Holocaust: Papst Franziskus verteidigt Papst Pius XII. und erinnert an die Mitverantwortung der Großmächte

Im Interview mit einer spanischen Zeitung erklärte Papst Franziskus zum Thema Pius XII., dessen Seligsprechungsverfahren im Gange ist, der damalige Pontifex sei ein großer Judenretter gewesen:

„Dem armen Pius XII. haben sie wirklich alles Mögliche vorgeworfen. Aber man muss daran erinnern, dass er früher einmal als der große Verteidiger der Juden gegolten hat, er versteckte viele in den Klöstern Roms und anderer italienischer Städte, und auch in der Sommerresidenz Castel Gandolfo. media-521118-2

Dort, im Zimmer des Papstes, in seinem eigenen Bett, wurden 42 Babys geboren, Kinder von Juden oder anderen Verfolgten, die sich dorthin geflüchtet hatten.

Ich will damit nicht sagen, dass Pius XII. keine Irrtümer begangen hätte  –  ich selbst begehe auch viele  – , aber man muss seine Rolle im Kontext der Epoche lesen. War es zum Beispiel besser, dass er schwieg oder dass er nicht schwieg, damit nicht noch mehr Juden getötet würden?

Manchmal ärgert es mich auch ein bisschen, wenn ich sehe, wie alle gegen die Kirche und Pius XII. sprechen und dabei die Großmächte ganz vergessen.

Wissen Sie, dass die Großmächte ganz genau das Eisenbahnnetz der Nazis kannten, auf dem die Juden in die KZs gebracht wurden? Sie hatten Fotos davon! Aber sie warfen keine Bomben auf diese Schienen. Warum? Darüber sollten wir auch mal sprechen!

Quelle: http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/13/papst-interview:_%E2%80%9Eich_habe_kein_pers%C3%B6nliches_projekt_unterm_arm,/ted-806669


China: Die Erinnerung an das Massaker von 1989 wurde ausgelöscht

Von Michael Leh

Niemand weiß, wohin sich China entwickelt. Nur eines ist sicher: an China kommt niemand mehr vorbei. Nicht die Russen, nicht die Europäer, nicht die Amerikaner.

Die Japaner und andere Anrainer im Pazifik fürchten sich vor Chinas weiterem Aufstieg. In der vergangenen Woche hat man weltweit in vielen Ländern an das Massaker am Tiananmen, dem Platz des himmlischen Friedens, in Peking vor 25 Jahren gedacht. Nur in China nicht, wenn man von Hongkong absieht. Demo GfbV vor chines Botschaft Berlin - Foto Leh

In China wurde ein öffentliches Gedenken von vornherein erfolgreich verhindert. Das betrifft nicht nur die polizeilichen Maßnahmen. Den Machthabern ist es vielmehr weitgehend gelungen, bereits das Wissen über die Geschehnisse von 1989 zu tilgen.

FOTO: Demonstration der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am 4. Juni vor der chinesischen Botschaft in Berlin. 

Damals gab es Schätzungen zufolge zwischen 200 und mehrere tausend Tote bei der Niederschlagung der Protestbewegung. Die Gewaltmaßnahmen wurden als nötig bezeichnet, um die „Stabilität“ aufrecht zu erhalten.

Anführer und Teilnehmer der Proteste wurden als Kriminelle diffamiert. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker wurden 10 000 Menschen wegen ihrer Beteiligung an den Protesten inhaftiert und noch immer seien bis zu zwölf Personen in Haft. Zensurmaßnahmen und viele andere Repressalien haben dazu geführt, dass besonders die meisten jungen Chinesen heute gar nichts von den Ereignissen wissen.

Bei uns im Westen wird dieses Vorgehen des Regimes häufig als Schwäche eines Herrschaftssystems interpretiert, das Angst vor der Wahrheit hat. Doch kann es auch eine andere Lesart geben: Derzufolge sitzt die KP Chinas so fest im Sattel, dass sie sich um die Wahrheit nicht zu scheren braucht. Das KP-Regime ist bisher so stark, dass es alles fest im Griff hat  –  ein Volk mit 1,3 Milliarden Menschen.

China kann es sich leisten, auch einen Friedensnobelpreisträger wie Liu Xiaobo gefangen zu halten. Die internationalen Geschäfte mit China gehen ungerührt weiter.

EU-Staaten halten Distanz zum demokratischen Taiwan

Schon lange erlaubt auch kein Staat der Europäischen Union dem frei gewählten Präsidenten des demokratischen Taiwan die Einreise auch nur für einen Privatbesuch. Nicht für einen halben Tag. So tief geht längst der Kotau des Westens vor den roten Herrschern in Peking.

Niemand in Deutschland oder der EU denkt auch nur darüber nach, vielleicht das Einreiseverbot für die obersten Repräsentanten Taiwans etwas zu lockern. So ernst sind die europäischen Sonntagsreden über Freiheit und Demokratie auch wieder nicht gemeint. Das weiß man in Peking und nutzt es aus.

Vergangene Woche hat das neu gegründete „Mercator Institut für China-Studien“ (Merics) in Berlin eine Podiumsdiskussion anlässlich des Tiananmen-Jahrestages veranstaltet.

Das „Merics“ soll nach der Aufbauphase das größte europäische Institut für Forschung und Wissensvermittlung über das gegenwärtige China werden. Schon jetzt versammelt das Institut vorzügliche Experten und bietet eine Website mit sehr informativen Beiträgen (www.merics.org).

Rot-China mit wachsendem Selbstbewußtsein

Merics-Direktor Professor Sebastian Heilmann, einer der führenden deutschen Sinologen, erklärte in der Diskussion, er habe noch keinen chinesischen Präsidenten so selbstbewusst erlebt wie den amtierenden Xi Jinping.

Bei dessen Amtsvorgängern seien immer noch gewisse Selbstzweifel spürbar gewesen. An Xi Jinping jedoch perle jede Kritik am chinesischen Regierungssystem ab. Xi halte es für das richtige System für China „und damit hat es sich“. Was der Rest der Welt denke, sei diesem egal. „Der glaubt, was er sagt“, fügte Heilmann hinzu.

Nachdrücklich warnte der Sinologe davor, den aktuellen Zustand und die kommende Entwicklung Chinas nur nach unseren bisherigen politischen Erfahrungen im Westen beurteilen zu wollen. Heilmann wies auch auf die Gefährdungen des Herrschaftssystems hin – wenn etwa eine Wirtschaftskrise mit einer Spaltung der Partei und sozialem Protest einher gehen sollte. Bisher gebe es allerdings keine Anzeichen dafür.

Auch Proteste wegen der massiven Umweltverschmutzung etwa blieben bisher lokal begrenzt. Ein „Bank Run“, ein Ansturm auf die Banken im Fall einer schweren Wirtschaftskrise könne das Regime vielleicht eher gefährden. Ein erhebliches Problem sei auch ein verbreiteter Nationalismus. Dieser könne vielleicht einmal von der Regierung nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden.

Insgesamt sei die Entwicklung Chinas offen und verlaufe schnell „wie ein Wildbach“. Schlimmstenfalls könne uns China mit seinem System auch überlegen sein.

Michael Leh ist politischer Journalist und lebt in Berlin (von ihm stammt auch das Foto)

Erstveröffentlichung in der Preußischen Allgemeinen Zeitung (PAZ) vom 14. Juni 2014

 

 

 


17. Juni 1953: Volksaufstand für die Freiheit

Am 17. Juni 1953 schlugen in der DDR Sowjettruppen und Volkspolizisten einen Aufstand gegen die Unterdrückung durch das SED-Regime blutig nieder.

Dazu erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (siehe Foto): Foto_(2)

„Der 17. Juni ist einer der wichtigsten Gedenktage im wiedervereinigten Deutschland, der die errungene Freiheit würdigt. An diesem Tag wurde im Jahr 1953 der Volksaufstand in der DDR brutal niedergeschlagenen.

Es dauerte weitere 36 Jahre, bis sich im Schicksalsjahr 1989 die Menschen in der damaligen DDR Freiheit und Demokratie in einer friedlichen Revolution erkämpfen konnten. Das ist nun bereits 25 Jahre her.

Doch die Erinnerung an dieses mutige Aufbegehren droht zunehmend zu verblassen. Wir müssen die besondere Bedeutung der damaligen Ereignisse weiterhin im Bewusstsein der Menschen verankern und auch an die junge Generation vermitteln. Denn die Opfer des 17. Juni erinnern uns daran, dass Freiheit, Demokratie und Menschenrechte erkämpft und immer wieder neu verteidigt werden müssen.

Das Gedenken ist aber auch eine Mahnung, im Rahmen einer wertegeleiteten Außenpolitik weiterhin für die Durchsetzung und Einhaltung der Menschenrechte einzutreten.“

Hintergrund
1953 protestierten in der DDR bis zu eine Million Menschen gegen verschlechterte Lebensbedingungen und die Unterdrückung durch das SED-Regime. Berliner Bauarbeiter begannen nach einer Erhöhung der Arbeitsnormen am 16. Juni einen Streik. Am folgenden Tag weitete sich der Protest zu einem landesweiten Volksaufstand aus. Die Sowjets verhängten das Kriegsrecht. Sowjettruppen und DDR-Volkspolizisten schlugen den Aufstand blutig nieder.


Kenia: Beim Anschlag von Mpeketoni wurden gezielt die Christen ermordet

“Ich war während des Anschlags im Kontakt mit unseren Pfarrern und Ordensschwestern vor Ort”, erklärte der Apostolische Administrator von Mombasa und Bischof von Malindi, Emanuel Barbara, in dessen Zuständigkeitsbereich die Küstenstadt Mpeketoni fällt.

Am 15. Juni 2014 verübte ein bewaffnetes Kommando einen Anschlag auf den Küstenort, bei dem Polizeistationen, Hotels und andere Gebäude angegriffen wurden. 305fe9127f

“In Mpeketoni gibt es drei Pfarreien und vier Schwesternklöster. Ein Kloster befindet sich im Zentrum der Stadt, wo der Anschlag stattfand. Die Schwestern waren vom Anschlag  –  Gott sei Dank  –  nicht betroffen. Ich habe ihnen empfohlen, das Licht auszuschalten und sich nicht aus dem Kloster zu entfernen“, so Bischof E. Barbara.

Wie der Oberhirte berichtet, “begann der Angriff um 20.30 Uhr abends, als rund 50 Kämpfer in das Zentrum des Küstenortes eindrangen und dort zunächst die Polizeistation überfielen und das Waffenarsenal plünderten, wobei ein Polizeibeamter ums Leben kam.

Danach rissen sie eine Antenne für den Mobilfunk nieder, wobei es jedoch eine zweite gibt und wir so mit den Priestern und Schwestern in Kontakt bleiben konnten. Schließlich überfielen die bewaffneten Männer zwei Hotels und hielten vorbeifahrende Autos und Fußgänger an, die sie fragten ob sie Muslime oder Christen seien. Die Christen wurden getötet”.

Zudem sagte der katholische Bischof: “Soweit wir wissen, kamen mindestens 48 Menschen ums Leben, doch es liegt noch keine offizielle endgültige Bilanz vor.“

Der kenianische Oberhirte fügte hinzu:

“Die Verstärkung der Polizei kam nach etwa einer Stunde, als die Angreifer bereits weg waren. Jetzt sucht man in den Wäldern nach ihnen. Wir wissen noch nicht einmal, woher sie kamen. Manche sagen, sie kamen aus Malindi, andere vermuten, dass sie aus Somalia kamen. Bisher hat sich noch keine Gruppe zu dem Anschlag bekannt, doch die Vorgehensweise ist die der somalischen Schabaab-Milizen. Alles war gut organisiert und das Kommando kannte sich in der Stadt aus, und war zielsicher.

Wir sind sehr besorgt, auch weil dieser Anschlag zu einem Zeitpunkt stattfindet, wo es bereits Spannungen zwischen Regierung und Opposition gibt. Trotz des Wirtschaftswachstums im Land gibt es große soziale Probleme, da der Reichtum weite Bevölkerungsteile nicht erreicht. Deshalb bitte ich alle um das Gebet für uns und dafür, dass die Kenianer sich nicht von der Versuchung der Gewalt mitreißen lassen“, erklärte der Bischof abschließend. 

Quelle: vatikanischer Fidesdienst


Bußpsalm Davids: „Tilge all meine Frevel“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 51 (50),3-4.5-6ab.11.16.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!

Denn ich erkenne meine bösen Taten,
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt,
ich habe getan, was dir mißfällt.

Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden,
tilge all meine Frevel!
Befrei mich von Blutschuld, HERR, du Gott meines Heiles,
dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.