Forscher-Tagung in Hohenheim: Hexerei in den Medien früher und heute

Wie wurden Hexen und ihre Verfolgung in den Medien der Frühen Neuzeit  –  etwa auf Flugblättern oder in „Hexenzeitungen“  – dargestellt?  –  Wie gehen Film und Fernsehen zum Beispiel in Afrika heute mit dem Thema um?

Mit diesen Fragen befassen sich Wissenschaftler vom 20. bis 22. Februar im Tagungszentrum Hohenheim. Veranstalter ist der Arbeitskreis für Interdisziplinäre Hexenforschung, den der Saarbrücker Kulturhistoriker Prof. Dr. Wolfgang Behringer (siehe Foto) leitet.

Der Professor für Frühe Neuzeit zählt zu den führenden Forschern auf dem Gebiet der Hexenverfolgungen. Die Fachtagung, die Forum für alle im Bereich der Hexenforschung tätigen Wissenschaftler sein soll, bietet insbesondere jungen Forschern Gelegenheit zum Austausch mit Experten.

Aktuelle Forschungen und laufende Dissertationsprojekte werden vorgestellt.

Ort: Tagungszentrum Hohenheim, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Paracelsusstraße 91 in 70599 Stuttgart

Zu den Infos, Tagungsgebühren, Anmeldung und Programm HIER: www.uni-saarland.de/lehrstuhl/frueheneuzeit/akih/tagungsvorankuendigungen.html

Medienvertreter können nach telefonischer Anmeldung (0711-1640-752 – Kerstin Hopfensitz) kostenlos teilnehmen.

Zu den Quellen, die Wissenschaftlern Einblicke in Hintergründe, Ursachen und Zusammenhänge der Hexenverfolgungen eröffnen, zählen neben Prozessprotokollen auch die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Medien. Beispiele aus den Archiven sind Predigten, Ständesatiren, Gerichtsakten, Traktate, Flugschriften oder Hexenzeitungen. Auch aktuelle Medien transportieren Klischees, verbreiten alte und neue Bilder von Hexerei.

„Die Interdisziplinäre Hexenforschung befasst sich noch zu wenig mit solchen Medien, die alte und neue Konstrukte von Magie und Hexerei vermitteln. Sie haben große Bedeutung für das Verständnis sowohl der Verbreitung von Hexerei-Stereotypen in Europa und in den Kolonien als auch der Ausbildung regionaler oder konfessioneller Besonderheiten“, erklärt Professor Wolfgang Behringer, der gemeinsam mit der Trierer Historikerin Dr. Rita Voltmer die Tagung leitet, die sich diesen Themen vom 20. bis 22. Februar widmet.

Darstellung des Hexensabbats auf Flugblättern, englische Hexen-Schmähschriften, Frauen vor der spanischen Inquisition, Magie am Hof der Herzöge von Burgund, aber auch Film und Hexenjagd im heutigen Ghana sind Themen aktueller Forschungen, die Wissenschaftler aus Großbritannien, Österreich und Deutschland im Rahmen der Tagung vorstellen und diskutieren werden.

„Wir wollen vor allem Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, die sich in Master-, Doktorarbeiten oder Habilitationen mit der Hexenforschung beschäftigen, Gelegenheit bieten, ihre Forschungsergebnisse mit Experten zu diskutieren und auszutauschen. Durch solchen Austausch wollen wir neue Kooperationen und neue Perspektiven für die Forschung anregen“, sagt Professor Behringer.

Der Arbeitskreis für Interdisziplinäre Hexenforschung, der weltweit rund 300 Mitglieder hat, ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedenster Fächer, die sich bei ihrer Arbeit mit dem Hexenthema befassen:  http://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/frueheneuzeit/akih.html

Kontakt: Prof. Dr. Wolfgang Behringer
Tel: 0681-302-2319 oder 302-3337;
Email: behringer@mx.uni-saarland.de

Quelle: Pressemeldung der Universität des Saarlandes   –    Foto: Jörg Pütz


3 Kommentare on “Forscher-Tagung in Hohenheim: Hexerei in den Medien früher und heute”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Übrigens war historisch gesehen auch die Geschichte um die Philosophin Hypathia durchaus anders und kein christlicher Mord. Und die meisten Indios in beiden Amerikas starben an von den Europäern eingeschleppten Seuchen als Infektionskrankeiten, gegen die sie keine Immunabwehr besassen. Das ist zwar tragisch und traurig und bedauerlich aber ebn kein geplanter Völkermord gewesen. Außerdem lebten viele Amazonas-Indianer wie auch die Kelten in ständiger Geisterfurcht, sie brachten Menschenopfer, und gelegentlich kam auch durchaus mal Kannibalismus und Kopfjagd vor. Bei den Pikten auch jede Menge Nekromantie und Schadenszauberei, siehe auch die von der Archäologie nachgewiesenen Kannibalen und Nekromanten in Herxheim und Goseck, mit rituellem Kannibalismus und Schadenszauberei und Menschenopfern. Noch die Wikinger auf Island und die Spartaner in Griechenland begingen Säuglingstötung samt Infantizid und Euthanasie. Auch die vor-islamischen heidnisch-polytheistischen Araber-Stämme vor Mohammed, die Mädchen galten dort als weniger wert und wurden häufig nach der Geburt getötet, noch heute betreiben das viele Hindhus in Indien, um nicht die vorgeschriebene und oft ruinöse horrende Mitgift für die Mädchen und Frauen zahlen zu müssen und wegen des repressiven Kasten-Systems usw.
    Bei vielen Nazis hat sich noch heute die biologistische und eugenische Denkweise vieler alter Germanen bis hin zu Sozialdarwinismus und Raub-Recht und Blutrache erhalten – eben wegen diesem ewigen Rache- und Kriegszustand zwischen der germanischen Stämmen und oft sogar den einzelnen Sippen und Clans eines einzigen Stammes nahmen sehr viele germanische Stämme freiwillig das Christentum an, um dem germanischen Fehde-„Recht“ als Raub-Recht des Stärkeren und der traditionellen Blutrache marodierender Clans selbst innerhalb desselben Stammes entgehen zu können. Und erstmal Rechtssicherheit und einen geordneten Handel und eine geordnete Verwaltung und Administration und einen geordneten Staat etablieren zu können.
    Siehe auch Judith Reisman dazu und die Historiker Egon Flaig und Thomas E. Woods und Prof.Margrit Kennedy und Prof. Gustav Ruhland und zu den Wikingern das Buch von Rudolf Pörtner mit „Die Wikinger-Saga“. Siehe auch Michael Hesemann und Prof. Wolfgang Berger.
    Siehe weiterhin den Kirchfahrter Archangelus dazu und den Theologen David Berger usw.

    Conservo WordPress

    http://www.conservo.wordpress.com

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Interessanterweise kamen die Hexenverfolgungen in großem Stil erst NACH dem Mittelalter in der frühen Neuzeit mit den Aufkommen des wucherischen Finanzkapitalismus und der Mißernten und Bauernkriege und Krisenerscheinungen der frühen Neuzeit auf. Einerseits gab es tatsächlich solche Leute die abergläubische Praktiken und Schadenszauberei und schwarze Magie praktizierten und andererseits traf es natürlich auch viele Unschuldige, die eben nur über Kräuterwissen verfügten und/oder Hebammen waren oder spirituelle Heilkräfte und/oder Runenwissen hatten. Denn in der Tat waren die antreibenden Stellen häufig vor allem staatliche Stellen und Instanzen und lokale und regionale Vermögens-Eliten der Oberschicht in ihren ideologisch liberalen wucherischen Freimaurer-Logen und freimaurerischen Kaufmanns-Logen. Diese diffamierten und verleumdeten und denunzierten aus Handels- Neid und Mißgunst und Konkurrenz-Neid und Bereicherungsgier häufig auf vollkommen unschuldige Leute und mißliebige Konkurrenzen und Handels-Konkurrenz und mißliebe Leute und Personen gerade auch aus dem reichen Bürgertum und unter den wohlhabenden Bauern, die man aus dem Weg haben wollte oder deren Besitz man sich aneignen wollte. Und so schob man denen gerne auch mal die selbst begangenen Verbrechen unter. Auch die Kirche wurde damals von den Freimaurer-Logen infiltriert und korrumpiert und profanisiert und verweltlich und unterwandert und kriminell und dekadent gemacht, da mußte dann erst Luthers Reformation kommen. Siehe auch Hermann Benjes Buch „Wer hat Angst vor Silvio Gesell?“ und Prof. Gustav Ruhland und den Soziologen Max Weber zum Aufstieg des neuzeitlichen Großbürgertums usw.

    Geo-Magazin

    http://www.geo.de

    Nachdenkseiten

    http://www.nachdenkseiten.de

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  3. Holger Jahndel sagt:

    Das Problem war auch: Viele Anklagen und Hexenverfolgungen der Inquisition gingen von staatlichen Stellen aus. Von verschiedenen lokalen und regionalen Eliten – ganz speziell in ihren FReimaurer- und freimaurerischen Kaufmanns-Logen. Die haben dann in der Tat häufig auch aus Handels- oder Konkurrenz-Neid oder Mißgunst und um Konkurrenten und mißliebige Personen zu beseitigen oder loszuwerden oder auch um an deren Vermögen zu kommen unschuldige Leute diffamiert – auch Frauen, die einfach nur spirituelle Heilkräfte hatten oder Hebammen waren oder Kräuterwissen hatten. Neid und Mißgunst und Handels- und Konkurrenz-Neid waren schon immer gewaltige negative und bösartige Antriebskräfte und Lügen-Barone und Verleumder…

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