Die AfD und die Unionsparteien: Mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen

Von Peter Helmes

Die linken Medien und weite Teile der „etablierten“ Parteien verunglimpfen die AfD (Alternative für Deutschland) und reden der Union ein, sie sollten die Finger von diesen „Rechtspopulisten“ lassen.

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Doch der Wahlausgang zeigt, daß die Christdemokraten die AfD nicht in die rechte Ecke drücken dürfen. Es gibt ausreichend viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Parteien. pc_pi

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Insbesondere sticht hervor, daß die AfD Ja zu Europa sagt. Sie ist keineswegs antieuropäisch, aber auch nicht Europa-euphorisch. Sie begrüßt den europäischen Binnenmarkt, den Wegfall der Grenzkontrollen und hat Vertrauen in die Friedfertigkeit unserer Völker. Die AfD zu verteufeln und in eine Reihe mit tatsächlich Rechtsextremen zu stellen, ist dumm und ungerecht.

Die wichtigsten Ziele und Gemeinsamkeiten

Wertet man die politischen Ziele und Forderungen der AfD aus und vergleicht sie mit den Unions-Zielen, wird schnell – trotz allen Wahlkampfdonners – deutlich, daß die beiden Parteien in wesentlich mehr Punkten übereinstimmen und nur in einigen, allerdings wichtigen Punkten differieren. Hier nur eine vorläufige Auswahl:

 

1. Die AfD tritt  –  und das ist das wichtigste Korrektiv zur CDU  –  lautstark gegen die Fehlentwicklungen der letzten Jahre an: reichstag_flaggen_368s

Gegen eine Währung, die Teile Europas in die Überschuldung treibt, gegen einen ausufernden Zentralismus, der sich in hanebüchener Bürokratie und Regelungswut äußert, und gegen immer eklatantere Demokratie-Defizite (z. B. Volksabstimmungen). Gerade wir Deutschen wünschen uns aber mehr Föderalismus, Bürgernähe und Demokratie.

Da braucht hingegen die CDU einen Tritt ins Kreuz, eine grundsätzliche Korrektur, die aber nur von der AfD kommen kann.

 

2. Die AfD bezeichnet sich selbst als „bürgerliche, liberal-konservative Partei, die auf soziale Marktwirtschaft setzt“ – eine Formulierung, die im Wesentlichen mit der CDU übereinstimmt.

Ich will aber nicht verhehlen, daß einem bei der Lektüre der Programme immer wieder Goethes Wort von „Dichtung und Wahrheit“ in den Sinn kommt. Anders gesagt: Papier ist geduldig, es kommt auf die tatsächliche Politik an. Da sind bei der CDU große Zweifel angebracht, und die AfD muß erst noch beweisen, daß sie Wort hält.

 

3. Die AfD weicht zwar einem klaren Bekenntnis zum „C“ aus, ihr Vorsitzender Lucke hat sich selbst jedoch mehrfach zum Christentum und zu unseren christlichen Werten bekannt. In der CDU gibt es natürlich das Bekenntnis zum „C“, doch die Praxis sieht ganz anders aus: Das christdemokratische „C“ wird immer verwässerter.

 

4. In der Europapolitik bekennen sich CDU und AfD dazu, „Fehlentwicklungen“ zu benennen und zu bekämpfen. Man darf gespannt sein, wie das in Zukunft in die Tat umgesetzt wird. Jedenfalls sprechen sich beide gegen eine weitere Erweiterung der EU aus und wollen keinen „Euro-Zentralismus“.

 

5. „Solide Finanzen“ und „stabiler Euro“ ist bei beiden eine wichtige Forderung. Spätestens beim „stabilen Euro“ kommt die Union jedoch in Erklärungsnöte. Wahlplakate-23_8_1312b-440x304

Bei der AfD ist die Haltung nicht ganz klar: Spitzenleute der AfD betonen immer wieder, daß sie den €uro nicht abschaffen, sondern stabiler machen wollen. Man wird sehen. Beide gleichen sich in der Ablehnung einer Schuldenvergemeinschaftung und lehnen €urobonds ab. Die CDU hat also in ihrer „Stabilitätspolitik“ gegen ihre eigene Grundüberzeugung gehandelt.

 

6. AfD und Union bekennen sich zu unserem Rechtsstaat und unserer gemeinsamen Rechtsauffassung. Beide erteilen einer „Parallel-Justiz“ eine deutliche Absage.

 

7. AfD und Union bekennen sich zum Subsidiaritäts-Prinzip. Das bedeutet mehr Bürgernähe: Die untere Ebene darf nur an die höhere das abgeben, was sie selbst nicht leisten kann. Die höhere Ebene darf sich nur nehmen, was die untere abgibt. Das ist einer jener Punkte, gegen die die Union immer wieder verstößt.

 

8. Breiten Raum nimmt bei Union und AfD das Bekenntnis zur „elternfreundlichen Familienpolitik“ ein. Das ist zwar begrüßenswert, aber es wäre noch besser, wenn die CDU sich an diese Überzeugung auch hielte. Die Große Koalition verstößt laufend dagegen.

 

9. Letztlich eint Union und AfD das klare Bekenntnis zu Deutschland und zur Souveränität unseres Landes. ESM und ESFS verstoßen aber dagegen. Gerade an diesem Punkt zeigt sich, wie wichtig eine korrigierende Rolle der AfD gegenüber der CDU wäre.

 

Beide Parteien haben die Chance, sich in der Mitte unserer Gesellschaft zu beweisen, die abendländischen Werte zu verteidigen sowie vorbehaltlos die marktwirtschaftliche Ordnung zu bejahen – gegen jedwede Zentralismus- und Sozialismus-Tendenzen.

Die Gemeinsamkeiten zwischen AfD und CDU/CSU sind größer als ihre Differenzen.

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Peter Helmes ist erfolgreicher Buchautor und ehem. Bundesgeschäftsführer der Jungen Union; heute betreibt er u.a. die Webseite:  www.conservo.wordpress.com


4 Kommentare on “Die AfD und die Unionsparteien: Mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Kinseys pädophile und pansexuelle Daten – ein Einblick Judith A. Reismann

    https://www.dijg.de/paedophilie-kindesmissbrauch/reisman-paedophil-pansexuell-kinsey/

    https://www.dijg.de/

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  2. Trau,schau wem!!!
    Wer heute noch der CDU und ihrer „Führung“ traut, dem ist nicht mehr zu helfen!

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  3. @OStR Peter Rösch
    mir graut es auch vor Gemeinsamkeiten zwischen der AfD und den Unionsparteien.
    Da kann dann die Fr. Merkel wieder politische Themen für sich einnehmen. Siehe Atomausstieg.
    In dem Buch von Gertrud Höhler wird beschrieben wie Angela Merkel die Pateinlandschaft zerstört und kaum noch Männer in der aktuellen Politik zu finden sind,die dieser Frau widersprechen.
    Nun ist die AfD in der Pateinlandschaft angekommen. Hoffentlich bleiben diese bei Ihrer Überzeugung.
    Merkel fischt in vielen Gewässern.

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  4. OStR Peter Rösch sagt:

    Lieber Herr Helmes,
    es kommt nicht darauf an, was in irgendwelchen Parteipapieren steht; es kommt darauf an, was praktiziert wird.
    Und da haben die AfD und die Unionsparteien hoffentlich mehr Differenzen als Gemeinsamkeiten.
    Diese Hoffnung hat jedenfalls die AfD-Basis; sie wird nicht zulassen, daß die AfD aufgrund irgendwelcher herbeiphantasierter Gemeinsamkeiten von der CDU den Todeskuss erhält. Der Zug ist schon abgefahren.

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