Was not tut: Klarheit und Wahrheit des Glaubens statt Anbiederung an die Welt

Von Benno Lauscher

„Katholiken in Deutschland für Abschaffung der Fastenzeit“  –   So könnte das Ergebnis einer Meinungsumfrage lauten, die von den Deutschen Bischöfen in einigen Jahren vielleicht in Auftrag gegeben wird.

Ein übler Scherz?  –  Immerhin wurden in den letzten Monaten im Auftrag des Heiligen Vaters weltweit Katholiken befragt, wie sie es mit der kirchlichen Ehe- und Sexualmoral halten.  imageCATKHONR

In einer 20-seitigen Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 3. Februar 2014 wurden die Ergebnisse der auch in Deutschland erfolgten Umfrage publiziert. Darin heißt es:

„Die Lehre der Kirche wird dort, wo sie bekannt ist, meist nur selektiv angenommen … Die kirchlichen Aussagen zu vorehelichem Geschlechtsverkehr, zur Homosexualität, zu wiederverheirateten Geschiedenen und zur Geburtenregelung finden … kaum Akzeptanz oder werden überwiegend explizit abgelehnt.“

Ob die besagte Umfrage wirklich repräsentativ ist, wird von Fachleuten bezweifelt. Aber auch wenn das katastrophale Ergebnis der Umfrage die Wirklichkeit nur verzerrt widerspiegelt, ist die Diskrepanz zwischen Lehre und Leben, zwischen dem Willen Gottes und dem Verhalten seiner Geschöpfe schlimm genug.

Reaktion der deutschen Bischöfe

Schlimmer ist freilich die offizielle Reaktion der Deutschen Bischofskonferenz auf das Resultat der Umfrage, das sie nicht etwa mit angemessenem Bedauern und Entsetzen publiziert  –  sondern mit kaum unterdrückter Genugtuung!

Haben die deutschen Bischöfe (wie auch die Priester und Laienfunktionäre) in ihrer Mehrzahl die gesunde Lehre aufgegeben (vgl. 2. Timotheusbrief 4,3)?bild-jesus-oben

Deshalb scheint es ihnen deutlich Vergnügen zu bereiten, alle Welt darüber ins Bild zu setzen, wie wenig sich die deutschen Katholiken um die Ehe- und Sexualmoral kümmern. Wobei „alle Welt“ buchstäblich zu nehmen ist. Denn die deutschen Bischöfe sandten das Umfrageergebnis nicht nur diskret nach Rom, sondern veröffentlichen es, entgegen den Absichten des Vatikans, im Internet: in deutscher, englischer und italienscher Sprache!

Wozu?  –  Offensichtlich als Ventil, „um politischen Druck in Richtung Rom zu leiten und Spielräume für pressure groups auszuloten“ (Die Tagespost vom 6.2.2014).

Statt die gesunde Lehre zu verkünden…

Aufgabe der Hirten wäre es doch, darüber nachzusinnen, weshalb die meisten Katholiken sich nicht an der kirchlichen Lehre ausrichten. Ist ihnen diese nicht deshalb unbekannt, „weil niemand sich die Mühe macht, ihnen die Orientierungshilfen der katholischen Kirche und ihrer Lehre angemessen zu vermitteln“? DSC05476 - Kopie (2)

Die Bischöfe müssen einräumen: „Die kirchliche Lehre über Ehe und Familie … spielt in der Jugendarbeit eine nur geringe Rolle. Nur vereinzelt wird in Predigten auf das katholische Familienbild Bezug genommen.“

Angesichts dieses peinlichen Befunds ist der Hinweis heuchlerisch, die Misere liege an der unverständlichen Sprache, in der die kirchlichen Dokumente abgefasst seien. Heuchlerisch, weil diese Dokumente gar nicht für den „Endverbraucher“ bestimmt sind, sondernd für die Bischöfe, Priester und die übrigen Katecheten.

An diesen liegt es  –  läge es  –  die Lehre der Kirche dem jeweiligen Publikum verständlich darzulegen. Dazu kommt es eben in den meisten Fällen gar nicht, weil die Lehrenden selber nicht hinter der Lehre stehen: „Als glaubwürdige Multiplikatoren fallen sie aus.“

…fordert man die Änderung der Lehre

Weil den Hirten die Lehre der Kirche über Ehe und Familie lästig fällt, ist das besagte Umfrageergebnis für sie nicht Anlass zur Selbstkritik und zum Entschluss, in Katechese, Jugendarbeit und Ehepastoral für eine authentische Verkündigung zu sorgen  –  sondern Anlass dazu, die „An-passung“ der Lehre an die Unmoral der Gläubigen zu fordern.

Dem Bischof von Trier, Stephan Ackermann, kommt das zweifelhafte „Verdienst“ zu, als erster in aller Deutlichkeit diese Ungeheuerlichkeit auszusprechen: Die Katholiken halten sich nicht an die Moral, also ist die Moral zu ändern!

Am 6. Februar 2014 veröffentlichte die Allgemeine Zeitung in Mainz die Ansichten des Bischofs: „Wir können die katholische Lehre nicht völlig verändern“  (die Betonung liegt auf „völlig“!), aber es seien Kriterien zu erarbeiten, anhand derer dann im Einzelfall das, was bisher Sünde war, inskünftig in Ordnung sei: zum Beispiel vorehelicher Geschlechtsverkehr und Ehebruch.

Die Quelle der Moral

Die simple Logik des Bischofs lautet also: Weil die Mehrzahl der Katholiken die Lehre der Kirche nicht mehr akzeptiert, muss man diese den Menschen anpassen?

Seit wann ist das Evangelium an die (heidnischen) Lebensgewohnheiten der Menschen anzupassen, die heute so und morgen anders sind? Müssen nicht vielmehr, wie ein Amtskollege dem Bischof von Trier entgegenhielt, die Getauften sich am Evangelium messen? Seit wann macht die Mehrheit die Wahrheit?

„Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind“ (Paul Claudel).

Aber vermutlich gibt es nach Ansicht von Bischof Ackermann gar keine allgemeingültige Wahrheit?  – So sieht es der Liberalismus, der sich seit dem 18. Jahrhundert außerhalb und seit dem II. Vaticanum innerhalb der Kirche in den Köpfen festgesetzt hat.

Nach dieser durchaus gottlosen Auffassung ist nicht das ewige Gesetz Gottes (lex aeterna) die Quelle der Moral, sondern der autonome Mensch. Daher gibt es keine objektiv, immer und überall geltenden Normen.

Was gut und böse ist, legt der Mensch in seinem freien Gewissensentscheid fest (Situationsethik). Bischof Ackermann scheint diese Auffassung zu vertreten, die seit dem II. Vaticanum von den meisten „katholischen“ Moraltheologen in der einen oder anderen Spielart verbreitet wird.

Das Ende der Moral

Was folgt aus dem dezidiert liberalistischen Ansatz, den der Trierer Bischof zu vertreten scheint? Das Ende der christlichen Moral!

„Wir müssen das Verantwortungsbewusstsein der Menschen stärken“, führt der Bischof aus (niemand wird das bestreiten), um dann anzufügen: „…ihre Gewissenentscheidung dann aber auch respektieren.“  slider3-640x360

Müssen wir das? Und wenn jemand dazu gelangt, seinem Nachbarn die Frau wegzunehmen oder ein Kind im Mutterschoß zu töten – ohne dass ihm sein Gewissen Vorwürfe macht? Müssen wir diesen Gewissensentscheid dann auch respektieren? Der Liberalismus lässt die Sitten der Menschen, wie man tagtäglich sehen kann, ins Bodenlose absinken.

Vor wenigen Tagen hat das belgische Parlament beschlossen, die aktive Euthanasie an Kindern zu legalisieren  –  zurück in die Barbarei! Vielleicht wird zu Lebzeiten von Bischof Ackermann, so ist zu hoffen, keine Mehrheit der Katholiken eine derartige Abscheulichkeit gutheißen.

Doch was wird er sagen, wenn sich die meisten Katholiken an das „Menschenrecht“ der Abtreibung gewöhnt haben (dank von der deutschen Kirche unterstützten Einrichtungen)? Oder wenn die Katholiken nichts mehr einzuwenden haben gegen das „Recht“ auf aktive Euthanasie von schwerkranken alten Menschen?

Ist dann die kirchliche Lehre wieder an die Mehrheit anzupassen? Mit welcher Begründung will der Liberale sich gegen solche Auffassungen wenden, wenn das autonome Gewissen des Menschen die oberste Instanz in moralischen Fragen ist?

Folgen der bischöflichen Äußerungen

Die Ausführungen Bischof Ackermanns sind aus dem Mund eines katholischen Bischofs  –  salva reverentia  –  eine Ungeheuerlichkeit.

Der eine oder andere Amtsbruder hat ihm widersprochen, am deutlichsten Kardinal Walter Brandmüller: Wer eine Änderung der katholischen Sittenlehre verlange, „begibt sich in Widerspruch zum Wort Gottes“.

Der Kardinal scheint dem Bischof indirekt den Rücktritt nahezulegen: „Wenn ein mit der Verkündigung im Namen der Kirche Bevollmächtigter zu der Überzeugung kommen sollte, die Lehre der Kirche nicht authentisch vertreten zu können, verlangt es die intellektuelle Redlichkeit, die Konsequenzen zu ziehen.“

Für Modernisten ein „Fressen“  –  für alle ein Skandal

Auch wenn es Widerspruch gibt, sind die Aussagen des Bischofs ein Skandal im biblischen Sinn: Sie verwirren die Geister und verführen zur Sünde. pic_526a50cce0863

Die Liberalen innerhalb und außerhalb der Kirche haben sich freilich mit Wohlgefallen auf die Äußerungen Bischof Ackermanns gestürzt und sie in Windeseile weltweit verbreitet. „Endlich reißt ein Bischof die Dämme ein und wirft die veraltete Lehre der Kirche über Bord!“

Schon wagen sich weitere Kleriker aus der Deckung und geben bekannt, dass sie die Lehre der Kirche für überholt halten, von den Laienfunktionären ganz zu schweigen.

Aber was sollen die Gläubigen denken und all jene, die nach der Wahrheit suchen? Wer sich nach den Geboten Gottes zu richten bemüht, sich insbesondere der standesgemäßen Keuschheit verpflichtet weiß und eine christliche Ehe und Familie führt, steht in einer hedonistisch-relativistischen Zeit ohnehin als Exot da. Satt diese kleine Herde zu ermutigen, fallen ihr gewisse Bischöfe in den Rücken.

Wenn die Hirten schweigen, blöken die Schafe…

Es sind übrigens gerade junge Menschen, die in ergreifender Weise Bischof Ackermann widersprechen. Eine Studentin aus Wien schreibt in einem offenen Brief:

„Ihr Statement «Wir müssen das Verantwortungsbewusstsein der Menschen starken, ihre Gewissensentscheidung dann aber auch respektieren» verwirrt mich zutiefst: Gilt das auch für Pädophile? Ich hingegen glaube, dass man Pädophilen schon sagen muss, dass sie zwar sexuelle Wünsche in sich haben, aber die damit prinzipiell noch nicht gut sind, sondern sie zum Schlechten verleiten. Kreuzkuppel

Die Kirche stellt objektive Normen in eine haltlose Gesellschaft, die nicht jedem schmecken, aber allen gut tun, dem Einzelnen und der Gesellschaft.

Hochverehrter Herr Bischof: Seien Sie uns doch ein guter Hirte, nicht ein Mietling, der die Herde verlässt aus lauter Angst vor den Medien! Ich wünsche mir väterliche Priester, denen etwas an den Schafen liegt, die ganz eins sind mit der Kirche und mutig ihre Lehre ohne Abstriche predigen und erklären. Nur dann ist sie stimmig und wird auch von Kirchenfernen verstanden.

Priester sollen nach meinen Vorstellungen keine schwächlichen Kumpeltypen ohne Ecken und Kanten sein, sondern Väter, die unbeeindruckt vom Zeitgeist die heilsbringende Lehre der Kirche verkünden.“

Aufruf des hl. Paulus an alle Verkünder des Evangeliums

Zum Glück gibt es noch gute Hirten. Auf sie wird hören, wer die Wahrheit liebt. Man erkennt die guten Hirten daran, dass sie die gesunde Lehre verkünden – gelegen oder ungelegen –, wie es der hl. Paulus von ihnen verlangt:

„Ich beschwöre dich vor Gott und Jesus Christus, dem künftigen Richter der Lebenden und Toten, bei Seiner Wiederkunft und bei Seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt auf, sei es gelegen oder ungelegen. Rüge, mahne, weise zurecht in aller Geduld und Lehrweisheit.

Denn es kommen Zeiten, da man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich zum Ohrenkitzel nach eigenen Gelüsten Lehrer beschafft. Von der Wahrheit aber wird man das Ohr abwenden und sich Fabeleien zuwenden.

Du aber sei wachsam, ertrage alle Mühsal, vollbringe das Werk eines Künders des Evangeliums, tu deinen Dienst voll und ganz, sei nüchtern.
Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Im übrigen harrt meiner die Krone der Gerechtigkeit, die mir der HERR, der gerechte Richter, an jenem Tage geben wird. Aber nicht bloß mir, sondern allen, die Seine Wiederkunft lieben.“
(2 Timotheusbrief 4,1-8)

 


Das erste Ringsystem um einen Asteroiden

Zwei Ringe um Chariklo entdeckt

Beobachtungen von vielen Standorten in Südamerika, unter anderem am La Silla-Observatorium der ESO, haben zu der überraschenden Entdeckung zweier dichter, schmaler Ringe um den fernen Asteroiden Chariklo geführt.

Es ist das bei weitem kleinste Objekt mit Ringen, das bisher gefunden wurde und nur das fünfte Objekt in unserem Sonnensystem  –  nach den viel größeren Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun  –  das diese Eigenschaft besitzt. eso1410a

Der Ursprung der Ringe bleibt ein Rätsel, sie könnten jedoch die Folge einer Kollision sein, durch die eine Trümmerscheibe entstanden ist. Die neuen Ergebnisse werden am 26. März in der Fachzeitschrift Nature online veröffentlicht. 

Die Ringe des Saturn gehören zu den eindrucksvollsten Anblicken am Nachthimmel. Weitere weniger hervorstechende Ringe wurden auch um die anderen Gasplaneten gefunden.

Trotz vieler sorgfältig durchgeführter Suchkampagnen wurden im Sonnensystem keine Ringe um kleinere Objekte im Umlauf um die Sonne gefunden.

Neue Beobachtungen des fernen Kleinplaneten Chariklo während der Passage vor einen Stern haben gezeigt, dass dieses Objekt ebenfalls von zwei feinen Ringen umgeben ist.

„Wir haben nicht nach einem Ring gesucht und haben nicht einmal gedacht, dass so kleine Himmelskörper wie Chariklo welche besitzen könnten. Somit war ihre Entdeckung  –  und die verblüffende Menge an Details, die wir im Ringsystem sehen  –  eine vollkommene Überraschung!”, erläutert Felipe Braga-Ribas vom Observatório Nacional/MCTI im brasilianischen Rio de Janeiro, der die Beobachtungskampagne vorbereitet hat und Erstautor des neuen Fachartikels ist.

Chariklo ist das größte Mitglied einer Klasse von Objekten, die Zentauren genannt werden. Er kreist zwischen Saturn und Uranus im äußeren Sonnensystem. Vorhersagen hatten gezeigt, dass er von Südamerika aus gesehen am 3. Juni 2013 den Stern UCAC4 248-108672 passieren würde.

Mit sieben Teleskopen, einschließlich des dänischen 1,54-Meter-Teleskops und des TRAPPIST-Teleskops am La-Silla-Observatorium des ESO in Chile, konnten Astronomen den Stern für einige wenige Sekunden scheinbar verschwinden sehen, als dessen Licht von Chariklo abgeschattet wurde  – p.txt eine Sternbedeckung also.

Sie fanden jedoch viel mehr, als sie sich erhofft hatten: Einige Sekunden vor und noch einmal einige Sekunden nach der Hauptbedeckung gab es zwei weitere sehr kurze Abstufungen in der scheinbaren Helligkeit des Sterns. Irgendetwas um Chariklo herum hatte das Licht abgedunkelt.

BILD: Künstlerische Gesamtansicht des Chariklo-Systems

Über den Vergleich dessen, was an verschiedenen Orten beobachtet wurde, konnte das Team nicht nur die Form und Größe des Objekts selbst, sondern auch die Struktur, Breite und Ausrichtung sowie weitere Eigenschaften der neu entdeckten Ringe rekonstruieren.

Dabei hat das Team festgestellt, dass das Ringsystem aus zwei scharf abgegrenzten Ringen von nur sieben und drei Kilometern Breite besteht, zwischen denen eine Lücke von neun Kilometern liegt  –  und das um ein kleines Objekt von nur 250 Kilometern Durchmesser auf einer Umlaufbahn, die hinter der des Saturn liegt.

Quelle und Fortsetzung der Pressemitteilung von ESO hier: http://www.eso.org/public/germany/news/eso1410/

Copyright beider Fotos: Calçada/Nick Risinger (skysurvey.org)


Prof. Joseph Schumacher zur kirchlichen Approbation von Privatoffenbarungen

Was bedeutet die „Anerkennung“ einer Erscheinung?

Der bekannte Dogmatiker Prof. Dr. Joseph Schumacher (siehe Foto) hat sich eingehend mit der Frage befaßt, was die kirchliche „Anerkennung“  –  genauer: Approbation  –  von Marienerscheinungen bzw. Privatoffenbarungen beinhaltet und bedeutet.   Joseph-Schumacher

Der Freiburger Priester und Professor ist ordentliches Mitglied der „Pontificia Academia Theologica Romana“ und korrespondierendes Mitglied der „Internationalen Päpstlichen Akademie für Mariologie“.

Vielfach herrscht im katholischen Kirchenvolk die Meinung vor, eine Approbation sei als eine „Anerkennung“ in der Weise zu verstehen, als ob die Kirche damit ein verbindliches Glaubensgut vorlegt bzw. mittels ihrer lehramtlichen Autorität feststellt, jene Privatoffenbarung sei gewiß übernatürlichen (himmlischen) Ursprungs.

Tatsächlich ist es aber so (und dies gilt sowohl „vorkonziliar“ wie „nachkonziliar“), daß eine kirchliche Approbation den Gläubigen erlaubt, jener Erscheinung Glauben zu schenken; hinsichtlich nicht-gebilligter Privatoffenbarungen sollten Katholiken sich ohnehin zurückhalten.v

Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Schumacher veröffentlichen wir nun seine Ausführungen im Kapitel „Kirchliche Approbation“ aus der theologischen Abhandlung „Privatoffenbarungen und Marienverehrung“, die in dem Sammelband „Der Widerschein des ewigen Lichtes“ bereits 1984 im Verlag Butzon & Bercker erschien:

„Weil die Unterscheidung zwischen echten und falschen Visionen und Offenbarungen im konkreten Fall äußerst schwierig ist, deshalb übt die Kirche ihnen gegenüber generell Zurückhaltung. Nur eine geringe Zahl von Privatoffenbarungen hat sie approbiert. Bei grundsätzlicher Wertschätzung solcher Phänomene verhält sie sich im konkreten Fall im allgemeinen distanziert. Camberg-Peter-Paul-DSC_0342

Zwischen 1930 und 1950 hat sie in Westeuropa allein 30 Reihen von Muttergotteserscheinungen mit insgesamt 300 Einzelerscheinungen vor kindlichen Seherinnen und Sehern untersucht.

Von den vielen Erscheinungen der letzten Jahrzehnte erhielten nur die von Banneux und Beauraing die kirchliche Anerkennung. In allen anderen Fällen erfolgte ein ablehnender oder verwerfender Bescheid, oder man nahm eine abwartende Haltung ein.

„Eher durch Leichtgläubigkeit verfehlen“

Man kann sich gegenüber visionären Vorkommnissen eher durch Leichtgläubigkeit als durch Skepsis verfehlen, besonders in unruhigen und unsicheren Zeiten. Das ist die Meinung des hl. Johannes vom Kreuz, der selbst ein hochbegnadeter Mystiker gewesen ist.

Bereits Thomas von Aquin warnt hier vor Leichtgläubigkeit, weil der christliche Glaube sonst dem Spott der Ungläubigen ausgesetzt werde. domi

In ähnlicher Weise stellt Bonaventura, der mystischen Erfahrungen durchaus nicht negativ gegenüberstand, fest:

“Der Mensch darf … nicht jedem Geiste glauben, sondern er muß (die Geister) prüfen, ob sie aus Gott sind. Wer nämlich in solchen Dingen schnell glaubt, ist leichtsinnig, und vielleicht ist er auch aufgeblasenen Sinnes, indem er sich für solche Visionen und Offenbarungen besonders geeignet hält. – Deshalb sind solche Erscheinungen mehr zu fürchten als zu erwünschen.

Es wird nämlich von einem gewissen heiligen Pater erzählt, daß er, als ihm der Teufel in der Gestalt Christi erschien, die Augen schloß und sprach, er wolle in diesem Leben Christus nicht sehen. Da verschwand der Teufel, durch solche Demut beschämt, auf der Stelle.

Andererseits wird von sehr vielen berichtet, die sich für Visionen geeignet hielten und sie begehrten, die in viele Wahnvorstellungen und Irrtümer gestürzt sind”.

Johannes Gerson  ist der Meinung, daß es kaum eine zerstörendere und ungesundere Seuche gibt als die Begierde nach Offenbarungen.

Die Zurückhaltung der Kirche gegenüber Privatoffenbarungen ist eine grundlegende Verpflichtung auch für den einzelnen Katholiken.

Daher sollen weder seine eigenen subjektiven Erlebnisse noch jene anderer für ihn eine entscheidende Norm für sein geistliches Leben sein, vielmehr soll er sich der öffentlichen Offenbarung unterwerfen und der Lehre und der Leitung der Kirche anvertrauen. Wichtiger als die Privatoffenbarungen sind das Evangelium und die Sakramente .

Gefahr von Geltungsstreben und Selbsttäuschung

Weil die Gefahr der Selbsttäuschung hier groß ist, kann die subjektive Gewißheit des Visionärs nicht an die Stelle einer eingehenden Prüfung gesetzt werden.

Zurückhaltung ist auch deswegen geboten, weil bei derartigen Phänomenen nicht selten aufdringliche Propaganda und menschliches Geltungsstreben mitspielen und weil ihnen die Tendenz zur Eskalation immanent ist. Sie arten leicht aus zu einer Leidenschaft, speziell in Zeiten des Umbruchs.

In der ganzen Kirchengeschichte hat die Kirche nicht so viele falsche Offenbarungen verwerfen müssen wie im 20. Jahrhundert.

Der ungesunden Begierde nach Offenbarungen liegt einerseits ein geschwächter Glaube zugrunde, andererseits das Streben nach immer neuen Abwechslungen. Es wird ausgesprochener Mißbrauch mit den Privatoffenbarungen getrieben, wenn man mit ihrer Hilfe historische oder topographische Fragen zu lösen versucht.

Mit ihnen kann man keine exegetischen Schwierigkeiten lösen. Sie können nicht als theologische Beweismittel Verwendung finden. Sie haben keinen Platz in der theologischen Erkenntnislehre. Sie können nicht davon dispensieren, das Denken und Leben nach den Lehren des Glaubens und mit Hilfe der Vernunft zu normieren.

Stets eine untergeordnete Stellung

Schon deshalb kann ihre Stellung im kirchlichen Leben stets nur eine untergeordnete sein. Das Heil liegt nicht in den außerordentlichen Dingen.

Nicht die visionäre Erleuchtung ist die Grundlage des christlichen Lebens, sondern der Glaube an die  –   der Kirche anvertraute   –  öffentliche Offenbarung, das depositum fidei. Nicht die Ekstase ist der Höhepunkt der Vollkommenheit, sondern die Liebe. kt2012-p1110153

Bei aller Wertschätzung der außerordentlichen Gnadengaben ist auch für Paulus die Agape wichtiger. Dieser Gedanke findet sich in immer neuen Variationen bei Johannes vom Kreuz. Das Streben des Menschen muß sich primär auf die Vereinigung mit Gott, auf die Entfaltung der Liebe richten. Dabei muß er sich in erster Linie der gewöhnlichen Gnadenordnung bedienen.

Niemals werden Privatoffenbarungen von der Kirche als Gegenstand allgemeiner Glaubenspflicht vorgelegt.

Ihre kirchliche Approbation besagt nur, daß sie nichts enthalten, was dem Glauben und der Sitte widerspricht, daß sie veröffentlicht und Gegenstand des Kultes werden können, daß ihre übernatürliche Verursachung vernünftigerweise (fide humana) angenommen werden kann und sie der Erbauung der Gläubigen dienen können.

Approbierte Erscheinungen sind nicht verpflichtend

Ihre kirchliche Billigung hat nicht die Gewißheit des göttlichen Glaubens zum Ziel, wie das bei dem depositum fidei der Fall ist, sondern nur eine Zustimmung im menschlichen Glauben, wonach sie wahrscheinlich glaubwürdig sind. media-444757-2

Die Approbation geht mehr auf die Vereinbarkeit einer Privatoffenbarung mit der öffentlichen Offenbarung als auf ihre Echtheit oder Gottgewirktheit. Sie gehört nicht in den Bereich des Lehramtes, sondern des Hirtenamtes.

Daher sind auch approbierte Privatoffenbarungen für die Gläubigen nicht verpflichtend. Die Kirche könnte sie gar nicht verpflichtend machen, selbst wenn sie es wollte, denn ihre Unfehlbarkeit bezieht sich nur auf die Bewahrung und Interpretation der öffentlichen Offenbarung.

Infolgedessen sind maßvolle Kritik an den Privatoffenbarungen und ihre begründete Ablehnung möglich und durchaus mit dem Glauben zu vereinbaren, wenn sie nur mit der gebotenen Bescheidenheit, vernünftig und ohne Mißachtung vorgetragen werden.

Der einzelne hat, von Sonderfällen abgesehen, für sich das Recht, niemals von Privatoffenbarungen Gebrauch zu machen. Auch wenn sie offiziell von der Kirche approbiert worden sind, ist er nicht an sie gebunden.

Das hat letztlich seinen Grund darin, daß von außen für gewöhnlich nur ein mehr oder weniger hoher Grad von Wahrscheinlichkeit für die Echtheit einer Privatoffenbarung erreichbar ist.

Dem Außenstehenden ist der Zugang zu dem eigentlichen mystischen Kernerlebnis eines Visionärs verwehrt. Selbst für den unmittelbaren Empfänger einer Offenbarung ist hinsichtlich ihrer Echtheit oft nur schwerlich Gewißheit zu erreichen.“

HIER geht es zum vollständigen Artikel von Prof. Schumacher: Privatoffenbarungen[1]


Indien: Katholischer Pfarrer Abhi holt Kinder und Jugendliche von der Straße

Über fünfzig Kinder wurden im indischen Staat Uttar Pradesh von einem einheimischen katholischen Priester gerettet, der sich um Minderjährige kümmert, die entlang der Bahngleise nach Lebensmitteln und Unterschlupf suchen. foto 31.5.2010a - Kopie

Pfarrer Abhi gründete zusammen mit der katholischen Ordenschwester Manju die Organisation „Drug Abuse Resistance Education (Dare)“, die Minderjährige auf dem Weg zurück in ein normales Leben begleitet und sich darum bemüht, dass sie zu ihren Familien zurückkehren und die Schule besuchen.

Nach Angaben des katholischen Geistlichen leben hunderte Kinder und Jugendliche in den Bahnhöfen der Stadt Varanasi, wo täglich rund 200 Züge und Tausende Passagiere Halt machen.

“In den frühen Morgenstunden”, so Pfarrer Abhi, “begegnet man in diesen Bahnhöfen vielen Kindern, die Plastik sammeln und es für 40 Rupie pro Kilo verkaufen. In unserem Dare-Heim werden derzeit insgesamt 26 Kinder und Jugendliche betreut, die zur Schule gehen und medizinisch versorgt werden, was auf der Straße nicht der Fall war. Insgesamt 53 Minderjährige konnten wir bereits zu ihren Familien zurückführen”.

Quelle: Fidesdienst


Regensburg: Bischof Rudolf Voderholzer vergißt Hochwasser-Opfer nicht

Betroffene Familien zum Kurzurlaub nach St. Englmar eingeladen

Fast ein dreiviertel Jahr ist seit der Hochwasserkatastrophe im Raum Deggendorf vergangen. Kirche und Caritas haben die Sorgen und Nöte der Betroffenen nicht vergessen: borMedia1847901

„Gerade von Eltern und ihren Kindern fordert es noch immer viel Kraft, das Erlebte zu verarbeiten und die Folgen der Flut zu bewältigen. Wir stehen auch jetzt nahe bei den Menschen“, erklärt Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto).

Deswegen werden jetzt die betroffenen Familien in den Pfingstferien für ein paar Erholungstage in das Caritas-Haus Tannenhof nach Sankt Englmar in den Bayerischen Wald eingeladen.

Dort können Eltern und ihre Kinder kostenlos bei Vollpension unbeschwerte Tage genießen. Oben drauf gibt es, falls gewünscht, eine kleines „Erlebnis-Paket“ mit Waldwipfelweg, Rodel- und Freizeitspaß, Spieleland, Streichelzoo, Ponyreiten und Freibad in Viechtach. 

„Jede Familie soll die Tage so gestalten wie sie es möchte. Wenn jemand über das Erlebte reden will, sorgen wir auch dafür“, sagt Caritasdirektor Dr. Roland Batz. Die Caritas stellt im Zeitraum vom 10. bis 18. Juni ihren idyllisch gelegenen Tannenhof zur Verfügung.

Selbstverständlich können die Familien innerhstockbrot 2 - Kopiealb der acht Tage Zeit und Dauer ihres Aufenthaltes selbst bestimmen. Alle vom Hochwasser betroffenen Familien, unabhängig von Konfession oder Nationalität, sind herzlich eingeladen, diesem Angebot zu folgen. 

Mehr Informationen zum Erholungsangebot aber auch weitere materielle und psychosoziale Hilfen gibt es beim Kreis-Caritasverband Deggendorf, dem Beratungsdienst des Malteser-Hilfsdienstes oder den Pfarreien in der vom Hochwasser betroffenen Region.

Den Informationsflyer gibt es auch im Internet unter http://www.tannenhof-englmar.de
 
Anmeldung und Buchung bei: Caritas Regensburg, Referat Erholung,
E-Mail: erholung@caritas-regensburg.de, Telefon 0941/5021-126.

Zusatzinfo 1: In drei Hilfswellen hat die Kirche und die Caritas materielle Unterstützung für die Opfer der Flutkatastrophe ermöglicht: Nach einer Soforthilfe in Höhe von 300 Euro im Juni, folgten im Juli und noch einmal zum Nikolaustag jeweils 2000 Euro Haushaltshilfe pro Familie. Daneben haben Caritas und Malteser ihr Beratungs- und Hilfsangebot im Raum Deggendorf vor Ort und auf die Bedürfnisse der vom Hochwasser Betroffenen ausgerichtet.

Text und Fotos: Bistum Regensburg

 


Bischof Tebartz-van Elst widerspricht z.T. dem Prüfbericht der Dt. Bischofskonferenz

Erklärung des Bischofs Franz-Peter Tebartz–van Elst zum Bericht der Prüfungskommission der Deutschen Bischofskonferenz im vollen Wortlaut:

1. Komplex:
Zur unterstellten Diskrepanz zwischen dem Wissenstand des Bischofs und den Angaben
gegenüber S.Em. Kardinal Lajolo (ng. S. 46; S. 51 Ziff. 25 und 29; S.103) wird erklärt:

Bereits im Oktober 2013 habe ich auf die mir vorgelegten Fragen unter Nr. l|.6. wahrheitsgemäß mitgeteilt, dass mir beim Gespräch mit S.Em. Kardinal Lajolo, am 10. September 2013 die differenzierte Gesamtsummenrechnung noch nicht vorlag. e5359dc532c2210a4bd1e232bbe4825c

In den vorausgehenden Sitzungen des Vermögensverwaltungsrates des Bischöflichen Stuhls war immer wieder von der Notwenigkeit und dem Bemühen die Rede, mögliche Abschreibungen mit zu berücksichtigen, die hinsichtlich der gesamten Baukostensumme dann zu Verringerungen geführt hätten.

In der vom Bericht angesprochenen Sitzung des Vermögensverwaltungsrates vom 28. August 2013, nach der ich über die Erweiterung des Kreditumfanges hätte informiert sein müssen, war ich entgegen der Angabe des Berichtes gar nicht anwesend, weil ich an diesem Tag zu einer Begegnung mit dem Präfekten der Bischofskongregation, S.Em. Marc Kardinal Ouellet, in Rom weilte.

Auch die Behauptung des Berichtes, nach der die Unterzeichnung des Protokolls der Sitzung des VermögensverwaItungsrates vom 28. August 2013 durch mich am 11. September 2013 erfolgt sei, kann nicht als Beleg für meine Kenntnis der differenzierten Gesamtbaukostensumme angeführt werden. Das Gespräch mit S.Em. Kardinal Lajolo fand am Tag zuvor statt und erst am Tag darauf wurde mir das Protokoll der Sitzung vom 28. August 2013 von Generalvikar Dr. Kaspar zugestellt, so dass erst zu diesem Zeitpunkt eine Beschäftigung meinerseits im Detail möglich war.

Die Romgenehmigung erweist sich als nicht erforderlich. vorsorglich wurde jedoch der Vertreter des Heiligen Stuhls in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, seit Baubeginn im Jahr 2010/2011 mehrfach durch Generalvikar Dr. Kaspar informiert (vgl. das in der Anlage beigefügte Schreiben von Rechtsanwalt Professor Ignor vorn 5. November 2013; und meine Beantwortung der Einzelfragen, die mir im Oktober 2013 von der Bischofskongregation vorgelegt wurden, vgl. hier: Nr. |.5.;6.).

2. Komplex:

Soweit kirchenrechtliche Bedenken geäußert werden, beziehen sich diese auf Einhaltung der Schriftform (vgl. Prüfungsbericht S. 15 und S. 37) und die Respektierung der Beispruchsrechte. Beide Gegenstände formaler Natur lagen in der Verantwortung des Generalvìkars. Als Nicht-Fachmann auf dem Gebiet der kirchlichen Verwaltung uncl durch meine Qualifikation als Wissenschaftler in der Pastoraltheologie musste ich Generalvikar Dr. Kaspar die Verantwortung hierfür überlassen, der„als einziger (neben dem Geschäftsführer des Bischöflichen Stuhls) nachweislich über einen umfassenden Einblick in die Vermögensstruktur des Bischöflichen Stuhls verfügte” (vgl, Prüfungsbericht S. 50 Ziff. 21).

lm Übrigen stellt der beschrittene Weg eine Fortsetzung der vorausgehenden Übung des Domkapitels auf diesem Gebiet dar.

3. Komplex:
Zur behaupteten Letztverantwortung des Bischofs im Berichtverstehe ich diese seit jeher so, dass sie sich in der Nachfolge der Apostel an den Herrn der Kirche richtet (Zeuge der Wahrheit), nicht jedoch als Ausdruck einer verwaltungsmäßigen All- und Detailzuständigkeit. Ein entgegengesetztes Verständnis Würde an den bischöflichen Dienst Kriterien anlegen, die ihn in erster Linie als Verwaltungsfachmann, Bausachverständiger und Buchhalter sehen, statt auf seine lehramtliche, pastorale, geistliche und caritative Sendung abzustellen.

4. Komplex:
Zur Verantwortung des Generalvikars (vgl. S. 35, S. 39 und S. 101):

Mit Beginn meines bischöflichen Dienstes in der Diözese Limburg im Januar 2008 habe ich eine in vielfacher Hinsicht ungeordnete, Wenig sachorientierte und primär personenbezogene Verwaltungssituation eingetroffen. Diese hat mich veranlasst nicht zuletzt auf den ausdrücklichen Rat meines Vorgängers im Bischofsamt, Bischof em. Dr. Franz Kamphaus, hin im September 2009 Generalvikar Dr. Franz Kaspar aufgrund seiner Verwaltungserfahrung und seines Standings in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit in das Amt des Generalvikars zu berufen.

Er drängte im Interesse einer größeren Verwaltungseffizienz darauf, dass ihm die Bauabteilung und Kunstpflege im Bischöflichen Ordinariat direkt zugeordnet und aus der Einbindung in das Finanzdezernat gelöst Werde.

Ferner beanspruchte er die Rolle des Bischöflichen Ökonoms in der Diözese, entgegen der früheren Praxis der Beauftragung des Finazdezernenten mit dieser Verantwortung. Auch das Anlagegeschäft hat er in seine Zuständigkeit genommen. Bezogen auf den Bau des Bischofshauses hat er den Wechsel vom zweiten Entwurf (Architekt Hamm) zu der Konzeption von Professor Schattner wesentlich betrieben.

Hinsichtlich der Kunstausstattung im Bischofshaus hat er die Initiative zu den Künstlern Professor Johannes Schreiter (Glasfenster), Karl-Matthäus Winter (Ausstattung der Kapelle) und Professor Thomas Duttenhofer (Portal), mit denen er allesamt persönlich bekannt war, betrieben.

Zu den vorhandenen historischen Möbeln aus dem Depot hat er aus eigener Initiative und ohne meine Kenntnis Mobiliar erworben.

Zur Unterstellung der Anforderung der Verschwiegenheit wird darauf verwiesen, dass die entsprechenden Regelungen in den Dienstverträgen zwischen Bistum und Bischöflichen Stuhl identisch sind (vgl. die in der Anlage beigefügten beiden Dienstverträge). Auch in der Praxis ist mir keine abweichende Handhabung gegenwärtig.

Die besondere Problematik im Bistum Limburg, die schon vor meinem Kommen durch Indiskretionen gekennzeichnet war (vgl. Brief von Professor Christoph Mäckler vom 20. August 2008 zum Bauvorhaben des Domkapitels; vgl. auch Prüfungsbericht S. 100), legte es trotzdem nahe, immer wieder auf eine selbstverständliche Diskretionsverpflichtung zu verweisen. Denn auch die Vorgeschichte zum Bau des Hauses der Bischöfe zeigt bereits, wie sehr hier ein Weg in die Intransparenz beschritten wurde, aus dem man später schwerlich herauskam.

Die Entscheidung die KPMG mit der Abwicklung zu beauftragen (vgl. S. 69 und S. 88), erschien mir als eine zukunftsweisende Maßnahme (Outsourcing) auch um dem Vorwurf einer bloß internen Selbstkontrolle zu begegnen.

Zudem reichte auch die Verwaltungskapazität des Bischöflichen Ordinariates nicht aus, um diese Aufgabe zu erfüllen.

5. Komplex:
Zur Auflistung der kostentreibenden und kostenerhöhenden Sachverhalten (S. 79 – 82) wird bemerkt:

Es wird im Prüfungsbericht eine Darstellung der Gesamtkosten vorgelegt, die den methodischen Irrtum erregt, dass die dort genannten absoluten Beträge Mehrkosten darstellten, während sie sich als Gesamtkosten der einzelnen Positionen erweisen. Der dadurch erweckte Eindruck führt zu Größenordnungen, die irritieren müssen.

Zu jedem der im Bericht genannten Punkte könnte durch die zuständigen Mitarbeiter Stellung genommen werden. Was die Verantwortung als Bischof angeht, muss dabei die Einschränkung gesehen werden, dass ich als Bischof weder ein Finanz- noch ein Baufachmann bin. Soweit mir persönlich konkrete Informationen zu den im Bericht genannten Einzelpositionen möglich waren, habe ich diese in dem Gesprächen arn 4. und 5. März 2014 in der Bischofskongregation vorgetragen. Auf dem Hintergrund misslicher Erfahrungen mit anderen Bauprojekten im Bistum lag mir besonders daran, von Anfang an Qualität und Nachhaltigkeit im Gesamtprojekt zu beachten.

Zum Exkurs des St. Georgswerkes (S. 32f.):

Zutreffend stellt der Bericht fest, dass „das Urteil, das der safzungsmäßige Zweck des Werkes im Jahre 2011 nicht mehr erfüllt werden kann, dem Bischof zusteht. (vgl. 5.32). Die Verfasser des Berichts halten für klärungsbedürftig, ob die dem Bischöflichen Stuhl zufallenden Mittel für den vom Gründer bestimmten Zweck verwendet wurden. Sie sehen im Aufhebungsdekret des Bischofs eine Einschränkung der ursprünglichen Zweckbestimmung.

Hierzu ist aber- äußerlich abweichend vom Aufhebungsdekret vom 27. September 2011 -im Protokoll des Vermögensverwaltungsrates des Bischöflichen Stuhls vom 2. November 2011 belegt, dass auch nach der Auflösung des St. Georgswerkes das dem Bischöflichen Stuhl zufallende Vermögen auch Weiterhin für „kirchliche, gemeinnützige oder mildtätige Zwecke” genutzt werden soll und muss.

Daraus wird ersichtlich, dass sich an der Stiftungsintention des St. Georgswerkes nichts geändert hat, ungeachtet der Frage ob bei der Gründung des Werkes in der unmittelbaren Nachkriegszeit der Bau eines diözesanen Begegnungszentrums intendiert war. Die in diesem Zusammenhang offene Rechtsfrage, die nach Auffassung der Verfasser des Berichts der Klärung bedarf, belegt, dass kein intentionaler Verstoß gegen die Zweckbestimmung vorgeworfen werden kann (Vgl. Protokoll des VVR 2. November 2011).

Der Verantwortliche für die Entscheidung, Generalvikar und Bischöflicher Ökonom Dr. Franz Kaspar, war sich offensichtlich der Tatsache bewusst, dass die Stiftungsintention des Werkes weiterhin durch das Vermögen des Bischöflichen Stuhls gedeckt ist und gewährleistet wird. Von dieser Gewissheit bin ich ausgegangen.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Stuttgarter CDU verlangt grundsätzliche Überarbeitung des „Bildungsplan 2015“

Stellungnahme des CDU-Kreisvorstands Stuttgart:

Die CDU Stuttgart fordert die Landesregierung auf, das Arbeitspapier zum Bildungsplan 2015 insbesondere im Hinblick auf das dort formulierte Thema „Sexuelle Vielfalt“ grundsätzlich zu überarbeiten.

Aus Sicht der CDU Stuttgart ist der Stellenwert, der diesem Themenkreis im Arbeitspapier zugeschrieben wird, überzogen. Auch werden schon heute unterschiedliche sexuelle Identitäten im Rahmen der Familien- und Geschlechtserziehung an den Schulen berücksichtigt. bildungsplan_bw_petition_logo13_e7fe0bc824

Wir fordern die Landesregierung auf, hierzu mit allen relevanten Gruppen der Gesellschaft in einen Dialog zu treten, um ein möglichst von allen akzeptiertes Erziehungsziel zu formulieren.

Eine Reduzierung des Toleranzbegriffes auf das Thema „Sexuelle Vielfalt“, wie sie durch das bisherige unsensible und wenig hilfreiche Vorgehen der Landesregierung nahegelegt wird, lehnt die CDU Stuttgart ab.

Wir fordern die Landesregierung des Weiteren auf, die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger im Zusammenhang mit der Erarbeitung des neuen Bildungsplans ernst zu nehmen; sonst wird die angekündigte Politik des „Gehörtwerdens“ nach dem gescheiterten Filderdialog und der Abstimmung zum Nationalpark endgültig ad absurdum geführt.

Werte-Erziehung ist Aufgabe der Eltern

Außerdem erinnert die CDU Stuttgart daran, dass die Werteerziehung in erster Linie nicht Aufgabe des Staates, sondern der Eltern ist.

Deshalb ist im Bereich der Geschlechtserziehung besonders sensibel vorzugehen. Ganz unabhängig von der aktuellen Debatte um den Bildungsplan halten wir fest, dass für uns auch weiterhin die Familie das Leitbild für die Erziehung von Kindern ist. Banner_mi

Die sexuelle Ausrichtung von Menschen darf aus Sicht der CDU Stuttgart keinen Anlass zur Diskriminierung geben und sollte daher auch weiterhin jedenfalls Gegenstand der Familien- und Geschlechtserziehung an den Schulen sein und bleiben.

Jedoch hält es die CDU Stuttgart für überzogen, dieses Thema als Querschnittsaufgabe in den fünf Leitprinzipien „Berufliche Orientierung, Nachhaltige Entwicklung, Medien, Prävention und Gesundheitsförderung, Verbraucherbildung“ über alle Klassenstufen hinweg als einen zentralen Problemkreis darzustellen.

Die Formulierung „Sexuelle Vielfalt“ in dem vorliegenden Arbeitspapier halten wir außerdem für unglücklich gewählt, weil hier der Eindruck entstehen kann, Schülerinnen und Schüler könnten aus einem Angebot sexueller Ausrichtungen frei wählen. Hier wäre von Seiten des Kultusministeriums mehr Sensibilität gegenüber der Persönlichkeit der Kinder nötig.

Quelle: http://www.cdu-stuttgart.de/aktuelles/artikel/cdu-kreisvorstand-nimmt-einstimmig-stellung-zum-bildungsplan.html