Embryonen-Gentests contra Lebensrecht

Von Dr. Edith Breburda

In amerikanischen Zeitungen konnte man Ende April über die außergewöhnliche Leistung der 14-jährigen Christina Clapp lesen.

Mit Leichtigkeit hatte das Mädchen mit dem Jugendsymphonieorchester von Phoenix, Arizona, ein schwieriges Klavierstück von Beethoven gespielt. Ihre Mutter ist ihre Lehrerin in allen Dingen, weil Christina zuhause unterrichtet wird.  Dr. Breburda

Die Kirche hatte den Musik-Wettbewerb veranstaltet, an dem 12 Schulen teilnahmen. Dadurch war es möglich, die 14-Jährige mit anderen Kindern zusammen zu bringen, die ebenfalls Musik als Therapie benutzen, um z. B. Verhaltensstörungen entgegenzuwirken.

Christina konnte sich, als sie noch kleiner war, nur schwer auf eine Sache konzentrieren. Die Musik änderte das. Alle waren erstaunt über Christinas Talent. Sie ging als Siegerin des Wettbewerbs hervor. Sie war froh, vor all den Leuten Klavier spielen zu dürfen.

Sie weiß, dass sie anderes ist als ihre Mitschüler. Das Mädchen hat Down-Syndrom, und wurde deshalb oft diskriminiert. Sie wusste, dass man über sie redete und so ist sie stolz, ihren Platz als Pianistin gefunden zu haben. Der Erfolg zeigte, dass sie auch mit ihrer Krankheit erstaunliche Dinge im Leben leisten kann. Leute mit Down-Syndrom sind auch menschliche Wesen, heißt es am Ende des Zeitungsartikels. (1)

Wie wäre es, wenn man Down-Syndrom heilen könnte? – Wünschen wir uns nicht alle eine Welt ohne Down-Syndrom, Alzheimer oder Huntington?

Eine gewagte Frage, die David Shenk in seinem Buch „The Paradoxical Nature of Information Technology“ beantwortet. Er kritisiert, wie wir die moderne Gentechnologie instrumentalisieren.

Shenk gibt zu bedenken, dass Probleme entstehen können, wenn wir anhand eines Gentests von Krankheitsanlagen erfahren, die zu Erkrankungen führen können. Ein Gentest bietet demzufolge keine Lösung. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass das menschliche Genom ca. 20.000 Gene besitzt.

GC vernichten wir uns

Es ist sehr schwierig, vorherzusagen, wie viele dieser Gene eventuell dazu beitragen, damit eine Krankheit wirklich zum Ausbruch kommt. Auch andere Informationen – wie Epigene und Umwelteinflüsse – beeinträchtigen die Entwicklungsprozesse.

In einem Artikel über Biokapitalismus fragt Shenk, was für einen Preis wir für die Genetische Revolution zahlen müssen? Er bezieht sich dabei auf die „if-then conclusions“ (siehe dazu das Buch “ Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst?“ • ISBN-10: 0615926657 • ISBN-13: 978-0615926650)

Wenn wir erfahren, dass das ungeborene Kind einen Defekt hat, würden wir es dann behalten?

Die Analyse des menschlichen Genoms könnte einen Grund liefern, ein Kind zu töten, wenn es z. B. Down-Syndrom hat. Oder wir selektieren den gesunden Embryo nach einem kleinen genetischen Einblick.

„Soll es Eltern erlaubt sein, ein Kind abzulehnen, wenn es nicht ihren genetischen Vorstellungen entspricht?“ fragt Shenk.

Ein Gentest gibt uns Einblick in das Naturgesetz. Man geht davon aus, dass ein bestimmtes Gen eine bestimmte Krankheit verursacht. Und jetzt versucht man, das Naturgesetz durch ein menschliches Gesetz zu ersetzten.

Wenn eine werdende Mutter erfährt, dass sie ein behindertes Kind erwartet, darf sie es laut menschlichem Gesetz abtreiben. Und wenn das kranke Kind schon geboren ist, darf man es in den Niederlanden per Gesetz auch nach der Geburt euthanasieren.

Im Oktober 2013 hatte der 44-jährige Verhelst infolge einer Geschlechtsumwandlung unerträgliche psychische Leiden erdulden müssen und bat um „Sterbehilfe“. (2)

Diese wurde in Belgien gewährt, weil die Euthanasie dort durch das Euthanasiegesetz abgedeckt ist. Man könnte schlussfolgern, dass diese Person in diesem Fall nicht mit der eigenen Natur einverstanden war.

Shenk bezieht sich in seinem Artikel auf ein persönliches Beispiel:

Shenk und seiner Frau wurde eine Tochter mit Down-Syndrom diagnostiziert. Eine Fruchtwasseruntersuchung hätte jedoch eine Fehlgeburt herbeiführen können. Dieses Risiko wollten Shenk und seine Frau nicht eingehen, nur um sicher zu sein, dass ihre Tochter wirklich erkrankt ist.

Dann hätten sie das Kind mit Sicherheit abgetrieben. Sie sahen jedoch keinen Grund, eine Fehlgeburt zu riskieren, nur weil sie im Grunde neugierig waren. Ihre Tochter war tatsächlich gesund.

Was also bringt uns die Gentechnik? So wie Shenk sie schildert, schadet sie uns.

Anmerkungen:
(1) The Arizona Republic: Music therapy leads teenager with Down syndrome to youth symphonie. Friday 15. April 2014
(2) HetLaaststeNieuws: Nathan krijgt euthanasie na mislukte geslachtsoperatie, HLNBE, 1.10.2013

Dr. Edith Breburda ist Veterinär-Medizinerin (Tierärztin) und kath. Sachbuch-Autorin zu biotechnischen Themen; sie lebt in den USA

Bücher:

Globale Chemisierung
https://www.createspace.com/4534205
Promises of New Biotechnologies
https://www.createspace.com/3698701
.
Dr. Breburda als Buchautorin:
https://www.amazon.com/author/breburda
Ediths Webseite: http://scivias-publisher.blogspot.com/


One Comment on “Embryonen-Gentests contra Lebensrecht”

  1. heureka47 sagt:

    Die cartesianische Wissenschaft ist unvorstellbar dumm. Denn der typische Wissenschaftler ist unreif und lebt nicht in der Wirklichkeit, sondern in einer „Schein-Realität“, in der kindlichen Vorstufe zur vollen Wirklichkeit, die auf die „Materie“-Ebene des Seins begrenzt ist.
    Zur höheren Ebene sollen Kinder am Beginn der Pubertät aufsteigen.
    Davon aber ist die zivilisierte Gesellschaft entfremdet. Früher nannte man das auch (die) Abtrennung oder „Sünde“; seit einigen Jahrzehnten nennen wir es (die) „Kollektive Neurose“ oder „Gesellschaftsneurose“ oder die „Krankheit der Gesellschaft. Die war schon zu Moses‘ Zeiten bekannt und wurde beschrieben im „Tanz um das Goldene Kalb“. Das „Kalb“ ist dabei Sinnbild / Symbol für die pathologische UNREIFE.
    Diese Krankheit grassiert schon über 10.000 Jahre auf unserem Planeten – evtl. sogar schon ca. 60.000 Jahre. Inzwischen hat sie sich auf den ganzen Planeten ausgebreitet und wir können mit der letzten Untergangs-Katstrophe, einer der vielen „Kollektiven Psychosen“, rechnen. Nach der Statistik ist sie jetzt „fällig“.
    Zu verhindern wäre sie nur mit der grundlegenden Heilung der „Kollektiven Neurose“.

    Herzlichen Gruß!

    Liken


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