Professor Thomas Schirrmacher übt scharfe Kritik am „Familienpapier“ der EKD

Der evangelische Theologe Prof. Dr. Thomas Schirrmacher hält das umstrittene „Familienpapier“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für parteipolitisch einseitig. Außerdem verharmlose es das DDR-Regime. Das erklärt er in einem wissenschaftlichen Gutachten.  BILD0235

Die Orientierungshilfe der EKD erinnere an ein linkes Parteiprogramm, schreiben Schirrmacher und sein Kollege Titus Vogt in ihrer „soziologischen und theologischen Kritik des Familienpapiers“.

Eine Zusammenfassung ist im Magazin des EAK (Evangelischer Arbeitskreis der CDU) „Evangelische Verantwortung“ erschienen:

Schon die Zusammensetzung der zuständigen Kommission ließe eine bürgerliche Stimme vermissen. Entsprechend fielen auch die Forderungen des Papiers aus. Sie seien „praktisch identisch“ mit dem Parteiprogramm der Grünen, stimmten zum Teil aber auch mit dem der Linkspartei überein.

Nähe zu linken und grünen Positionen

In Fragen der Familienpolitik sei auch eine Nähe zur SPD gegeben, „auch wenn man dort in Bezug auf die völlige Entthronung der Ehe viel zurückhaltender formuliert“, schreiben die Autoren. Als Beispiele führen sie die Ablehnung des Betreuungsgeldes und des traditionellen Ehegattensplittings an sowie die Befürwortung einer Ganztagskinderbetreuung und die rechtliche Angleichung von Ehe und Lebenspartnerschaft.

Das Familienpapier mit dem Titel „Zwischen Autonomie und Verantwortung“ war im vergangenen Sommer erschienen und hatte große Kritik nach sich gezogen. Die „Orientierungshilfe“ spricht sich darin u.a. für die Öffnung der Kirche gegenüber homosexuellen Paaren aus.  IMG_1468 (2)

Wie Schirrmacher und Vogt im Vorwort erwähnen, haben sie ihre Kritik bereits nach dem Erscheinen der Orientierungshilfe an die EKD herangetragen. Da die Kirche die Stoßrichtung des Familienpapiers mehrmals bekräftigt habe, hätten sie sich nun dazu entschieden, das Gutachten zu veröffentlichen.

Verharmlosung der „DDR“-Diktatur

Denn sie strebe nicht weniger an als eine neue, normative Ethik zu verkünden, gehe dabei aber beispielsweise undifferenziert mit der deutschen Vergangenheit um: „Die DDR erscheint als Ort der Gleichberechtigung durch zwei in Vollzeit erwerbstätige Eltern mit früh einsetzender ganztägiger Kinderbetreuung.“

Nicht thematisiert werde, „dass die Familienpolitik der DDR das vermutlich erfolgreichste Werkzeug gegen die Kirchen war und zur Entfremdung ganzer Generationen von Gott und Kirche geführt hat“.

Auch ein mangelndes Bemühen um die Ökumene werfen Schirrmacher und Vogt den Autoren vor. Andere Kirchen als die EKD und die Katholiken kämen schlicht nicht vor.

„Gibt es von Christen außerhalb der EKD und von andersdenkenden Christen innerhalb der EKD gar nichts mehr zu lernen?“, fragen sie und kritisieren „antikatholische Formulierungen“, etwa das Lob der Option zum gemeinsamen Abendmahl konfessionsübergreifender Familien in protestantischen Kirchen: „Das ist eine Einladung an Katholiken, die Lehre ihrer Kirche bewusst zu missachten.“

Quelle und vollständiger Beitrag in diesem evangelischen Webmagazin: http://www.pro-medienmagazin.de/

HIER sehen Sie das Buch zur Ansicht


1. Bild: Evita Gründler  – 2. Foto: KOMM-MIT-Verlag


Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,
Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.
Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere,    0013
Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort.

Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?
Wer führt die Sonn’ aus ihrem Zelt?
Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne,
Und läuft den Weg gleich wie ein Held.

Vernimm’s, und siehe die Wunder der Werke.
Die die Natur dir aufgestellt!
Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke
Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt?

Kannst du der Wesen unzählbare Heere,
Den kleinsten Staub fühllos beschaun?
Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre!
Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun.

Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde;
An meinen Werken kennst du mich.
Ich bin’s, und werde sein, der ich sein werde,
Dein Gott und Vater ewiglich.

Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte,
Ein Gott der Ordnung und dein Heil;
Ich bin’s! Mich liebe von ganzem Gemüte,
Und nimm an meiner Gnade teil.

Christian Fürchtegott Gellert

HINWEIS: Beethoven vertonte die ersten beiden Strophen dieses Hymnus.

Foto: Felizitas Küble


Kardinal Müller widerspricht Kardinal Marx

Der Glaubenspräfekt verteidigt weiter die kirchliche Ehelehre

Wie der Bayerische Rundfunk am heutigen Sonntag, den 16. März, berichtet, hat sich Kardinal Gerhard Ludwig Müller (siehe Foto) deutlich gegen einen Vorstoß des neuen Vorsitzenden der Dt. Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, gewandt.

Dieser plädiert für einen „milderen“ Umgang der Kirche mit geschieden-Wiederheirateten, indem man diesem Personenkreis  –  so Marx –  nach einer gewissen Bußzeit evtl. wieder den Sakramentenempfang erlauben solle. 0012

Der Münchner Oberhirte Marx hatte in Übereinstimmung mit Kurien-Kardinal Walter Kasper erklärt, er halte dieses Vorgehen „für einen gangbaren Weg, der aber immer auf einzelne Fälle bezogen sein muss.“  Die Kirche solle den geschieden-Wiederverheirateten verdeutlichen, daß sie „keine Christen zweiter Klasse“ seien.

Kardinal Müller erklärte gegenüber der  –  am Montag (17.3.) erscheinenden   –  Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ hierzu:

„Wir wissen, dass es schwierige Situationen gibt, etwa wenn ein Ehepartner verletzt oder böswillig verlassen wurde. Aber das Problem wird nicht dadurch gelöst, dass menschliche Regeln Gottes Wort außer Kraft setzen.“

Kardinal Marx hatte sich bereits im vorigen Jahr mit dem Präfekten der Glaubenskongregation angelegt, wobei es weitgehend um dasselbe Thema ging (siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/11/07/kardinal-reinhard-marx-attackiert-glaubensprafekt-gerhard-l-muller/

In dieser anhaltenden innerkirchlichen Debatte hat Kardinal Müller stets auf göttliche Gebote und die von Christus verkündete Unauflöslichkeit der Ehe hingewiesen und die entsprechende Lehrtradition der Kirche betont. Damit sollte, so der Glaubenspräfekt, auch die Sakramentenpraxis und Pastoral (Seelsorge) der Kirche übereinstimmen.

HIERZU der ergänzende Kommentar eines katholischen Frauenblogs: http://www.beiboot-petri.blogspot.de/2014/03/was-kardinal-marx-sich-vorstellen-kann.html

Foto: Bistum Regensburg


Causa Hoeneß: Auch Wohltaten wiegen schwere Vergehen nicht auf

Kommentar von Peter Helmes

Die Diskussion um das Urteil gegen Ulli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung zeitigt seltsame Blüten. Natürlich ist Hoeneß sympathisch, (bisher) Vorbild und ein erfolgreicher Sportler und Unternehmer, der viel Gutes getan und vielen Menschen geholfen hat. Andererseits ist er ein Mensch mit erheblicher krimineller Energie. Und da spaltet sich die Blog-Gesellschaft:

Foto: PdVEinerseits die Forderung: Gnade für den Sünder, andererseits die volle Härte des Gesetzes. In der Diskussion mit ansonsten konservativen Menschen werden plötzlich alle Rechtsstaatsprinzipien über Haufen geworfen. Der Fußball regiert die Welt. Wirklich? Ist ein erfolgreicher Fußballer, Unternehmer und Mäzen sakrosankt?

Uli Hoeneß, der Präsident des FC Bayern, ist nun rechtskräftig wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden.

Für mich unbegreiflich, kommentiert z. B. die „Junge Freiheit“ das Urteil in einem Sinne, der die Dinge auf den Kopf stellt. Bei aller Ehrfurcht vor dieser Wochenzeitung: Ihr Redakteur Roland Gläser hat überhaupt nicht recht, sondern vermengt zwei völlig verschiedene Tatbestände:

Was hat die öffentliche Verschwendung, die in der Tat zum Himmel schreit, mit dem Fall Uli Hoeneß zu tun? Was haben (skandalös) milde Urteile gegen verbrecherisch agierende Ausländer mit der Steuerhinterziehung von Hoeneß gemein? Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel!

Auch wenn man Uli Hoeneß schätzt und seine entrichteten Steuern sowie seine (reichlichen) sozialen Wohltaten achtet  –  er ist ein Steuersünder in kriminellem Umfang. Seinen Betrug am Staat, also uns Bürgern, kann er mit Wohltaten nicht aufwiegen. 

Die „Botschaft“ dieses Falles heißt schlicht und einfach: Wohltaten sind gut, aber sie sollten von ehrenwerten Bürgern stammen; denn sonst kriegen sie das G´schmäckle des Freikaufens und des Ablenkens von Schuld.

Unser Autor Peter Helmes ist ehem. Bundesgeschäftsführer der JU (Jungen Union), politischer Publizist und Schriftleiter des Webmagazins CONSERVO

Foto: PdV (Partei der Vernunft)


Laß deine Güte über uns walten!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 33 (32),4-5.18-19.20.22.

Denn das Wort des HERRN ist wahrhaftig,
all sein Tun ist verläßlich.
ER liebt Gerechtigkeit und Recht,
die Erde ist erfüllt von der Huld des HERRN.

Doch das Auge des HERRN ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren,
die nach seiner Güte ausschaun;
denn ER will sie dem Tod entreißen
und in der Hungersnot ihr Leben erhalten.

Unsre Seele hofft auf den HERRN;
ER ist für uns Schild und Hilfe.
Laß deine Güte über uns walten,
o HERR, denn wir schauen aus nach dir.


Präses Annette Kurschus: Frauen streben selten nach kirchlichen Leitungsämtern

Meldung der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA:

Nur wenige Frauen in Deutschland sind bereit, kirchliche Führungspositionen zu übernehmen. Das sagte die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, bei einer Podiumsdiskussion am 13. März im Martin Luther Forum Ruhr in Gladbeck. kirchentag hamburg02

In der Veranstaltung ging es um die Rolle der Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft. Kurschus wies darauf hin, dass nur zwei von 20 EKD-Gliedkirchen von Frauen geleitet werden: „Es liegt nicht daran, dass wir nicht genügend geeignete Frauen hätten. Sie wollen es oft nicht.“

Eine mögliche Erklärung sei, dass sie mehr als Männer die „gesamte Lebenswirklichkeit“ in den Blick nähmen. Sie fragten stärker, was eine leitende Aufgabe für das Familienleben bedeute, was sie dafür aufgeben müssten und ob es ihnen das wert sei.

Kritik an Ex-Ratsvorsitzender Margot Käßmann

Eine Frau, die es geschafft habe, ganz vorne zu stehen, sei die Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017, die ehem. EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann.

Kurschus kritisierte, dass Käßmann keine Gelegenheit auslasse zu sagen, dass sie nebenbei auch noch ihre vier Kinder erzogen habe. Es ärgere sie, wenn Frauen dies betonten: „Das würde ein Mann nicht sagen.“ Es könne keiner beides alleine leisten. Auch die Männer trügen ihren Teil zur Erziehung bei. Frauen müssten das zugeben.

Quelle: http://www.idea.de


„Durch dich sollen alle Völker gesegnet sein“

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Buch Genesis 12,1-4:

In jenen Tagen sprach der HERR zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. kt2012-p1110153

Ich werde dich zu einem großen Volke machen, dich segnen und deinen Namen verherrlichen. Ein Segen sollst du sein.  Ich will segnen, die dich segnen und verfluchen, die dich verfluchen. Durch dich sollen alle Völker auf Erden Segen erlangen.

Da zog Abram weg, wie der HERR ihm gesagt hatte, und mit ihm ging auch Lot. Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran fortzog.