Der Katholikentag ist Glaubenszeugnis und Kontaktbörse zugleich

Von Felizitas Küble

Meinen ersten Katholikentag erlebte ich als 17-jährige Schülerin gemeinsam mit meiner jüngeren Schwester Anne 1978 in Freiburg. Mir klingt heute noch das begeisternde Lied “Sag Ja zu Jesus” in den Ohren, das Inge Brück dort so schwungvoll gesungen hatte.

Auch der Katholikentag zwei Jahre später in Berlin – im damals noch geteilten Deutschland – war für mich ein eindrucksvolles Erlebnis. Ich habe dort zum Beispiel ein gleichaltriges Mädchen kennen gelernt, mit dem ich heute noch befreundet bin.Plakat

Ende Mai beginnt der 99. Deutsche Katholikentag in Regensburg, danach steht bereits das Hunderter-Jubiläum an.

Den ersten Katholikentag gab es hierzulande im Herbst 1848, wobei er auch als Protestversammlung gegen die Unterdrückung von Katholiken im preußischen Staat fungierte, also schon damals eine gesellschaftskritische Note aufwies.

Diese wenigen Daten zeigen, dass dieses „Volksfest des Glaubens“ schon lange währt –  wobei nicht alles gut ist, nur weil es viele Jahre oder gar Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Auch unter Katholiken gehen die Meinungen über den Sinn der Katholikentage auseinander – und das ist völlig o.k. so.

Die Bewertung hängt auch von den Erwartungen ab, die man mit dem Katholikentag verbindet. Wer mit Folklore nichts anfangen kann, wird sich vielleicht am Volksfestcharakter stören.

Anderen ist es zu viel Trubel, sie wünschen mehr Besinnliches. Aber der Katholikentag kann nicht allen Vorstellungen gleichzeitig gerecht werden. Zudem kann man selber kreativ sein. Wer zum Beispiel mehr Stille sucht, kann sie dort auch in Kirchen und Kapellen finden.b1050954 - Kopie

Das diesjährige Leitwort „Mit Christus Brücken bauen“ deutet schon die besondere Bedeutung dieses Glaubensfestivals an.

Tatsächlich ist der Katholikentag eine ideale Kontaktbörse zum lockeren oder auch tiefergehenden Kennenlernen von Mensch zu Mensch, von Christ zu Christ. So entsteht Gemeinschaft  – und oft auch Freundschaft, nicht selten über Landesgrenzen hinweg.

FOTO: Felizitas Küble und Cordula Mohr (Mitte) im Gespräch mit Bischof Algermissen (Fulda) am Infostand des Christoferuswerks während des Katholikentags in Regensburg

Da ich selber an einem Infostand auf der Katholikentagsmeile zugange bin, kann ich vermutlich viele Stimmungen einfangen und erfahre durch Gespräche, was die Menschen dort bewegt, was ihnen inhaltlich oder persönlich auf den Nägeln brennt.

Der Katholikentag baut zudem Brücken vom Kirchenvolk zur Kirchenleitung und umgekehrt, so, dass Bischöfe, Priester und „Laien“ sich näher kennenlernen und gegenseitig (unter)stützen können. Auch die Hirten und Oberhirten können sich von der Lebendigkeit und Glaubensfreude des Kirchenvolkes inspirieren und ermutigen lassen.

Der Katholikentag ist auch deshalb eine sinnvolle „Einrichtung“, weil er die Präsenz von Religion und Kirche im öffentlichen Raum verdeutlicht.

Ich finde es wichtig, dass christliche Themen auch in Medien, Politik und auf der “Straße” diskutiert werden. Als Christen sind wir nicht im Ghetto und wollen uns auch nicht selber abkapseln, nicht in eine “fromme Fluchtburg” nur unter Gleichgesinnten begeben.

Der Glaube ist zweifellos etwas Persönliches  –  und zugleich mehr als nur „Privatsache“. Religiöses Leben wirkt hinein in Staat und Gesellschaft, denn das Christentum und sein biblisches Menschenbild gehört zu den Fundamenten der Kultur in Deutschland und Europa.

Erstveröffentlichung dieses Artikels als Debattenbeitrag am 28. Mai auf dem Weblog „Woran glauben“ des Bayerischen Rundfunks: http://blog.br.de/woran-glauben/2014/05/28/riesenhappening-katholikentag-was-haltet-ihr-davon/


Der klassische „Römische Katechismus“ und seine Verteidigung der Juden

Argumentation gegen Vorurteile vor über 400 Jahren

In und außerhalb der kath. Kirche ist kaum bekannt, dass die fatale antijüdische Kollektivschuld-These nicht etwa erst 1965 (2. Vatikanum) durch die Erklärung “Nostra aetate” verworfen wurde.

Vielmehr wurde diesem verhängnisvollen Vorurteil fast genau 400 Jahre zuvor bereits eine klare Absage erteilt: im Catechismus Romanus, dem sog. „Römischen Katechismus“.   davidstern (2)

Dieser kirchenamtliche Katechismus von 1566 war bis zur Einführung des neuen Weltkatechismus 1992 jahrhundertelang  d i e  offizielle Leitplanke für alle anderen Katechismen auf nationaler oder diözesaner Ebene.

Auch im neuen Weltkatechismus wird häufig auf den Catechismus Romanus bezug genommen. Dieser Leit-Katechismus entstand nach einem Beschluss des Konzils von Trient, mit dem die kath. Kirche auf die Herausforderung durch die „Reformation“ reagierte.

Der hl. Papst Pius V. beauftragte nach dem Trienter Konzil den angesehenen Kardinal Karl Borromäus (später ebenfalls heiliggesprochen), die Redaktionsarbeiten für den Catechismus Romanus zu vollenden. Das Werk wurde ein „großer Wurf“ und gehört zu den verbindlichen Dokumenten des kirchlichen Lehramts.

Was lehrt nun der „Römische Katechismus“ über das Thema „Wer ist Schuld an der Kreuzigung Jesu Christi?“

Er stellt nüchtern und selbstkritisch fest: in erster Linie tragen jene Christen die Schuld daran, die sich in Sünden und Lastern wälzen. Im ersten Teil orientiert sich der Katechismus am „Credo“.

Im 5. Hauptstück wird die Credo-Aussage „Gekreuzigt unter Pontius Pilatus“ erläutert. Im 11. Kapitel heißt es  dort: 1403634115528

„Wenn also einer fragt, was der Grund war, warum der Sohn Gottes das bitterste Leiden übernahm, so wird er erkennen, daß es außer der Erbschuld der ersten Eltern (Adam und Eva) vor allem die Laster und Sünden waren, welche die Menschen begangen haben und bis zum Ende der Zeiten begehen werden….Es müssen dieser Schuld (am Tod Christi) alle als teilhaftig angesehen werden, welche öfters in Sünden fallen…. Jene, die sich in Schandtaten und Lastern wälzen, kreuzigen ihn von neuem.

Und dieser Frevel wiegt bei uns Christen viel schwerer, als er es bei Juden gewesen ist, weil die Juden nach dem Zeugnis des Apostels Paulus „den Herrn der Herrlichkeit niemals gekreuzigt hätten, wenn sie ihn erkannt hätten“. – Wir legen aber das Bekenntnis ab, ihn zu kennen und verleugnen ihn dennoch durch unsere Werke und legen so gewissermaßen gewaltsam Hand an ihn.“

Der Blick der Katholiken wird also von der weitverbreiteten Vorwurfs-Haltung gegenüber Juden „umgelenkt“ in die eigene Richtung, so dass der Finger nicht mehr in erster Linie auf Juden zeigte, sondern auf die Christen selbst.

Die offensichtlich judenfreundliche Haltung des Römischen Katechismus wird auch an anderer Stelle erkennbar: So heißt es Dritten Teil (1. Hauptstück, 11. und 12. Abschnitt) in einer Aufforderung an die Pfarrer:

„Obwohl dieses Gesetz des Moses vom Herrn auf dem Berge den Juden gegeben wurde, ist es gleichwohl von sehr großem Nutzen für alle Menschen – jene Worte Gottes also, welche durch Moses als Diener und Dolmetscher den Hebräern verkündigt wurden.“

Sodann werden die Priester angehalten,polskaweb

„die Geschichte des israelitischen Volkes, welche voller Geheimnisse ist, sorgfältig zu erklären…Der Pfarrer wird zuerst erzählen, daß Gott aus allen Völkern, welche unter dem Himmel sind, eines auserkoren hat, das seinen Ursprung von Abraham herleitet.“

Dies wird kurz darauf noch einmal eingeschärft:

„Der Pfarrer hat vor allem das zu verkünden: daß aus allen Völkern nur eines von Gott erwählt worden ist, welches er „sein Volk“ nennt und welchem er sich zu erkennen gab und zur Verehrung vorstellte. Nicht als ob es die übrigen Völker an Gerechtigkeit oder Zahl überboten hätte, sondern weil es Gott eben so gefiel, lieber ein kleines und armes Volk zu vermehren und zu bereichern, damit seine Macht und Güte bei allen umso bekannter und herrlicher sein würde.“

Nachdem der Katechismus erklärte, dass der Ewige die Israeliten als „sein Volk“ bezeichnete, wird weiter erläutert, dass sich der Schöpfer den Hebräern auch als „ihr Gott“ zu erkennen gab:

„Da es also mit jenen Israeliten so bestellt war, so verband Gott sich mit ihnen und liebte sie, so daß er sich – obwohl Herr des Himmels und der Erde – nicht schämte, „ihr Gott“ zu heißen, um dadurch die übrigen Völker zur Nachahmung anzuregen, damit sich alle Menschen, wenn sie das Glück der Israeliten schauen, der Verehrung des wahren Gottes zuwenden.“

Hieraus wird erkennbar, dass der Römische Katechismus bereits vor 400 Jahren ein faires, ja wohlwollendes Bild des biblischen Volkes und seiner Erwählung verkündete und Gottes Verheißungen für die Israeliten würdigte.

Zugleich wurden Kollektivschuld-Vorstellungen gegen Juden abgelehnt und der Blick auf das Versagen jener Christen gelenkt, die Christus durch Laster und Schandtaten „von neuem kreuzigen“


Neue Monats-Botschaft von Medjugorje erneut seltsam

Die Monatsbotschaft  an die „Seherin“ Marija vom 25. Mai 2014 lautet wieder einmal etwas merkwürdig:

„Liebe Kinder! Betet und seid euch bewusst, dass ihr ohne Gott Staub seid. Deshalb, wendet eure Gedanken und euer Herz Gott und dem Gebet zu. Vertraut in Seine Liebe. Im Geist Gottes seid ihr, meine lieben Kinder, alle aufgerufen Zeugen zu sein.

Ihr seid wertvoll und ich rufe euch, meine lieben Kinder, zur Heiligkeit, zum ewigen Leben, auf. Deshalb, seid euch bewusst, dass dieses Leben vergänglich ist. Ich liebe euch und rufe euch zu einem neuen Leben der Bekehrung auf. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“media-372515-2

Wir sollen uns also klarmachen, dass wir „ohne Gott Staub sind“, heisst es diesmal. Dies ist freilich theologischer und auch logischer Unfug, mag er sich auch fromm anhören:

Wir Menschen sind bereits auf Erden Geschöpfe aus Leib und Seele, also keineswegs nur Staub. Selbst der menschliche Leib, der Staub ist und zum Staub zurückkehrt (wobei es insoweit keinen Unterschied zwischen Gottgläubigen und Ungläubigen gibt), ist zur einstigen Auferstehung berufen.

Sodann heisst es, dass wir unser Herz Gott und dem Gebet zuwenden sollen. Natürlich gehört das Gebet zum Christenleben. Aber warum werden in den Medju-Botschaften so selten die Gebote Gottes erwähnt? Das Gebet allein macht nicht selig, Christus fordert uns auch eindringlich dazu auf, die göttlichen Gebote einzuhalten.

Zudem wirkt es seltsam, wenn die „lieben Kinder“  nach 33 Jahren „Erscheinungen“  immer noch zur Bekehrung aufgerufen werden…

 


Christoferuswerk mit Infozelt auf dem Katholikentag 2014 in Regensburg

Das Christoferuswerk in Münster, das dieses Webmagazin CHRISTLICHES FORUM betreibt, ist mit einem großen Infozelt auf dem 99. Katholikentag in Regensburg vertreten.

Der Andrang von jung und alt, katholisch und evangelisch, von nah und fern ist sehr  erfreulich. 

Am heutigen Freitag kam auch der Fuldaer Bischof Algermissen am Stand vorbei und führte ein längeres Gespräch mit den Mitarbeiterinnen des Christoferuswerks, Felizitas Küble und Cordula Mohr (siehe Foto).   b1050957 - Kopie (2)

Auf dem Stand lag die neue Anti-Gender-Broschüre des Christoferuswerks aus, die den Titel trägt: „JA zur Ehe, JA zur Familie, JA zur Schöpfungsordnung Gottes!“

Diese Dokumentation enthält die gesammelten Stellungnahmen von Bischofskonferenzen aus vielen europäischen Ländern zur Gender-Ideologie und zugunsten von Ehe und Familie.

Der Fulder Oberhirte zeigte sich interessiert und betonte, wie wichtig dieses Thema sei; er befürworte grundsätzlich eine ähnliche Erklärung deutscher Bischöfe, doch sollten sie „mit einer Stimme“ sprechen. Daher sei eine gemeinsame Stellungnahme der Bischofskonferenz abzuwarten, meinte er.

Felizitas Küble regte an, daß einzelne Oberhirten schon vorher Stellung beziehen, wie dies zB. auch Bischof Huonder (Bistum Chur) für die Schweiz getan habe.

Wir haben unser vierfarbiges, ansprechend gestaltetes Infoheft (Bischof Algermissen hält es hier auf dem DSC02064 (2) - KopieFoto in der Hand) vielen weiteren Oberhirten persönlich überreicht, z.B. den Bischöfen von Passau, Rottenburg-Stuttgart, Bamberg, Essen und Augsburg.

Das Christoferuswerk wird diese Dokumentation demnächst an alle Bischöfe in Deutschland versenden, außerdem an hunderte von Priestern in den deutschsprachigen Ländern.

BILD (von links nach rechts): Felizitas Küble und Cordula Mohr vor ihrem Infozelt (Foto: Evita Gründler)

Zugleich sammelte das Christoferuswerk an seinem Infostand weitere Unterschriften für die Seligsprechung von Erzbischof Johannes Dyba, dem „Löwen von Fulda“ und tapferen Kirchenmann, der sich unzweideutig für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder einsetzte und für seine klare Verkündigung von glaubenstreuen Christen über alle Konfessionsgrenzen hinweg sehr geschätzt wird.

Viele Prominente haben bereits unterzeichnet, z.B. Weihbischof Laun, BVL-Chef Martin Lohmann, Johanna Gräfin von Westphalen, der Vier-Sterne-General v. Ondarza, die CDL-Bundesvorsitzende Mechthild Löhr, der ehem. CDU-Ministerpräsident Prof. Dr. W. Münch usw.

Weiteres hierzu unter der Kategorie „DYBA-Seligsprechung“ (siehe Leiste auf der Startseite oben).


Zunehmende Radikalisierung in Öffentlichkeit, Medien und Politik

Mathias von Gersdorff

Die linksextremen Aggressionen während des EU-Wahlkampfes gegen die Alternative für Deutschland (AfD) zeigten einer größeren Öffentlichkeit, welchem Terror Menschen, Parteien oder Organisationen ausgesetzt sind, die Meinungen öffentlich vertreten, die sich außerhalb des Mainstreams befinden.

Gegen die AfD wurden alle Beschimpfungen geschleudert, die man aus dem Antifa-Katalog des „Kampfes gegen rechts“ kennt: Rechtspopulismus, Faschismus, Anspielungen auf den Nationalsozialismus (Heil Henkel) usw. Leipzig2014f

Die AfD-Kandidatin auf Platz vier für die EU-Wahl, Beatrix von Storch, war gleich doppelt betroffen:

Weil sie sich für die traditionelle Ehe zwischen Mann und Frau und für das Recht auf Leben der Ungeborenen ausspricht, wurde sie als christlich-fundamentalistisch, homophob, sexistisch, rassistisch und transphob beschimpft.

FOTO: Mathias von Gersdorff im Interview auf der Leipziger Buchmesse

Nachdem die AfD sieben Plätze im Europäischen Parlament erobert hat, könnte der Terror und die Hetze gegen sie zu einem Dauerphänomen werden.

Natürlich ist die AfD nicht das erste Opfer dieses Mangels an politischer Kultur. Christliche Aktivisten sind das seit langem gewohnt: Seit Jahren kann keine Anti-Abtreibungsdemo ungestört ablaufen.

Selbst winzige Gebetsprozessionen für die Ungeborenen werden inzwischen zu einem Spießrutenlauf, so am 24. Mai in Frankfurt am Main, wo 20 Beter nur mit Polizeischutz eine Prozession zu Pro Familia durchführen konnten.

Der Staat guckt weg und hält sich raus

Zu größeren Anti-Abtreibungsveranstaltungen, wie beispielsweise die 1000-Kreuze-Aktionen, rücken ganze Brigaden von trainierten linksradikalen Abtreibungsaktivisten an, um Blockaden zu errichten oder anderweitig zu stören.

Hinzu kommt die mediale Hetze gegen die Lebensrechtler: Christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner, fanatische Abtreibungsgegner, Frauenhasser usw. sind einige der üblichen Schimpfwörter.

Hinsichtlich des Lebensrechts herrscht in Deutschland seit vielen Jahren folgende Situation:  PICT0191

–  Chaoten dürfen problemlos Demonstrationen von Lebensrechtlern stören, blockieren oder gar verhindern.

–  Medien  (darunter auch die öffentlich-rechtlichen) dürfen ungehindert Lebensrechtler verleumden, beschimpfen und verhetzen.

–  Der Staat, der aufgrund des Grundgesetzes das Recht auf Leben aller Menschen schützen müßte, hält sich einfach heraus.

Der Staat ist nicht einmal mehr imstande, in der Öffentlichkeit hin und wieder zu erwähnen, daß auch die ungeborenen Kinder ein Recht auf Leben haben. Vielen Politikern scheint gar nicht mehr bewußt zu sein, daß in Deutschland alle Menschen ein Recht auf Leben von der Zeugung an haben.

Konservative werden von allen Seiten zur Sau gemacht

Wohin die Feigheit des deutschen Staates führt: Diejenigen, die sich für das Recht auf Leben einsetzen, werden immer stärker dämonisiert und der linken Hetze und Verleumdung preisgegeben.

Nicht viel besser sieht es aus, wenn Eltern oder Familienorganisationen für das Elternrecht auf Erziehung auf die Straße gehen, beispielsweise um gegen den baden-württembergischen „Bildungsplan 2015“ zu protestieren. stuttgart 005a

Die Demonstration vom 1. Februar 2014 mußte aufgrund der vielen Blockaden vorzeitig abgebrochen werden. Am 1. März spielten sich in Stuttgart bürgerkriegsähnliche Szenen zwischen Polizei und linken Gegendemonstranten ab.

Am 5. April mußte der Demonstrationszug gegen den Bildungsplan umgeleitet werden, weil die Polizei nicht imstande war, die Blockaden aufzulösen. Die Demonstranten mußten lange durch verlassene Straßen ziehen, um endlich am Ort der Schlußkundgebung anzukommen.

Die Medien, die der grün-roten Landesregierung zugeneigt sind, überzogen die Gegner des Bildungsplanes mit den übelsten Beschimpfungen wie beispielsweise „Homophober Schloßplatz-Mob“.

Für Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, sind die Demonstrationen gegen den „Bildungsplan 2015“ ein Hinweis, daß es in Deutschland eine „neue Homophobie“ gibt. Es ist unfaßbar, daß selbst die Bundesregierung die Homophobiekeule gegen die Gegner des Bildungsplanes schwingt.

Wer sich also in Deutschland für konservative Werte und Ideen in der Öffentlichkeit einsetzt, wird von allen Seiten regelrecht „zur Sau“ gemacht.

Gewalt gegen wissenschaftlichen Kongreß

Wer die Diskussion um den Bildungsplan verfolgt hat, konnte feststellen, daß der Begriff „Erziehungsrecht der Eltern“ in den Aussagen der Landesregierung überhaupt nicht vorkam. Dieses Recht scheint völlig aus dem Bewußtsein vieler Politiker verschwunden zu sein.

Besonders heftig wird es, wenn man ins Visier von Homo-Aktivisten kommt. Kritiker der politischen Forderungen von Homosexuellen-Verbände werden seit vielen Jahren stets mit Totschlagbegriffen wie „homophob“, „transphob“ usw. beschimpft.

Ein Höhepunkt an Aggressivität seitens der Homo-Aktivisten erlebte man im Jahr 2009, als diese androhten, den „Internationalen Kongreß für Psychotherapie und Seelsorge“ zu blockieren, weil dort Referenten auftraten, die über Konversionstherapien berichten wollten. Dieser Kongreß konnte nur unter massivem Polizeischutz stattfinden. Selbst Wissenschafts- und Meinungsfreiheit schützten die Organisatoren nicht vor einer wüsten Hetzkampagne.

Kürzlich ist es zu Vandalismus gegen einen Kongreß in Kassel zum Thema „Sexualethik und Seelsorge“ des evangelikal orientierten Fachverbandes Weißes Kreuz gekommen. Der Grund: Auch hier sollten Konversionstherapien für Homosexuelle, die wie Heterosexuelle leben wollten, thematisiert werden. Kassels Stadtparlament sah sich genötigt, eine „Resolution gegen Homophobie“ gegen den Kongreß zu verabschieden.

Sorgen der Bürger werden ingnoriert

Es ließen sich viele weitere Beispiele nennen. Anhand dieser wird aber klar genug, daß inzwischen Einschüchterung und Hetze in Deutschland fester Bestandteil des politischen Lebens ist, wenn es um bestimmte Themen geht. Allein das ist Grund genug zur Sorge.

Doch es kommt erschwerend hinzu, daß es meistens um Themen geht, mit denen sich der Staat aus purer Angst nicht beschäftigen will, wie eben dem Recht auf Leben.  pc_pi

In gewissem Maße gilt das auch für die Themen, die die AfD anspricht:

Die etablierten Parteien ignorierten schlichtweg die Sorgen der Bürger hinsichtlich der Euro-Krise und wollten sich mit Finanzkrise und Eurorettung nicht ernsthaft befassen. Diese Weigerungshaltung führte sogar im Jahr 2012 zu einem BVerfG-Urteil, das die Abgeordneten darin erinnerte, sie und nicht die Bundesregierung müßten über die Rettungsmaßnahmen für den Euro entscheiden und dürften sich der Verantwortung nicht entziehen.

Die zunehmende Verwendung von Straßenterror und medialer Hetze gegen politische Gegner müßte eigentlich zu einem riesigen Aufschrei in unserer Gesellschaft führen. Ein „Aufstand der Anständigen“ müßte sich bilden und diejenigen in Schutz nehmen, die man mundtot machen will. Doch nichts dergleichen geschieht.

Selbst die geballten Angriffe auf die AfD durch Linksextremisten führten nicht zu einer Mäßigung der verbalen Attacken der Politiker etablierter Parteien und der Medien, obwohl diese offensichtlich den Haß gegen die Partei von Lucke & Co. anstachelten.

Der Bürger, der sich für konservative und christliche Werte einsetzen will, wird in Zukunft vor allem viel Mut aufbringen müssen, damit seine Stimme in der Öffentlichkeit hörbar bleibt.

Mathias von Gersdorff ist Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und des Web-Magazins „Kultur und Medien online“

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der „Jungen Freiheit“


„Schweigemarsch für das Leben“ von Protesten begleitet

An einem „Schweigemarsch für das Leben“ im sächsischen Annaberg-Buchholz haben sich am 26. Mai rund 500 Christen beteiligt. Sie demonstrierten für das Lebensrecht ungeborener Kinder, Alter und Kranker. Am Rande der Veranstaltung kam es zu Protesten.

Dazu aufgerufen hatte die feministische Gruppierung e*vibes (Dresden). Die rund 50 Linksradikalen skandierten Parolen wie „Mein Körper gehört weder Kirche noch Deutschland – Weg mit §218“ oder „Kein Gott, kein Staat, kein Gebärautomat“.

Um Zusammenstöße zu vermeiden, hatte der Veranstalter des Marsches – die Vereinigung „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) im Erzgebirge – die Abschlusskundgebung vom Marktplatz an die St. Annenkirche verlegt. Wie deren Vorsitzender, Thomas Schneider (Breitenbrunn), der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte, verhinderte die Polizei Übergriffe der Störer.

Steeb: verheerendste Todesursache

Mit dem Schweigemarsch wolle man deutlich machen, dass es auch in Deutschland und Europa Menschen gibt, denen die Freiheit zum Leben vorenthalten wird, erklärte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), bei der Abschlusskundgebung.

Er bezeichnete Abtreibungen als „verheerendste Todesursache weltweit“. Steeb: „Wir müssen doch sagen dürfen, dass die Zahl der Tötungen im Mutterleib durch die Hand von Ärzten in Deutschland mindestens 30-mal so hoch ist wie die der Verkehrstoten.“ Laut offizieller Statistik werden jährlich über 100.000 ungeborene Kinder getötet. „Das ist Jahr für Jahr fünfmal die ganze Einwohnerschaft von Annaberg-Buchholz.“

Steeb forderte einen Lebensschutzgipfel, auf dem nach Wegen gesucht werden müsse, der massenhaften Tötung ungeborener Kinder Einhalt zu gebieten. Der Vorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“ in Sachsen, Joachim Hadlich (Elterlein), beklagte die mangelnde Unterstützung durch die EKD, wenn es um Fragen des Lebensrechts gehe: images (2)

„Der Ratsvorsitzende, Präses Schneider, hat uns mitteilen lassen, dass wir bei unseren Bemühungen zur Änderung der Schwangerenkonfliktberatung nicht mit seiner Unterstützung rechnen können.“ Damit leiste die EKD nicht Hilfe zum Leben, sondern Hilfe zum Töten.

„Der größte Fehler meines Lebens

Die Gesundheitsberaterin und fünffache Mutter Susanne Georgi (Zwönitz) berichtete von einer Abtreibung, der sie vor 18 Jahren zugestimmt habe.

„Das war der größte Fehler meines Lebens.“ Die Ärzte hätten ihr damals erklärt, angesichts ihrer angespannten gesundheitlichen Situation wäre eine Abtreibung „das Vernünftigste“.

Georgi: „Ich hätte mir damals ein Gespräch aus der Sicht des Glaubens gewünscht.“ Es brauche eine Gesellschaft, die Kinder wieder als Freude und nicht als Last empfindet, sagte sie.

Auch dürfe die Entscheidung für oder gegen ein Kind nicht von den äußeren Umständen abhängen: „Dafür ist es nötig, dass wir das Thema stärker in die Öffentlichkeit tragen.“

Quelle: http://www.idea.de

 


Kassel: Erfolgreicher Kongreß über verfolgte Christen in aller Welt

„Jesus. Unsere Zuflucht“ war das Thema beim jährlichen „Open Doors Tag“ des überkonfessionellen christlichen Hilfswerkes. 2200 Besucher wollten am vergangenen Samstag im Kongress Palais Kassel aus erster Hand über die Situation verfolgter Christen informiert werden.

Bereits etwa 400 jugendliche Besucher waren am Vorabend zum Jugend-Gebets-Event nach Kassel gekommen. Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland, stellte den Weltverfolgungsindex vor, eine jährliche Rangfolge von 50 Ländern, in denen Christen weltweit am stärksten bedrängt werden.

„Etwa 100 Millionen Christen werden weltweit verfolgt. Damit sind Christen die am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft der Erde. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Verfolgung in zwei Dritteln der Länder zugenommen. Dennoch gibt es allen Grund zur Hoffnung. Wie sich das Thema ‚Jesus. Unsere Zuflucht´ im Leben unserer Sprecher bewahrheitet hat, wird heute im Mittelpunkt stehen“, so Rode.

Pastor Michael aus Indonesien erzählt, wie er von Muslimen brutal niedergestochen und lebensgefährlich verletzt wurde. Die tiefen Narben an seinem ganzen Körper zeugen bis heute von diesem Überfall. Aber er hat seinen Peinigern vergeben. Dadurch haben sie sich zu Christus bekehrt, und einige von ihnen gehören heute zur Kirchengemeinde von Pastor Michael. 

Hea Woo aus Nordkorea erzählte von ihrer Zeit im Arbeitslager. „Jesus, der auch dort meine Zuflucht war, gab mir die Kraft, lange Arbeitstage, Folter und Hunger zu überstehen.“

Ihr Mann kam in einem anderen Arbeitslager um, nur weil er Christ war. Ihr gelang schließlich die Flucht nach China.  

 

Pastor Edward und seine Ehefrau Rana berichteten aus Syrien, wo seit drei Jahren ein Bürgerkrieg tobt. Zusammen mit ihrer Kirchengemeinde in Damaskus leisten sie Nothilfe und Trauma Seelsorge für Christen und helfen auch vielen vom Krieg betroffenen Muslimen. Dieser Einsatz ist lebensgefährlich.

Der „Open Doors Tag“ wurde auch per Livestream vom Hauptveranstaltungsort in Kassel direkt in über 60 Kirchengemeinden in ganz Deutschland übertragen.

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