Der erste Botschafter Israels in Deutschland, Asher Ben Natan, verstorben

Der Diplomat war von 1984 bis 1988 Ministerpräsident Israels

Asher Ben Natan, der erste Botschafter Israels in Deutschland, verstarb jetzt 93-jährig in Israel. Er war von 1965 bis 1969 israelischer Botschafter in Bonn. 

In Wien im Jahr 1921 geboren, Zionist seit frühester Jugend, nahm er den Geist des deutschsprachigen Judentums vor seinem Untergang auf. Als 17-jähriger Junge schaffte er während des „Anschlusses“ Österreichs die Flucht ins damalige Mandatsgebiet Palästina und war Mitbegründer des Kibbuz Dovrát. Asher Ben Natan

In der Rolle als Israels erster Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland (1965-1969), im zweiten Jahrzehnt nach der Schoah, fand Asher Ben-Natan zu seiner Lebensaufgabe und historischen Größe.

Seine Besuche in deutschen Städten, Schulen, Universitäten und jüdischen Gemeinden  –  stets jeweils „der erste Besuch“ –  wurden zu Massenereignissen. Das Herz des deutschen Publikums gewann er mit der ihm eigenartigen Mischung aus scharfem Verstand, moralischer Stärke, Sinn für Humor und ruhiger Würde, die seine Persönlichkeit ausmachten.

Er wusste es, immer im richtigen Tonfall, neben dem steten Wachen auf die Erinnerung an die Vergangenheit, beiden Gesellschaften auch eine Vision von Aussöhnung und Zusammenarbeit für die Zukunft zu zeigen.

Asher Ben-Natan diente Israel weiter als Botschafter in Frankreich (1969-1973) und als hoher politischer Berater, zuerst des Verteidigungsministers (1974-1977), dann des Ministerpräsidenten und Außenministers (1984-1988); 1978 bis 1983 war er Mitglied des Stadtrats von Tel Aviv.

Er begleitete die „besonderen Beziehungen“ weiter als Präsident der Israelisch-Deutschen Gesellschaft von 1980 bis 2008.

Dieses Amt verband er mit dem Vorsitz der Ben-Gurion-Stiftung und mit der Beschaffung von Mitteln für zahlreiche Kultur-, Wissenschafts- und Entwicklungseinrichtungen, darunter die Ben-Gurion-Universität, das Haus Hamburg, das Institut zur Wüstenforschung, das Sde-Boker-Kolleg, den internationalen Klavier-Wettbewerb zum Gedenken an Arthur Rubinstein etc. 

Der heutige israelischer Botschafter Yakov Hadas-Handelsman würdigte Ben Natan mit den Worten:

„Asher Ben Natan hatte wohl von allen israelischen Botschaftern in Deutschland die wichtigste und schwierigste Aufgabe, nämlich nur zwanzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Shoah, eine gemeinsame Zukunft zum Wohle beider Völker zu schaffen, über alle Widrigkeiten und Traumata hinweg. Ohne sein Wirken würden unsere beiden Staaten heute nicht das Vertrauensverhältnis und diese enge Partnerschaft auf so zahlreichen Ebenen haben und es ist für mich eine große Ehre, diese Position heute ausfüllen zu dürfen.“

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin



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