Ministerpräsident Kretschmanns Verwirrspiel in puncto „Bildungsplan“

Mathias von Gersdorff

Mit seiner Erklärung vom 8. April 2014 zum Bildungsplan hat es Ministerpräsident Winfrid Kretschmann meisterhaft geschafft, die Öffentlichkeit völlig zu verwirren.

M. von Gersdorff

M. von Gersdorff

Für den „Humanistische Pressedienst“ steht fest, dass Kretschmann auf den Druck der Gegner reagiert hat: „Kretschmann knickt ein“.

Für die Schwäbische- und die Rhein-Neckar-Zeitung hat sich nichts geändert: „Bildungsplan: Neue Worte, alter Inhalt“ bzw. „Der Bildungsplan wird umformuliert, die Grundideen bleiben“.

Sowohl Pietisten bzw. Evangelikale, also die Gegner der gegenwärtigen Fassung (IDEA: „Pietisten begrüßen geplante Korrekturen beim Bildungsplan“) wie auch die Befürworter, zB. die  linksalternative TAZ sind zufrieden (taz: Themen wie Homosexualität, Bi- und Transsexualität sollen im Unterricht nach dem neuen Entwurf intensiver und fächerübergreifend behandelt werden).

Jeder interpretiert Kretschmann anders. Möglicherweise weiß er zum gegenwärtigen Zeitpunkt selber nicht, was er will.

Jedenfalls ist er nicht in der Lage, mit klaren Worten seine Absichten hinsichtlich des Bildungsplanes zu erläutern. Konkretes wird man wohl erst erfahren, wenn die Landesregierung schwarz auf weiß den neuen Entwurf veröffentlicht.

Bis dahin muss man weiterhin misstrauisch bleiben. Denn einer ganz bestimmten Lobby-Gruppe schenkte Kretschmann kurz vor der Ankündigung vom 8. April besondere Beachtung.

Queer- und LSBTTIQ-Gruppen im Hintergrund

Wie das Internetportal „Queer“ am 8. April berichtete, sicherte Kretschmann den LSBTTIQ-Gruppen am Abend des 7. Aprils zu, ihre Interessen zu berücksichtigen: bildungsplan_bw_petition_logo13_e7fe0bc824

„In einem persönlichen Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerks LSBTTIQ sicherte der Ministerpräsident am gestrigen Abend die explizite und verbindliche Verankerung der Vielfalt von Geschlecht sowie der Vielfalt sexueller Orientierung im baden-württembergischen Bildungsplan zu“, so Angelika Jäger, Sprecherin des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg, laut „Queer“.

Kretschmann besuchte also ausgerechnet eine Lobby-Gruppe, die nicht unmittelbar mit Schulpolitik zu tun hat.

Das ist keine Lapalie, denn seit langem wird der Landesregierung vorgeworfen, LSBTTIQ-Gruppen hätten die Passagen über „Sexuelle Vielfalt“ praktisch diktiert. Mehrmals hat die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ auf diesen Umstand hingewiesen.

FAZ: Bildungsplan entstand auf „Druck von Lobbyisten“

Schon am 14. Januar 2014 hatte die FAZ auf Seite 1 berichtet, der Entwurf zur Durchsetzung der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ an den Schulen Baden-Württembergs sei auf „Druck von Lobbyisten“ entstanden: „Nach Informationen dieser Zeitung stand das Kultusministerium bei der Abfassung des Arbeitspapiers unter Zeitdruck sowie unter großem Einfluss von Lobbyistenverbänden.“

Diese Vorgehensweise wurde damals von der „Evangelischen Lehrer- und Erziehungsgemeinschaft“ in Württemberg kritisiert: „Zum Thema „sexuelle Vielfalt“ sei nur mit drei Interessengruppen gesprochen worden“, so die FAZ im selben Artikel.

Im Artikel „Von der Vielfalt und der Einfalt“  –   ebenfalls am 14. Januar 2014 erschienen  –  berichtet die FAZ:

„Von Seiten der Kirchen sei deutlich Kritik geäußert worden, man sei dann überrascht gewesen, dass dieser Diskussion auf das am 18. November 2013 verfasste Arbeitspapier keinen Einfluss gehabt habe. Man habe angedeutet, dass der Druck der Lobby-Gruppen, also der Lesben- und Schwulenverbände, ausgesprochen stark sei.“

Heike Schmoll schreibt im Hauptkommentar auf der ersten FAZ-Seite vom 24. Januar 2014, wichtige Stellen des Erziehungsschwerpunktes „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ seien maßgeblich von Lobbygruppen bestimmt worden: „Allerdings zeugt es nicht von allzu großer Klugheit in Stuttgart, nahezu wörtlich die Ziele einschlägiger Interessengruppen in den neuen Entwurf für den Bildungsplan zu übernehmen“.

Winfried Kretschmann darf nicht damit rechnen, das Vertrauen der Bevölkerung wieder zu gewinnen, solange er nicht die Öffentlichkeit darüber aufklärt, wie stark er von den LSBTTIQ-Gruppen abhängig ist. Diese Gruppen nutzen die Schulpolitik für ihre eigenen Lobby-Interessen.

Dem Biologielehrer Kretschmann sollte aber klar sein, dass sich Schulpolitik an den Interessen der Eltern und der Schüler orientieren muss.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“


Paulinus-Verlag übernimmt Buchprogramm des Augsburger St-Ulrich-Verlags

Der Trierer Paulinus Verlag hat den Großteil des Buchprogramms des in Augsburg ansässigen Sankt Ulrich Verlags übernommen. Das teilte der Paulinus Verlag am Freitag mit. 012_9A

„Wir sind überzeugt davon, dass diese Erweiterung unser bestehendes Programm inhaltlich bereichert“, äußerte Verlags-Geschäftsführerin Annette Peters.

Man freue sich, damit Publikationen zusätzlicher namhafter Autoren anbieten zu können, etwa des früheren Papstes Benedikt XVI., von Kardinal Kurt Koch und Martin Mosebach.

Nach eigenen Angaben erweitert der Paulinus Verlag mit der Übernahme sein Buchprogramm um rund 150 Titel. Beide Verlage sind in kirchlicher Trägerschaft.

Quelle: Radio Vatikan

Foto: Felizitas Küble


FOCUS-Publizisten kritisieren Zeitgeist-Mätzchen in der Christenheit

Mit harscher Kritik und viel Ironie kommentieren Kolumnisten des Münchner Nachrichtenmagazins FOCUS aktuelle Ereignisse in der evangelischen und katholischen Kirche; unter ihnen z.B. Dr. Alexander Kissler und Klaus Kelle.  

Während immer mehr Menschen auf Sinnsuche gingen und nach Spiritualität geradezu hungerten, setze das Funktionärschristentum auf Anpassung an den Zeitgeist, schreibt der Medienunternehmer und Journalist Klaus Kelle. chrkn

Als Beispiele nennt er mehrere EKD-Initiativen. Mit der Aktion „Eine Tür ist genug“ würden die Frauen- und Männer-Arbeitsgemeinschaften der EKD dafür werben, „dass Menschen  –  egal ob Mann, Frau oder was man heute noch so aufzählt  –  durch eine gemeinsame Tür aufs Klo gehen dürfen“.

In Hannover habe die EKD bei einem veganen Vier-Gänge-Menü ein „Studienzentrum für Genderfragen“ eröffnet, in dem man sich den „Fragen des Geschlechterverhältnisses aus feministischer Perspektive nähern“ wolle.

Der Publizist Kelle schreibt hierzu: „Ich frage mich, was die Repräsentanten der Kirche umtreibt, sich in diesen Tagen vor dem Osterfest mit Feminismus und Klotüren zu beschäftigen.“

Der Autor hält es für unverständlich, „dass sich die Amtskirchen mit so viel Kokolores beschäftigen, anstatt sich auf ihre Kernkompetenz zu besinnen: die Lehre Christi zu verkünden und in den Köpfen wachzuhalten“.

Wer die deutschen Kirchenmilieus betrachte, stelle schnell fest, „dass da, wo es um Jesus und seine Lehre geht, wo sich Menschen zu Meditation und Gebet treffen und zum gemeinsamen Glauben an Gott, die Kirchen voll sind“.

Quelle: http://www.idea.de


Sucht allezeit des Antlitz des Ewigen!

Liturgische Lesung der kath. Kirche

Psalm 105 (104),4-5.6-7.8-9

Fragt nach dem HERRN und seiner Macht;
sucht sein Antlitz allezeit!
Denkt an die Wunder, die ER getan hat,
an seine Zeichen und die Beschlüsse aus seinem Mund.

Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham,
ihr Kinder Jakobs, die ER erwählt hat.
ER, der HERR, ist unser Gott.
Seine Herrschaft umgreift die Erde.

Ewig denkt ER an seinen Bund,
an das Wort, das ER gegeben hat für tausend Geschlechter,
an den Bund, den ER mit Abraham geschlossen,
an den Eid, den ER Isaak geschworen hat.


Unionsfraktion will Tempo erhöhen bei Bundesstiftung Flucht und Vertreibung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem jüngsten Jahresempfang des Bundes der Vertriebenen (BdV) erklärt, sich für eine rasche Fertigstellung des Dokumentationszentrums der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung einsetzen zu wollen.

Dazu erklärt der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Brähmig:

„Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion begrüßt außerordentlich die Ankündigung der Bundeskanzlerin, das Tempo bei der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung zu erhöhen, und wird sich ebenfalls mit Nachdruck dafür einsetzen. 163538-dg-original

In dem Dokumentationszentrum wird erstmals die Thematik von Flucht und Vertreibung mit Beginn im 19. Jahrhundert und im Kontext beider Weltkriege sowie der europäischen Dimension bis in die Gegenwart umfassend dargestellt und analysiert werden.

Dieses zentrale Gedenkvorhaben der Bundesregierung ist bereits 2008 von der letzten Großen Koalition beschlossen worden und sollte daher auch von der jetzigen Koalition aus Union und SPD zu einem vernünftigen Abschluss gebracht werden.

Ziel muss es sein, noch möglichst vielen Angehörigen der Erlebnisgeneration die Teilnahme an der Eröffnung der geplanten Dauerausstellung zu ermöglichen und damit die Versöhnung der Deutschen bei diesem schweren Thema mit sich selbst und ihren östlichen Nachbarn entscheidend voranzubringen.

So hat die Kanzlerin bereits auf dem BdV-Jahresempfang 2012 die nationale Bedeutung der Bundesstiftung bekräftigt, in der künftig schwerpunktmäßig das millionenfache Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen dokumentiert werden soll und betont, dass dieses Projekt eine Lücke in der deutschen Geschichtsaufarbeitung schließen werde.“


Sri Lanka: Regierung setzt katholischen Priester auf die Liste der “Terroristen”

S. J. Emmanuel im Einsatz für tamilische Minderheit

Kürzlich erfolgte ein Beschluß des Menschenrechtsrates der Vereinigen Nationen, Ermittlungen zu den Kriegsverbrechen in Sri Lanka in die Wege zu leiten.

Zuvor hatten Einzelpersonen, einheimische Organisationen, Vertreter der Kirchen und internationale Menschenrechtsverbände die Gewalt gegen Tamilen angeprangert.f759565311

Darauf reagierte jetzt die buddhistisch geprägte Regierung in Sri Lanka damit, daß sie Vertreter von Organisationen, die für die Rechte der mehrheitlich hinduistischen Tamilen eintreten, auf die Liste der „Terroristen“ setzen ließ.

Dazu gehört auch der 80-jährige tamilische katholische Priester S.J. Emmanuel, der das “Global Forum Tamil” (GTF) leitet und seit Jahren im Ausland lebt.

Das Forum bemüht sich in Zusammenarbeit mit anderen tamilischen Gruppen in der Diaspora und mit der größten Partei der Tamilen in Sri Lanka, “Tamil National Alliance”, aktiv für die Suche nach einer politischen Lösung, die im Land einen dauerhaften Frieden zwischen Singhalesen und Tamilen ermöglicht.

Zu den als “terroristisch” bezeichneten Organisationen gehört auch die “Transnational Government of Tamil Eelam”, die für ihren gewaltlosen und demokratischen Ansatz bekannt ist, das “British Tamil Forum” und der “Canadian Tamil Congress”.

Unterdessen unterstützen 205 tamilische Priester und Ordensleute und 100 Schwestern mit einem Schreiben die Absichten des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen. Erster Unterzeichner ist Bischof Rayappu Joseph von Mannar.

Quelle: vatikanischer Fidesdienst


Der HERR hütet seine Herde wie ein Hirte

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Jer 31,10.11-12ab.13

Hört, ihr Völker, das Wort des HERRN,
verkündet es auf den fernsten Inseln und sagt:
ER, der Israel zerstreut hat, wird es auch sammeln
und hüten wie ein Hirt seine Herde.

Denn der HERR wird Jakob erlösen
und ihn befreien aus der Hand des Stärkeren.
Sie kommen und jubeln auf Zions Höhe,
sie strahlen vor Freude über die Gaben des HERRN.

Dann freut sich das Mädchen beim Reigentanz,
jung und alt sind fröhlich.
Ich verwandle ihre Trauer in Jubel,
tröste und erfreue sie nach ihrem Kummer.