Causa Freiburg: Trierer Bischof widerspricht Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller

Von Felizitas Küble

Am gestrigen Mittwoch, den 20. November 2013, veröffentlichte der „Trierische Volksfreund“ online einen Artikel von Rolf Seydewitz unter dem Titel „Trierer Bischof widerspricht Rom: Ackermann fordert Akzeptanz für Lebenswirklichkeit von Paaren und Familien“.

Es geht dabei um die Endlos-Debatte über geschieden-Wiederverheiratete. Kurien-Erzbischof Gerhard Ludwig Müller (siehe Fotos) hat im Namen des Papstes und unter Berufung auf die bewährte kirchliche Lehre unlängst bekräftigt, daß die Betreffenden nicht zum Tisch des HERRN eingeladen sind.

Da die sog. „Freiburger Handreichung“ insoweit der kirchlichen Verkündigung widerspricht, wurde Erzbischof Zollitsch vom Präfekten der Glaubenskongregation aufgefordert, das für Verwirrung sorgende Dokument zu entsorgen bzw. zurückzunehmen. Zollitsch unternimmt allerdings keinerlei Anstalten in diese Richtung.

Der erwähnte Zeitungsbericht aus Trier beginnt mit den Worten: 

„Die Diskussion über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen in der katholischen Kirche spitzt sich zu. Nach dem Münchner Kardinal Reinhard Marx hat jetzt auch der Trierer Bischof Stephan Ackermann den „Maulkorberlass“ aus dem Vatikan kritisiert.“

Außerdem heißt es weiter:

„Der ehemalige Regensburger Bischof hat jüngst einen entsprechenden Vorstoß der Erzdiözese Freiburg mit deutlichen Worten zurückgewiesen und den Initiatoren vorgeworfen, sie hätten für Verwirrung gesorgt.

Die Reaktionen in einigen deutschen Bistümern fallen allerdings anders aus als von Rom erwartet. Selbst Bischöfe wehren sich gegen die Aufforderung des obersten Glaubenswächters, etwa der Trierer Bischof Stephan Ackermann.

„Der Präfekt der Glaubenskongregation kann die Diskussion nicht einfach mit einer autoritativen Stellungnahme beenden“, sagte Ackermann unserer Zeitung.AL-0005

Weder der Münchner Kardinal Reinhard Marx noch er wollten das katholische Eheverständnis infrage stellen, „aber wir müssen intensiver und ehrlicher die konkrete Wirklichkeit von vielen Paaren und Familien berücksichtigen“, fordert der Trierer Bischof.“

Der Oberhirte von Trier möge es unterlassen, den Eindruck erwecken, als habe er oder sein Amts- und Gesinnungskollege Reinhard Marx  das Rad neu erfunden.

Die „konkrete Wirklichkeit von vielen Paaren und Familien“ kennt die katholische Kirche seit Jahrtausenden; immer schon scheiterten Menschen an den göttlichen Geboten und an dem bei der Heirat abgelegten Versprechen ehelicher Treue.

Als die katholische Kirche ihre Botschaft in den ersten Jahrhunderten im Römischen Reich und in der ebenso heidnischen griechischen Welt verkündete, stieß sie mit ihrer auch damals „zeitgeistwidrigen“ Ehe-Lehre auf vielfachen Widerstand.

Also nichts Neues unter der Sonne, die Situation ist seit eh und je im wesentlichen dieselbe. Was sich ebenfalls nicht ändert, ist das göttliche Gebot: „Du sollst nicht ehebrechen!“  –  Christus hat diese Wegweisung vom Sinai bekräftigt und die Ehe sogar als Sakrament in seiner Kirche grundgelegt, wie der hl. Paulus erläuterte.

Es geht also um die Heilighaltung von Gottes Gebot und Christi Sakrament  –  und da die Kirche des HERRN keine Willkürherrschaft errichten kann und darf, sondern an den Willen des Ewigen gebunden ist, gibt es hier keinen „Spielraum“, auch nicht für kirchliche Würdenträger, ob sie nun in München oder in Trier oder wo auch immer residieren.

HINWEIS: Kritischer Einspruch zu einer weiteren Ackermann-Äußerung siehe dort: http://beiboot-petri.blogspot.de/2013/11/der-klerikale-witz-des-tages.html

Fotos: Bischöfliches Presseamt Regensburg


8 Kommentare on “Causa Freiburg: Trierer Bischof widerspricht Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller”

  1. Anonymous sagt:

    Frau Küble, vielen Dank im Namen Jesu Christi, dass Sie sich die Mühe machen, immer wieder individuell auf Meinungen einzugehen!

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  2. GLM zeigt wieder einmal, daß Seelsorge und christliche Barmherzigketi für ihn
    Fremdwörter snd.

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  3. Kassandra sagt:

    Ich frage mich die ganze Zeit, was veranlasst diese Bischöfe, mit aller Gewalt dem Zeitgeist hinterherzuhecheln?
    Father Zuhlsdorf hat eine Vermutung, die ich teile:
    http://kath.net/news/43772

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  4. Paula sagt:

    Hier wird wieder deutlich, dass Frau Küble nur ihr übliches ideologisches Geschwätz verbreitet. Die Urchristen differenzieren viel mehr, als wir es heute tun. Matthäus kennt die Unzuchtsklausel 5,32 und Paulus den Unterschied zwischen getauften Ehepartnern und ungetauften. Also, erst die Bibel lesen und dann Behauptungen aufstellen!

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    • Guten Tag,
      eine Trennung der Ehepartner ist im Falle von Unzucht bzw. Ehebruch auch unter Katholiken seit eh und je erlaubt, längst bekannt unter der Formel „Trennung von Tisch und Bett“ – das sakramentale Eheband bleibt aber bestehen. Die Mt-Klausel bezieht sich auf Trennung, nicht auf Wiederverheiratung. Im übrigen geht es bei der Frage der hl. Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene (Thema dieses Artikels!) sicherlich nicht um Ungetaufte…Diese sind so oder so nicht zum Tisch des HERRN zugelassen. Klar – oder???
      Die Urchristen waren in ihrer pastoralen Praxis noch viel strenger als die spätere katholische Kirche. So gehörte der Ehebruch zu den „Kapitalsünden (wie Mord und Glaubensabfall) und bedurfte daher einer öffentlichen Kirchenbuße quasi „in Sack und Asche“. Wollen Sie diese rigorosen Verhältnisse unter Berufung auf die frühe Christenheit gerne wieder einführen? Oder hatten Sie im Ernst angenommen, in den ersten Jahrhunderten sei es „lockerer“ zugegangen als heute? Noch nie etwas von damaliger strikter „Kirchenzucht“ gehört? Wieviel Ahnung besteht denn von Bibel und Kirchengeschichte???
      Wer verbreitet hier eigentlich „ideologisches Geschwätz“?
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Paula sagt:

        Sie bestätigen die Ideologie Ihres Geschwätzes noch einmal, da Sie für die Zeit des Matthäus von Voraussetzungen ausgehen, die da noch gar nicht bestanden haben! Es geht im Zusammenhang deutlich um den Scheidungsbrief, der von Mose erlaubt ist, Sie behaupten aber einfach so ins Blaue hinein, hier ginge es nicht um Wiederverheiratung. Doch genau darum ging es bei einer Scheidung.

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      • Guten Tag,
        könnten Sie außer schlagwortartiger Polemik auch mal sachlicher schreiben? – Christus erklärte deutlich, daß Moses den Scheidungsbrief nur wegen beklagenswerter „Hartherzigkeit“ erlaubt habe (um damit also Schlimmeres zu verhindern, nämlich ein „wildes“ Vertreiben der Frauen). Christus bestätigt die Unauflöslichkeit des Ehebundes, die sich aus der göttlichen Stiftung der Ehe ergibt. Die von Ihnen erwähnte Unzuchtsklausel („außer bei Unzucht“) bezieht sich dem Wortlaut nach klar auf die Scheidung, nicht auf eine eventuelle spätere Zweit-Ehe.
        In unserem Artikel, gegen den Sie doch so heftig protestiert haben, geht es aber nicht um Scheidung, sondern um Wiederverheiratung. Christi Worte erlauben keine Wiederverheiratung, auch nicht im Falle von Unzucht (eines Partners).
        Paulus gestattet bei sehr schwierigen Ehen eine Trennung von Tisch und Bett, jedoch ohne Wiederheirat, weil das erste Eheband bestehen bleibt. Diese biblische Position ist genau jene der katholischen Kirche. Alles klar?
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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    • Ester sagt:

      Die Unzuchtsklausel bedeutet nicht, dass es dem (z.B.) Mann erlaubt ist sich zu trennen, und sich anderweitig zu verheiraten, wenn die Frau fremd geht.
      Die Stelle bei Matthäus meint, dass es in sich unzüchtige Ehen gibt z,.B die Ehe des Herodes und der Herodias.
      Das ist das, was letzten Endes die Grundlage für Möglichkeit von Eheanullierung liefert.

      Jedoch ist die Stelle bei Matthäus wohl eher so zu interpretieren, dass man sich eben im Fall eine ungültigen (unzüchtigen) Ehe z,B wenn der eine der beiden eigentlich schon anderweitig verheiratet ist, trennen muss (Nicht kann).
      Selbstverständlich ist jeder immer und jederzeit verantwortlich für egal wo und wie gezeugte Kinder.

      Das das nicht einfach ist, das zeigt ja die Reaktion der Apostel
      „Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten!“

      Weiter und damit hat Frau Küble recht, gibt und gab und wird es immer geben, die Trennung von Tisch und Bett, weil…(und hier gibt es tausend denkbare Gründe)
      Nur ist damit die Ehe nicht aufgehoben, sondern immer noch gültig!

      Lesen sie doch mal ein bisschen Epheserbrief (die Ehe als Abbild des Bundes zwischen Gott und Mensch, (Christus und die Kirche)) und dazu im AT, wie das so ist, mit dem Bund Gottes und der Israeliten, wie Gott treu ist auch wenn er Israel immer und immer wieder Ehebruch (beschrieben in drastischen Worten z.B in Ezechiel 16,15ff)).

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