Herzogenrath: Pfarrer Dr. Guido Rodheudt übt Kritik am neuen „Gotteslob“

Von Andreas Gehrmann

Der Aachener Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff bewirbt in seinem Bistum das neue „Gotteslob“ als große Chance. Bereits 85.000 Exemplare seien ausgeliefert, davon 70.000 Expl. an die Pfarreien des Bistums, berichtet Karl Stüber in den ‚Aachener Nachrichten‘ vom 5.12.2013.

Im Einhard-Verlag laufen die Druckmaschinen auf Hochtouren, um den Bedarf zu decken. Aber nicht alle Pfarrgemeinden wollen die vermeintlich große Chance ergreifen.

Foto: HP der Pfarrei St. Gertrud

Die Pfarrei St. Gertrud in Herzogenrath wird das neue „Gotteslob“ erst einmal nicht einführen. Im aktuellen Pfarrbrief ist zu lesen:

„Nach Beratungen im Pfarreirat und Kirchenvorstand schaffen wir als Pfarrgemeinde das neue ‚Gotteslob‘ als Gebet und Gesangbuch (noch) nicht an.“

Weiter heißt es dort: „Der Grund dafür ist die hohe Anzahl erheblicher fachlicher und inhaltlicher Mängel angesichts der hohen Anschaffungskosten von circa 12.000 Euro. Hinzu kommt der Verlust von über 40 Liedern aus unserem Gemeinderepertoire.“

Pfarrer Dr. Guido Rodheudt (siehe Foto) stellt  klar: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen ein neues Buch!“

Aber wenn schon ein neues „Gotteslob“ erarbeitet wird, sollte es eine Weiterentwicklung, also eine Verbesserung sein: „Das ist aber ein Buch voller Fehler“.

Selbst der neuen Liturgie des 2. Vaticanums werde das Buch nicht immer gerecht. Es seien zehn Jahre Vorarbeit geleistet worden, aber letztlich seien Zeit und Geld „durch den Schornstein gegangen“.

Pfarrer Dr. Rodheudt fordert daher eine Überarbeitung des neuen Gebet- und Gesangbuchs.

Rolf-Peter Cremer, Leiter  der Abteilung Pastoral, Schule und Bildung im Bistum, lehnt den Sonderweg der Pfarrgemeinde St. Gertrud ab: „Der Wille des Bischofs ist bekannt. Die Menschen in der Pfarrei St. Gertrud werden merken, dass sie abgehängt sind vom Gesang und Gebet, der in allen anderen Pfarreien unseres Bistums, Standard ist.“

Das letzte Wort im Gotteslob-Streit zwischen dem Bistum Aachen und der Herzogenrather Pfarrei wird aber sicherlich noch nicht gesprochen sein.

Erstveröffentlichung des Beitrags in Kathnews

Foto:  Pfarrei St. Gertrud


5 Kommentare on “Herzogenrath: Pfarrer Dr. Guido Rodheudt übt Kritik am neuen „Gotteslob“”

  1. Jogo30 sagt:

    Es ist Bischofsrecht neue Gesanbücher einzufügen. Der Pfarrer wird sich dem auf kurz oder lang fügen müssen.

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  2. Thomas sagt:

    Hätten doch nur mehrere den Mut, NEIN zu sagen!!!
    Ich bin ein katholischer junger Christ und versteh gar nicht, was unsere deutsche Kirche da macht???
    Alles immer nur kaputt machen, Lieder, die ich seit meiner Erstkommunion kenne „Fest soll mein Taufbund immer stehen“ so verunstalten, GRAUENHAFT. Als dieses Lied aus dem neuen Gotteslob in unserer Gemeinde gesungen wurde, sang die ganze Gemeinde aus voller Brust den alten Text. Ist es so schlimm, die Worte Jesu zu hören, dass man den Text ändern musste?
    Jesus ist nun mal das Haupt unsere Kirche oder?
    Gott sei Dank sind wir jüngeren Katholiken nicht mehr so liberal wie unsere Väter!

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    • Anna sagt:

      Mit deiner Antwort hast Du mir aus der Seele gesprochen! Ich denke genau so. Mir tut es weh, wenn alte Texte willkürlich verändert – oder die Wort-Reihenfolge einfach mal ein bisschen umgestellt werden. Was soll das? Außerdem vermisse ich die „Brüder“ in vielen Liedern! Nun Brüder sind wir frohgemut – Lasst uns loben, Brüder loben – Nun lasset uns wie Brüder sein… Überall mussten sie weichen! Gender lässt grüßen!! Muss sich die Kirche vor jeden Karren spannen lassen??? Schon aus diesem Grund hab ich mir das neuen Gotteslob nicht gekauft!

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  3. Christian sagt:

    Liebe Leute,
    ein Gebetbuch hatten wir seit Jahren. Ob es gut oder schlecht war, es gab eins. Deshalb sind die Kirchen nicht leer. Mit dem „neuen“ werden Diese auch nicht voll. Es wird aber viel, viel Geld für nichts in Sand gesetzt. Da hungern Milliarden, den kann man eh nicht helfen, weil es zu viele sind. Die neuen Bücher kosten wenn man hochrechnet um die 20-30 Millionen €. Kleinigkeit oder? Das Endergebnis ist doch nicht besser, als das Tun von Herrn Bischof in Limburg. Nun beim Gotteslob waren viele, demokratisch beteiligt. Was das gekostet hat. Na ja diese haben auch nichts besseres zu tun. Und jetzt alle Gläubiger bitte ein Buch bestellen, bring weiter 30 Millionen Umsatz.Oder mehr. Einer hat das schon sicherlich ausgerechnet.

    Hochachtung (wenn auch nur halbe) für Pfarrer Dr. Guido Rodheudt – aber bitte keine Überarbeitung

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  4. Uli sagt:

    Es sind nicht die einzigen, die das neue Gotteslob noch nicht bestellt haben.

    Das ist aber nur eine ZEITFRAGE – die Gesangbücher sind derzeit eh ausverkauft und es wird Februar bis die nächsten kommen.

    Was ist denn das Highlight des neuen Gesangbuches „Der Mond ist aufgegangen“ ???

    Wir singen eh die altbekannten Lieder und die haben jetzt halt andere Nummern.

    Bis Pfingsten werden denke ich mal alle ihre neuen Gesangbücher haben.

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