Katholikentag in Regensburg: Vier große Ausstellungen von 37 Künstlern

Während des gesamten Katholikentages gibt es vier große Ausstellungen zu Werken von insgesamt 37 internationalen Künstlern.

Im Museum Obermünster wird der Titel „Mit Christus Brücken bauen“ konkret umgesetzt. Eine Figur des Geißelheilands aus DSC00001dem 18. Jahrhundert fordert heraus. Künstler wurden eingeladen, mit eigenen Werken auf diese drastische barocke Tonplastik zu reagieren.

Ihre Antworten in Gemälden, Installationen, Zeichnungen und Skulpturen setzen sich mit Jesus in seiner Körperlichkeit und der damit verbundenen Menschlichkeit Christi auseinander. 

Dieses BILD der Regensburger Künstlerin Evita Gründler illustriert die Altstadt von Regensburg

Entsprechend werden im Donau-Einkaufszentrum künstlerische Vorstellungen der Göttlichkeit thematisiert. Gegenwart – Ewigkeit: Wohin führt die Brücke, die Jesus den Menschen gebaut hat? Können wir uns Göttlichkeit vorstellen? Ist sie heute noch oder wieder in der zeitgenössischen Kunst darstellbar?

Wie wird die Vergegenwärtigung des Göttlichen im Gegenwärtigen, die Anwesenheit des Göttlichen im Irdischen als Bild wahrnehmbar? Wo bricht das Absolute in das Profane ein? Wie offenbart sich Göttliches im Raum und im Leben der Menschen? Installation_Ana Adamaovic

Kann Kunst über sich selbst hinaus auf das Geistige und Göttliche zeigen, das Göttliche dem Betrachter offenbaren? 

Zehn Künstler deuten in ihren Werken die Wirklichkeit jenseits dessen, was die Sinne erfassen – geben vielleicht keine Antworten, sondern eröffnen Möglichkeiten.

BILD: Installation Ana Adamovic (Foto: A. Adamovic)

Künstlerische Angebote in der gotischen Dominikanerkirche setzen sich mit dem Thema „Himmel“ auseinander.

Der Himmel – er hat schon immer Menschen fasziniert. Früher war er unerreichbar fern und geheimnisvoll, galt als Wohnsitz Gottes, der in seiner großen Behausung auch das Paradies für die Verstorbenen errichtet hatte. Dann kam Kopernikus und seitdem wird der Himmel von den Naturwissenschaften systematisch entzaubert.

Doch dieses Wissen hat seinen Preis: Der Himmel birgt kaum noch Geheimnisse, die bestaunbar wären.

Und in St. Klara gibt es die Kunst der Stille in Kirche, Kloster, Garten: Die Grundvorgänge unseres Daseins Beziehungen, Schmerz, Angst, Freiheit, Liebe, Vergeblichkeit, Tod, Hoffnung stehen als das Verbindende von künstlerischer Arbeit und dem reflektierenden Christsein.

Nach dem philosophischen Satz Sören Kierkegaards „Das Christentum ist keine Lehre, sondern eine Existenzmitteilung“ geht es darum, die Herausforderungen der Existenz mit und ohne Glauben aufzugreifen.

Die spannenden Fragen sind: Wie stellen Künstler Themen wie Hoffnung, Selbstliebe, Veränderung und Verwandlung, Trauer usw. heute dar? Und wie nehmen Menschen diesen aktuellen künstlerischen Ausdruck der jeden berührenden Bedürfnisse und Ungewissheiten an?

In Rauminstallationen im ehemaligen Oratoriumsbau nehmen sich Künstler aus mehreren Ländern dieser existentiellen Themen an und öffnen sich dem Betrachter mit ihren Fragen und Antworten.

Text: Dr. Maria Baumann, Vorsitzende des Arbeitskreises Kultur
Quelle: 99. Katholikentag


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