Der erste Christbaum Bayerns wurde bereits 1590 in Schwarzach aufgestellt

Ursprung und Geschichte des Christbaums

Überall leuchten sie nun bald wieder, die Christbäume. Geschmückt mit Lichterketten, bunten Christbaumkugeln, Lametta und Strohsternen stehen sie in Kirchen und Wohnungen, erhellen Plätze und Dörfer.  Christbaum

Wo und wann der Christbaum seinen Ursprung hatte, kann heute nicht mehr eindeutig geklärt werden. Vermutlich hat er sich im Lauf der Zeit aus den Bräuchen der unterschiedlichsten Kulturen entwickelt. Immergrüne Pflanzen galten als Quell der Lebenskraft, sie sollten Gesundheit in das Haus bringen.

Schon die Römer schmückten ihre Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen und in den nördlichen Regionen wurden im Winter Tannenzweige ins Haus gehängt, um damit die bösen Geister abzuwehren.

Die eigentliche Geschichte unseres Christbaums beginnt im 16. Jahrhundert. Zwar soll die Freiburger Bäckerschaft schon im Jahr 1419 einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt haben, den die Kinder dann an Neujahr plündern durften, doch diese Aussage lässt sich urkundlich nicht belegen.

Erst 1539 gibt es einen urkundlichen Beleg über einen Weihnachtsbaum im Straßburger Münster. Und erste Aufzeichnungen über den Christbaum als einen allgemein üblichen Brauch findet man im Elsass im Jahr 1605.

Außergewöhnliche Entdeckung im Archiv

Bisher ist man auch davon ausgegangen, dass der Christbaum erst viel später nach Bayern gekommen ist. Doch dann hat der Oberpfälzer Heimatforscher Josef Fendl eine Entdeckung gemacht, nach der die Geschichte des Christbaums in Bayern umgeschrieben werden muss.

Denn im bischöflichen Zentralarchiv in Regensburg fand er bei der Arbeit an einer Chronik von Schwarzach in Niederbayern unter einem Stapel von Kirchenakten ein Papier aus dem Jahr 1590.

Bei dem Papier handelt sich um eine „Überschreibung“ des Pfarrers an den Bischof von Regensburg. Beim „Überschreiben“ eines Pfarrers wenden sich Gemeindemitglieder an den Bischof, um sich über ihren Seelsorger zu beklagen. So auch die Schwarzacher Schäfchen. Mehrere Punkte waren in dem Papier aufgeführt, denn der eifrige Seelsorger namens Wolfgang Schopper war bisweilen in seiner Wortwahl nicht zimperlich.

Doch das wichtigste ist unter Punkt 6 zu lesen:

Im selbigen Jahr  –   also im Jahr 1590  –  habe der Pfarrer „am heiligen Weihnachtstag zu der Vesper vom hochwürdigen Sakrament“ an ein Tannenbäumel Äpfel gesteckt: Das kann nur eine Art Christbaum gewesen sein, davon ist auch der Heimatforscher überzeugt.

Nun ist nicht anzunehmen, dass früher die Aufstellung eines Christbaums in der Kirche zur Weihnachtzeit für wichtig genug angesehen wurde, um das Geschehen in den Chroniken zu erwähnen. So ist es nur dem Schwarzacher Pfarrer Wolfgang Schopper und dem Heimatforscher Josef Fendl zu verdanken, dass der kleine Ort Schwarzach die erste urkundliche Erwähnung eines Christbaumes in Bayern vorweisen kann.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg



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