohne Menschenhandel und Sklaverei nicht denkbar. Indem sie Prostitution und Menschenhandel verbindet, gewinnt ihr Ansinnen an Glaubwürdigkeit hinsichtlich der Durchführbarkeit.

In der Tat hat die Union schon Bereitschaft signalisiert, Prostitution einzuschränken. Schwarzer sieht Prostituierte als Opfer von Zwang und Gewalt. Sie stecken in einer kriminellen Struktur, aus der sie nicht entkommen.

Rotgrünes Gesetz schützte kriminelle Strukturen

Das Prostitutionsgesetz der rot-grünen Bundesregierung (ProstG) aus dem Jahr 2002 hätte die kriminellen Strukturen geschützt. Schwarzer behauptete in einem Interview mit der Welt vom 3. November 2013, das Gesetz sei von Anbeginn an für Zuhälter und Menschenhändler gemacht worden. Opfer des ganzen seien die Frauen.

Schwarzers Appell erhielt Unterstützung aus ganz unterschiedlichen Ecken. Neben Wolfgang Niedecken und Reinhard Mey finden sich auch Leute wie Maria Böhmer (Vorsitzende der Frauenunion), Heiner Geißler, Rita Süssmuth, Charlotte Knobloch, Femen Deutschland.

Besonders wichtig ist die Unterstützung durch Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und ehemaliger Justizminister Niedersachsens. 0023

Grüne Kritik an Schwarzers Vorstoß

Kritik erntet Alice Schwarzer vor allem von links. Die Grünen und etliche linksorientierte Organisationen meinen, man dürfe Prostitution und Menschenhandel nicht vermengen.

Unglaublich, aber wahr, als Reaktion auf Schwarzers Aktion gibt es vom „Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen“ nun auch einen Appell für Prostitution. Allen Ernstes wird da behauptet:

„Prostitution ist eine berufliche Tätigkeit, bei der sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt angeboten werden. Ein solches Geschäft beruht auf Freiwilligkeit. Gibt es keine Einwilligung zu sexuellen Handlungen, so handelt es sich nicht um Prostitution. Denn Sex gegen den Willen der Beteiligten ist Vergewaltigung.“   –  Unter den Unterstützern finden sich besonders viele Grüne und Politiker der Linkspartei.

Blanke Verhöhnung der Frauen

Dieser Appell geht von der Überzeugung aus, die Prostitution sei nicht nur normal und ein legitimer Broterwerb, sondern ein Akt der Befreiung und der weiblichen Selbstbestimmung. Heute klingt das zwar grotesk und wie eine blanke Verhöhnung der Frauen, doch in den Talkshows Ende der zweiten Hälfte der 1990er à la Arabella oder Hans Meiser war das eine gern vertretene These.

Hinsichtlich Prostitution argumentiert Schwarzer analog zur Pädophilie. Sie war gegen sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern, weil der Erwachsene die Situation völlig dominiert und seine Macht problemlos über das Kind ausüben kann. Dasselbe gilt für die Beziehung zwischen Freier bzw. Zuhälter und Prostituierter.

An dieser Stelle muß erwähnt werden, daß sich für Alice Schwarzer die Frau grundsätzlich in einer „Inferiorität“ befindet. In der Beziehung zwischen Mann und Frau, wie auch immer sie geartet ist, wird letztere unterdrückt.

Im 1984 geschriebenen Vorwort zur Taschenbuchausgabe ihres bekanntesten Buches „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ schrieb sie: „Im Namen der Liebe haben sie [Frauen] kein Recht auf eigene Existenz und Unabhängigkeit, sind sie die Freundin/Frau/Mutter von, sind sie Objekt statt Subjekt, bescheiden sie sich mit einem Platz am Rand der (Männer-)Welt.“  –  Die Frau müsse von dem „staatlichen Zwang zur Mutterschaft“ befreit werden. Deshalb sollte die Abtreibung eingeführt werden, so Schwarzer.

Im gegenwärtigen Kampf gegen die Prostitution verwendet Alice Schwarzer eine etwas gemäßigtere Sprache. Vor allem argumentiert sie sehr faktenreich. Aus diesem Grund erntet sie nicht ungerechtfertigte Sympathien auch im christlich-konservativen Lager, während man bei den Verteidigern der Prostitution wieder die altbekannten ideologischen Scheuklappen erkennt, die schon zur Forderung nach einer Entkriminalisierung der Pädophilie geführt haben.

Prostitution ist grundsätzlich unsittlich

Dennoch darf man nicht blind für die Defizite von Schwarzers Argumentation sein. Sie argumentiert auf der Grundlage eines falschen und radikal-egalitären Verständnisses von Macht und Herrschaft. Christliche Moral und Sittlichkeit spielen für sie keine Rolle. Sie schreibt in Emma von November/Dezember 2013: „Prostitution muß endlich geächtet werden! Und zwar nicht aus Gründen der wie auch immer verstandenen „guten Sitten“, sondern aus Gründen der Menschlichkeit“.

Aus christlicher Sicht ist aber Prostitution grundsätzlich falsch und nicht erst dann, wenn die Frau unterdrückt wird. Prostitution ist von Natur aus unsittlich und muß vom Gesetzgeber auch so behandelt werden.

Das Prostitutionsgesetz gehörte zu den gesellschaftspolitischen Vorhaben der rot-grünen Regierung. Sie wollten der Prostitution denselben Rang geben wie anständige bürgerliche Berufe. Das Gesetz ist ein direkter Angriff auf die bürgerlichen Tugenden und auf die christlichen Wurzeln Deutschlands und muß deshalb rückgängig gemacht werden.

Erstveröffentlichung dieses Artikels in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


Der HERR prüft eure Taten, ihr Herrscher – und ER kennt eure Pläne!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Buch der Weisheit 6,1-11:

Hört, ihr Könige, und seid verständig, lernt, ihr Gebieter der ganzen Welt!
Horcht, ihr Herrscher der Massen, die ihr stolz seid auf Völkerscharen! header_buch

Der HERR hat euch die Gewalt gegeben, der Höchste die Herrschaft, ER, der eure Taten prüft und eure Pläne durchforscht.
Ihr seid Diener seines Reichs, aber ihr habt kein gerechtes Urteil gefällt, das Gesetz nicht bewahrt und die Weisung Gottes nicht befolgt.

Schnell und furchtbar wird ER kommen und euch bestrafen; denn über die Großen ergeht ein strenges Gericht. Der Geringe erfährt Nachsicht und Erbarmen, doch die Mächtigen werden gerichtet mit Macht.

Denn der Herrscher des Alls scheut niemand und weicht vor keiner Größe zurück. ER hat klein und groß erschaffen und trägt gleiche Sorge für alle; den Mächtigen aber droht strenge Untersuchung.

An euch also, ihr Herrscher, richten sich meine Worte, damit ihr Weisheit lernt und nicht sündigt. Wer das Heilige heilig hält, wird geheiligt, und wer sich darin unterweisen läßt, findet Schutz.

Verlangt also nach meinen Worten; sehnt euch danach –  und ihr werdet gute Belehrung empfangen.