Nigeria: Wütender muslimischer Mob wollte angeklagte Homosexuelle lynchen

Seit 1999 gilt die islamische Scharia in Nord-Nigeria

Eine aufgebrachte Menschenmenge hat sieben Männer, die wegen ihrer Homosexualität vor einem Scharia-Gericht stehen, in Bauchi, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats im Norden Nigerias, angegriffen.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt berichtet, strömte der Mob in das Gerichtsgebäude, prügelte auf die Männer ein und steinigte sie fast zu Tode.

Die Männer wurden gerettet, als die Polizei und Sicherheitsbeamte in die Luft schossen, um die Angreifer zu vertreiben. Der Prozeß Lessenthin-Martin-IGFM-100wurde vertagt und soll am 10. Februar fortgesetzt werden. Den Angeklagten droht wegen ihrer Homosexualität die Todesstrafe.

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin (siehe Foto) prangerte die nigerianische Regierung an, sie habe wesentlich dazu beigetragen, Nigeria zu einem der gefährlichsten Orte für Homosexuelle zu machen. Der Bundesstaat Bauchi gehört zu den 12 Bundesstaaten im Norden Nigerias, in denen 1999 das Scharia-Rechtssystem eingeführt wurde. 

Das islamische Religionsgesetz namens Scharia sieht für homosexuelle Handlungen zwischen Männern die Todesstrafe vor.

Homosexuelle wurden bereits in der Vergangenheit von der nigerianischen Gesetzgebung benachteiligt. Ein neues Bundesgesetz wurde von Präsident G. Jonathan am 7.1. 2014 unterzeichnet. Dieses „Anti-Homosexuellen-Gesetz“ läuft formell unter dem Namen „Same Sex Marriage Prohibition Act of 2013“ (Gesetz gegen gleichgeschlechtliche Ehe).

Nach diesem Gesetz drohen für homosexuelle Handlungen oder Aktivitäten in Homo-Gruppen etc. Haftstrafen von bis zu 14 Jahren. Die Höchststrafe beschränkt sich allerdings auf schwulen Sex mit Kindern, wobei Mißbrauch bzw. Kinderschändung auch in westlichen Ländern zu Recht bestraft wird.

Kontaktdaten für weitere Infos: IGFM
Borsigallee 9 in 60388 Frankfurt a. Main
Tel.: 069-420108-11, Fax: 069-420108-33
info@igfm.de, www.menschenrechte.de

2 Kommentare on “Nigeria: Wütender muslimischer Mob wollte angeklagte Homosexuelle lynchen”

  1. Christopher sagt:

    Die nigerianische Bischofskonferenz begrüßt das widerliche, neue Gesetz ausdrücklich. Wo bleibt der Aufschrei der Christen?

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    • Guten Tag,
      wo bleibt der Aufschrei von Nicht-Christen, Agnostikern, organisierten Humanisten (und von der westlichen Welt insgesamt) angesichts der Tatsache, daß in Nigeria (vor allem im islamisch beherrschten Norden des Landes) allein in den letzten 3 Jahren ca. 5000 Menschen (die meisten davon Christen) von islamistischen Horden ermordet wurden?! – Auch diese Meldung hat die IGFM heute mitgeteilt. Da fehlt natürlich der weltweite Protest, geht es doch „nur“ um Christen, die in Nord-Nigeria seit Jahren blutig verfolgt werden.
      Die nigerianischen Bischöfe (deren Stellungnahme mir nicht bekannt ist) stehen vermutlich unter starkem politischem Druck; eine solche Erklärung wäre bzw. ist jedenfalls untypisch für die katholische Weltkirche, siehe zB. die indische Bischofskonferenz: sie hat im Dezember 2013 die Strafgesetze gegen Homosexuelle in ihrem Land deutlich kritisiert. Der dortige führende Kirchenmann, Kardinal Oswald Gracias, erklärte, daß die Kirche „homosexuelle Menschen nie als Kriminelle angesehen“ habe.

      Auch die katholische Kirche in Uganda sprach sich Ende Januar gegen das scharfe Anti-Homosex-Gesetz aus. In einem Leitartikel von „Southern Cross“, einer Wochenzeitung der Bischofskonferenzen von Südafrika, Botswana und Swaziland, heißt es, die Kirche Afrikas erhebe ihre Stimme „gegen diskriminierende Gesetzgebung und Gewalt gegen Homosexuelle, von denen viele katholischen Glaubens sind“.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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