Führe mich in deiner Treue, denn du bist der Gott meines Heils

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 25 (24),4-5.8-9.10.14:

Zeige mir, HERR, deine Wege,
  verkünde mir deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich;
denn du bist der Gott meines Heiles.
Auf dich hoffe ich allezeit.

Gut und gerecht ist der HERR,
darum weist ER die Irrenden auf den rechten Weg.
Die Demütigen leitet ER nach seinem Recht,
die Gebeugten lehrt ER seinen Weg.

Alle Pfade des HERRN sind Huld und Treue
denen, die seinen Bund und seine Gebote bewahren.
Das sind Vertraute des HERRN, die ihn fürchten;
  ER weiht sie ein in seinen Bund.


Pressemitteilung der Polizei Hamburg zu den Krawallen am Samstag (21.12.)

Für den 21.12.2013 waren mehrere Versammlungen in Hamburg angemeldet worden. Der Anmelder einer Versammlung in der Hamburger Innenstadt erhielt von der Versammlungsbehörde die Auflage, seine Veranstaltung in Hamburg-Sternschanze, Schulterblatt, durchzuführen.

Gegen diese Auflage legte der Anmelder Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG) ein. Die Auflage der Versammlungsbehörde wurde vom OVG bestätigt und der Anmelder sagte seine Versammlung ab. f7e56f3557

In der Hamburger Innenstadt, Steindamm, war für 12 Uhr unter dem Tenor „KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und Migrantinnen – Hamburg“ eine stationäre Versammlung angemeldet worden. Bis zu 900 Teilnehmer versammelten sich friedlich bis gegen 15 Uhr.

Die Demonstration unter dem Tenor „Kampagne Flora bleibt Unverträglich“ sollte ab 14 Uhr in der Straße Schulterblatt beginnen. Dem Anmelder wurde die Auflage erteilt, den angemeldeten Marschweg zu ändern.

Die ursprünglich geplante Route u.a. durch die Simon-von-Utrecht-Straße, Talstraße und Reeperbahm wurde aufgrund der Angriffe auf die Davidwache in der vergangenen Nacht untersagt.

4700 gewaltbereite Personen

Ab 13:30 Uhr versammelten sich bis zu 7300 Personen am Antreteplatz in der Straße Schulterblatt. Darunter befanden sich bis zu 4700 gewaltbereite Personen, die sich in einem Block an der Spitze des Aufzuges formierten.

Gegen 14:09 Uhr liefen zahlreiche Personen an der Spitze des Aufzuges unvermittelt und ohne Absprache los in Richtung Sternbrücke. Aus der Personengruppe wurden Steine und Flaschen sowie entzündete Pyrotechnik gezielt auf Polizeibeamte geworfen. Daraufhin wurde der Aufzug aufgestoppt.

Die eingesetzten Polizeibeamten wurden weiter massiv mit Steinen beworfen, sodass Wasserwerfer eingesetzt wurden. Vermummte Personen bewarfen Polizeibeamte von der Sternbrücke herab mit Steinen, sodass der Schienenverkehr eingestellt werden musste.

Gegen 15:40 Uhr erklärte der Einsatzleiter der Polizei Hamburg die Versammlung aufgrund der andauernden Gewalttätigkeiten aus dem Demonstrationszug heraus für aufgelöst. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, sich zu entfernen.

Vandalismus im Schanzenviertel

Im weiteren Verlauf kam es zu zahlreichen Sachbeschädigungen an Geschäften und Einrichtungen im Bereich des Schanzenviertels. Die Filiale eines Drogeriemarktes im Schulterblatt wurde mit Steinen beworfen. Die Steine durchschlugen die Fensterscheiben und gefährdete Kunden sowie Angestellte des Geschäftes.

Gegen 16:10 Uhr versuchte der Anwalt der ursprünglich angemeldeten Versammlung einen Aufzug unter dem Tenor „Zustände im Schanzenviertel und Esso-Häuser“ anzumelden. Dieser Aufzug sollte sich aus den Teilnehmern der zuvor aufgelösten Versammlung zusammensetzen. Die erneute Anmeldung wurde vom Einsatzleiter der Polizei nicht bestätigt.

Die seitens der Polizei angebotene Durchführung einer stationären Versammlung wurde vom Anmelder nicht akzeptiert.

Linksextreme Störer in der Reeperbahn

Anschließend zogen die Randalierer in Richtung St. Pauli, zur Reeperbahn und in die Nebenstraßen. In der Reeperbahn wurde Baustellenmaterial auf die Fahrbahn gezogen, so dass die Straße für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden musste.

Die Störergruppen entzündeten Fahrzeuge, warfen Schaufensterscheiben ein und beschädigten Einsatzfahrzeuge der Polizei. Die Versuche der Störergruppen, in die Hamburger Innenstadt zu gelangen, konnte von den Polizeikräften weitestgehend verhindert werden. Nur vereinzelt gelangten Kleingruppen in das Gefahrengebiet und erhielten Platzverweise.

Die Randalierer zogen in Gruppen durch St. Pauli und begingen zahlreiche Sachbeschädigungen sowie Brandlegungen an Müllcontainern. Gegen 19:20 Uhr wurde eine Fahrzeug der Verkehrsdirektion mit Steinen beworfen.

Die Polizeibeamten, die dort zur Verkehrslenkung eingesetzt waren, blieben unverletzt. Etwa 300 Personen wurden in der Kastanienallee vorübergehend in Gewahrsam genommen. Danach beruhigte sich die Lage in Hmb.-St. Pauli.

Randale in Hamburg-Eimsbüttel

Gegen 21 Uhr wurden in Hmb.-Eimsbüttel, Eppendorfer Weg/Neumünstersche Straße, Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Steinen beworfen. Eine Gruppe von bis zu 1000 Personen aus dem Störerpotenzial hielt sich im Bereich Hoheluftchaussee auf.

Um 21.13 Uhr warfen unbekannte Täter Fensterscheiben im Bezirksamt Eimsbüttel ein. Die Glasscheiben der gegenüberliegende Filiale einer Supermarktkette wurden ebenfalls zerstört. Gegen 22.15 Uhr entfernten sich die Störer aus dem Gebiet.

Insgesamt 117 verletzte Polizisten

117 Polizeibeamte wurden bei dem Einsatz verletzt. 16 Beamtinnen und Beamte mussten im Krankenhaus behandelt werden und eine Polizistin wurde stationär aufgenommen. Ob es Verletzte auf Seiten der Störer gab, wurde Feuerwehr und Polizei nicht gemeldet.

Nach jetzigen Stand wurden 19 Personen vorläufig festgenommen. Gegen sie wird wegen Verdacht des Landfriedensbruchs ermittelt.

Dazu Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch:

„Ich habe die Geschehnisse vor Ort beobachtet. Betroffen bin ich über die offensichtliche Bereitschaft der Störer, die Gefährdung für die Gesundheit und das Leben von Unbeteiligten und Polizisten in Kauf zu nehmen.

Ich wünsche allen Beamtinnen und Beamten, die bei diesem schweren Einsatz verletzt worden sind, alles Gute und schnelle Genesung.“

An dem Einsatz waren 3168 Beamte beteiligt, davon 1770 aus Bayern, Schleswig-Holstein, Hessen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Schleswig-Holstein und der Bundespolizei.

Die Hamburger Feuerwehr fuhr im Zusammenhang mit diesem Anlass 116 Einsätze und war mit 67 Beamten vor Ort.

Rückfragen bitte an:
Polizei Hamburg, Polizeipressestelle, PÖA 1
Ulrike Sweden, Telefon: 040/4286-56210
Fax: 040/4286-56219
E-Mail: polizeipressestelle@polizei.hamburg.de
www.polizei.hamburg.de

Unions-Fraktionschef Volker Kauder besuchte koptisches Kloster in Höxter

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder hat am gestrigen Sonntag am Fest zum 20-jährigen Bestehen des koptisch-orthodoxen Klosters der Heiligen Jungfrau Maria und des Heiligen Mauritius in Höxter teilgenommen.

Dort traf er erneut mit dem koptischen Papst Tawadros II. (siehe Foto) zusammen, der im Rahmen seines Deutschlandbesuchs die Taufkapelle des Klosters weihte. banner-copticpope-copy2

Für Februar kündigte der Fraktionschef eine Reise nach Ägypten an, um sich vor Ort über die Lage der Christen zu informieren. Zur Situation der Kopten in Ägypten und der verfolgten Christen weltweit erklärte Volker Kauder:

„An Weihnachten denken wir besonders an die Christen weltweit, die wegen ihres Glaubens verfolgt oder bedrängt werden. In vielen Ländern ist ihre Situation bedrohlich – beispielsweise in Nordkorea, wo schon das Bekenntnis zum Christentum und der Besitz einer Bibel Grund für eine Verhaftung sein kann.

Auch in Irak und Nigeria, wo sie dem Terror islamistischer Extremisten ausgesetzt sind, leben Christen in ständiger Gefahr.

Anlass zu großer Sorge gibt auch die Lage in Syrien. Der syrische Bürgerkrieg nimmt allmählich den Charakter eines religiösen Konfliktes an, in dem sich verschiedene Fraktionen muslimischer Parteien bekämpfen und die Christen zwischen allen Stühlen sitzen.

Wir dürfen deshalb nicht nachlassen, uns für Religionsfreiheit einzusetzen. Wir müssen unsere Stimme erheben, um den bedrängten Glaubensschwestern und –brüdern zu helfen.

Beim Umgang mit der Frage bedrohter Christen ist es wichtig, die Dinge beim Namen zu nennen. Schon indem wir öffentlich auf ihre Situation aufmerksam machen, können wir Zeichen setzen. Und wenn wir bei Regierungsvertretern der betreffenden Länder immer wieder nachhaken, können wir Erleichterungen für die Christen erreichen.

Speziell in Ägypten gibt es Hoffnung, dass sich mit der neuen Verfassung, die Mitte Januar in einem Referendum beschlossen werden soll, die Situation für die koptischen Christen verbessert. Der Entwurf definiert zwar  –  wie auch die vorausgegangenen Verfassungen  –  den Islam als offizielle Staatsreligion, er enthält aber ein Bekenntnis zu den meisten Grund- und Menschenrechten.

Daher sollte man davon ausgehen können, dass auch die Rechte der christlichen Minderheit nun stärker zur Geltung kommen. Was am Ende zählt, ist die Verfassungswirklichkeit, nämlich dass Christen in Frieden mit ihren Mitmenschen dort leben und sich zu ihrem Glauben bekennen können.

Im Anschluss an das Verfassungsreferendum sind in Ägypten Neuwahlen des Parlaments und des Präsidenten vorgesehen. Wir sind weiterhin bereit, Ägypten zur Seite zu stehen, wenn dort demokratische Regeln, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit gewahrt werden. Wir verlangen nicht viel, aber für uns ist wichtig, dass die neue Regierung die Christen schützt.“

Hintergrund:
Für Volker Kauder und Tawadros II. war es bereits die zweite Begegnung. Drei Monate nach seiner Wahl zum weltweiten Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche am 4. November 2012 hatte Tawadros II. Volker Kauder als ersten deutschen Politiker in Kairo empfangen.

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende ist im Verlauf der vergangenen Jahre – insbesondere in Zusammenhang mit dem arabischen Frühling – bereits dreimal nach Ägypten gereist, um sich ein Bild von der Lage der koptischen Christen im Land zu machen. Er sprach dabei jeweils mit Vertretern von Regierung und Opposition sowie von Kopten und Muslimen. In Höxter kündigte Kauder eine weitere Reise nach Ägypten im Februar an.

Von den 80 Millionen Einwohnern Ägyptens sind knapp zehn Prozent Christen, die meisten gehören der koptisch-orthodoxen Kirche an. Sie leiden unter Diskriminierung und immer wieder auch unter Angriffen von Seiten islamistischer Extremisten.

In Deutschland leben schätzungsweise 6000 Kopten. Das Kloster in Höxter in Ostwestfalen ist die Zentrale der koptischen Gemeinschaft in Deutschland, deren Oberhaupt Bischof Anba Damian dort residiert.


„Was wird wohl aus diesem Kinde werden?“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Lk 1,57-66:

Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der HERR ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr.   polskaweb

Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen.

Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.

Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.

Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken  –  und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.

Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kinde werden?  –  Denn es war deutlich, daß die Hand des HERRN mit ihm war.


Israel: Weihnachtsgrüße von Präsident Peres

Präsident Shimon Peres besuchte am gestrigen Sonntag anläßlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes die Franziskanerkirche in Ramla, wo ihn Kinder mit englischen, arabischen und hebräischen Weihnachtsliedern und Schokolade begrüßten.

Präsident Peres mit Kindern vor der Franziskanerkirche in Ramla (Foto: GPO/M.Neiman)

An der Veranstaltung nahmen neben dem Bürgermeister von Ramla, Yoel Lavi, auch Vertreter verschiedener christlicher Kirchen teil. Präsident Peres bedankte sich für den herzlichen Empfang. Er sagte:

„Es ist etwas Besonderes, dass wir alle gemeinsam Weihnachten feiern können  –  wir beten alle zum selben Gott und wir beten alle für dieselbe Sache  –  dass Gott uns und unseren Kindern Frieden schenke, frei von Hass und Feindseligkeit. Ich bin gekommen, um meine Grüße im Namen des Staates Israel zu übermitteln, in dem Juden, Christen und Muslime zusammen leben.“

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin


Neue NRW-Studie belegt: Gewalttaten gegen Polizeibeamte nehmen zu

Oftmals werden die Betroffenen alleingelassen

Die Mehrheit aller Polizistinnen und Polizisten in NRW (54,3 Prozent), die regelmäßig Kontakt zu Bürgern haben, ist 2011 mindestens einmal angegriffen worden. Sie wurden geschlagen, gestoßen, getreten, bespuckt und mit gefährlichen Gegenständen attackiert. 

Einschließlich der Beleidigungen, denen viele Polizisten während ihres Dienstes immer wieder ausgesetzt sind, liegt die Zahl der angegriffenen Polizisten sogar bei 80 Prozent.

Das geht aus der von Innenminister Ralf Jäger (SPD) veröffentlichten Studie über Gewalt gegen Polizeibeamte hervor, an der sich mehr als 18.000 Polizisten aus ganz NRW beteiligt haben.

Zahl der Angriffe höher als angenommen

Die Studie zeigt nicht nur, dass die Zahl der Angriffe deutlich höher ist, als das bislang vom Innenministerium unterstellt wurde; sie belegt auch, dass sich viele Polizisten nach einem Angriff von der Behördenleitung und der Justiz alleine gelassen fühlen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert, dass die Ergebnisse der Studie ernst genommen werden. „Ein „weiter so“, frei nach dem Motto, wir haben die Probleme erkannt und sind auf einem guten Weg, sie zu lösen, reicht nicht“ sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Arnold Plickert:

Konsequente Ahnung von Gewalttaten

„Wenn wir die zunehmende Gewalt gegen Polizisten eindämmen wollen, brauchen wir eine konsequente Ahndung von Gewalttaten gegen die Polizeibeamten.“

Dazu gehört auch eine andere Behördenkultur bei der Polize: „Einsätze mit Gewalt gegen Polizisten dürfen nicht schweigend zur Kenntnis genommen werden, sondern müssen offen analysiert werden.“

Vier von zehn Polizisten, die angegriffen worden sind, verzichten trotz eindeutiger Rechtslage auf einen Strafantrag. Fast 80 Prozent von ihnen halten eine strafrechtliche Verfolgung der Angreifer entweder für aussichtslos oder sie befürchten im Falle einer Anzeige sogar dienstliche Nachteile.

Auch beim Training, mit dem die Polizisten auf den Umgang mit gewalttätigen Angreifern vorbereitet werden, sieht die GdP Handlungsbedarf.

„Der Zugang zu den Trainingsmaßnahmen richtet sich zu oft danach, ob der einzelne Beamte gerade abkömmlich ist, statt nach dem tatsächlichen Bedarf“, kritisierte Plickert: „Viele Polizisten erhalten nicht die Vorbereitung auf schwierige Konfliktsituationen, die sie eigentlich benötigen.“

Die GdP sieht deshalb NRW-Innenminister Jäger (SPD) gefordert. „Dass Jäger die Ergebnisse der Studie ausgerechnet im abseits gelegenen Holte-Stukenbrock vorgestellt hat statt vor der Landespressekonferenz, ist kein guter Start zur notwendigen Diskussion über die Umsetzung der Handlungsempfehlungen der Studie“, erklärte Plickert.

Download: Kurzanalyse der NRW-Studie Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte

Download: Abschlussbericht NRW‐Studie – Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte – Die subjektive Sichtweise zur Betreuung und Fürsorge, Aus‐ und Fortbildung, Einsatznachbereitung, Belastung und Ausstattung

Quelle für Text und Plakat-Foto: Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bundesverband: https://www.gdp.de/


BIBEL-Report: Der hl. Evangelist Lukas war kein Märchenerzähler

Wie historisch ist die Figur des Evangelisten Lukas und wie viel Wahrheitsgehalt enthalten dessen Berichte?  –  Diesen Fragen geht der Journalist Lucas Wiegelmann in der „WELT am Sonntag“ vom 22. Dezember nach.

Sein Fazit: Beides ist wohl historischer als lange Zeit angenommen. Wie Wiegelmann schreibt, gehört der Evangelist Lukas „zu den einflussreichsten Schriftstellern aller Zeiten“ und gilt als bester Erzähler des Neuen Testaments. Boppard-Severus-DSC_0372 - Kopie

Ohne ihn müssten ganze kirchliche Hochfeste ausfallen: „Von Weihnachten bliebe nicht viel mehr übrig als die Weisen aus dem Morgenland, von denen das Matthäusevangelium berichtet. Das Pfingstwunder und Christi Himmelfahrt sind nur von Lukas überliefert, dazu zentrale Ostertexte wie die Geschichte der Emmausjünger.“

Die beiden Bücher des Lukas  –  das Evangelium und die ebenfalls von ihm verfasste Apostelgeschichte  –  machten zusammen rund ein Viertel des Neuen Testaments aus. Trotzdem habe es gerade in der deutschen Forschung lange Zeit einen Trend gegeben, den man auch als „Hau den Lukas“ kannte, schreibt Wiegelmann:

„Angesagt war, wer Lukas als fantasiebegabten Märchenonkel vorführte und auch noch das letzte Komma der alten Texte in Zweifel zu ziehen verstand.“

Aber einige Wissenschaftler sähen derzeit neue Chancen, dem historischen Lukas auf die Spur zu kommen. Einer von ihnen ist der Neutestamentler Peter Pilhofer aus Erlangen, der sich seit 35 Jahren mit Lukas beschäftigt.

Dass der Evangelist in den Kapiteln 16 und 17 der Apostelgeschichte so detailverliebt schreibt, ist für Pilhofer ein Indiz dafür, dass Lukas diese Gegend kannte: „Wir sehen einen Lokalpatrioten am Werk.“

Für Prof. Pilhofer stammte Lukas aus Philippi und gehörte dort zur christlichen Gemeinde. Dass Lukas Griechisch schrieb, ist für den Forscher ein Indiz dafür, dass der Evangelist nicht zur römischen Oberschicht gehörte, da er sonst wohl auf Latein geschrieben hätte.

Auch der Neutestamentler und Lukas-Experte Reinhard von Bendemann aus Bochum sieht in den Berichten viel mehr Historisches, als bislang an den meisten Universitäten bzw. Theologischen Fakultäten gelehrt wurde: „Die Vorstellung, dass Lukas weitgehend fiktionale Literatur geschaffen hat, ist heute nicht mehr zu halten.“ 

Quelle: http://www.idea.de

Foto: Dr. Bernd F. Pelz