Die Schatzkiste „Gotteslob“ kreativ erschließen

Fortbildungsseminar zum neuen Gesangbuch erfolgreich

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagt der Volksmund. Nach rund zehn Jahren Vorbereitungszeit ist ein neu gestaltetes katholisches Gebet- und Gesangsbuch entstanden, das „Altes und Neues sehr gut vereinbart“, wie Pater Thomas Lemp, Leiter des Pastoral-Theologischen Instituts (PTHI), meint. Foto1

„Die Zeit bleibt natürlich nicht stehen und so singen sich manche Lieder im Laufe der Jahre ab“, sagt der Pallottinerpater über die Notwendigkeit des neuen „Gotteslob“.

Um das Liederbuch kennenzulernen, mit ihm arbeiten zu können und auch das ein oder andere Lied einzuüben, fand kürzlich im PTHI in Friedberg ein Seminar mit rund 30 Teilnehmern statt.

In dieser Fortbildungsveranstaltung wurden u.a. verschiedene Chancen der Gottesdienstgestaltung für die wichtigen Festtage des Kirchenjahres aufgezeigt.

„Insgesamt haben die Texte einen noch stärkeren biblischen Bezug bekommen und sind, wie ich finde, in der Gottesanrede persönlicher geworden“, erläutert P. Lemp. Im Verhältnis zur Vorgängerausgabe von 1975 gibt es nun einen vergleichbar hohen Anteil an „Neuem geistlichen Liedgut“. Ebenso sind viele Gesänge aus Taizé enthalten. Foto2

Das Konzept des „Gotteslobs“ ist sinnvoll aus Sicht des PTHI-Leiters, der selbst auch an dem Seminar teilnahm:

„Das ganze Buch ist ansprechender geworden. In seiner Gestaltung, aber auch inhaltlich. So sind nun auch etliche Meditations- und Besinnungstexte enthalten und der Andachtsteil wurde deutlich verbessert.“

FOTO: Immer wieder werden im Friedberger PTHI pastoraltheologische Veranstaltungen angeboten

Die Andachten  –  von denen einige von Pallottinerpater Alexander Holzbach stammen  –  sind nun modulartig aufgebaut, was einen klaren Vorteil darstellt, da das Gotteslob so einfacher und praktischer als „Gebetsbuch für Zuhause“ genutzt werden kann.

Eine Osterandacht im Kreis der Familie können nun einfach und dennoch individuell gestaltet, gebetet werden. Insgesamt sei das neue Buch sehr praktisch geworden, so der Pallottiner.

Die lange Vorbereitungszeit, die Bischöfe, Berater und Experten aus verschiedenen Bereichen wie Liturgie, Kirchenmusik, Pastoral oder auch Spiritualität benötigt haben, bis das neue Gotteslob schließlich in Druck gehen konnte, hält P. Lemp für durchaus nachvollziehbar.

Rund 100 Fachleute haben an dem neuen Gesangbuch gearbeitet. Die Rechte für einige Lieder mussten zum Teil aus Übersee oder bei den Angehörigen inzwischen verstorbener Komponisten eingeholt werden. Schließlich musste bei jedem einzelnen Stück entschieden werden, ob es weiterhin im Gotteslob bleibt oder ausrangiert wird.

Pater Lemp erklärt: „Manche Lieder wurden ganz gestrichen, bei anderen wurde die Melodie überarbeitet, damit sie leichter zu singen sind. Die Anwendbarkeit zum Beispiel bei dem schönen Tauflied ‚Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen‘ ist aus meiner Sicht besser geworden.“

Während des Seminars, das von Prämonstratenserpater Stefan Kling (Leiter des Amts für Kirchenmusik der Diözese Augsburg) und Pfarrer Ulrich Müller (Liturgiereferent im Bistum Augsburg) geleitet wurde, erläuterten die Referenten auch die Theorie und das Konzept, nach dem die Kommissionen gearbeitet haben.

So erhielten die Teilnehmer ein Gespür dafür, nach welchen Kriterien Stücke aufgenommen, geändert oder ausgelassen wurden. Auch wurden ihnen Möglichkeiten, mit den Zeichnungen  –  die ebenfalls ein Novum des neuen Gotteslobs sind  –  zu arbeiten, vorgestellt.

Quelle: Palottiner-Pressemeldung

„Gotteslob“-Foto: St. Michaelsbund-Verlag

Pallottiner
Vinzenz-Pallotti-Straße 14 in 86316 Friedberg (Bayern)
Kontakt: Eva Djakowski, Referentin für Pressearbeit
Tel.: 0821.600 52-520 / Fax: 0821.600 52-506
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http://www.pallottiner.org


5 Kommentare on “Die Schatzkiste „Gotteslob“ kreativ erschließen”

  1. Anonymous sagt:

    Warum wird da wohl soviel Geld verschwendet?
    F. wünscht sich doch eine „Armutskirche“. Tja!

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  2. Ulrike sagt:

    Die neue Version gibt’s auch in groß ab ca. April und auf die warte ich .

    Wegen den Liedwuenschen könnt ihr doch mit dem Priester sprechen.

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  3. Dorrotee sagt:

    Also meine Erfahrung mit dem Gotteslob ist nicht die bessere als zu dem von 1975. Eben: es werden nun nur noch die neuen geistl. Lieder in den Gemeinden gesungen. Bei uns z.B. wird nun immer häufiger zum Glaubensbekenntnis das Lied „Ich glaube an die Liebe“ gesungen. Hat nichts mit dem Bekenntnis gemeinsam. Aber die Gemeinde soll es kennenlernen. Ganz viel banales Sing-Sang. Das wollten die Macher am liebsten alles in einem Buch vereinen. So nach dem Motto: „Ein Buch für die ganze Familie“
    Es ist schwer, sich wieder zurecht zu finden. Es ist viel zu groß und zu dick. Die alte Version gab es ja als Sondergröße für alte Menschen in groß.
    Es gibt nur zwei Vorteile. Es sind mehr lateinische Texte zu finden und ein paar alte Lieder, die vorher fehlten. Aber dafür solch ein Aufwand??? Ganz schlimm finde ich das angedeutete Kreuz auf der Vorderseite. Schwungvoll (eher prostestantisch) dahingemalt. Für mich sieht ein Kreuz anders aus.
    Nun ja, wir müssen uns damit abfinden!

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  4. quer sagt:

    Zum Inhalt erlaube ich mir kein Urteil, da ich es nicht benutze. Deshalb nicht, weil ich ausschließlich den „alten Ritus“ besuche und ihm folge. Daher ist der „Schott“ mein Begleiter. Was mir aber auffällt, ist die Abwesenheit eines christlichen Symbols auf dem Buchdeckel. Bemerkenswert die vornehme Zurückhaltung, die man leicht als Scham deuten kann. Nun denn.

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    • Anton sagt:

      Ja der alte Ritus ist nicht bei allen sehr beliebt so auch nicht in Rom leider.
      Würde mir wünschen mehr über solche Themen hier zu lesen die uns klar sagen was nun Rom will und was nicht, es ist so widersprüchlich geworden und das schwappt über auf alle anderen.

      http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/02/important-pope-francis-on-feb-14-young.html

      IMPORTANT
      Pope Francis on Feb. 14: „Old Mass? Just a kind of fashion!“

      Yesterday (Friday, Feb. 14), Pope Francis held an audience with the Bishops of the Czech Republic who came to Rome for their ad limina visit.

      In the visit, as it usually happens in such cases, other than the formal address, the Pope heard the questions and comments of the bishops. Archbishop Jan Graubner, of Olomouc, told the Czech section of Vatican Radio what the Pope told him:

      [Abp. Jan Graubner speaks:] When we were discussing those who are fond of the ancient liturgy and wish to return to it, it was evident that the Pope speaks with great affection, attention, and sensitivity for all in order not to hurt anyone. However, he made a quite strong statement when he said that he understands when the old generation returns to what it experienced, but that he cannot understand the younger generation wishing to return to it. „When I search more thoroughly – the Pope said – I find that it is rather a kind of fashion [in Czech: ‚móda‘, Italian ‚moda‘]. And if it is a fashion, therefore it is a matter that does not need that much attention. It is just necessary to show some patience and kindness to people who are addicted to a certain fashion. But I consider greatly important to go deep into things, because if we do not go deep, no liturgical form, this or that one, can save us.“

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