Israel/Yad Vashem: Eduard Rügemer als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt

Der Deutsche war ein „Retter in Uniform“

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hat Eduard Rügemer posthum den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ zuerkannt.

Yad Vashem ehrt mit diesem Titel nichtjüdische Menschen, die während des Holocaust unter Gefahr für das eigene Leben versuchten, Juden zu retten. Dies ist die höchste Auszeichnung, die der Staat Israel an Nicht-Juden vergibt.

Der Gesandte der Botschaft des Staates Israel, Emmanuel Nahshon, überreichte am vergangenen Montag in einer Feierstunde im fränkischen Allersberg Eduard Rügemers Sohn Erich stellvertretend die Medaille und Urkunde Yad Vashems. 

BILD: v.l. Arik-Rav-On, Erich Rügemer, Emmanuel Nahshon, Roman Haller (Foto: Robert Kofer, Hilpoltsteiner Kurier)

Von dem Militärhistoriker Wolfram Wette stammt der Begriff „Retter in Uniform“, der Menschen wie Eduard Rügemer treffend bezeichnet.

Rügemer wurde in der zweiten Jahreshälfte 1941 als Major der Wehrmacht im Alter von fast 60 Jahren in die galizische Stadt Tarnopol, heute in der Ukraine, abkommandiert.

In dem Ghetto, das die deutsche Besatzung in der Stadt errichtete, wurden tausende Juden zur Zwangsarbeit verpflichtet, u.a. im sogenannten Heereskraftfahrpark des Majors.

Als das Ghetto geräumt wurde und jene Juden, die nicht zuvor schon ermordet wurden, deportiert werden sollten, versteckte Eduard Rügemer zusammen mit seiner polnischen Haushälterin, Irena Gut, ein dutzend Zwangsarbeiter zunächst im Keller seiner Villa, später in einem behelfsmäßigen Bunker im nahgelegenen Wald.

BILD: Roman Haller und seine Mutter Ida Haller mit Eduard Rügemer in den 50er Jahren in München (Foto: Roman Haller)

Unter den Geretteten befand sich auch das Ehepaar Haller, deren Sohn Roman in dieser Zeit im Wald zur Welt kam. Er ist der wohl letzte Überlebende der damals Geretteten.

Während der Ehrung erinnerte er sich sichtlich bewegt an seinen Retter, der ihm in den Jahren nach dem Krieg zum Großvater wurde.

Francisca Wilner, eine bereits verstorbene Gerettete, sagte in ihrer Zeugenaussage über Rügemer: „Er hat nicht nur unser Leben gerettet. Während dieser ganzen schrecklichen Zeit hat er sich als das einzige menschliche Wesen unter Bestien erwiesen.“

Eduard Rügemers Name wird nun auf der Ehrenwand im Garten der Gerechten unter den Völkern in Yad Vashem in Jerusalem verewigt –  neben den bislang rund 525 weiteren Namen von Deutschen, denen diese Ehrung zuteil wurde.

Für Arik Rav-On, der Yad Vashem am Montag vertrat, ist „jeder von ihnen ein Held“.

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin



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