Informative Glosse zu Statistiken über Land und Leute hierzulande

Von Thomas Böhm

Im Frühsommer, wenn in Brasilien der Ball rund läuft, wird es garantiert wieder heißen: „Deutschland vergeigt gegen Angstgegner Italien“.  –  Deutschland? Wirklich ganz Deutschland? Oder doch eher nur elf Ballermänner, ein paar Hinterbänkler und ein verzweifelter Trainer?   img_0392

Aber nicht böse sein, schließlich repräsentiert „unser Team“ auf diesem Nebenkriegsschauplatz das halbe Land  –  und da es sogar vorkommen kann, dass die eine oder andere stramme Wade die Nationalhymne aus zusammengebissenen Zähnen hervorzuquetschen versucht, kann man in diesem Fall getrost von „Deutschland“ sprechen, auch wenn es sich in Wirklichkeit nur um ein paar wenige Aktive handelt, die ihre Knochen hinhalten. 

Ärgerlich wird es nur, wenn wieder mal Schuldscheine ausgestellt oder Forderungskataloge gedruckt werden, wenn es heißt „Deutschland muss…“, „Deutschland hat…“, oder „Deutschland sollte…“.

Denn dieses Land ist weit mehr als ein mit undefinierbarer Masse gefüllter Jutesack, auf den es sich von oben und außen trefflich einprügeln lässt. In Deutschland tummeln sich über 81 Millionen wilde Kreaturen, die auf der Suche nach dem Sinn oder Unsinn des Lebens so verschieden sind, wie Schneeflocken, die vom Himmel fallen.

Es handelt sich also nicht um einen Einheitsbrei, der in eine Richtung fließt. Wer also ständig von „ganz Deutschland“ spricht und damit versucht, alle Deutschen in die Pflicht zu nehmen, macht sich die Sache zu einfach.

Wahrlich, es lohnt sich, dieses Land mal in seine Einzelteile zu zerlegen. Hier mein Versuch (die Zahlen sind diversen offiziellen Statistiken und Zeitungsberichten entnommen, einige davon sind geschätzt, veraltet, geschönt, auf- oder abgerundet und alle natürlich ohne Gewähr):

Wir haben einen Bundespräsidenten und 2,11 Millionen Tatverdächtige, dazu noch einen ehemaligen Bundespräsidenten, der irgendwo dazwischen steckt.P1000853

Unsere eine und einzigartige Bundeskanzlerin ist immer adrett gekleidet, aber mehr als 702.000 Deutsche haben Probleme mit ihrem Nervenkostüm und mussten bereits operiert werden.

Zehn Minister und sechs Ministerinnen stecken in der GroKo ihre Dickköpfe zusammen, 375.800 Deutsche und Deutschinnen haben sich derweil schon scheiden lassen.

631 Abgeordnete schwingen im Bundestag große und kleine Reden,  21.116 Menschen singen im deutschen Chorverband schöne Lieder, 468.434 Pädagogen arbeiten lieber in deutschen Kindergärten und viele der 9.648 Millionen Hundebesitzer ärgern sich zu Recht über den Maulkorberlass in einigen Bundesländern.

In der Partei „Die Linke“ wedeln 63.784 Mitglieder mit ihren roten Fahnen herum, derweil wurden allein in Schleswig Holstein 16.092 bio-deutsche Wildschweine erlegt und 116.517 Menschen mussten  –  ebenfalls mit einer Fahne   – wegen Vollrausches stationär behandelt werden.

Über 3,7 Millionen Christen lauschen andächtig jeden Sonntag den Predigten katholischer Priester und es wären sicherlich noch einige mehr, wenn nicht wieder über 100.000 Föten abgetrieben worden wären.

1600 deutsche Muslime stehen in der Bundeswehr Gewehr bei Fuß, wenn es hart auf hart kommt und das christliche Abendland verteidigt werden muss.be2004_38_551

380.000 Obdachlose und 127.023 Asylbewerber geben sich auf der Suche nach einem lauschigen Plätzchen die Türklinke in die Hand. Über zwei Millionen Kleingärtner haben vorsichtshalber ihre Lauben abgeschlossen.

2,9 Millionen Arbeitslose heißen 118.759 Bulgaren und 205.026 Rumänen herzlich willkommen und werden dabei von 1,01 Millionen Millionären hoffentlich tatkräftig unterstützt.

1,3 Millionen Menschen in Deutschland hängen an der Flasche, 150.000 an der Nadel, mehrere Millionen Mobilfunkkunden in der Warteschleife der Anbieter und 4,4 Millionen Hartz IV-Empfänger an den Lippen der Jobcenter-Mitarbeiter oder zu Hause herum.

852.328 Menschen sind gestorben, 20,6 Millionen Rentner warten lieber noch ein Weilchen und 662.685 Neugeborene müssen die Zeit bis zu ihrem bitteren Ende mit Arbeit überbrücken, wenn sie nicht zu den 200.000 Schülern gehören, die permanent den Unterricht schwänzen.

42.550 Islamisten, 22.150 Rechtsradikale und 31.800 Linksradikale bilden den Rand unserer Gesellschaft. Die knapp drei Millionen Waffenbesitzer haben sich noch nicht entschieden.

Über sechs Millionen Schwule stöckeln über den Asphalt, 65.563 Ringer reiben ihre Körper lieber in deutschen Sportvereinen aneinander.

18,8 Millionen Deutsche haben voll die Panne, sie sind immer noch Mitglied im ADAC.

Habe ich jemanden vergessen? Sicherlich. Fühlt sich irgendjemand noch nicht angesprochen, wenn die Rede von „ganz Deutschland“ ist? Bitte melden!

Ein kleiner Tipp noch zum Schluss für unseren Bundestrainer, damit er beim nächsten Treffen mit dem Angstgegner nicht wieder in Schwulitäten kommt: Statt ein heterogenes, besser ein homogenes Team aufstellen, dann klappt’s auch mit den Italienern.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem medienkritischen Portal Journalistenwatch.

1. Foto: Israelische Botschaft 


Die Rentendiskussion ist weiter von einer Unterbewertung der Erziehungsarbeit geprägt

Pressemeldung des Verbands Familienarbeit:

Wer sind die Gewinner und Verlierer der schwarz-roten Rentenpolitik? – So wurde in den „Tagesthemen“ der ARD am 29.1.2014 gefragt. Als Gewinner wurden die Rentner und als Verlierer die Jungen ausgemacht. Das mag zwar richtig sein, lenkt aber vom Kern des Problems ab.

Der stellv. Vorsitzende des Verbands Familienarbeit, Dr. Johannes Resch, erklärt dazu: 1511

„Der Konstruktionsfehler unseres Rentenrechts liegt darin, dass die Renten der Erwerbstätigen allein von ihren Sozialabgaben abgeleitet werden, obwohl diese nur das Alter der vorangegangenen Generation finanzieren.

Die eigenen Renten einer Generation werden dagegen allein von deren Kindern bezahlt und deshalb ausschließlich durch Kindererziehung erarbeitet, die aber zu keinem angemessenen Rentenanspruch führt.

Eltern, die diese Leistung erbringen, erhalten sogar meist weniger Rente als die, die keine Kinderkosten hatten und sich nur in geringem Umfang über ihre Steuern daran beteiligt haben. Der neue geringe Zuschlag für ältere Mütter wird in den Medien als Belastung der Jungen hingestellt. Die weit höhere Belastung der Jungen durch die meist hohen Ansprüche kinderloser Rentner/innen werden dagegen verschwiegen.

Benachteiligt sind immer die, die Kinder hatten oder haben. Hier liegt auch der wichtigste Grund für die zunehmende Familienarmut. Die Überforderung der Jungen ist erst eine Folge davon, dass kinderlose Bürger/innen zwar von der Sorge für Kinder freigestellt werden aber die erwachsen gewordenen Kindern sie im Alter trotzdem versorgen müssen.

Der ideologische Hintergrund für unser fehlkonstruiertes Sozialsystem liegt in einem tiefverwurzelten patriarchalischen Denken in Form einer Überbewertung der früher meist von Männern geleisteten Erwerbsarbeit und Unterbewertung der von Frauen geleisteten Erziehungsarbeit.

Da immer mehr Frauen kinderlos bleiben und die Väter die Last der Mütter mittragen müssen, ist aus der Frauen- längst eine Elterndiskriminierung geworden.

Eine Korrektur der schon seit der Rentenreform 1957 bestehenden Schieflage ist nur dadurch erreichbar, dass die Erziehungsarbeit der Erwerbsarbeit auch finanziell gleichgestellt wird, da diese Leistung heute – im Gegensatz zu früher – nicht nur der sozialen Sicherheit der Eltern dient, sondern der Gesamtgesellschaft.“

Dr. Johannes Resch, stellv. Vorsitzender
www.familienarbeit-heute.de
www.johannes-resch.de



Die Erscheinungs-„Madonna“ von Medjugorje und die Auferstehung unseres Leibes

Von Christian Schenk

Seit dem 24. Juni 1981 soll die Muttergottes Sehern in Medjugorje, einer Ortschaft in der Herzegowina, erscheinen  –  und bis heute hat sie der Welt durch diese Seher angeblich unzählige Botschaften, die stets veröffentlicht werden, übermittelt.

Doch woran erkennen wir, ob es wirklich die Muttergottes ist, die dort erscheint?

„Es tarnt sich ja selbst der Satan als ein Engel des Lichtes“ (2 Kor 11,14), schreibt der Apostel Paulus. Und in der Geheimen Offenbarung lesen wir: „Es sind Dämonengeister, die Wunderzeichen tun“ (Offb 16,14). 1_0_744292

„Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist“, ermahnt uns daher eindringlich der Apostel Johannes, „sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgezogen“ (1 Joh 4,1).

Ein entscheidendes Kriterium für die Beantwortung der Frage, ob es die Muttergottes ist, die in Medjugorje erscheint, bildet die Untersuchung, ob die Botschaften dieser Erscheinung mit den Lehren und Geboten Gottes im Einklang stehen. 

Einst sprach Moses im Namen Gottes zum Volk des Alten Bundes:

„Alles, was ich euch heute befehle, sollt ihr genau befolgen, nichts hinzutun und nichts davon wegnehmen! Steht etwa in deiner Mitte ein Prophet oder ein Traumseher auf und bietet dir ein Wahrzeichen oder ein Wunder an, und es geschieht tatsächlich das Zeichen oder Wunder, aufgrund dessen er dich aufforderte: Lasst uns anderen Göttern nachlaufen, die ihr nicht kennt, und sie verehren, dann darfst du auf die Worte jenes Propheten oder Träumers nicht hören. 

Denn der HERR, euer Gott, stellt euch nur auf die Probe, um zu erfahren, ob ihr den HERRN, euren Gott, aus eurem ganzen Herzen und aus eurer ganzen Seele liebt. Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen, Ihn fürchten, Seine Gebote beobachten, auf Seine Stimme hören, Ihm dienen und Ihm in Treue anhangen!“ (Deut 13,1-5).

„Hütet euch vor den falschen Propheten“

Der göttliche Heiland, Unser HERR Jesus Christus, warnte uns ebenso:

„Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben, oder von Disteln Feigen? Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen. header_buch

Nicht jeder, der zu Mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen Meines Vaters im Himmel erfüllt. Viele werden an jenem Tag zu Mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in Deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit Deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit Deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde Ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von Mir, ihr Übertreter des Gesetzes!“ (Mt 7,15-23).

Der Himmel widerspricht sich nicht. Zum einen würde die Muttergottes niemals etwas verkünden, was der Offenbarung Gottes entgegensteht und zum anderen besitzt das, was Gott einmal geoffenbart hat, ewige Gültigkeit.

„Meine Worte werden nicht vergehen“

Der Apostel Jakobus schreibt über Gott, dass bei Ihm „kein Wechsel ist oder ein Schatten von Veränderung“ (Jak 1,17). Unser HERR selbst spricht: „Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen“ (Mk 13,31).

Wenn wir also auf Gott hören wollen, wenn wir nicht „geschaukelt und umhergeworfen“ werden wollen, „von jedem Wind der Lehre im Trugspiel der Menschen, das voll Hinterlist ausgeht auf Täuschung und Verführung“ (Eph 4,14), wenn wir nicht „der Meereswelle“ gleichen wollen, „die vom Winde bewegt und umhergetrieben wird“ (Jak 1,6), dann können wir Erscheinungen, die der göttlichen Offenbarung widersprechen, keinen Glauben schenken.

Wenn wir mit dem Apostel Paulus bekennen: „In der Wahrheit wollen wir stehen“!, dann müssen wir „in Liebe alles hinwachsen lassen auf […] Christus“ (Eph 4,15), Der „die Wahrheit“ ist (Joh 14,6) und von Dem geschrieben steht, dass Er „gestern und heute derselbe“ ist „und in Ewigkeit“, weshalb wir uns „nicht verführen“ lassen dürfen „durch buntschillernde und fremdartige Lehren; denn gut ist es, das Herz mit Gnade zu stärken, nicht mit Speisen, die denen nichts nützten, die sich danach richteten“ (Hebr 13,8f.).

Da die göttliche Offenbarung, wie sie uns in der Heiligen Schrift und in der Apostolischen Überlieferung vorliegt, leicht missverstanden werden kann  –  man betrachte nur die Uneinigkeit in der Schriftauslegung bei den Protestanten!  –  braucht es eine unfehlbare Instanz, die die göttliche Offenbarung stets im richtigen Sinn auslegt.

Diese Aufgabe hat der göttliche Heiland der Kirche übergeben, die Er auf Petrus gebaut (vgl. Mt 16,18) und dem Er alle Seine Lämmer und Schafe übergeben hat, damit er sie weide (vgl. Joh 21,15-17).

„Ich bin bei euch alle Tage“

Den Aposteln, den ersten Bischöfen, versprach der HERR: „Seht, Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20). Fünfzig Tage nach der Auferstehung Christi wurde den Aposteln der Heilige Geist gesandt (vgl. Apg 2,1-4).

Der Apostel Paulus bezeichnet „die Kirche des lebendigen Gottes“ darum als „Säule und Grundfeste der Wahrheit“ (1 Tim 3,15).

Es kann also kein Zweifel daran bestehen, dass die Kirche in ihrer Lehrtätigkeit immerdar unfehlbar ist und dass der, der die Kirche ablehnt, Christus selbst ablehnt. Unser HERR erklärte, dass uns jene, die die Kirche nicht hören wollen, wie Heiden und öffentliche Sünder gelten sollen (vgl. Mt 18,17).

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„Warum verfolgst du Mich?“

Wie sehr sich der göttliche Heiland mit der Kirche identifiziert, sehen wir daran, dass Er den Saulus, dem Er erschien, als dieser sich gerade auf dem Weg nach Damaskus befand, um dort die Kirche zu bekämpfen, fragte: „Saul, Saul, warum verfolgst du Mich? […] Ich bin Jesus, Den du verfolgst“ (Apg 9,4f.).

Christus sandte die Apostel  –  und damit die Kirche  –  mit den Worten: „Wie Mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch“ (Joh 20,21).

Hat Er nicht selbst gesagt, dass jene, die die von Ihm Gesandten hören, Ihn selbst hören und jene, die sie missachten, Ihn selbst missachten (vgl. Lk 10,16) ? Der Apostel Johannes schreibt: „Wir aber“  –  damit meint er die Kirche  –  „sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums“ (1 Joh 4,6).

Wäre es wirklich die Muttergottes, die in Medjugorje erscheint, so würde sie also nichts lehren, was dem entgegensteht, was uns die Kirche kraft göttlicher Vollmacht zu glauben befiehlt. Die Erscheinung von Medjugorje aber widerspricht der kirchlichen Lehre.

Dogmatisch falsche Botschaft aus Medjugorje

Es genügt dazu, die Botschaft vom 24. Juli 1982 zu betrachten, um nachzuweisen, dass es keineswegs die Muttergottes sein kann, die hier erscheint. Die Erscheinung sprach nämlich an jenem Tag:

„Nach dem Tod zerfällt der Leib, der von der Erde genommen wurde. Er wird nie wieder leben. Der Mensch erhält einen verklärten Leib.“ [1]

Es stimmt, dass der Leib nach dem Tod in der Erde zerfällt und die Guten einen verklärten Leib erhalten werden, aber die Ansicht, dass der irdische Leib „nie wieder leben“ wird, widerspricht direkt dem Dogma, wonach der Mensch mit demselben Leib auferstehen wird, den er auf Erden getragen hat. Es handelt sich bei diesen Worten also zweifellos um eine Häresie. 0018

Die Erscheinung leugnet  –  wie schon der Häretiker Origenes  –  „die materielle Identität des Auferstehungsleibes mit dem irdischen Leib“ [2].

Unser HERR dagegen lehrt:

„Es kommt die Stunde, in der alle, welche in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden. Es werden hervorgehen, die Gutes getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben zur Auferstehung des Gerichtes“ (Joh 5,28f.).

Derselbe Leib wird auferstehen

Ludwig Ott verweist in seinem „Grundriss der katholischen Dogmatik“ auf die Heilige Schrift, die „die Identität“ des Auferstehungsleibes mit dem irdischen Leib schon mit den Worten „Auferweckung“ und „Auferstehung“ bezeugt, „denn eine solche [Auferweckung/Auferstehung] ist nur dann gegeben, wenn derselbe Leib, der stirbt und zerfällt, wieder auflebt [3].

In der Heiligen Schrift lesen wir beim Apostel Paulus: „Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben; ebenso wenig wird die Verweslichkeit die Unverweslichkeit erben“ (1 Kor 15,50).

Das heißt nichts anderes, als dass Fleisch und Blut nicht aus eigenem Vermögen den Himmel erben, dass nur jene „Kinder Gottes“ werden können, „die nicht aus dem Blute und nicht aus dem Wollen des Fleisches und nicht aus dem Wollen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind“ (Joh 1,12f.).

Denn Paulus schreibt kurz darauf über die Vorgänge am Ende der Zeit, wenn der HERR zum Allgemeinen Gericht wiederkommen wird: […] erschallen wird die Posaune, und die Toten werden als Unverwesliche auferweckt, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Verwesliche [d.h. der irdische Leib] muss anziehen Unverweslichkeit, und dieses Sterbliche [d.h. der irdische Leib] muss anziehen Unsterblichkeit“ (1 Kor 15,52f.).

Ebenso lesen wir in der Heiligen Schrift in einem anderen Brief desselben Apostels:

Dr. Bernd F. Pelz

„Wir erwarten den Erlöser, Unsern Herrn Jesus Christus, Welcher unsern armseligen Leib umgestalten und ihn Seinem verklärten Leib ähnlich machen wird“ (Phil 3,20f.).

Unser irdischer Leib wird verklärt

Aus diesen Worten wird ebenfalls deutlich, dass es der irdische Leib ist, der verklärt wird.

Auch die heiligen Väter, die uns die Apostolische Überlieferung übermittelt haben, sind sich einig: „Die Väter in der Zeit vor Origenes lehren übereinstimmend, dass ‚dieses Fleisch aufersteht und gerichtet wird‘ und dass ‚wir in diesem Fleisch unseren Lohn empfangen werden‘ (Ps.-Klemens, 2 Kor 9,1-5).

Justin bezeugt: ‚Wir erwarten, dass wir unsere toten und in die Erde hineingelegten Leiber wiedererlangen werden, indem wir behaupten, dass bei Gott nichts unmöglich ist‘ (Apol. I 18). […]

Gegen Origenes verteidigen [die Identität des irdischen mit dem auferstandenen Leib] Methodius von Olympus, Gregor von Nyssa, Epiphanius (Hær. 64) und Hieronymus (Adv. Ioannem Hierosolymitanum).“[4]

„Sie werden mit ihren eigenen Leibern auferstehen“

Das kirchliche Lehramt äußerte sich beim IV. Laterankonzil im Jahre 1215 über die Toten: „Sie werden alle mit ihren eigenen Leibern auferstehen, die sie jetzt tragen.“ [5]

Bei Ludwig Ott wird diese Lehre darum als Dogma aufgeführt: „Die Toten werden mit (numerisch) demselben Leib auferstehen, den sie auf Erden getragen haben. De fide.“ [6]

Damit wäre kurz und knapp, aber völlig hinreichend, nachgewiesen, dass die Erscheinung in Medjugorje nicht die Muttergottes sein kann, denn es ist absolut undenkbar, dass die Muttergottes eine Häresie verkünden würde.

Wir müssen in unseren Tagen sehr wachsam sein, denn heute treffen die Worte Christi:

„Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist Er! Hier ist Er!, so geht nicht hin und lauft nicht hinterher!“ (Lk 17,22f.).

Der Heiland warnt uns: „Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter Meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach!“ (Lk 21,8).

Zu uns spricht der Apostel Paulus:

„Niemand soll euch verachten, […] der mit Visionen prahlt und sich ohne Grund nach weltlicher Art wichtig macht, sich dabei aber nicht an das Haupt [Christus] hält, von Dem aus der ganze Leib [die Kirche] durch Gelenke und Bänder versorgt und zusammengehalten wird und durch Gottes Wirken wächst“ (Kol 2,18f.).

Anmerkungen:
[1] Medjugorje – Wo der Himmel die Erde berührt. Offizielle Webseite für den deutschsprachigen Raum; http://www.medjugorje.de/botschaften/betrachtung/botschaft-vom-24071982.html?tx_medjumessage_pi1%5Bcontroller%5D=Message&cHash=68b818bb92faeb265ac91e74571fb19c [Zugriff am: 9.1.2014].
[2] Ott, Ludwig, Grundriss der katholischen Dogmatik, Freiburg i. B. 1954, 2. Auflage, Fünftes Hauptstück, Zweites Kapitel, § 7,2a [S. 561].
[3] Ott, a.a.O.
[4] Ott, a.a.O.
[5] Zitiert nach: Ott, a.a.O.
[6] Ott, a.a.O., § 7,2 [S. 561].

Michael Wolffsohn über Theo Sommer: „Wieder ein unmoralischer Moralist“

Steuersache Hoeneß und Sommer: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Prof. Dr. Michael Wolffsohn, prominenter Historiker und Buchautor aus München, befaßte sich am 27. Januar 2014 in einem Artikel auf FOCUS-online mit der Steuerhinterziehung von Theo Sommer, dem ehem. Herausgeber der linksliberalen Wochenzeitung „Die Zeit“.

Foto: http://www.wolffsohn.de/

Keine Frage, beide Personen des öffentlichen Lebens haben Steuern hinterzogen, der Bayern-Präsident ebenso wie der Publizist Sommer, „Edelfeder und Moralprediger“, wie Wolffsohn ihn leicht ironisch benennt.

Zunächst erwähnt der deutschjüdische Geschichtswissenschaftler den Unterschied zwischen dem wochenlang in Medien und Politik breitgetretenen „Fall Hoeneß“ und der weitaus weniger diskutierten Causa Sommer:

„Was unterscheidet sie? Uli Hoeneß hat sich selbst angezeigt, Sommer nicht. Er hat Einnahmen von rund 650.000 Euro nicht versteuert, wie das Finanzamt feststellte. Nun wurde Theo Sommer verurteilt. Einer unserer Top-Moralisten ist also vorbestraft.“

BILD: Prof. Dr. Michael Wolffsohn (Foto: http://www.wolffsohn.de)

Der Autor stellt sodann zutreffend fest: „Keiner regt sich wirklich auf. Ganz anders bei Uli Hoeneß. Über den regte sich die Republik wochenlang auf.“

Zudem weist der Historiker darauf hin, daß Hoeneß  –  anders als Theo Sommer  –  „ungeheuer hohe Beträge für wohltätige Zwecke gespendet und auch von sich aus viel kreativ Gutes für Benachteiligte auf den Weg gebracht“ habe.

„Das Muster ist beklemmend“

Prof. Wolffsohn bezieht grundsätzlich Stellung zu den vielgerühmten Moralisten und vermeintlichen „Edelfedern“ hierzulande:

„Ich habe zunehmend Probleme mit vielen Moralisten unserer Republik. Natürlich kann man nicht alle gleichsetzen. Aber das Muster ist beklemmend. Nehmen wir die Moralisten der Vergangenheitsbewältigung. Was, wie und wie oft haben Günter Grass und viele andere Moral-Superstars „den Deutschen“ vorgeworfen, sich nicht mit ihrer NS-Vergangenheit auseinandergesetzt zu haben. Ja, und dann? Dann der Schock. Nach Jahrzehnten der Beschimpfungen anderer…“

Kein Wunder also, wenn der Blick aufs einfache Volk im Vergleich zu dieser Pseudo-Elite geradezu wohltuend wirkt, wie der Münchner Historiker schildert: 

„Je mehr Fälle ich kenne, desto mehr bewundere ich den „Kleinen Mann“ und die „Kleine Frau“. Ohne viel Tamtam,  leise und fleißig, vollbringen sie ihre Arbeit… Ihre Moral predigen sie in den eigenen vier Wänden oder an Stammtischen. Wahrscheinlich sind sie nicht besser (und auch nicht schlechter) als Millionen andere. Sie haben ihre Stärken und Schwächen, es sind „Menschen wie du und ich“. Sie blasen sich nicht als Helden, gar zu Vorbildern der Nation auf.“

Theo Sommer verharmloste die „DDR“-Diktatur

Der Journalist Michael Leh aus Berlin hat sich sodann auf FOCUS-online unter dem Wolffsohn-Artikel mit dem folgenden informativen Leserkommentar zu Wort gemeldet:imagesCAQES0N8

„Wolffsohn hat völlig recht. Besonders genannt werden muss aber noch, dass Theo Sommer auf üble Weise in der ZEIT die DDR selbst noch kurz vor ihrem Zusammenbruch schöngeschrieben und den Kommunismus verharmlost hat.

Ich zitiere aus Sommers Texten aus dem Jahr 1986 über die DDR nur z.B.: „Das Verhältnis zwischen Volk und Obrigkeit ist enstpannter als je zuvor. Die Bürger sehen, dass es vorangeht.“

Und über Honecker: „Die Bürger des anderen Staates bringen ihm fast so etwas wie stille Verehrung entgegen.“ 

Ich habe Sommer schon damals wegen dieser grässlichen Desinformation und Fehlurteile verabscheut und verachtet. Nach der „Wende“ konnte er munter an führender Stelle weiterschreiben. Die Steuerhinterziehung ist für mich nur das Tüpfelchen auf dem i. –  Politisch waren seine Texte schlimmer.“

 

Der Bußpsalm von König David

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche

Psalm 51 (50),3-4.5-6b.6c-7.10-11

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!

Denn ich erkenne meine bösen Taten,
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt,
ich habe getan, was dir mißfällt.

So behältst du recht mit deinem Urteil,
rein stehst du da als Richter.
Denn ich bin in Schuld geboren;
in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.

Sättige mich mit Entzücken und Freude!
Jubeln sollen die Glieder, die du zerschlagen hast.
Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden,
tilge all meine Frevel!


EU-Parlament: Der Lunacek-Bericht ist ein massiver Angriff auf die Meinungsfreiheit

Mathias von Gersdorff

Am 4. Februar 2014 wird das Europa-Parlament ohne Debatte über den sog. Lunacek-Bericht abstimmen. Allein das ist schon ein Skandal, denn von diesem skandalösen Antrag sollen Sie nichts erfahren: „Lunacek“ verlangt die Einführung europaweiter massiver Privilegien für Homosexuelle, Transsexuelle, Bisexuelle usw.

M. von Gersdorff

M. von Gersdorff

Zum Beispiel soll es eine ganz neue rechtliche Kategorie „Hass-Verbrechen“ geben, in den Schulen soll Homo-Unterricht eingeführt werden,  Journalisten sollen Schulungen besuchen, damit sie mehr „Verständnis und Empfindsamkeit“ für die Belange von Homosexuellen entwickeln usw.

Was hier angestrebt wird ist völlig klar: Niemand in Europa darf es zukünftig noch wagen, absurde politische Forderungen der Homo-Lobby zu kritisieren. „Lunacek“ ist nichts anderes als ein massiver Angriff auf die Meinungs- und Religionsfreiheit.

Ein Klima allgegenwärtiger Furcht, eine „Stasi im Kopf“ soll erschaffen werden.

Mögliche Zustimmung der Christdemokraten verhindern

Schon heute werden Kirchenvertreter in einigen EU-Ländern Nordeuropas verhaftet, wenn sie über entsprechende Bibelstellen predigen. Deshalb ist es verhängnisvoll, dass die EVP (Europäische Volkspartei), die Fraktion der Christdemokraten im EU-Parlament hinsichtlich Lunacek geteilter Meinung ist.

Fordern wir daher von den C-Politikern im EU-Parlament die geschlossene Ablehnung des Lunacek-Antrags.

Mein Vorschlag: Senden Sie dem EVP-Fraktionsvorsitzenden Joseph Daul und seinem Vertreter Manfred Weber (CSU) einen kritischen Text über den Lunacek-Bericht, der einen Angriff auf die Meinungs- und Religionsfreiheit in Europa darstellt und dazu führt, daß eine bestimmte Personengruppe bevorzugt bzw. privilegiert wird.

Bitten Sie darum, daß die EVP den skandalösen Lunacek-Bericht geschlossen ablehnt.
 
Hier die E-Mails der Fraktionsvorsitzenden:
Joseph Daul, Vorsitzender der EVP: 
joseph.daul@europarl.europa.eu
Manfred Weber, stv. Vors. EVP:
manfred.weber@europarl.europa.eu


Berlin: ISRAELTAG in der Technischen Universität am 6. Februar 2014

Mit Infos über ein Studium im Hl. Land

Am kommenden Donnerstag, den 6. Februar 2014, findet an der Technischen Universität Berlin ein prallgefüllter Israel-Tag mit vielen Veranstaltungen statt.

BILD: Tel Aviv bei Nacht   

Die Tagung verdankt sich einer Kooperation der TU Berlin mit der Botschaft des Staates Israel. Nicht nur Studenten sind herzlich eingeladen, sich über Israel zu informieren und mit dem Gesandten der Botschaft, Emmanuel Nahshon, zu diskutieren.

Besucher können von israelischen Universitätspräsidenten alles über Studium und Wissenschaft in Israel erfahren.

Den Abschluß bilden die Vorführung des Films Ajami, ein Tanzkurs in israelischen modernen Volkstänzen und eine der berühmten Meschugge-Partys.

Alle Infos zum Israeltag und das Tagesprogramm finden Sie unter: http://www.tu-berlin.de/israeltag

Quelle: Botschaft des Staates Israel – Foto: Tourismusbüro


Aktuelle Infos und Links zum „Bildungsplan 2015“ und der Protest-Petition

Dieser Bericht schildert verschiedene öffentliche Äußerungen aus der CDU zum umstrittenen „Bildungsplan 2015“ der grün-roten Landesregierung: www.kath.net/news/44624

Am Mittwoch, den 22. Januar, wurde über diese Themen im baden-württembergischen Landtag debattiert.

Interessant und im wesentlichen erfreulich ist die Rede des dortigen CDU-Fraktionschefs Peter Hauk (9 Minuten). Die Ansprache der grünen Abgeordneten Brigitte Lösch (11 Minuten) ist in anderer Hinsicht aufschlußreich.

Beide Video-Clips sehen Sie hier: http://fraktion.cdu-bw.de/meldung/artikel/spaltet-ein-ideologisierter-bildungsplan-unser-land.html

Die Stuttgarter Zeitung berichtete über die gesamte Landtagsdebatte: www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bildungsplan-in-baden-wuerttemberg-stuttgarter-landtag-streitet-ueber-homosexualitaet-als-unterrichtsthema.63191c28-b1e5-4819-a10b-e604bf245ab8.html

Die Protest-Petition wurde von über 192.000 Menschen unterschrieben und heute dem Petitionsausschuß im Landtag übergeben. Aktuelle Infos: www.bildungsplan2015.de


Gehört die Sehnsucht nach Unsterblichkeit fest zur menschlichen Natur?

US-amerikanische Forscher haben die Vorstellungen von Kindern über die Zeit vor ihrer Geburt bzw. Empfängnis untersucht und dabei festgestellt, daß die weit verbreitete Vorstellung einer unsterblichen Seele unabhängig von religiös-kultureller Prägung ein fest verankerter Teil der menschlichen Identität ist, der schon im Kindesalter entsteht.  DSC07339

Zudem zeigen die Wissenschaftler auf, daß die meisten Menschen nicht praktische Fähigkeiten und das logische Denkvermögen als das wahrnehmen, was jenseits des Körpers existiert und diesen überdauert, sondern vielmehr unsere Sehnsüchte, Hoffnungen, Wünsche und tiefen Empfindungen.

„Der somit geradezu angeborene Glaube an die Unsterblichkeit könnte damit auch die Wurzel religiöser Glaubensvorstellungen sein“, schreibt die Webseite „Grenzwissenschaft“ zu dieser Studie.

Die evangelische Nachrichtenagentur IDEA berichtet hierzu:

Die Kinderpsychologinnen Prof. Deborah Kelemen und Natalie Emmons gingen der Frage nach, warum Menschen aller Kulturen und Religionen glauben, dass zwar nicht ihr Körper, aber ihre Seele oder ihr inneres Wesen unsterblich ist.

Bisher gingen Forscher davon aus, dass diese Überzeugungen durch kulturelle oder religiöse Prägungen entstehen. Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei bislang auf allgemeine Vorstellungen von einem Weiterleben nach dem Tod.

Kelemen und Emmons wählten einen anderen Ansatz: Sie fragten Kleinkinder aus unterschiedlichen Kulturen nach ihrem Vorleben, also der Zeit vor ihrer Geburt und Zeugung. Sie stellten dabei fest, daß der Glaube an die Unsterblichkeit schon im frühen Kindesalter besteht, und zwar unabhängig von der religiös-kulturellen Prägung.  

Emmons vermutet, dass es sich bei diesem Phänomen um ein Nebenprodukt der hochentwickelten sozialen Wahrnehmung des Menschen handle: „Wir neigen dazu, Menschen als Summe ihres mentalen Zustandes, ihrer Wünsche und Gefühle zu sehen.“ 

Wahrscheinlich beeinflusse diese Fähigkeit das ganze Denken. So würden viele Menschen vermuten, daß sich hinter dem Universum ein „großer Plan“ verbirgt. Sie glauben, daß ihre unsterbliche Seele den Körper überlebt. 

Quellen: http://www.idea.de und http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/ 

Gemälde: Evita Gründler


Der kirchliche Exorzismus eignet sich nicht zum öffentlichen Ausplaudern

Von Felizitas Küble

Auf der traditionsorientierten Internetseite „Katholisches.info“ wurde am 13. Januar 2013 ein ausführlicher Artikel von Guiseppe Nardi über einen prominenten Exorzisten veröffentlicht, über den es einleitend heißt, er stehe „an vorderster Front im Kampf gegen den Teufel“.  BILD0167

Der Bericht steht unter dem bezeichnenden Titel: „Der Kampf eines Exorzisten heute – Was der Teufel alles preisgeben muß.“

Es geht dabei um Pater Francesco Bamonte, Exorzist in der Diözese Rom und Vorsitzender einer italienischen „Vereinigung der Exorzisten“, der mehrere Bücher zu diesen Themenfeldern veröffentlichte.

In dem erwähnten Artikel wird mehrfach ausführlich über dämonische Aussagen und Verhaltensweisen während einer Teufelsaustreibung berichtet.

Daß der Widersacher sich z.B. gegen das Sakrament der Ehe, gegen Keuschheit und ein harmonisches Familienleben sowie für Abtreibung oder Kindesmißbrauch ausspricht und zudem am liebsten selber angebetet werden möchte, erstaunt wohl denkbar wenig.

Verwunderlich ist vielmehr, daß der 53-jährige Geistliche den Teufel mehrfach zitiert und seine eigenen „Erfahrungen“ während eines Exorzismus in Einzelheiten schildert.

Christus befiehlt das Schweigenchristus

Tatsache ist nämlich, daß Christus den Dämonen einst streng befohlen hat, zu schweigen  –   und dies auch dann, wenn sie rein formal durchaus „Richtiges“ über ihn und seine Sendung gesagt bzw. sein Wirken sogar „gewürdigt“ haben. 

Selbstverständlich leugnet Satan und sein Anhang nicht die Existenz Gottes, doch die Finsternismächte lehnen IHN ab bzw. lehnen sich sogar gegen IHN auf.

Mehrere Berichte im Neuen Testament bezeugen, daß Christus den Dämonen stets den strengen Befehl erteilte: „Schweig!“  (z.B. in Mk 1,21 ff) –  Unser HERR läßt sich auf kein einziges Gespräch mit Finsternismächten ein, auch nicht auf einen kurzen Wortwechsel, geschweige fragt er etwa die Dämonen aus wie ein Orakel.

„Auch die Teufel glauben – und zittern!“

Die Heilige Schrift stellt ohnehin klar, daß ein „Kopfglaube“ nicht automatisch schon echte Frömmigkeit beinhaltet. Der hl. Apostel Jakobus erinnert in genau diesem Zusammenhang daran: „Auch die Teufel glauben  –  und zittern“ (Jak 2,19).

Der unreine Geist gibt sich mitunter durchaus “gläubig”, denn er erklärte ausdrücklich vor Christi Angesicht: “Ich weiß, wer Du bist: Du bist der Heilige Gottes”.   pic_526a50cce0863

Warum auch sollten Dämonen die Existenz des Schöpfers leugnen, zumal sie (als Engel) einst in der Herrlichkeit Gottes lebten, bevor sie sich gegen den Ewigen empörten.

Das Beispiel der unreinen Geister belegt eindringlich, daß ein bloßer “Kopfglaube” für das ewige Heil nicht genügt, denn einen solchen gibt es ja auch in der Hölle.

Christus beginnt mit unreinen Geistern grundsätzlich keine Diskussionen. ER läßt sich auch nicht durch “fromme” Worte des Teufels dazu verleiten, sondern gebietet ihm energisch: “Schweig!”    

In diesem Sinne untersagt die katholische Kirche beim Exorzismus jedes überflüssige “Gespräch”, jedes systematische “Ausfragen” von Dämonen. Mit dem Teufel soll nicht debattiert werden, zumal ihn dies als “Gesprächspartner” aufwerten und ihm gleichsam ein Forum für seine listigen Täuschungsmanöver verleihen würde.

„Frommes“ aus der diabolischen Trick-Kiste

Zudem wird Satan in der Hl. Schrift als “Vater der Lüge” bezeichnet, vor dessen Tricks und Finessen ohnehin jeder nüchterne und wachsame Exorzist auf der Hut sein sollte.

Im Artikel auf „Katholisches.info“ heißt es sodann weiter über (angebliche oder tatsächliche) teuflische Äußerungen während eines Exorzismus:

„Viele Male“, so der Exorzist, „habe ich den Dämon in perfekter Übereinstimmung mit der kirchlichen Lehre sagen hören, daß das Böse eine freie Willensentscheidung eines Menschen ist. Ebenso mußte er zugeben, daß er gegen den menschlichen Willen, wenn dieser durch die Gnade gestützt sich ihm widersetzt, nichts ausrichten kann.“

Was soll daran bemerkenswert sein?  –  Bereits bei der bekannten Versuchung Christi in der Wüste hat Satan sich in perfekter Übereinstimmung mit dem Alten Testament biblischer Aussagen bedient bzw. und diese  –  rein formal betrachtet  –  korrekt zitiert.

Umso merkwürdiger mutet daher der Schlußabschnitt in dem erwähnten Artikel an: 0013

„Bei einem Exorzismus mußte der Dämon zugeben, „offensichtlich von Gott gezwungen“ und sagen: „Wenn ihr Menschen auf den Knien vor Ihm leben und Ihn anbeten und Ihm Lobpreis singen würdet, wie es die Engel tun, dann hätten wir nicht die ganze Macht, die ihr uns über euch gebt“.

Erst war ausdrücklich von menschlicher Willensfreiheit die Rede, jetzt soll angeblich Gott selbst den Dämon „gezwungen“ haben, eine fromm erscheinende Aussage zu tätigen.

Dabei ist diese angebliche Äußerung nur scheinbar theologisch in Ordnung, was dem Verfasser offenbar nicht auffiel:

1. Für den Menschen ist es in seiner begrenzten irdischen Existenzweise von vornherein unmöglich, dem Allmächtigen einen „Lobpreis zu singen, wie es die Engel tun“. Dies wird auch nicht von ihm erwartet, da wir hienieden „im Glauben leben, nicht im Schauen“, wie Paulus betont.

Es handelt sich also um eine verstiegene, letztlich absurde Bemerkung (und so gesehen paßt sie wiederum zum „Kellergeist“).

2. Sodann ist es mit Anbetung und Lobpreis alleine durchaus nicht getan, weshalb Christus schon vor zweitausend Jahren verdeutlichte: „Nicht jeder, der HERR, HERR sagt, wird ins Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt“ (Mt 7,21).

Hier wird also eine  –  an den Protestantismus und seine Rechtfertigungslehre  –  angelehnte, verkürzte Mentalität („Der Glaube allein macht selig“) präsentiert, die dem biblischen Gesamtzeugnis nicht gerecht wird, geschweige mit der katholischen Lehre übereinstimmt, wonach für das ewige Heil auch die Einhaltung der göttlichen Gebote nötig ist.

Abgesehen davon erhebt sich die ernste Frage, wie sich denn jene geschilderten Einzelheiten über exorzistische Vorgänge mit dem Seelsorgsgeheimnis vereinbaren lassen.

Natürlich werden keine Namen von Betroffenen bzw. angeblich oder tatsächlich „Besessenen“ genannt. Dennoch erscheint diese Vorgehensweise unangebracht und völlig unsensibel.

Man stelle sich beispielsweise vor, katholische Priester würden zwar anonym, aber ausführlich aus dem Inhalt und Ablauf von Beichtgesprächen berichten –  dies würde zu Recht als unseriös und unangemessen empfunden.

Doch der Unterschied zwischen einem derart ungehörigen Vorgang einerseits und dem öffentlichen Ausplaudern aus der Exorzismus-Seelsorge andererseits ist lediglich gradueller Natur. Beides ist abzulehnen.

1. Foto: Gemälde von Evita Gründler