Die Berufung des Propheten Samuel: „Rede, HERR, dein Diener hört!“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Sam 3,1-10.19-20:

Der junge Samuel versah den Dienst des HERRN unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig. 

Pfr. Jürgen Diestelmann

Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden, und er konnte nicht mehr sehen. Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen, und Samuel schlief im Tempel des HERRN, wo die Bundeslade Gottes stand.

Da rief der HERR den Samuel, und Samuel antwortete: Hier bin ich.  –  Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen!  – Da ging er und legte sich wieder schlafen.

Der HERR rief noch einmal: Samuel!  –  Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. –  Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!

Samuel kannte den HERRN noch nicht, und das Wort des HERRN war ihm noch nicht offenbart worden.

Da rief der HERR den Samuel zum drittenmal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen.  –  Da merkte Eli, daß der HERR den Knaben gerufen hatte.

Eli sprach zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn ER dich wieder ruft, dann antworte: Rede, HERR; denn Diener hört.  –  Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.

Da kam der HERR, trat zu ihm heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel!   –  Und Samuel antwortete: Rede, HERR, dein Diener hört.

Samuel wuchs heran, und der HERR war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt.  Ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, daß Samuel als Prophet des HERRN beglaubigt war.

Foto: Pfr. Jürgen Diestelmann


One Comment on “Die Berufung des Propheten Samuel: „Rede, HERR, dein Diener hört!“”

  1. heureka47 sagt:

    „In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig. „:

    Diese Formulierung könnte den unkundigen Leser glauben lassen, GOTT wäre damals wenig an seinen Kindern interessiert gewesen, aber eher wird umgekehrt „ein Schuh“ daraus: Die unter dem Einfluß der Kollektiven Neurose und pathologischen Unreife / Unweisheit stehende zivilisierte Gesellschaft und wachsende Mehrheit der Menschen war es, die für die Worte / Rufe / Zeichen des HERRN nicht „offen“ waren.

    Demselben Phänomen und Problem stehen wir noch immer gegenüber – nur wahrscheinlich noch schlimmer ausgeprägt als vor 2000 oder mehr Jahren. Moses hat DIE Krankheit ja schon sehr intensiv und treffend (!) beschrieben.

    Es gibt aber auch heutzutage Menschen, die sich gerufen hören und nicht einordnen können, wer sie ruft. Ich habe diese Erfahrung – in der Pubertät – auch gemacht. Und war natürlich nicht aufgeklärt über solche Phänomene, geschweige denn, wie sie zu deuten / einzuordnen sind, was / wer „dahinter steckt“. Wie gesagt: Entfremdung.

    Ich wußte damals noch nicht einmal, daß es das Phänomen „Stimmenhören“ ÜBERHAUPT gibt oder daß es im Bereich der Psychiatrie / Psychiater als Symptom geistig-psychischer Störung gedeutet wird. Darauf stieß ich erst, als ich 1994 begann, micht in der Selbsthilfe-Bewegung „Psychiatrie-Erfahrener“, also Menschen mit Erfahrung „psychischer Störung / Erkrankung“, zu engagieren.
    Bei mehreren Zusammenkünften habe ich die jeweils Anwesenden gefragt, ob sie vor oder in oder nach der Krise irgeneine Art religiös getönter Erlebnisse / Wahrnehmungen oder ähnliches gehabt hätten. Es haben sich daraufhin immer etwa die Hälfte der wechselnden Anwesenden gemeldet. Es war sogar einmal jemand darunter, der völlig „religionsfrei“ aufgewachsen war und dennoch einräumte, in seiner Krise „Erlöser-Gedanken“ gehabt zu haben.

    Die große Mehrheit der Psychiater – niedergelassene oder in Kliniken – verwerfen derlei Erfahrungen als nur „krank“ und verweigern sich sogar meist dem Gespräch darüber. Vom Wertschätzen, kundigen Deuten(helfen) und Nutzbarmachen solcher Erfahrungen ganz zu schweigen.
    Auf diese Art beteiligt sich „die Psychiatrie“ – nicht nur in Deutschland – am weltweiten GENOZID = Völkermord am „Volk“ der noch spirituell / religiös Wahrnehmungsfähigen und gesund Reagierenden. Die wahrhaft Kranken sind die Psychiater und deren HelferInnen, die in Wahrheit gar nicht wirklich helfen können. Weil sie völlig unfähig dazu sind. Nicht nur fachlich, sondern auch und vor allem menschlich.
    Menschen mit solchen Wahrnehmungen bekommen von Psychiatern ausschließlich unnütze und kontraproduktive „Hilfe“; in Form von Diagnosen, Prognosen, risikobehafteten Medikamenten, verkürzter Lebenserwartung und dem blöden (!) Rat, die betreffenden Wahrnehmungen / Erlebnisse tunlichst zu vergessen / verdrängen.

    Gott hat zweifellos IMMER gesprochen bzw. gerufen – und tut dies noch immer!

    Es ist nur die schwer krankhafte Entfremdung, die – reparable (!) innere Abtrennung (Kollektive Neurose), die uns hindert, zu hören, zu sehen, innerlich wahrzunehmen, im Bewußtsein zu erkennen und ZUTREFFEND zu deuten und zu verstehen und angemessen damit umzugehen und zu handeln.

    Ich selbst bin den Weg der grundlegenden Heilung gegangen. Ich bin dem Ruf(en), den Zeichen, den Visionen usw. gefolgt – und angekommen. Und das kann nach meiner gewonnenen Überzeugung JEDER.
    JEDER trägt das Potenzial dazu ständig bei sich.
    Gott hat jedem seiner Kinder schon von Anfang an ALLES gegeben.
    Jedes Kind Gottes ist völlig frei und unabhängig und kann sich jederzeit – etwa ab der Pubertät – frei entscheiden, von seinem Potenzial Gebrauch zu machen.

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