Lehrerverbands-Präsident Josef Kraus kritisiert grün-roten „Bildungsplan 2015“

Kritik am baden-württembergischen Bildungsplan hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, geübt. Der Entwurf sieht vor, dass ab der ersten Klasse Homo-, Bi- und Transsexualität intensiver und fächerübergreifend behandelt werden.

„Ich halte den Entwurf für einseitig und völlig unausgereift“, sagte Kraus in einem Interview mit der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. IMG_1061

Es sei daher richtig, dass die Landesregierung ihn nun überarbeiten wolle. Vorausgegangen waren Proteste. Fast 200.000 Bürger unterschrieben eine Petition gegen die Akzeptanz sexueller Vielfalt in dem Bildungsplan.

Kraus plädiert zwar dafür, dass sexuelle Orientierungen in der Schule altersgerecht besprochen werden und dafür Toleranz vermittelt wird: „Aber alternative sexuelle Orientierungen dürfen nicht zum Leitprinzip werden.“

Die Sexualerziehung gehöre zum Kernbestand des elterlichen Erziehungsrechts. Er wünsche sich deshalb von den Schulen eine zurückhaltende Herangehensweise. Eltern dürfe nicht das Gefühl vermittelt werden, dass eine einseitige Einflussnahme stattfinde.

Kraus wandte sich ferner gegen Kuschelunterricht und Gefälligkeitspädagogik an den Schulen. Er sei ein überzeugter Vertreter des Leistungsprinzips: „Kinder haben einen natürlichen Leistungsdrang, sie wollen sich beweisen – gegenüber sich selbst, den Eltern, Lehrern und den Mitschülern.“

Es sei einer der größten Schäden der deutschen Schulgeschichte, dass man seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts schulische Leistungen mit Druck und Leistungsterror verbinde. Es sei ein Zerrbild, das die Schule Stress sei und Angst mache. An den meisten Schulen gebe es ein konstruktiv-entspanntes Verhältnis von Lehrern und Schülern.

Quelle: http://www.idea.de

Foto: Konrad Ruprecht


Weltweiter Down-Syndrom-Tag: Medien ermutigen zum behinderten Kind

Mathias von Gersdorff

Die breite und positive Berichterstattung zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21.3. kontrastiert stark mit dem üblichen Desinteresse der meisten Medien für Lebensrechtsthemen.  Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Ideologische Scheuklappen und überhaupt die Grausamkeit des Themas führt im Rest des Jahres dazu, daß die meisten Medien einen großen Bogen darum machen. Es gibt natürlich rühmliche Ausnahmen wie beispielsweise die „Junge Freiheit“ (vgl. Artikel „Warum diese Kinder leben“).

Die meisten Artikel, Reportagen und Filmberichte zum Welt-Down-Syndrom-Tag beinhalteten drei Botschaften:

1. Die geistige Behinderung ist oft viel geringer als zunächst befürchtet; 2. Trotz Behinderung sind Menschen mit Down-Syndrom in der Lage, ein einigermaßen unabhängiges Leben zu führen und sogar Berufe auszuüben; 3. Die Mütter und Familien, die ein Kind mit dieser Behinderung angenommen haben, empfinden es als Reichtum und sind ausgesprochen froh, daß sie ja zu ihrem Kind gesagt haben.

Es ist sehr schön, daß in der Presse in dieser Form berichtet wird. Man würde sich aber wünschen, daß die Medien verstärkt das Ja zu allen ungeborenen Kinder ermutigen, also auch solche, die „unerwünscht“ gezeugt werden. Ebenfalls wäre zu begrüßen, daß auf das uneingeschränkte Recht auf Leben aller Menschen hingewiesen wird, unabhängig davon, wie krank oder behindert sie sind.

In nicht wenigen Berichten findet sich unterschwellig eine utilitaristische Sicht des Menschen: Das Kind ist nicht dermaßen behindert, daß es nur Kosten verursacht und nichts leisten kann. DSC07339

Es gibt Anlaß, auf das uneingeschränkte Recht auf Leben hinzuweisen. Das Video „Liebe ist kein Argument“ zeigt Szenen aus dem Alltag eines Mädchens mit Down-Syndrom. Dem Zuschauer wird deutlich gemacht, wie normal ihr Leben ist: Sie fährt Rad, sie spielt mit einem Hund, sie spielt Geige, sie liest ein Buch usw.

Dabei werden Kommentare zu der Zeit-Reportage „Elternglück, nur anders“ vorgelesen, die über ein Ehepaar berichtete, die ein zweites Kind mit Down-Syndrom zur Welt brachte, obwohl sie vor der Geburt davon wußten. 

Es sind Kommentare wie: „Da schon vor der Geburt feststeht, daß das Kind behindert zur Welt kommen wird, handeln die Eltern schlichtweg egoistisch und verantwortungslos“ oder „Ich gönne allen Menschen ihr Glück, aber mit Absicht Behinderte in die Welt zu setzen, geht doch gar nicht. Wie egoistisch kann man sein? Eigentlich dürfte man sowas nicht erlauben, auch wenn es ein schmaler Grat zu alten Zeiten ist.“

Die Zeit hat löblicherweise dieses wertvolle Video verbreitet. Kann man aber erstaunt sein, daß es angesichts der Abtreibungspraxis zu solch menschenverachtenden Kommentaren kommt?

Daß viele Medien zu einem Leben mit Kindern mit Down-Syndrom ermutigen, hat auch damit zu tun, daß diese Kinder in der großen Mehrheit der Fälle von den Eltern „erwünscht“ waren. Sie wollten ja tatsächlich ein Kind zeugen und auf die Welt bringen. baby

Würden diese Medien versuchen, die Einstellung der Menschen zu „unerwünschten“ Kindern positiv zu beeinflussen, würden sofort die Empörungsrituale der Feministinnen und der Abtreibungslobby losgetreten werden. Schnell würde es heißen, man wolle die Frauenrechte beschneiden und sie auf „Gebärmaschinen“ reduzieren.

Prompt spielt das Recht auf Leben des ungeborenen Kindes keine Rolle mehr, prompt wird es zu einem bloßen Störfaktor der emanzipierten Frauen auf dem Weg zu einer falsch verstandenen Selbstverwirklichung.

Die positive Berichterstattung ist möglicherweise auch Folge eines kollektiven schlechten Gewissens. Etwa 95 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom werden nämlich abgetrieben. Seit 2012 wurden drei Bluttests (PraenaTest von Lifecodexx, Panorama-Test der Firmen Natera und Amedes und der Harmony-Test der US-Firma Ariosa) eingeführt, welche die Selektion erheblich erleichtern.

Diese Diagnoseverfahren sind weder sicher noch geben sie an, wie stark die Behinderung sein wird. Wie schon oben erwähnt, gibt es Menschen mit Down-Syndrom, die normale Berufe ausüben können.

Darüber informiert das neu erschienene Buch „Was soll aus diesem Kind bloß werden? – 7 Lebensläufe von Menschen mit Down-Syndrom“ von Professor Holm Schneider (siehe Foto). Er selbst, Kinderarzt, Genforscher und Autor mehrere Bücher und Fachpublikationen, stellte eine Sekretärin mit Down-Syndrom ein. PICT0107

Seit einigen Jahren erscheinen regelmäßig Bücher über das Leben und das Zusammenleben mit Menschen mit Down-Syndrom. Vor wenigen Wochen ist beispielsweise „Lolas verrückte Welt: Diagnose: Down-Syndrom“ der 37jährigen Amelie Mahlstedt erschienen. Vor sechs Jahren brachte sie ein behindertes Kind zur Welt, und sie dachte, die Welt würde einstürzen. In ihrem Buch beschreibt sie, wie dieses Kind ihr eigenes Leben wertvoller gemacht hat.

Am erfolgreichsten waren bislang die Bücher von Doro Zachmann: „Mit der Stimme des Herzens. Meine ersten Jahre mit Jonas“ (1999) „Bin Knüller! Herz an Herz mit Jonas“ (2010) und „Ich mit ohne Mama. Knüller Jonas wird erwachsen“ (2012). Im letztgenannten ist Doro Zachmanns behinderter Sohn Jonas Kaufmann Mitautor.

Auf diese Weise kann man die Sensibilität und das Fassungsvermögen eines 19-Jährigen mit Down-Syndrom kennenlernen. Dabei stellt man fest, daß Menschen mit Down-Syndrom über psychische „Antennen“ verfügen, die andere nicht haben.

Alle diese Bücher sind empfehlenswert. Wie schön wäre es, wenn sie eine große Verbreitung finden. Es sind Werke, die uns einen neuen Blick auf das Leben eröffnen, die uns menschliche Reichtümer zeigen, die wir sonst nicht sehen würden. Es sind Bücher, die uns auch eine völlig neue Perspektive auf die Welt öffnen und nachdenklich machen.

Heutzutage ist es ja Mode geworden, „Quoten“ einzuführen. In Deutschland und Europa gibt es viele Volksvertreter, die sich rabiat für die Durchsetzung eines „Rechts auf Abtreibung“ einsetzen. Eine Behindertenquote in den Parlamenten, wodurch behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammenarbeiten müßten, würde sicherlich die Ansichten vieler ändern.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und des Webmagazins „Kultur und Medien heute“

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wlochenzeitschrift „Junge Freiheit“


„Kultur pur“ beim Regensburger Katholikentag

Über 300 kulturelle Schmankerl in fünf Tagen

Konzerte, Kino Kunst- und Literaturprojekte, Ausstellungen, Kabarett und Theater – rund 300 kulturelle Veranstaltungen laden beim Katholikentag in Regensburg zum Erleben und Staunen ein. Das sind fünf Tage Kultur pur. DSC00001

Im Regensburger Mehrgenerationenhaus stellte der Katholikentag nun diese Fülle vor.

„Das Kulturprogramm ist nicht schmuckes Beiwerk, sondern eine Chance für die Kirche“, erklärte der Vorsitzende des Arbeitskreises Musik, Theater und Kleinkunst, Domkapitular Thomas Pinzer, in Regensburg.

BILD: Dieses Gemälde der Regensburger Künstlerin Evita Gründler zeigt die schöne Altstadt mit ihren wesentlichen Wahrzeichen.

„Wir möchten mit dem vielfältigen Kulturprogramm auch jene begeistern, die zunächst den Katholikentag nicht als ihre Veranstaltung sehen. Daher wurde ein vielfältiges und kreatives Programm auf die Beine gestellt, bei dem für jeden etwas dabei sein müsste“, erläutert Dr. Maria Baumann, Vorsitzende des Arbeitskreises Kultur.

Der Katholikentag setzt sich mit Zukunftsfragen der Gesellschaft und der Zukunft von Glaube und Kirche kritisch auseinander. Auch das kulturelle Angebot „soll anstößig sein – im doppelten Sinn – und Sicherheiten infrage stellen“, so Baumann.

Ein Schwerpunkt sei die Musik. Es soll ein klingender Katholikentag werden. So eröffnen die Regensburger Domspatzen im Dom St. Peter am Donnerstag eine Konzertreihe, in der die „Säulen der Kirchenmusik“ präsentiert werden.Plakat

Die Nacht der Musik klingt am Freitag Abend in Krypten, Kapellen, im Kreuzgang und in der Basilika St. Emmeram.

Und am Samstag wird die Nacht der Glocken einen besonderen Akzent setzen: mit einem Schellenflug, bei dem Tauben mit Schellen im Gefieder zu Antonin Dvoraks sinfonischer Dichtung „Holoubek. Die Waldtaube“ während eines Gottesdienstes aufsteigen, mit Carillonspiel auf der Donau, mit einer Glocken-Klang- Performance in der Niedermünsterkirche und dem Regensburger Te-Deum, das zum Abschluss des Kulturprogramms von den Glockentürmen erklingt.

Aber auch Jazz, Rock, Pop und südländische Rhythen kommen nicht zu kurz. Neben bekannten Headlinern wie den Wise Guys, Judy Bailey, Quadro Nuevo und dem Jugendkonzert treten die Künstlerin Dotschy Reinhard mit Band und die in Tschechien berühmte Rockband Traband auf.

Highlights sind die Lesungen in der „Literaturarche“, einem Ausflugsschiff auf der Donau: von Harald Grill über Andreas Meier, der Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff, die aus ihrem Roman Blumenberg liest über Alois Prinz, Petra Morsbach, Ulrike Draesner und viele andere.

Dutzende Theater- und Kinovorstellungen, an jeder Ecke Kleinkunst, Improvisationstheater und mehr als 50 Kabarettvorstellungen runden das Programm ab.

Während des gesamten Katholikentages gibt es vier große Ausstellungen mit Werken von insgesamt 37 internationalen Künstlern, in der gotischen Dominikanerkirche, im Donaueinkaufszentrum, im Museum Obermünster und im ehem. Kloster St. Klara. Die Ausstellung „Geburt und Tod und das Dazwischen“ dort stellt zahlreiche Facetten der menschlichen Existenz in den Mittelpunkt.

Eduard Winklhofer ist einer der Künstler. Er beantwortete Fragen u. a. zu seinem Werk „Ohne Titel“, ein Refektoriumstisch mit zwölf Stühlen, für das er 2005 den Premio David di Michelangelo erhielt.

Das gesamte Programm durchstöbern können Sie unter http://www.katholikentag.de/pgd sowie ab Mitte April in der Programm-App des Katholikentags (www.katholikentag.de/app).

Bildmaterial und die Pressemappe zur Kultur-PK finden Sie unter http://www.katholikentag.de/presse

Kontakt:  Silke Jäger, Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 941.584 390 152
Fax +49 941.584 390 155
silke.jaeger@katholikentag.de


„Der Gott Jakobs ist unsere Burg“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 46 (45),2-3.5-6.8-9:

Gott ist uns Zuflucht und Stärke,
ein bewährter Helfer in allen Nöten.
Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt,
wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres,

Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt,
des Höchsten heilige Wohnung.
Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken;
Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht.

Der HERR der Heerscharen ist mit uns,
der Gott Jakobs ist unsere Burg.
Kommt und schaut die Taten des HERRN,
der Furchterregendes vollbringt auf der Erde.