Causa Hoeneß: Auch Wohltaten wiegen schwere Vergehen nicht auf

Kommentar von Peter Helmes

Die Diskussion um das Urteil gegen Ulli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung zeitigt seltsame Blüten. Natürlich ist Hoeneß sympathisch, (bisher) Vorbild und ein erfolgreicher Sportler und Unternehmer, der viel Gutes getan und vielen Menschen geholfen hat. Andererseits ist er ein Mensch mit erheblicher krimineller Energie. Und da spaltet sich die Blog-Gesellschaft:

Foto: PdVEinerseits die Forderung: Gnade für den Sünder, andererseits die volle Härte des Gesetzes. In der Diskussion mit ansonsten konservativen Menschen werden plötzlich alle Rechtsstaatsprinzipien über Haufen geworfen. Der Fußball regiert die Welt. Wirklich? Ist ein erfolgreicher Fußballer, Unternehmer und Mäzen sakrosankt?

Uli Hoeneß, der Präsident des FC Bayern, ist nun rechtskräftig wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden.

Für mich unbegreiflich, kommentiert z. B. die „Junge Freiheit“ das Urteil in einem Sinne, der die Dinge auf den Kopf stellt. Bei aller Ehrfurcht vor dieser Wochenzeitung: Ihr Redakteur Roland Gläser hat überhaupt nicht recht, sondern vermengt zwei völlig verschiedene Tatbestände:

Was hat die öffentliche Verschwendung, die in der Tat zum Himmel schreit, mit dem Fall Uli Hoeneß zu tun? Was haben (skandalös) milde Urteile gegen verbrecherisch agierende Ausländer mit der Steuerhinterziehung von Hoeneß gemein? Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel!

Auch wenn man Uli Hoeneß schätzt und seine entrichteten Steuern sowie seine (reichlichen) sozialen Wohltaten achtet  –  er ist ein Steuersünder in kriminellem Umfang. Seinen Betrug am Staat, also uns Bürgern, kann er mit Wohltaten nicht aufwiegen. 

Die „Botschaft“ dieses Falles heißt schlicht und einfach: Wohltaten sind gut, aber sie sollten von ehrenwerten Bürgern stammen; denn sonst kriegen sie das G´schmäckle des Freikaufens und des Ablenkens von Schuld.

Unser Autor Peter Helmes ist ehem. Bundesgeschäftsführer der JU (Jungen Union), politischer Publizist und Schriftleiter des Webmagazins CONSERVO

Foto: PdV (Partei der Vernunft)


One Comment on “Causa Hoeneß: Auch Wohltaten wiegen schwere Vergehen nicht auf”

  1. Ulrike sagt:

    Herr Ulli Hoeneß hat Fehler gemacht.

    Mich wundert nur, dass jetzt so viele wissen, dass er an Spielsucht leidet.

    Da gibts doch sicher ein paar Bekannte, die sich Freunde nennen, die ihm die ganze
    Zeit dabei „zugeschaut“ haben.

    Das macht mich am traurigsten.

    Egal ob es sich um Ulli Hoeneß handelt, um Christian Wulff, um den Bischof von Limburg,
    Jörg Kachelmann, und um viele mehr –

    a l l e diese Menschen kennen Menschen, die „wahre Freunde“ sein wollen!!!

    Wo sind all diese Freunde in der Zeit, in der der Mist gebaut wird ?

    Ist denn kein einziger mal dabei, der jemand von einem Fehler abhalten, abbringen kann ?

    Da sind diese Menschen so berühmt und haben scheinbar doch niemand mal, der sie im Zweifelsfall wieder auf den richtigen Weg führt.

    Die Verantwortung für ihre Fehler tragen sie alleine – aber trotzdem ist es traurig, wenn andere jahrelang zuschauen.

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