Medjugorje: Sentimentale Jahresbotschaft der „Gospa“ an Mirjana am 18. März 2014

Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo erlebte „Marienerscheinung“  

Der Medjugorje-Visonärin Mirjana wird   –  eigenen Angaben zufolge  –  allmonatlich von der Himmelsmutter mit einer „Privatbotschaft“ und einmal jährlich mit einer öffentlich verbreiteten Offenbarung beglückt, die „an die ganze Welt gerichtet“ ist.

Diese „Jahresbotschaft“ erhält Mirjana alljährlich am 18. März, weil sie an diesem Tag ihren Geburtstag begeht. Auch das Wiegenfest ihrer Seherschar weiß die „Gospa“ (wie die Gottesmutter in Kroatien gerne genannt wird) durchaus zu würdigen. rosa-mystica6

Hier folgt zunächst der vollständige Wortlaut der gestrigen Jahresbotschaft (Linien zwecks Hervorhebung von uns):

„Liebe Kinder! Als Mutter möchte ich euch von Hilfe sein. Ich möchte euch mit meiner mütterlichen Liebe helfen, euer Herz zu öffnen und dass ihr darin meinen Sohn auf den ersten Platz stellt.

Ich wünsche, dass euch durch eure Liebe zu meinem Sohn und durch euer Gebet das Licht Gottes erleuchtet und dass euch die Barmherzigkeit Gottes erfüllt. Ich wünsche, dass so die Finsternis und der Schatten des Todes, der euch umgeben und verführen möchte, vertrieben werden.

Ich wünsche, dass ihr die Freude des Segens der Göttlichen Verheißung fühlt. Ihr, Kinder des Menschen, ihr seid Kinder Gottes, ihr seid meine Kinder. Deshalb, meine Kinder, geht auf den Wegen, auf denen euch meine Liebe führt, die euch Demut und Weisheit lehrt, und den Weg zum himmlischen Vater findet.

Betet mit mir für jene, die mich nicht annehmen und mir nicht nachfolgen, jene, die wegen der Härte ihres Herzens die Freude der Demut, der Frömmigkeit, des Friedens und der Liebe nicht spüren können –  die Freude meines Sohnes. Betet, dass euch eure Hirten mit ihren gesegneten Händen immer die Freude des Segens Gottes geben. Ich danke euch!“ 

Der offensichtlich kitschige und sentimentale Text lohnt keine ausführliche Besprechung. Daher beschränken wir uns auf wenige Anmerkungen:

1. Priester („eure Hirten“) haben nicht nur „gesegnete“ Hände, sondern geweihte (Priesterweihe). Zudem kommt es nicht auf die „Freude“ des göttlichen Segens an, sondern auf den Segen als solchen.

2. Nun soll also die „Freude“ des Segens der göttlichen Verheißungen „gefühlt“ werden, die „Freude“ der Demut soll „gespürt“ werden. Besteht diese Medjugorje-Religion fast nur noch aus Gefühlen? Eine Wellness-Frömmigkeit vor allem für empfindsame Frauen  – und die Kirche als Wohlfühlanstalt?

3. Diese angebliche Maria beschwert sich über jene, die „mir nicht nachfolgen“: Die Madonna ist sicherlich das größte Vorbild und die am meisten Begnadete unter allen Geschöpfen, aber als Gläubige sind wir zur Nachfolge CHRISTI aufgerufen. Merkwürdige Akzentverschiebungen sind hier durchaus fehl am Platze.

HINWEIS: Hier gibt es die „Jahresbotschaft“ vom 18.3. dieses Jahres im Livestream, wobei ein Zwiegespräch zwischen der „Seherin“ und jener „Erscheinung“ stattzufinden scheint (davon ist in der verkündeten Fassung allerdings nichts wahrzunehmen); zudem wirkt die Dauer der Vision für jenen kurzen Botschaftstext erstaunlich lange; man beachte zudem Mimik und Gestik der Visionärin: http://www.youtube.com/watch?v=BlS0eNXpuFY

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 


14 Kommentare on “Medjugorje: Sentimentale Jahresbotschaft der „Gospa“ an Mirjana am 18. März 2014”

  1. Ulrike sagt:

    WIR SIND KINDER GOTTES, MARIA IST UNSERE MUTTER, GROSSMUTTER

    ABER AUCH SIE IST EIN MENSCH, EIN KIND GOTTES . WARUM SAGT SIE DAS NIE ?

    Sie ist sündenlos, aber auch ein Mensch.

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    • Ulrike sagt:

      Maria wird auch als unsere himmlische Schwester

      MEINE LIEBEN KINDER sagt sie ausschließlich.

      Brüder und Schwestern im Herrn sind wir doch alle, aber die Gospa spricht niemals so.

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  2. mark waterinckx sagt:

    Das Madonna-Bild welche Sie oben zeigen stammt aus Montichiari, ein Italienisches auch falsches Erscheinungsort, und nicht aus das falsche Medjugorje

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  3. "GsJC" sagt:

    „Ein frommer (?) Vertreibungswunsch aus Medjugorje!“

    Zitat „Medjugorje“
    Ich wünsche, dass so die Finsternis und der Schatten des Todes, der euch umgeben und verführen möchte, vertrieben werden.
    Zitat Ende

    Danke – dass dieser „Vertreibungswunsch / Exorzismus(?)“ nach über dreißig Jahren in die Botschaften Einzug gefunden hat. Wäre man von allein auch nie drauf gekommen. 😉

    Ich darf dem geschätzten „profschieser2013“ hier auch einmal widersprechen. Diese „Botschaften“ haben durchaus auch ( !) etwas Erheiterndes. Von daher – immer her damit – zumindest gelegentlich.

    Zitat „Medjugorje“
    Betet, dass euch eure Hirten mit ihren gesegneten Händen immer die Freude des Segens Gottes geben. Ich danke euch!
    Zitat Ende

    Naja – da wissen wir ja seit „Garbandal 1961“ und sind gewarnt, dass besonders die erleuchteten Laien hier Vorsicht walten lassen müssen, denn man kann ja nie wissen, von wem man gesegnet und „gezogen“ wird – bei all den vielen Mietlingen, wie die abgefallenen, aber nicht näher bezeichnete „Priesterschar“ von einigen „erleuchteten Gottgeführten“ auch hier immer wieder so liebevoll bezeichnet wird.

    Zitat Garabandal 1965
    Viele Kardinäle, Bischöfe und Priester gehen den Weg des Verderbens und (sie) ziehen viele Seelen mit sich.
    Zitat Ende Garabandal

    Dieses warnende Pauschalurteil aus „Garabandal“ sollte jedem durch Privatoffenbarungen erleuchteten Laien zu denken geben, wobei man bedenke, wer nach dem Jahr 1965 noch verantwortlich auf dem Stuhl Petri saß und diese „Warnung“ schon im Jahr 1965 von „ganz oben“ verkündet wurde.
    Das lässt auch die anstehende Heiligsprechung in einem ganz anderen Licht erscheinen – meiner Meinung nach, wenn ich die „Botschaften“ einmal versuche ganz ernst zu nehmen.

    Oder hat einer der verantwortlichen Päpste nach 1965 noch wirksam etwas gegen diesen aus „Garabandal“ kommenden und gewichtigen Hinweis auf den beschrittenen „Weg des Verderbens“ der genannten Geistlichkeit unternommen?

    Zu dieser „Garabandal-Botschaft“ stellt sich allerdings auch die Frage:“Wo ist die Verantwortung der Laien und haben diese dann nicht zu wenig für ihre Hirten gebetet?“

    Das ist natürlich auch Schmarn aus „Garabandal“ und man kann den zuständigen Bischof nur zu gut verstehen, dass ihm bei solch pauschalen verallgemeinernden Dummsprüchen – noch dazu angeblich von „ganz oben“ – die Halsschlagader angeschwollen ist.

    Zitat „Medjugorje“
    “Liebe Kinder! Als Mutter möchte ich euch von Hilfe sein. Ich möchte euch mit meiner mütterlichen Liebe helfen, euer Herz zu öffnen und dass ihr darin meinen Sohn auf den ersten Platz stellt.
    Zitat Ende

    Das ist auch lieb gemeint. Wer bisher noch seine Briefmarkensammlung an erster Stelle gesetzt hat, sollte schleunigst das Ranking ändern, sonst gibt es in der nächsten Botschaft wieder „Schimpfe von der Gospa“, dass die lieben Kleinen es immer noch nicht verstanden und gelernt haben.

    usw. …

    Ich stimme Ihnen zu „profschieser2013“ – es ist nichts weiter als dümmlich und süßer Schmarn, der aber so manches schwarmgeistige Herz wieder in Erregung versetzen und für Gesprächsstoff beim nächsten Kaffeekränzchen sorgen wird.

    Das war heute mal wieder ein Lebenszeichen und Rundumschlag von mir, der bei der schwarmgeistigen Gemeinde bestimmt gut ankommen wird.

    mfg

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  4. Christoph Rebner sagt:

    Guten Tag, sehr geehrte Frau Küble,

    gerne lege ich mit etwas mehr Logik, etwas mehr Denken in Ihrer eigenen Logik also, dar, dass was Sie für das Ganze schreiben auch für das Teil gilt.

    Wenn Teil, wie sie auch sagen, Gefühle sind, so kommen die Gefühle vor dem Geistlichen in der bisherigen Logik.

    Umfassend KKK:

    „Sind Scheu und Ehrfurcht christliche Gefühle oder nicht? Niemand kann vernünftigerweise daran zweifeln. Es sind die Gefühle, die wir – und zwar ganz intensiv – hätten, wenn wir den erhabenen Gott schauten. Es sind tatsächlich die Gefühle, die wir haben sollen, wenn wir seiner Gegenwart bewußt werden. In dem Maß, als wir glauben, daß er zugegen ist, müssen wir sie haben. Sie nicht haben, heißt, sich nicht bewußt sein, nicht glauben, daß er zugegen ist“ (J. H. Newman, par. 5,2).

    Dankend für Ihre Kommunikation zur Erklärung des Glaubens,

    Ihr Christoph Rebner

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    • Guten Tag,
      Sie brauchen mir wirklich nicht das ABC der Logik erklären, indem Sie erneut etwas „widerlegen“ wollen, das ich nicht behauptet hatte. Oder schrieb ich, daß das, was für das Ganze gilt, nicht auch für den Teil gälte? – Natürlich nicht.
      Ich stellte lediglich klar, daß z.B. auch der Verstand oder die Willensfreiheit zum natürlichen Bereich gehören, wogegen Sie in ihrem ersten Kommentar glaubten, mit Hinweis auf das „Natürliche“ die Sentimentalität der Medju-Botschaften rechfertigen zu können.
      Ich bin nicht bereit, hierzu das Forum für einen weiteren argumentativen Kreisverkehr zu bieten.
      Ende der Durchsage und freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  5. Man tut dieser „Seherin“ viel zu viel „Publicity“ an, wenn man diesen Schmarren überhaupt erwähnt.

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  6. Christoph Rebner sagt:

    Jakobus 4:9 Fühlt euer Elend und trauert und weint;

    Zustände zu fühlen ist biblischer Auftrag und zeigt Verständnis für das Natürliche.

    1 Korinter 15:46 Aber das Geistliche ist nicht zuerst, sondern das Natürliche, danach das Geistliche.

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    • Guten Tag,
      der Zusammenhang bei Jakobus ist doch ein völlig anderer, hier geht es um Selbsterkenntnis, Bußgesinnung, um ein zerknirschtes Herz, das Gott bekanntlich wohlgefällt. Genau das Gegenteil von Wohlfühl-Sentimentalität, wie sie in dieser „Jahresbotschaft“ serviert wird.
      Thema verfehlt auch Ihre Berufung auf den Korintherbrief: Daß das Natürliche erst kommt vor dem Geistlichen, lehrt gerade die katholische Kirche seit langem mit ihrem Grundsatz: „Die Gnade baut auf der Natur auf und vollendet sie.“ – Zum Bereich des „Natürlichen“ gehört doch nicht nur das Gefühl, sondern allgemein die Schöpfungsordnung Gottes, auch der Verstand, menschliche Fähigkeiten, die Freiheit usw.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Christoph Rebner sagt:

        Härte des Herzens G’tt stellvertretend bitten heilen zu wollen bedeutet auch, stellvertretend Buße zu tun. Deshalb fordert der von Ihnen vorgestellte Text genau dasselbe wie Sie auslegend Jakobus: ein zerknirschtes Herz!

        Thema verfehlt ist Thema verfehlt, denn verfehlt ist Ihre Schlussfolgerung: Ein Teil des Natürlichen kommt natürlich genauso vor dem Geistlichen wie das Ganze, sonst würde das Ganze nicht vor dem Natürlichen kommen, wie Sie selber sagen.

        🙂
        Chris

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      • Guten Tag,
        bitte etwas mehr Logik: Sie brauchen nicht zu „beweisen“, was ich nicht nur nicht bestritten, sondern ausdrücklich geschrieben hatte, nämlich daß die Gefühle zum natürlichen Bereich gehören, aber diese nicht allein, sondern auch zB. der Verstand oder andere natürliche Gaben.
        Jakobus fordert ein zerknirschtes Herz über die eigene Seelennot, in der „Jahresbotschaft“ geht es um die Herzenshärte von anderen (!), für die man beten soll…
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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