Estrela-Report: Warum die Strategie der Linkskräfte gescheitert ist

Interview mit Paul Herzog von Oldenburg

Paul Herzog von Oldenburg ist Leiter des Büros der „Föderation Pro Europa Christiana“ (FPEC) in Brüssel.

Die FPEC ist ein Zusammenschluß diverser christlich orientierter Organisationen aus ganz Europa: DVCK bzw. Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur (Deutschland), Stowarzyszenie Kultury Chrześcijańskiej Piotr Skarga (Polen) Tradition Famille Proprieté (Frankreich), SOS Ragazzi (Italien) und weitere. Das Büro in Brüssel repräsentiert diese Organisationen gegenüber den Institutionen der Europäischen Union. OldenburgBrüssel

Mit Paul Herzog von Oldenburg (siehe Foto) sprach unser Autor Mathias von Gersdorff (Sprecher der Aktion SOS LEBEN in der DVCK eV.):

Mathias v. Gersdorff: Als langjähriger Beobachter der Europa-Politik: Kam für Sie das Abstimmungsergebnis über Estrela überraschend?

Paul Herzog von Oldenburg: Nicht ganz. Man muss sehen, das selbst für die Linken und für die Abtreibungslobby am Ende „Estrela“ so was wie ein Himmelfahrtskommando wurde. Der Bericht war nämlich so radikal, dass sich Lebensrechtler und Familienschützer auf der einen Seite und Euroskeptiker auf der anderen Seite zur einer Allianz gefunden haben. Außerdem kamen die Unregelmäßigkeiten des Verfahrens hinzu. Den Befürwortern von „Estrela“ waren die Parlamentarischen Regeln egal. Sich da durchzusetzen war nicht einfach.

MvG: Können Sie das genauer ausführen?

PvO: Die euroskeptischen Parlamentarier sind nicht unbedingt wertkonservativ. Sie wollen in erster Linie eine übermächtige Europäische Union verhindern. Die wertkonservativen, beispielsweise die Lebensrechtler innerhalb der Europäischen Volkspartei, also die Christdemokraten, haben oft keine allzu großen Bedenken gegen eine stärkere Zentralisierung. Aus diesem strukturellen Grund besitzen die Linken eine überproportionale Macht im EU-Parlament. „Estrela“ hat aber beide Gruppen gegen sich aufgebracht.

MvG: Wie war das möglich? Ein strategischer Fehler?

PvO: Sicherlich das. Doch sie haben auch unterschätzt, dass so viel Widerstand aufkommt. Lebensrechtsorganisationen aus ganz Europa haben Faxe, Postkarten und E-Mails an die Parlamentarier geschickt und das schon seit Monaten. Schließlich gab es ganze Parlamentariergruppen, die Widerstand angekündigt haben  –  wie etwa die CSU  –  am Ende noch die Bischofskonferenzen Deutschlands und Österreichs. Das ist neu und damit haben die Linken offenbar nicht gerechnet.

MvG: Aber war der zweite Anlauf vorhersehbar, nachdem der Bericht schon am 22. Oktober abgelehnt wurde?

PvO: Die Lage war so: Nächstes Jahr wäre es noch riskanter gewesen, ein ähnliches Projekt oder einen stark abgeänderten „Estrela-Bericht“ voranzutreiben, weil Ende Mai 2014 die Europawahlen stattfinden. Das Thema birgt Sprengstoff, was die die Linken ja wussten. Während des Wahlkampfes hätten sie sich sehr angreifbar gemacht. Viele haben wohl gemeint: Jetzt oder gar nicht  –  und sie sind das Risiko eingegangen.

MvG: Und wie geht es jetzt weiter?

PvO: Ehrlich gesagt glaube ich, dass viele Befürworter von „Estrela“ mit dem Wahlausgang gar nicht so unzufrieden sind. Eines ist ja klar geworden: Der „christlich-konservative“ Milieu zeigte ein erhebliches Aktions- und Organisationspotential, und zwar europaweit. Wäre „Estrela“ durchgekommen, hätte es Proteste bis Ende Mai gegeben. Sicherlich hätte das den Linken Stimmen gekostet, zumal anzunehmen ist, dass die Euroskeptiker wegen der Finanzkrise usw. Anteile zu Lasten der Linken gewinnen werden.

MvG: Also ist nicht davon auszugehen, dass aus den europäischen Institutionen linke gesellschaftspolitische Impulse kommen?

PvO: Nein, das wäre zu viel Optimismus. Ich gehe aber davon aus, dass in Zukunft ähnliche Projekte intensiver von den vielen linken Nichtregierungsorganisationen „unters Volk“ gebracht werden, um sie erst dann zum Parlament zu bringen. Geld und Organisationsstruktur haben sie dafür.

„Estrela“ war auch so unsympathisch, weil das Projekt regelrecht aufgezwungen werden sollte. In Zukunft werden die Linken versuchen, den Anschein zu geben, die „Zivilgesellschaft“ stünde hinter ihnen.

Quelle: http://kultur-und-medien-online.blogspot.de/2013/12/paul-herzog-von-oldenburg-zur.html


Indien: Erzbischof von Delhi bei Kundgebung für die Rechte der Dalit festgenommen

Erzbischof Anil Couto von Delhi wurde heute zusammen mit anderen Bischöfen verschiedener Konfessionen bei einer Kundgebung in Delhi von der Polizei festgenommen.

Dies bestätigt der stellv. Generalsekretär und Sprecher der Indischen Bischofskonferenz, Pfarrer Joseph Chinnayyan, dem vatikanischen Fidesdienst. 7e5988847c

Gegen die friedliche Demonstration für die Rechte der Dalit (Kastenlosen, „Unberührbaren“, Ausgegrenzten) ging die Polizei mit Schlagstöcken vor, wobei mehrere Teilnehmer festgenommen wurden, darunter Erzbischof Anil Couto.

Ziel der Kundgebung war eine Anhörung beim indischen Parlament. Wie der Sprecher der katholischen Bischöfe mitteilt, sollen die Kirchenvertreter sogleich wieder freigelassen werden. Man habe wegen Misshandlung von Priestern und Schwestern jedoch bereits Anzeige erstattet..

Die Demonstranten forderten die Abschaffung eines Präsidialdekrets aus dem Jahr 1950, das die Diskriminierung von Dalit legalisiert. Das Dekret wurde 1956 auch auf Sikh und 1982 auf Buddhisten ausgeweitet. Religiöse Minderheiten bezeichnen das Dekret als „verfassungswidrig“.

Bereits in der Vergangenheit hatten deshalb Demonstrationen stattgefunden, doch heute “ging die Polizei brutal gegen wehrlose Demonstranten vor ” so einheimische Christen. 

Quelle: Fidesdienst


Hauchdünne Mehrheit für den Lebensschutz

Stellungnahme zur Causa Estrela von Dr. Rudolf Gehring

Am 10. Dezember wurde im EU-Parlament über den Estrela Bericht abgestimmt. Ziel dieser Initiative war es unter anderem, Abtreibung als Menschenrecht zu verankern und einen verpflichtenden Sexualkunde-Unterricht bereits ab der Grundschule einzuführen. 40323-90x80

Mit diesem Beschluss wollte man offenbar der europaweiten Initiative „One of us“ zuvorkommen, bei der sich über 1,8 Millionen Unterzeichner für den Lebensschutz ausgesprochen haben.

Das Ergebnis fiel knapp aus: 334 Stimmen lehnten den Estrela-Bericht gegen 327 Befürworter ab. Die Reaktionen der geschlagenen Estrela-Befürworter reichten von Buh-Rufen bis zu Verunglimpfungen. 

So sehr es uns als Lebensschützer freut, dass der Estrela-Bericht abgelehnt wurde, so sehr bereitet uns die Reaktion der Befürworter Sorgen. Ja, wir brachten uns in demokratischer Weise ein, schrieben Mails an Abgeordnete und verbreiteten Informationen  –  mit Erfolg! 040b5-sdc12475a

Darf man das aber ‚Druck ausüben’ nennen? Darf man uns dafür als ultrakonservativ und reaktionär bezeichnen und unseren knappen Erfolg mit lauten Buh-Rufen quittieren? Warum wird das nicht als Verhetzung geahndet? 

Diese Reaktionen zeigen ein erschütterndes Demokratieverständnis und sollten bei der kommenden EU-Wahl eine dementsprechende Antwort erhalten. Das durchaus knappe Ergebnis bestätigt auch unseren Parteibeschluss, bei dieser EU-Wahl als kritische christliche Stimme anzutreten.

Zur Äußerung der Grünen-Abgeordneten Ulrike Lunacek, das Abstimmungsergebnis sei ein „Schlag gegen die Frauenrechte“, ist anzumerken, dass Frauenrechte mit der Empfängnis beginnen und das Lebensrecht des ungeborenen Kindes einschließt. 

Frauenrechte enden dort, wo ein weiteres Leben zu Schaden kommt; das Rechtsempfinden einer erschreckend hoher Zahl von Abgeordneten bedarf einer dringenden Nachjustierung.

Dr. Rudolf Gehring ist Bundesvorsitzender der CPÖ (Christlichen Partei Österreichs)

Mail: bundesobmann@christlicheparteioesterreichs.at
Das Neueste über die CPÖ finden Sie unter http://www.cpoe.or.at


Westfalen: 73. Krippenausstellung in Telgte: „Lasst uns das Kindlein wiegen“

In der diesjährigen Krippenausstellung im westfälischen Marienwallfahrtsort Telgte (Münsterland) finden sich klassische Darstellungen der biblischen Weihnachtsgeschichte, aber auch ungewöhnliche und moderne Gestaltungen.top8_001

Es ist wieder faszinierend, wie vielfältig und ideenreich die Krippenkünstler ans Werk gegangen sind. Das zeigt sich auch in der Hauskrippe des früheren Bischofs Reinhard Lettmann, in der acht prächtige Engel für die passende vorweihnachtliche Stimmung sorgen.

Für den kunstinteressierten Betrachter hält das Museum u.a. 25 Weihnachtsscheiben von internationalen Glaskünstlern aus der Glasmalerei Peters in Paderborn bereit. 48

Wer Freude am Schauen hat, wer sich überraschen lassen oder auf die christliche Grundlage von Weihnachten besinnen will, macht sich mit dem Besuch der Krippenausstellung selbst ein Geschenk.

Das Museum im Zentrum des idyllischen Marienwallfahrtsorts Telgte ist vom 17. November bis zum 1. Februar 2014 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, außer am 24., 25. und 31. Dezember sowie Neujahr.

Quelle (Text/Fotos): http://www.museum-telgte.de/pages/weiter_top20.html

 


Altes und originelles Advents-Brauchtum in Niederbayern und der Oberpfalz

Überall in den Häusern werden in der Adventszeit die Kerzen am Adventskranz angezündet. Vier Kerzen steckt man auf diesen Kranz, der uralte Symbole benutzt:

Den Kreis als Symbol der Hoffnung und des Lebenskreises, frisches Grün als Symbol der Fruchtbarkeit mitten im Winter und die ursprüngliche Kerzenfarbe Rot als Symbol für das Blut Christi. Paradeisl

An jedem Adventsonntag wird eine weitere Kerze entzündet, bis an Weihnachten mit der Geburt Christi das „Licht der Welt“ die Erde erhellt.

Paradeisl: Vorgänger des Adventskranzes

Bevor im ausgehenden 19. Jahrhundert Adventskranz und Christbaum in bayerische Bürger- und Bauernstuben eingezogen sind, war das Paradeisl der Schmuck der Vorweihnachtszeit.

Es besteht aus vier rotbackigen Äpfeln, von denen drei mit drei Holzstäbchen zu einem Dreieck zusammengesteckt werden. Dann baut man auf diesem Sockel mit weiteren drei Hölzern eine Pyramide, die von dem vierten Apfel gekrönt wird.

Die Hölzchen können mit Goldpapier umwickelt und mit grünen Zweigen wie Buchsbaum oder Tannengrün geschmückt werden. Schließlich wird in jeden Apfel eine Kerze gesteckt, und an jedem Sonntag im Advent kann eine Kerze angezündet werden.

Ein Strohhalm für jede gute Tat

Weil es wohl zu allen Zeiten schwierig war, kleinen Kindern den Advent zu erklären, als Zeit der Besinnung und Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, haben wohl Mütter vor zweihundert Jahren einen schönen Brauch ersonnen: Einen Strohhalm für jede gute Tat.

Dazu wurde schon im Advent  –  und nicht erst  –  wie heute üblic h –  am Heiligen Abend  –  eine Krippe aufgestellt. Manchmal war es auch nur die Futterkrippe, in der das Jesuskind später liegen sollte, die man vom Dachboden in die Stube holte, wo es im Herrgottswinkel oder an einem anderen „besonderen“ Platz aufgestellt wurde.

Hier stand nun die leere Futterkrippe und wartete auf die Strohhalme, die an Weihnachten das Jesuskind weich betten sollten. Nun gab es während der ganzen Adventszeit für jede gute Tat  –  und für jeden Tag, an dem das Kind besonders brav gewesen war  –  einen Strohhalm. Und je mehr gute Taten und brave Tage, desto weicher lag das Jesuskind.

Die Volkskundlerin Dorothea Steinbacher berichtet von einer älteren Bäuerin, die das „Strohhalmstecken“ noch aus ihrer Kindheit kennt. Für jedes gebetete Vaterunser habe die Mutter damals zu ihren vier Kinder gesagt, gäbe es einen Strohhalm für die Krippe, erzählte ihr die Frau: „Wir Dirndl haben wie die Wilden für das Christkindl Vaterunser gebetet, aber die Buben haben nur alle paar Tag einem einen Strohhalm „erbetet“.

Brauchtum zur hl. Luzia

Der Luzientag am 13. Dezember galt bis zur Einführung des gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 als Tag der Wintersonnenwende. Dieser Tag, der die bedrohliche winterliche Dunkelheit in die Hoffnung auf Licht umkehren sollte, wurde vermutlich schon in heidnischer Zeit von den Menschen gefeiert. Luzia

Die katholische Kirche legte dann den Tag der heiligen Luzia, der „Lichtbringerin“(vom lateinischen lux = das Licht) auf dieses Datum.

Der Legende nach starb Luzia um das Jahr 305 einen grausamen Märtyrertod. Um der aufgezwungenen Hochzeit mit einem heidnischen Jüngling zu entgehen, habe sie sich selbst beide Augen ausgerissen und sei ihm so entstellt gegenübergetreten, wie die Legende erzählt. Deshalb wird Luzia auch als Patronin der Augenkranken und Blinden verehrt.

In Italien, Spanien und Frankreich beten die Mütter zu Luzia um gute Augen für ihre Kinder. Vor allem in den nordischen Ländern begeht man am 13. Dezember das große Luziafest – mit der weiß gekleideten Luzienbraut, die eine Kerzenkrone trägt.

Die „schiache Luz“ im Bayerischen Wald

Im Bayerischen Wald fürchteten die Menschen früher die „schiache Luz“, eine Schreckensgestallt, die die dunklen Seiten dieses alten Mittwintertages verkörpert. Immer auf der Suche nach unartigen Kindern oder faulen Mägden, soll sie in der Nacht zum 13. Dezember ihr Unwesen treiben.

So wundert es nicht, dass die Frauen und Mädchen am Vorabend des Luzientages möglichst daheim blieben und betend Haus uns Stall ausräucherten.

Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es den Brauch des Luzienumgangs in Sattelbogen bei Cham.

Dort zogen am Vorabend des 13. Dezember junge Mädchen in Gruppen durch die Straßen. Mit Kopftuch und Masken betraten sie schweigend die Häuser und wetzten in den Stuben ihre Sicheln. Dann verließen sie das Haus wieder und zurück blieben nicht nur zutiefst verschreckte Kinder.

In einigen Gegenden, vor allem im Dreieck Österreich, Bayern, Böhmen, findet man die heilige Luzia bis vor etwa 200 Jahren auch als Begleiterin des Nikolaus. Während der Nikolaus die Buben beschenkte, brachte sie den Mädchen die Geschenke.

In Österreich kam das weiß gekleidete „Lutscher“ mit Kerze, Kreuz und Kochlöffel in die Häuser. Fand sie dort Schmutz vor, schlug sie mit dem Kochlöffel um sich, war es aber ordentlich, verteilte sie Geschenke.

Quelle (Text/Fotos): Bischöfliches Presseamt Regensburg


Analyse zur Strategie der Abtreibungslobby: Mißbrauch des Europa-Parlaments

Mathias von Gersdorff

Der zur Zeit vieldiskutierte „Estrela-Report“ wird benannt nach der portugiesischen Europa-Abgeordneten und Berichterstatterin Edite Estrela von der „Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten“. 040b5-sdc12475a

Gegen diesen Entschließungsantrag haben die Lebensrechtsorganisationen in mehreren europäischen Ländern in den vergangenen Monaten immer wieder Proteste organisiert, denn dort wird nichts Geringeres als ein europaweites „Recht auf Abtreibung“ gefordert. Dies sei Bestandteil der „sexuellen und reproduktiven Gesundheit und den damit verbundenen Rechten“, so der Estrela-Antrag.

Das ist schon haarsträubend genug, doch die Abtreibungslobby im Europäischen Parlament will noch viel mehr erreichen. Der Estrela-Report fordert auch „die Mitgliedstaaten auf, dafür zu sorgen, daß der Unterricht in Sexualerziehung für alle Schüler der Grund- und Sekundarschulen verbindlich“ sei (Punkt 41).

Nur auf diese Weise seien Kinder und Jugendliche in der Lage, ihre Rechte hinsichtlich sexueller und reproduktiver Gesundheit kennenzulernen und auch wahrzunehmen. Selbstverständlich darf in der Sexualerziehung nicht eine positive Sichtweise von „Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Intersexuellen und Transgender-Personen“ fehlen.

Estrela-Bericht wg. Mängeln zurückverwiesen

Der „Estrela-Bericht“ gibt allgemeine Richtlinien, die aber eine ultra-liberale und zum Teil radikale Auslegung zulassen. Vor allem wird im Bericht Bezug auf Dokumente der Weltgesundheitsorganisation genommen, die äußerst detailliert und permissiv sind. „Estrela“ wurde schon am 22. Oktober 2013 im Plenum behandelt, doch aufgrund erheblicher Mängel zurück zum zuständigen Frauenausschuß geschickt. Dort sollte er umfassend bearbeitet werden. 20131021_Demonstration_StraA_burg_C

Man rechnete zunächst damit, daß „Estrela“ nicht mehr vor der Europawahl Ende Mai 2014 zur Abstimmung ins Parlament kommen würde. Doch offenbar hatten es die Linken sehr eilig und hatten einen kaum veränderten Entwurf wieder eingebracht. Lediglich die radikalsten Forderungen, wie etwa Ausführungen für Kinder BIS vier Jahren über Masturbation, „das Recht, körperliche Nacktheit zu entdecken” und andere wurden gestrichen.

Abgesehen von der Tatsache, daß die enthaltenen Forderungen ein Angriff auf die Familie und auf die christlichen Werte Europas sind, ist die Vorlage auch aus zwei weiteren Gründen bemerkenswert:

Erstens behandelt sie nämlich politische Themen, die eigentlich dem Europäischen Parlament gar nicht zustehen  –  und zweitens wurden parlamentarischen Verfahrensregeln umgangen oder ausgetrickst, jedenfalls nicht ernst genommen.

Weder Abtreibung noch Erziehung  –  worunter die Forderung nach einer umfassenden Sexualerziehung fallen würde  –  sind Zuständigkeiten des Europäischen Parlaments. In diesen Feldern sind die Mitgliedsstaaten (noch) völlig souverän.

Wenn „Estrela“ diese Felder als Bestandteil der „sexuellen und reproduktiven Gesundheit und den damit verbundenen Rechten“ behandelt, so ist das nichts anderes als Augenwischerei und ein Trick. Es ist ein Skandal, daß Parlamentarier eine solche Verspottung dulden.

Jenseits der parlamentarischen Regeln

Dieses ist auch nicht das erste Mal, daß die Sozialisten die Einführung eines Rechts auf Abtreibung fordern. Sie taten das beispielsweise auch in einer Resolution vom 8. März 2011 und am 4. September 2004 bei einer Entschließung, die das Maputo-Protokoll zum Gegenstand hatte. Im vorliegenden Fall wird ein „Recht auf Abtreibung“ mit viel mehr Nachdruck gefordert. SDC12319a

Weniger interessieren sich die linken Abgeordneten für die Einhaltung parlamentarischer Regeln. Das Europäische Parlament hatte am 22. Oktober 2013 eine umfassende Bearbeitung verlangt. Die Linken im zuständigen Frauenausschuß haben lediglich kosmetische Änderungen vorgenommen und hier und da ein Satz gestrichen. Proteste aus der Europäischen Volkspartei wurden abgeschmettert. Die neue Vorlage wurde im Ausschuß mit 18 gegen 15 angenommen.

Wieso geht die Abtreibungslobby so hartnäckig vor?
Was ist ihr Ziel?

Die Entschließungen des Europäischen Parlaments sind nicht verbindlich. Wären sie es, müßten wohl die Parlamentarier genauer die Regeln beachten. Trotzdem sind sie nicht ohne Einfluß.

So war beispielsweise eine Resolution im Jahr 1994, die die Einführung einer eheähnlichen rechtlichen Institution für homosexuelle Partnerschaften der Beginn der Lobbyarbeit, um die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften einzuführen bzw. das Ehegesetz für homosexuelle Paare zu öffnen.

Widerstand gegen „Estrela“ ermutigend

Mit „Estrela“ möchte die Abtreibungslobby dasselbe erreichen, vor allem natürlich in Ländern, in denen Abtreibung entweder verboten oder sehr eingeschränkt möglich ist  –  wie beispielsweise Polen oder Malta.

Und in vielen Staaten ist Abtreibung immer noch rechtswidrig, gleichwohl straffrei. Abgesehen davon macht die Europäische Union mächtig Druck in Afrika, um dort die Abtreibungsregelungen zu lockern. Gäbe es ein Pseudo-Recht auf Abtreibung in Europa, könnte die EU viel glaubwürdiger auftreten.

Es gibt einen weiteren Aspekt, der im Zusammenhang mit „Estrela“ wichtig zu betonen ist: Dieses linke Projekt hat sehr viele Lebensrechtsorganisationen aufgeschreckt und zum Protestieren animiert. Das ist neu.

Es gab zwar in der Vergangenheit Proteste gegen Resolutionen des Europäischen Parlaments, doch das waren meistens Einzelaktionen. Aus diesem Grund konnten die linksgerichteten Kräfte im EU-Parlament in den vergangenen Jahren zum Teil haarsträubende Resolutionen durchsetzen  –  sie spürten keine kontrollierende Öffentlichkeit, die sie in die Mangel nimmt.

Dagegen hat sich bei „Estrela“ eine wahre europäische Öffentlichkeit organisiert, die rasch durch E-Mails, Postkarten oder auch Straßendemonstrationen reagieren konnte. Das gibt Hoffnung – und führte zum Erfolg.

Gekürzte Fassung eines Gersdorff-Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (www.jungefreiheit.de)

Fotos: SOS Leben, Initiative Familienschutz


Die dem HERRN vertrauen, erhalten neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jesaja 40,25-31:

Mit wem wollt ihr mich vergleichen? Wem sollte ich ähnlich sein?, spricht der Heilige. Hebt eure Augen in die Höhe, und seht: Wer hat die (Sterne) dort oben erschaffen? domi

ER ist es, der ihr Heer täglich zählt und heraufführt, der sie alle beim Namen ruft. Vor dem Allgewaltigen und Mächtigen wagt keiner zu fehlen.

Jakob, warum sagst du  –  Israel, warum sprichst du: Mein Weg ist dem HERRN verborgen, meinem Gott entgeht mein Recht?

Weißt du es nicht, hörst du es nicht? Der HERR ist ein ewiger Gott, der die weite Erde erschuf. ER wird nicht müde und matt, unergründlich ist seine Einsicht. ER gibt dem Müden Kraft, dem Kraftlosen verleiht ER große Stärke.

Die Jungen werden müde und matt, junge Männer stolpern und stürzen. Jene aber, die dem HERRNvertrauen, erhalten neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.