GLOSSE zum politisch korrekten Linksstaat

Von Thomas Böhm

Um unsere fleißigen Journalisten in ihrem täglichen, uneigennützigen Kampf gegen das Böse zu unterstützen, hat der wissenschaftliche Beirat der Duden-Redaktion vor kurzem beschlossen, den Meinungshoheiten „sprichwörtlich“ und „buchstäblich“ unter die Arme zu greifen und dafür eine umfassende Änderung der Deutschen Sprache vorbereitet.

Diese soll dazu dienen, den „Schatten der dunklen deutschen Vergangenheit“ nun auch aus dem Wortschatz auszuradieren. Außerdem würden diese tiefgreifenden Neuformulierungen, so der Beirat, die Rechten endgültig über den Tellerrand der Republik hinwegfegen.

Der Presserat soll seinerseits mit Nachdruck dafür Sorge tragen, dass diese Neuregelung so schnell wie möglich Einzug in den journalistischen Alltag hält.

Außerdem sollen diese „richtungsweisenden“ neuen Regelungen auch in deutschen Schulbüchern Einzug finden. Man könne „nie früh genug anfangen, den jungen Menschen auch sprachlich eine politische Orientierung zu geben“, so ein Mitarbeiter aus dem Bildungsministerium.

Hier ein paar Auszüge aus dem „neuen“ Standardwerk der Deutschen Sprache:

Linksstreit Rechtsstreit
Linksstaat – Rechtsstaat
Linksbewusstsein – Rechtsbewusstsein                   IMG_2281 - Kopie (2)
Linkssystem – Rechtssystem
Linksempfinden – Rechtsempfinden
Linksanwalt – Rechtsanwalt
Linksberatung – Rechtsberatung
 
Linkshilfe – Rechtshilfe
Linkssprechung – Rechtsprechung
Linksabteilung – Rechtsabteilung
Linksakt – Rechtsakt
Linksanspruch – Rechtsanspruch
Linksauffassung – Rechtsauffassung
Linksauskunft – Rechtsauskunft
Linksbelehrung – Rechtsbelehrung
Linksbeugung – Rechtsbeugung
Linksbrecher – Rechtsbrecher
Linksexperte – Rechtsexperte
Linksgelehrte – Rechtsgelehrte
Linksgeschäft – Rechtsgeschäft
Linksgrundlage – Rechtsgrundlage
Linksgültig – rechtsgültig
Linksgutachten – Rechtsgutachten
Linkskräftig – rechtskräftig
Linksmittel – Rechtsmittel
Linksnorm – Rechtsnorm
Linkspflege – Rechtspflege
Linksschutz – Rechtsschutz
Linkssicherheit – Rechtssicherheit
Linksstandpunkt – Rechtsstandpunkt
Linksträger – Rechtsträger
Linksvorschrift – Rechtsvorschrift
Linksweg – Rechtsweg
Linkswirksam – rechtswirksam
LinksbeugungRechtsbeugung

Das Bildungsministerium hat die Schulbehörden des Landes bereits angewiesen, zusätzlich mit gezielten pädagogischen Maßnahmen Rechtshänder in Linkshänder umzuwandeln.

Auch das Verkehrsministerium, das gerade den Auftrag erteilt hat, sämtliche „verdächtigen“ und „sittenwidrigen“ KFZ-Kennzeichen abmontieren zu lassen, begrüßt diese Initiative und lässt prüfen, ob nicht  –  zumindest in Sackgassen  –  auf Linksverkehr umgestellt werden sollte.

So könne man auch im Straßenbild ein politisches Zeichen setzen.

Thomas Böhm ist politischer Journalist und wohnt in Berlin; er betreibt das JOUWATCH-Magazin: http://journalistenwatch.com/


Faktenstarke Publikation über den grünen Pädosex-Skandal und seine Hintergründe

Von Peter Helmes

Die Grünen sind zur Zeit merkwürdig still. Ausgerechnet die selbsternannten Tugendwächter der Republik, die sonst so laut protestieren.

Und erst ihre Empörungsbeauftragten Roth, Göring-Eckardt, Ströbele usw., sonst immer mit der Moralkeule herbeieilend, sitzen sie nun in der Ecke und warten offenbar, bis der Sturm vorüber ist. grc3bcne-kinder-helmes

Nun kriegt die Partei gleich mehrfach Entlastung von den Schlagzeilen, in denen sie bis vor kurzem noch selber steckten. „Pädophilie und Edathy“ – das hat Neuigkeitswert, „Pädophilie und Grüne“ – das war gestern!

Aber lassen wir uns nicht ablenken von der Vorstellung, der ehem. SPD- Bundestagsabgeordnete Edathy sei ein Einzelfall. Solche Skandale gab und gibt es überall in der Gesellschaft – in Parteien, in Kirchen, in Schulen usw.  Jedenfalls wäre es nie und nimmer ein „Fall SPD“, weil die ehrwürdige, 150 Jahre alte Arbeiterpartei niemals unter einen solchen Verdacht geraten könnte.  

Ganz im Gegensatz zu den Grünen: Zum ersten Mal in der Parteiengeschichte lag bei den Grünen keine Einzelfall-Verfehlung vor, sondern Pädosex-Thesen waren Teil des Gesamtprogramms der Partei  –  so zu werten, als würden die Kirchen, die CDU oder die SPD Erwachsenensex mit Kindern fordern und fördern.

Schon 1982 formulierten die Grünen in ihrem damals einstimmig verabschiedeten Wahlprogramm unter dem Stichwort „Kinder“:

 „Wir treten ein für eine freie, selbstbestimmte, ungestörte Entfaltung der kindlichen Sexualität. Jede Form von Schmusen, Kuscheln, Streicheln oder Liebe-Machen hat den positiven Effekt, daß Kinder einen spontanen Umgang mit ihrer Lust lernen, ein unbefangenes Verhältnis zum eigenen Körper und zu dem anderen bekommen.“

Damit das auch jeder kapieren konnte, war diesem programmatischen Satz die Abbildung zweier nackter Kinder beigefügt. Die Hamburger Grünen-Gruppe „Rosa Biber“ setzte noch eins drauf und forderte klar und unmißverständlich, den Sex zwischen Erwachsenen und Kindern freizugeben.

Das Verwerflichste daran ist die Verharmlosung der Schäden, die Mißbrauch beim kleinsten und wehrlosesten Glied der Gesellschaft anrichtet, nämlich unseren Kindern.

Die Grünen haben sich mitschuldig gemacht. Nicht alle, aber viele von ihnen. Und viele haben geschwiegen. Als im letzten Jahr die Vorwürfe gegen diese Pädosex-Wurzeln der Grünen immer lauter wurden, konnte der Vorstand nicht anders, als ein wissenschaftliches Institut mit der Aufklärung des gesamten Komplexes zu beauftragen.

Man hoffte wohl, sich einigermaßen heil über die damals bevorstehenden Bundestagswahlen mogeln zu können. Eine trügerische Hoffnung, die Grünen bekamen bei der Wahl eine saftige Quittung, an der sie heute noch knabbern. Da kommt „Edathy“ gerade zur rechten Zeit.

Der gewaltige Unterschied zu allen Einzel-Verfehlungen anderer Organisationen ist, daß zwar nicht alle Grünen damals hinter diesen Forderungen standen, aber es war (beschlossene) Parteilinie, ein Grundkonsens in weiten Teilen der jungen Partei.

Das aber versuchen die Grünen heute nach Möglichkeit zu übergehen, zu verharmlosen oder an die Wissenschaftler zu delegieren. Zurückgetreten ist wegen der Vorwürfe bisher noch kein einziger Grüner, Cohn-Bendit nicht, Ströbele nicht, Volker Beck nicht usw. 

Als ich Anfang des letzten Jahrzehntes auf die Pädosex-Lastigkeit der Grünen aufmerksam machte, wollte das wohl niemand hören (oder glauben). Seitdem befaßte ich mich in zahllosen Artikeln und bisher sechs Buchbroschüren mit den Grünen und ihrer Politik.

In dieser Woche ist der siebte Band erschienen, eine schonungslose Analyse des „Flirts“ der Grünen mit dem Pädosex (auf 80 Seiten): „Die grüne Moral-Partei und der Pädophilie-Skandal“  –  mit vielen Originalzitaten und Dokumenten.

Sie können ein Exemplar gerne kostenlos anfordern unter Peter.Helmes@t-online.de. (Bitte die postalische Zustelladresse angeben.)


Evangelischer Zwischenruf zu Fasnetsmessen

Der engagierte evangelische Christ Jörgen Bauer aus Heidenheim hat sich jetzt in einer Stellungnahme kritisch zu den Karnevals-Gottesdiensten und Fasnetsmessen geäußert, die sowohl in evangelischen wie in katholischen Kirchen stattfinden, vielfach auch am vergangenen Sonntag. ????????????????????????????????????????????

Wir zitieren aus jenen Abschnitten, die sich mit den „närrischen“ Umtrieben in katholischen Pfarrgemeinden befassen:

„Würde es passen, das Kreuz Christi in das Zentrum einer närrischen karnevalistischen Veranstaltung zu stellen? Hätte es gepasst, das Kreuz Christi auf Golgatha mit ausgelassenen Narren zu umstellen?

Bei solchen Fragen muss sich jeder Christ an den Kopf fassen und fragen, ob derjenige, der solches fragt oder in Erwägung zieht, noch bei Sinnen ist. Aber so abwegig, wie das scheint, ist das gar nicht, denkt man an die Katholische Kirchengemeinde in Wendlingen Unterboihingen, wo Fasnet-Gottesdienst mit Narrenzunft und Predigt, unter dem Motto „gelebtes Miteinander das keinen ausschließt“, Tradition ist und sich großer Beliebtheit erfreut, erkennbar an einer proppevollen Kirche.

Nun könnte man für eine Narrenpredigt in besagter St.-Kolumban-Kirche noch ein gewisses Verständnis haben. Manche Pfarrer lieben es, der Gemeinde bei dieser Gelegenheit in humorvoller Weise ein paar notwendige Sachen zu sagen.

Aber im vorliegenden Fall war die Predigt mit einer Eucharistiefeier verbunden, was im evangelischen Bereich einer Abendmahlsfeier entspricht.

Nach katholischem Verständnis wird im Sakrament der Eucharistie das Sühneopfer Christi zur Vergebung unserer Schuld vergegenwärtigt, in dem der Priester in der Person Jesu Christi handelnd, das Messopfer darbringt. Durch den Akt der Wandlung ist zuvor die Hostie zum Leib Christi und der Messwein zum Blut Christi geworden, der dadurch gegenwärtig ist.

Wenn das Sakrament der Eucharistie so verstanden wird, dann passt es überhaupt nicht, wenn der Altarraum von Hexen, Flamenco-Tänzerinnen, Cowboys und Piraten umrahmt ist und der Pfarrer die Gemeinde mit „Nelau“ begrüßt.

Die heilige Messe als närrische Veranstaltung und die Eucharistie als Narrenposse? In der Bibel werden die Gottlosen allerdings als „Narren“ bezeichnet. Sollte hier ein Zusammenhang bestehen?

Und Paulus warnt, bezüglich des Abendmahls, im 1. Korintherbrief 11, 27 ff. davor, unwürdig von dem Brot zu essen und aus dem Kelch des HERRN zu trinken, da man sich dieses sonst selbst zum Gericht isst und trinkt, weil man den Leib des HERRN nicht achtet.

Wir wollen das Richten auch hier Gott überlassen. Erkennbar wird für uns nur soviel, wie rasant der Zerfall und die Dekadenz allerorten um sich greifen. Wir aber wollen dem HERRN die Treue zu halten und uns von solchen Zerfallserscheinungen nicht erschrecken lassen.“

JÖRGEN BAUER, Am Jagdschlössle 15 in 89520 Heidenheim, Tel. 07321 / 739115

Bild: Evita Gründler


Nigeria: Seit Jahresbeginn wurden hunderte Christen durch islamischen Terror ermordet

In der Mitte Nigerias, wo die Trennlinie zwischen dem christlich geprägten Süden des Landes und dem von Muslimen beherrschten Norden verläuft und im Norden selbst, nimmt der Terror gegenüber Christen stetig zu. 305fe9127f

Trotz Entsendung einer Spezialeinheit aus Polizisten und Armeemitgliedern zur Bekämpfung der Gewalt kommt es immer häufiger zu Zwischenfällen.

Allein in den ersten acht Wochen dieses Jahres hat die Islamistengruppierung Boko Haram zahlreiche Anschläge auf Kirchen, Schulen, Dörfer und einzelne Familien verübt.

Das Ergebnis sind mehr als 400 Todesopfer, die meisten davon waren Christen. Im gleichen Zeitraum sind durch die mutmaßlich von muslimischen Hirtenstämmen, den Fulanis, verübten Angriffe weitere 163 Personen ermordet worden.

Die jüngsten Vorfälle: Am 25. Februar stürmten Islamisten in Yobe eine Schule und verbrannten 43 Jugendliche. Bereits am 15. Februar gab es einen Angriff auf die Dorfgemeinschaft von Izghe in Borno mit 121 Todesopfern. Insgesamt wurden acht Dörfer angegriffen. Dabei gab es insgesamt mindestens 200 Tote.

Seit dem Aufstand von Boko Haram im Jahr 2009 wurden bisher tausende Christen ermordet. Nigeria sollte von westlichen Einflüssen befreit werden. Zugleich soll die Scharia, das islamische Religionsgesetz, eingeführt werden. Die Terroristen von Boko Haram greifen immer wieder gezielt Christen an.

Die inzwischen beinahe alltäglichen Angriffe, haben viele Christen zu Witwen und Waisen gemacht. 

Im Weltverfolgungsindex des Hilfswerks Open Doors  – einer Liste der Länder, in denen Christen weltweit am stärksten unterdrückt werden  – belegt Nigeria aktuell Platz 14. Weitere Infos unter www.weltverfolgungsindex.de.

Quelle: Open Doors Deutschland e.V.
www.opendoors.de

Foto: HMK


Doktrin gegen die Vernunft: Gender und die „Dekonstruktion der Geschlechter“

Mathias von Gersdorff

US-amerikanische Nutzer von Facebook können neuerdings eine von 58 sexuellen Identitäten für ihre Profilangaben wählen. Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Damit wird in diesem sozialen Netzwerk die in Frageform formulierte Zielvorgabe Judith Butlers in ihrem bekanntesten Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ aus dem Jahr 1990 implementiert:

„Wie kann man am besten die Geschlechter-Kategorien stören, die die Geschlechter-Hierarchie (gender hierarchy) und die Zwangsheterosexualität stützen?“

Für Judith Butler ist die „Geschlechtsidentität“ ein Produkt der politischen und kulturellen Machtverhältnisse. Die „binäre Beziehung“ Mann und Frau dient der Aufrechterhaltung einer Machtkonstellation. Um diese zu überwinden, muß der Begriff „Geschlecht“ bzw. „Gender“ überwunden werden.

„Die Kategorie ‘Geschlecht’ ist die politische Kategorie, die die Gesellschaft als heterosexuell begründet“, zitiert Butler die Feministin Monique Wittig (1935-2003).

Um diese „Machtstrukturen“ bzw. die Polarität Mann-Frau zu überwinden, soll das Geschlecht nicht mehr als „innere Wahrheit“ der Identität gelten, sondern als eine Inszenierung aufgefaßt werden. Dies soll durch das Anstiften einer „Geschlechter-Verwirrung“ (Gender Trouble) geschehen.

Butlers Ausgangspunkt war eine Kritik des klassenkämpferischen Feminismus. Dieser  –  so Butler  –  würde die Gegensätze zwischen den Geschlechtern verstärken. Vielmehr sollte ein Verwischen der Geschlechtsgrenzen angestrebt werden. BILD0222

Susanne Schröter beschreibt die epochale Bedeutung Butlers in „FeMale  –  Über Grenzverläufe zwischen den Geschlechtern“:

„Ende der achtziger Jahre begann man, die sorgfältig errichteten Differenzierungsmerkmale zwischen beiden Kategorien (Männlichkeit und Weiblichkeit, Anm. d. Verf.) teilweise wieder abzutragen, und seit dem Erscheinen von Judith Butlers Buch ‘Gender trouble’ (…) ist es populär, von Geschlecht als sozialer Konstruktion zu reden …“

Facebooks Maßnahme hätte von Judith Butler selbst stammen können. Es hätten auch 580 oder 5.800 sexuelle Identitäten sein können, das Ergebnis wäre dasselbe: Das Geschlecht wird nicht als fest, sondern als willkürlich aufgefaßt. Das Geschlecht ist vielmehr ein Fluidum von Daseinsformen.

Überraschend ist ein solcher Schritt nicht, denn von Anfang an strebten die Verfechter der „Homo-Ehe“ oder der „gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ viel mehr an als nur die Durchsetzung der Homosexualität als gesellschaftliche Norm. Sie wollten die Überwindung der Polarität der Geschlechtsformen.

Die Literatur dazu ist reichlich. So kritisierte der kanadische Soziologe Michel Dorais 1999 in seinem Buch „Éloge de la Diversité Sexuelle“ (Lob der sexuellen Vielfalt, es folgt eine eigene Übersetzungen aus dem Französischen):

„Seitdem wir angefangen haben, die Schubladen Männer und Frauen, männlich und weiblich, heterosexuell und homosexuell zu kreieren, haben wir aus dem Auge verloren, was ein sexualisiertes Sein und was eine Bevölkerung in ihrer Vielfalt sind.“

Nach Dorais hat sich der Mensch in einer „binären Logik“ unterjochen lassen und folgert: „Wir leben in einem sexuellen Apartheid-Regime.“  –  Dorais paraphrasiert Simone de Beauvoir und postuliert: „Man ist nicht als Mann oder Frau geboren, man wird erst dazu.“  –  Diese Fiktion sei zu überwinden.

„Fluidum von Geschlechtsdaseinsformen“

Daß es zumindest für einen Teil der Homo-Lobby von Anfang an um viel mehr ging, als um die Einführung von Sonderrechten für homosexuelle Personen, dokumentiert Stefan Timmermanns „Evaluation schwul-lesbischer Aufklärungsprojekte in Schulen“, „Keine Angst, die beißen nicht!“.

Er schreibt: „Ein solcher Perspektivenwechsel muß zusätzlich mit einer Relativierung der Kategorien sexueller Orientierung sowie der Kategorien der Geschlechter einhergehen. Denn die scheinbare Eindeutigkeit konstruierter Systeme, die die Menschen entweder in ‘Männer’ oder ‘Frauen’ bzw. ‘Hetero’- oder ‘Homosexuelle’ einteilen, ist die Grundlage eines binären, biologistischen, essentialistischen, fundamentalistischen und totalitären Denkens, das die Welt nur in Polaritäten wahrnehmen will und kann.… In letzter Konsequenz läuft diese Perspektive auf eine moralische Unterscheidung in ‘Gut’ und ‘Böse’ hinaus“.

Hier wird deutlich, daß es beim Gerede von „Akzeptanz sexueller Vielfalten“ im baden-württembergischen „Bildungsplan 2015“ in Wahrheit um die Implementierung einer Ideologie und einer revolutionären Anthropologie geht und nicht um die Bildung eines Klimas der Toleranz, wie das die Befürworter der grün-roten Regierung verharmlosend behaupten.

Für die Sozialingenieure steht schon seit langem fest, daß auch in den Schulen diese Dekonstruktion der „Geschlechtsidentitäten“ hin zu einem Fluidum von „Geschlechtsdaseinsformen“ vorangetrieben werden soll.

So schreibt Helga Bilden in dem Sammelband „Dekonstruktive Pädagogik. Erziehungswissenschaftliche Debatten unter poststrukturalistischen Perspektiven“ aus dem Jahre 2001 im Aufsatz „Die Grenzen von Geschlecht überschreiten“:

„Identitäten, auch Geschlechtsidentitäten, sind nicht klar, eindeutig und selbstverständlich, wie sie es früher zu sein schienen. Sie müssen neu gedacht werden: kontingent, fluid, nur zeitweise fixiert.“

Jutta Hartmann, eine weitere Exponentin der Dekonstruktionspädagogik, schreibt in „Vielfältige Lebensweise. Dynamisierungen in der Triade Geschlecht – Sexualität – Lebensform/kritisch-dekonstruktive Perspektiven für die Pädagogik“, erschienen 2002:

„Geschlecht, Sexualität und Lebensform als gänzlich gesellschaftlich hervorgebracht begreifend, arbeite ich eine Vorstellung von Handlungsfähigkeit heraus, die die Möglichkeit bewußter Aktivität gegenüber Normen und ein Neuentwerfen von Existenz- und Lebensweisen beinhaltet.“

„Hinterfragen der Heterosexualität“

Die Durchsetzung solcher pädagogischer Zielvorstellungen geschah dermaßen schnell, daß der oben zitierte Stefan Timmermanns zusammen mit Elisabeth Tuider schon im Jahr 2008 das Praxisbuch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ veröffentlichen konnte.

In diesem Buch sind viele sexualpädagogische Methoden  –  im wesentlichen sind es Gruppenspiele  –  für den Schulunterricht enthalten. Durch diese sollen die Schüler ihre sexuellen Identitäten hinterfragen.

Timmermanns schreibt: „Ein Sich-Einlassen auf das Verlassen von eindeutigen Identitätsvorstellungen kann bereichernd sein.“  –  Eines der Gruppenspiele in Timmermanns Buch heißt offen „Warum werden Menschen heterosexuell?“  –  Das Ziel des Spieles: „Die Jugendlichen sollen Heterosexualität als Norm in Frage stellen.“

Inzwischen hat das Projekt „Sexuelle Vielfalt“ die Schulen erreicht:

In Berlin wurde 2011 im Rahmen der Initiative „Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ ein Sexualkundeunterricht eingeführt, der Kindern ab dem ersten Grundschuljahr beibringen soll, was „sexuelle Vielfalt“ ist. Bekanntlich sind solche Programme in Baden-Württemberg und anderen Bundesländer vorgesehen.

So revolutionär der Schritt Facebooks auch ist, ganz unerwartet kommt er nicht. Glücklicherweise gab es in der realen Welt harsche Reaktionen gegen diese Entwicklung. Vor allem Franzosen lassen sich diese Indoktrination nicht gefallen, doch auch in Deutschland ist die Reaktion gegen den „Bildungsplan 2015“ für hiesige Verhältnisse heftig. Ähnliche Reaktionen gibt es überall auf der Welt.

Der Genderismus ist keine Bürgerbewegung

Ebenso hat sich (reichlich spät) die katholische Kirche gerührt. Die Bischofskonferenzen Portugals, Polens und der Slowakei sowie der Bischof von Chur, Vitus Huonder, haben in letzter Zeit Pastoralbriefe gegen den „Genderismus“ veröffentlicht. P

apst Benedikt XVI. erklärte zu dieser revolutionären Ideologie am 21. Dezember 2012, also wenige Wochen vor seinem Rücktritt: „Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig.“

Er führte aus: „Der Mensch bestreitet, daß er eine von seiner Leibhaftigkeit vorgegebene Natur hat, die für das Wesen Mensch kennzeichnend ist. Er leugnet seine Natur und entscheidet, daß sie ihm nicht vorgegeben ist, sondern daß er selber sie macht.“

Sollten diese Reaktionen Beständigkeit entwickelt, ist es nicht naiv, anzunehmen, daß sie entscheidend das Vordringen des „Genderismus“ schwächen.

Diese Doktrin ist wider die Vernunft und widerspricht der wahren Anthropologie. Hinter ihr gibt es keine relevante Bürgerbewegung.

Der Genderismus ist im wesentlichen ein Produkt von Lobbyarbeit und Medienkampagnen und konnte nur aufgrund der mangelnden Reaktion überhaupt so weit kommen.

Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ sowie des Webmagazins „Kultur und Medien heute“

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“

Foto: Evita Gründler


Der HERR ist langmütig und reich an Güte

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Joel 2,12-18:

So spricht der HERR: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum HERRN, eurem Gott! kt2012-p1110153

Denn ER ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte und es reut ihn, dass ER das Unheil verhängt hat. Vielleicht denkt ER um und es reut ihn und ER lässt Segen zurück, so dass ihr Speise- und Trankopfer darbringen könnt für den HERRN, euren Gott.

Auf dem Zion stoßt in das Horn, ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus!

Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde! Versammelt die Alten, holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge! Der Bräutigam verlasse seine Kammer und die Braut ihr Gemach.

Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester klagen, die Diener des HERRN sollen sprechen: Hab Mitleid, HERR, mit deinem Volk und überlass dein Erbe nicht der Schande, damit die Völker nicht über uns spotten. Warum soll man bei den Völkern sagen: Wo ist denn ihr Gott?

Da erwachte im HERRN die Leidenschaft für sein Land und ER hatte Erbarmen mit seinem Volk.