„Siegessäulen“: Prof. Stefan Samerski über die Prager Mariensäule und ihren Abriss 1918

Von Susanne Habel

Der Theologieprofessor und Kirchenhistoriker Stefan Samerski bietet derzeit in München eine mehrteilige Vortragsreihe über „Prags vergessene Denkmale“.

Sein erster Vortrag behandelte die Geschichte der Mariensäule auf dem Altstädter Ring in Prag. „Diese Prager Mariensäule war, wie viele andere im katholischen Habsburgerreich, eine Siegessäule“, stellte Samerski bei seinem Bildervortrag im Sudetendeutschen HausSamerski_HABEL_1278 gleich fest.

Er erläuterte die Geschichte der Errichtung von Mariensäulen in Mitteleuropa. Diese Art von Säulen hätten ihre Ursprung schon in den reinen Siegessäulen der Spätantike und ähnelten der Trajanssäule (eingeweiht im Jahr 113 n. Chr. ) und der Marc-Aurel-Säule (176 – 193 n. Chr.).

BILD: Professor Dr. Stefan Samerski referiert über die Prager Mariensäule 

Eine frühe Mariensäule in Rom vor der Kirche Santa Maria Maggiore (errichtet 1614) zeige dann schon die Muttergottes als „Immaculata Conceptio“: „Dies war der Urtyp der Mariensäule“, sagte der Kirchenhistoriker.

Von dort aus hätten sich die Mariensäulen über Mittel- und Zentraleuropa ausgebreitet, und dies besonders im Habsburgerreich und nach der Reformation und Rekatholisierung.

Vorbilder für Mariensäulen in Europa

Samerski nennte als Beispiele die 1638 errichtete Mariensäule in München auf dem heutigen Marienplatz  –  und deren Pendant in Wien vor dem Jesuitenkolleg, die 1646 aufgestellt wurde, beide aus Dank über die Verschonung vor den Schweden.

Die Säule in Wien sei ikonographisch ganz ähnlich gestaltet wie in Rom oder München, mit Putti oder Engeln, Weltkugel und Mond sowie zwölf Sternen als Strahlenkranz um das Haupt der Maria, wie man dies man aus der Apokalypse kenne.

Ebenfalls aus Dank für die Rettung Prags vor schwedischen Truppen sei auch in Prag 1650 auf dem Altstädter Ring eine Mariensäule aufgestellt worden: Die barocke, 16 Meter hohe Sandsteinskulptur vor der Teynkirche wurde von dem Bildhauer Johann Georg Bendl gestaltet.

Die Schweden hätten noch kurz vor dem westfälischen Frieden 1648 das andere Moldau-Ufer, also Hradschin und Kleinseite, besetzt gehalten, bevor sie auf der Karlsbrücke, hauptsächlich von Jesuitenschülern aus dem Klementinum, in die Flucht geschlagen werden konnt

Die Prager Säule sei damals ganz genau dort aufgestellt worden, wo 1621 die Anführer des protestantischen Ständeaufstands in Böhmen hingerichtet wurden, um ein Zeichen für die erfolgreiche Restauration der Habsburgermacht zu setzen: „Ein Tribut gegen Habsburg und die Macht der katholischen Kirche: Somit waren dies alles in gewisser Weise ,Siegessäulen‘“, so Prof. Samerski. Samerski_HABEL_1278 - Kopie

Diese Mariensäulen breiteten sich, auch anlässlich der militärischen Siege im Kampf gegen die Osmanen im Habsburgerreich immer weiter aus; so gebe es in Böhmen auch eine Mariensäule auf dem Heiligen Berg bei Pribram in Mittelböhmen, zu der Katholiken von überall reisten, um an der Säule zu beten.

Während der Zeit der tschechischen nationalen ,Wiedergeburt‘ sei die Mariensäule auf dem Altstädter Ring in Prag immer mehr als Symbol der Unterdrückung der tschechischen Nation durch das Habsburgerreich angesehen worden, so Samerski:

„Nach Ende des Ersten Weltkriegs und nur fünf Tage nach der offiziellen Gründung der Tschechoslowakei, am 3. November 1918, wurde die Säule niedergerissen, angeblich als spontane Aktion des Volkes.“

Mit Fotos bewies Samerski, dass dies von langer Hand geplant war und gezielt angezettelt wurde: „Provokateure hetzten die Massen dazu auf, und auch die Feuerwehr stand bereit, um den Abriss zu unterstützen.“

Gewaltsamer Sturz im November 1918

Der Kopf der Marienstatue auf der Spitze der Säule wurde danach im Prager Nationalmuseum untergebracht, Teile des Sockels in der Teyn-Kirche; später wurde auch eine Gedenkplakette am früheren Standort angebracht.

Nach der Samtenen Revolution habe es mehrere Projekte gegeben, eine Nachbildung der barocken Kolumne auf ihrem Platz auf dem Altstädter Ring zu errichten: „2012 gab es die letzte große Aktion“, so Samerski, man habe aber keine Erlaubnis der Stadtregierung erhalten, die schon fertiggestellte Rekonstruktion der Säule aufzustellen.

„Das weitere Schicksal der Säule ist offen, was sicher an ihrer ursprünglich hochsymbolischen Bedeutung liegt: Symbol des Glaubens und seines Siegs“, schloss Samerski seinen inhaltsreichen und spannenden Vortrag.

Weitere Vorträge Prof. Samerskis über den „Weißen Berg“ (23. Juni), „Das Loreto-Heiligtum auf dem Hradschin“ (15.September) und „Das Grab der Hl. Agnes“ (10. November) im Sudetendeutschen Haus in der Münchener Au folgen.

Veranstalter sind die Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München und Freising, die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Zuzana Finger, und die Bezirksgruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Oberbayern.

Die Autorin ist Journalistin und Redakteurin in München.

Fotos: Susanne Habel


Europawahl: EF-Magazin-Chef André Lichtschlag empfiehlt die AUF-Partei

Der Chefredakteur der politischen Monatsmagazins „eigentümlich frei“, André F. Lichtschlag, empfiehlt die Wahl der christlichen AUF-Partei bei der Europawahl am 25. Mai. Christa Meves

Deren Spitzenkandidatin, die „nimmermüde Publizistin“ Christa Meves (siehe Foto), habe „Feminismus, Gender Mainstreaming und andere staatliche Großexperimente an Kindern und Familien bereits scharf und tiefschürfend kritisiert, als das Europaparlament als angemessene Feindbühne dafür noch gar nicht erfunden“ gewesen sei, schreibt Lichtschlag in der Mai-Ausgabe seiner Zeitschrift.

Dort könne sie bald „den Homo- und Frauenrechtlern wortmächtig als Alterspräsidentin Paroli bieten“ und sich „für das Wohl und die Geborgenheit der Kinder, ihr großes Anliegen, einsetzen“.

Lichtschlag betont die Chance der AUF-Partei, nach dem Wegfall der Drei-Prozent-Hürde schon mit 0,5 Prozent der Stimmen einen Sitz zu erhalten. „Das wird knapp, ist aber zu schaffen“, analysiert der mit dem Gerhard-Löwenthal-Preis ausgezeichnete Journalist.

Die Alternative für Deutschland (AFD) werde „mit Bernd Lucke, Hans-Olaf Henkel und Beatrix von Storch ohnehin in Straßburg gut vertreten sein“ fährt Lichtschlag fort. Seine Empfehlung: „Deshalb im Zweifel Christas Meves (und deshalb die AUF-Partei) wählen.“

Die Empfehlung Lichtschlags ist nach Ansicht der AUF umso bemerkenswerter, als zu den regelmäßigen Autoren des libertären „eigentümlich frei“ Persönlichkeiten wie etwa Hans- Olaf Henkel (AFD) oder Frank Schäffler (FDP) zählen

Kontakt-Daten:
AUF-Partei für Arbeit, Umwelt und Familie
Vorsitzender: Dieter Burr, Im Neuenbühl 7 in 71287 Weissach, Telefon: 0 70 44 / 93 15 – 1 10
Pressesprecher: Michael Ragg, Telefon: 0 83 85 / 9 24 83 37, buero@raggs-domspatz.de

Betroffenen-Initiative übt grundsätzliche Kritik an „Reformpädagogik“ und Odenwaldschule

Aktuelle Stellungnahme von „netzwerkB“:

Die Odenwaldschule ist zum Symbol der institutionalisierten sexualisierten Gewalt geworden. Ein Lehrer hat dokumentierte sexualisierte Gewalt, vom Volksmund gerne und falsch Kinderpornographie genannt, auf seinem Computer gespeichert.

Die Polizei kommt, beschlagnahmt das Material, die Schule kündigt dem Lehrer, im Nachklapp werden dem Lehrer weitere Grenzüberschreitungen vorgeworfen. IMG_1061

Die Staatsanwaltschaft prüft nun den Vorfall und den neuen Vorwurf. Das hätte an jeder anderen Schule in Deutschland auch passieren können. Ist es aber nicht. An jeder anderen Schule hätte die Schulleitung um sich selbst und der Institution wegen den Vorfall der übergeordneten Behörde gemeldet, hätte die Vorkommnisse diskutiert und sich selbstkritisch auseinandergesetzt.

Nicht so an der Odenwaldschule. Stattdessen lässt die Schule das vom Landrat gesetzte Ultimatum, sich bis vergangenen Freitag zu erklären, verstreichen und musste zum Krisengespräch bei der übergeordneten Behörde antreten. Strengere Auflagen sollen nun die Schule auf Kurs bringen. Monatlich rapportieren soll sie.

Eine Strafarbeit also, wie sie eigentlich gar nicht zum Konzept der reformpädagogischen Schule passt. Vielleicht ist der nächste Schritt ja Nachsitzen.

Reformpädagogik als solche Anfang März erschien der Tagungsband „Reformpädagogik  –  wie weiter?“ in der Verlagsgruppe Beltz, herausgegeben von den Professoren für Pädagogik Jürgen Oelkers und Damian Miller.

Eigentlich ein gewöhnlicher Vorgang. Experten einer Disziplin finden auf einer Tagung zusammen, so wie in diesem Fall im Herbst 2011 im schweizerischen Kreuzlingen und diskutieren über die Frage, inwieweit die Reformpädagogik als solche für die massenhafte sexualisierte Gewalt an der Odenwaldschule verantwortlich gemacht werden kann oder nicht.

Das Ergebnis war niederschmetternd für die Odenwaldschule. Die Gurus dieser Ideologie waren Grenzüberschreiter, die Ideologie begünstigt die Grenzüberschreitungen und die Berichte aus der Praxis bestätigen die Erfahrung der Grenzüberschreitung. Worüber soll nach dieser Erkenntnisflut eigentlich noch diskutiert werden? Und wozu? Und mit wem?

Die Verantwortlichen der Odenwaldschule leben in ihrer eigenen Realität, und die anderen sind sich weitgehend einig. Das „Familienprinzip“, nachdem ein oder mehrere Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schülerinnen und Schülern unter einem Dach in sogenannten „Heimfamilien“ leben, begünstigt Grenzüberschreitungen. Darüber sind sich alle einig. Außer die Vertreter der Odenwaldschule.

Quelle und Fortsetzung der Erklärung von Norbert Denef und Andreas Huckele hier: http://netzwerkb.org/2014/05/02/zeit-das-licht-auszumachen/

 


Der HERR ist die Kraft meines Lebens!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 27 (26),1.4.13-14:

Der HERR ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Kraft meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?

Nur eines erbitte ich vom HERRN, danach verlangt mich:
Im Haus des HERRN zu wohnen alle Tage meines Lebens,
die Freundlichkeit des HERRN zu schauen
und nachzusinnen in seinem Tempel.

Ich aber bin gewiß, zu schauen
die Güte des HERRN im Land der Lebenden.
Hoffe auf den HERRN, und sei stark!
Hab festen Mut, und hoffe auf den HERRN!